Singer | Das Spiel | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: Justizthriller

Singer Das Spiel

Thriller
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7751-7204-2
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: Justizthriller

ISBN: 978-3-7751-7204-2
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Amoklauf vor laufender Kamera - aus Rache für den Beitrag einer Enthüllungsjournalistin. Das herbeigerufene Spezialeinsatzkommando kommt zu spät. Nach der Tat verklagen die Angehörigen der Opfer die Waffenfirma, die die Tatwaffe hergestellt hat. Die Staatsanwältin Kelly Starling steht ihnen zur Seite. Jason Noble verteidigt die Waffenfirma. Es steht viel auf dem Spiel, und erst nach und nach entdecken Kelly und Jason: Sie sind nur Figuren in einem Spiel, das von unsichtbarer Hand gesteuert wird.

Randy Singer wird von der Fachpresse hoch gelobt. Seine Justiz-Thriller sind 'mindestens genauso unterhaltsam wie John Grisham' (Publishers Weekly). Für 'Die Witwe' erhielt er sogar den begehrten Christy Award. Dabei kommt Singer aus der Praxis: Im wirklichen Leben arbeitete er als Anwalt. Und die Botschaft von Gottes Liebe 'verteidigt' er sonntags auf der Kanzel der 'Trinity Church' in Virgina Beach (USA).
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Teil II

Die Firma


4


Einen Kontinent entfernt vom Chaos in den WDXR-Studios trat Jason Noble zum wichtigsten Schlussplädoyer seiner jungen Karriere vor die Geschworenen.

»Sprechen wir über die Haare«, sagte er, während er die neugierigen Blicke der Geschworenen prüfte. Manchen stand buchstäblich der Mund offen; andere unterdrückten ein Feixen. Jason gab vor, es nicht zu bemerken.

»Mr Lockhart behauptet, dass der Haarfund begründete Zweifel hervorruft. ›Vergessen Sie die Wut der Angeklagten, als sie erfuhr, dass ihr Ehemann und ihre beste Freundin eine Affäre miteinander hatten‹, sagt er. ›Vergessen Sie die Tatsache, dass ihre beste Freundin auch noch zufällig eine sehr talentierte Backgroundsängerin war, die der Ehemann der Angeklagten auf dieselbe Weise zu einem Star machen konnte, wie er die Angeklagte zu einem Star gemacht hatte. Vergessen Sie das alles. Wenn die Haarprobe zeigt, dass Carissa Lawson mehrere Monate lang Drogen genommen hat, dann muss die Todesursache eine selbst zugefügte Überdosis sein, keine Vergiftung.‹«

Die Geschworenen hörten nur halb zu, doch das war für Jason in Ordnung. Sie waren zu sehr mit Starren beschäftigt.

Am Abend zuvor hatte Jason aus einer Laune heraus seine Haare platinblond gefärbt und mit Gel gestylt – die Frisur des Opfers. Diese Veränderung war mehr als symbolisch.

Monate zuvor, als Carissa Lawsons Autopsie tödliche Mengen von Oxycodon und Kokain in ihrem Blut ergeben hatte, hatte der Gerichtsmediziner als Todesursache eine versehentliche Überdosis angegeben. Doch dann begannen die Gerüchte. Die Backgroundsängerin hatte eine Beziehung mit dem Mann der bekannten Rocksängerin Kendra van Wyck gehabt. Als van Wyck von der Affäre erfuhr, versetzte sie das in Eifersucht und Wut. Sie verdankte ihren Ruhm den Bemühungen ihres Mannes, eines wohlhabenden Musikmanagers, der sie »entdeckt« hatte. Seine Liebe zu einer anderen, vor allem wenn diese andere so talentiert war wie Carissa Lawson, zerfraß Kendra van Wyck wie ein Krebsgeschwür.

Van Wyck wurde schließlich wegen Mordes angeklagt. Doch der Fall der Staatsanwaltschaft beruhte zum größten Teil auf Indizien, und van Wyck hatte die beste juristische Unterstützung, die man für Geld bekommen konnte. Der Anwalt der Verteidigung, der gegen Jason auftrat, ein Pitbull namens Austin Lockhart, hatte seinen Fall auf die Popularität von Kendra van Wyck und auf die Labortests von Carissa Lawsons Haaren aufgebaut.

Van Wyck war nicht selbst zu ihrer Verteidigung in den Zeugenstand getreten. Stattdessen hatten sich ihre Anwälte auf den angesehenen Toxikologen Dr. Richard Kramer verlassen. Ein Mann, der die Geschworenen über die Wunder der Drogentests von Haaren belehrt hatte. Laut Kramer wurden die Haarwurzeln, während das Haar wuchs, durchblutet. Bei einem chronischen Drogenkonsumenten enthielt das Blut Spuren der fraglichen Drogen, die in der Haarrinde eingeschlossen wurden. Da ein Haar ungefähr einen Zentimeter im Monat wächst, konnte man verschiedene Abschnitte eines Haares einer Person untersuchen und sagen, wie lange diese Person bereits Drogen nahm.

Kramer sagte aus, dass die Untersuchung der Haarprobe von Carissa Lawson hohe Dosen an Oxycodon und Kodein in allen Abschnitten ihrer acht Zentimeter langen Haare ergeben habe. Die offensichtliche Schlussfolgerung? Carissa Lawson hatte über Monate hinweg Kokain und Schmerzmittel wie OxyContin genommen und war an einer selbst zugefügten Überdosis gestorben.

Während er sich seinem Schlussplädoyer näherte, wusste Jason, dass die Geschworenen nach einem Grund suchten, die beliebte Angeklagte freizusprechen. Das People Magazine zählte sie schließlich durchgängig zu den gefragtesten weiblichen Interpreten. Der Scheidungsantrag ihres Mannes und der Mordprozess hatten ihr nur noch mehr Aufmerksamkeit gebracht und die Plattenverkäufe angekurbelt. Außerdem weinte die Sängerin während der Verhandlung wie aufs Stichwort.

»Mord durch Vergiften? Oder eine versehentliche Überdosis?«, fragte Jason. Er schritt vor den Geschworenen auf und ab. Keine Notizen, nur ein spontaner kleiner Plausch. Jason hatte jedes Wort auswendig gelernt.

»Carissa Lawson hatte die Beziehung mit dem Ehemann der Angeklagten beendet. Doch das bedeutete nicht, dass er sie weniger liebte. Und es bedeutete auch nicht, dass er nicht vorhatte, die Angeklagte abzuservieren und Carissa zum nächsten Superstar zu machen.

Hatte Kendra van Wyck ein Motiv? ›Es gibt nichts Schlimmeres als die Rache einer verschmähten Frau.‹ Indem sie Carissa Lawson tötete, konnte die Angeklagte gleichzeitig Carissa und ihren Mann bestrafen.

Ohne Zweifel – die Angeklagte hatte eine Menge Motive.

Die Angeklagte wurde früh am Abend der Nacht, in der Carissa Lawson starb, mit ihr gesehen. Als die Angeklagte von der Affäre ihres Mannes erfuhr, konfrontierte sie ihn nicht damit. Auch Carissa konfrontierte sie nicht damit. Sie beschloss stattdessen, Freunde zu bleiben, damit Carissa keinen Verdacht schöpfte, wenn sie Zeit mit ihr verbrachte. Die Angeklagte hatte durch jede Menge enge Bekannte Zugang zu OxyContin-Tabletten zur Schmerzlinderung und zu Kokain. Zwei von diesen Bekannten haben sich des Drogenbesitzes mit Verkaufsabsicht schuldig bekannt.

Mit anderen Worten: Die Angeklagte hatte die Gelegenheit.

Doch Mr Lockhart behauptet, dass die Affäre zwischen Caleb van Wyck und Carissa Lawson zwei Monate vor deren Tod stattgefunden habe. Warum hätte die Angeklagte sechs Monate vorher beginnen sollen, Carissa Lawson zu vergiften? Laut Mr Lockhart beweist die Haarprobe, dass Carissa Lawson eine Drogenabhängige war, die an einer Überdosis starb, und kein Opfer einer einmaligen Vergiftung.«

Jason hielt inne. Jetzt hatte er ihre Aufmerksamkeit. »Und so läuft alles wieder auf das Haar hinaus. Abgesehen von dem Toxikologen hat kein einziger Zeuge Carissa Lawson mit Drogenmissbrauch in Verbindung gebracht. Zeigt das Haar wirklich einen sechsmonatigen Drogenkonsum, oder sollten wir die Ergebnisse der Haaruntersuchung als unzuverlässig verwerfen?

Sie werden sich an mein Kreuzverhör von Dr. Kramer erinnern. Er gab zu, dass Haare durch Fremdquellen mit Drogen kontaminiert werden können: zum Beispiel durch Schweiß oder wenn man sich mit den Händen durchs Haar fährt. Das kann die Ergebnisse fehleranfällig machen.« Jason machte eine effektvolle Pause. Eines der Dinge, die er gelernt hatte, indem er Verteidiger vor Gericht studiert hatte, war die Wirkung von Stille. Ein Verteidiger, der keine Angst vor Stille hatte, zeigte eine feste Überzeugung. Stille half, die Geschworenen neu auszurichten.

Sie half Jason außerdem, sich an sein Skript zu erinnern.

»Sie haben gehört, wie der Gerichtsmediziner den langsamen und schmerzhaften Tod beschrieb, den Carissa Lawson erlitt. In großen Mengen verschließen Kokain und Oxycodon die Lungen, was dazu führt, dass das Opfer erstickt, während sich Flüssigkeit ansammelt und die Atmung nicht mehr möglich ist. Am Ende ertrank Carissa in ihrer eigenen Lungenflüssigkeit, vermutlich, während ihre eigene beste Freundin zusah und vorgab, den Notarzt zu rufen, während Carissa nach Luft rang.«

Jason schüttelte den Kopf und fuhr sich mit den Händen durch die Haare. »Schwitzte Carissa Lawson, während sie diesen langsamen Tod starb und darum kämpfte, Luft zu bekommen?« Er hielt abermals inne und sah jeden Geschworenen nacheinander einzeln an. »Sie entscheiden. Eines ist nicht fraglich – wenn sie vergiftet wurde, hätte ihr Schweiß große Mengen dieser Drogen enthalten und ihre Haare verunreinigt.

Doch Dr. Kramer sagt, wir sollten uns deshalb keine Sorgen machen. Bevor er die Haare untersuchte, wusch er die Proben zweimal mit Dichlormethan, einem Lösungsmittel, das garantiert jede Kontamination entfernt. Aber Sie haben auch gehört, dass unser Toxikologe, Dr. Chow, sagte, dass seiner Meinung nach Drogen, die im Schweiß enthalten sind, nicht durch bloßes Waschen vom Haar entfernt werden könnten, weil sie Ionenverbindungen mit den Haarfollikeln bilden würden. Folglich kann uns eine Haaruntersuchung nicht sagen, ob die im Haar vorhandenen Drogen auf eine Kontamination durch Schweiß nach einer einmaligen Vergiftung zurückzuführen sind oder auf längerfristigen Drogenmissbrauch.

Gestern Abend kam ich auf eine haarsträubende Idee, wenn Sie mir den Ausdruck verzeihen. Ich habe meine Haare platinblond gefärbt – wobei der Farbstoff die externe Kontamination darstellt, die sich mit den Haarpartikeln verbindet.« Jason ging zu seinem Anwaltstisch hinüber und sprach dabei über seine Schulter weiter. »Sie werden sich erinnern, dass Dr. Chow aussagte, dass dieselbe chemische Reaktion, die die Einbindung von Haarfärbemitteln in die Haarfollikel erklärt, genauso mit Drogen wie Kokain und Oxycodon stattfindet.«

Jason zog ein Handtuch aus seiner Aktentasche und nahm zwei Plastikflaschen vom Boden hoch. Er ging wieder zur Geschworenenbank zurück und lächelte kurz zwei jungen, weiblichen Geschworenen zu – die Geschworenen 5 und 7 –, die genickt hatten, als er seine Argumente anführte.

Jason konnte im Allgemeinen auf die jüngeren Frauen zählen. Er hatte nicht den gemeißelten Kiefer eines Filmschauspielers, doch er war gut in Form und hatte mehr als nur ein paar Bemerkungen über seine Augen erhalten. »Schlafzimmerblick.« »Faszinierend.« Oder an Tagen vor Gericht wie heute, wenn er seine grünen Kontaktlinsen trug: »durchdringend«.

Jason kam aus der Entfernung – wie die drei Meter, die ihn von den Geschworenen trennten –, gut mit Frauen aus. Nur diejenigen, die er näher an sich...


Singer, Randy
Randy Singer wird von der Fachpresse hoch gelobt. Seine Justiz-Thriller sind "mindestens genauso unterhaltsam wie John Grisham" (Publishers Weekly). Für "Die Witwe" erhielt er sogar den begehrten Christy Award. Dabei kommt Singer aus der Praxis: Im wirklichen Leben arbeitete er als Anwalt. Und die Botschaft von Gottes Liebe "verteidigt" er sonntags auf der Kanzel der "Trinity Church" in Virgina Beach (USA).

Randy Singer wird von der Fachpresse hoch gelobt. Seine Justiz-Thriller sind "mindestens genauso unterhaltsam wie John Grisham" (Publishers Weekly). Für "Die Witwe" erhielt er sogar den begehrten Christy Award. Dabei kommt Singer aus der Praxis: Im wirklichen Leben arbeitete er als Anwalt. Und die Botschaft von Gottes Liebe "verteidigt" er sonntags auf der Kanzel der "Trinity Church" in Virgina Beach (USA).



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