Ziegler | Celia – Sehnsucht im Herzen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 272 Seiten

Reihe: Liebe im Alten Rom

Ziegler Celia – Sehnsucht im Herzen


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7751-7483-1
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 272 Seiten

Reihe: Liebe im Alten Rom

ISBN: 978-3-7751-7483-1
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was man im Herzen trägt, vergisst man nicht Rom 95 n. Chr., die Ereignisse überschlagen sich: ein geplanter Anschlag geht schief, die Mutter der 4-jährigen Julia wird schwer verletzt und das Mädchen ist plötzlich auf der Flucht. 14 Jahre später: An all das kann sich die hübsche Julia, die nun Celia heißt, nicht erinnern. Für sie erscheint die Welt in Larisa bei ihren Eltern völlig in Ordnung. Doch dann gerät alles ins Wanken: Ihr Vater wird wegen seines Glaubens fast getötet, der berechnende Statthalter Titus Pectore könnte Celias Rettung sein und lange verschüttete Erinnerungen brechen hervor. Welcher Sehnsucht in ihrem Herzen soll sie folgen? Und wo kann sie Antworten auf die brennenden Fragen nach ihrer Vergangenheit finden?

Renate Ziegler, Jahrgang 1965, arbeitet als Pfarramtssekretärin. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann Frank in Rottenburg am Neckar. Schon seit früher Jugend ist sie fasziniert von Kultur, Leben und Geschichte des Römischen Reiches.
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[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

2. Briefe


Seit dem Fest waren fast drei Wochen vergangen.

Priscilla hatte sich auf eine Bank im Peristylium gesetzt. Die Mittagssonne schien warm auf sie herab. Eusebia hatte ihr Wasser und verschiedene Früchte gebracht. Die Söhne waren fort zum Unterricht, Lia wurde von Tuja betreut. Endlich hatte sie Zeit und Ruhe, den Brief zu lesen, den sie seit dem Morgen bei sich trug.

»Ich, Berenike, grüße dich, meine liebste und teure Freundin Priscilla.

Ich danke dir für deinen offenen Brief. Darf ich dir sagen, dass ich mich jedes Mal freue, von dir zu hören?

Jetzt ist es bereits ein Jahr her, dass mein Mann mich zur Frau nahm, dass er und sein Sohn Rom verlassen haben, um mit mir zu leben. Damals dachte ich, dass sich niemand aus seinem früheren Leben darum kümmern würde, wie es ihm geht. Es gibt viele Freunde in der Gemeinde, aber außerhalb? Ich weiß noch, wie ich mich über deinen ersten Brief gewundert habe. Schließlich sind wir uns nie begegnet, als ich noch als Sklavin im Hause meines Mannes, deines Schwagers, gelebt habe.

Ich gebe zu, dass ich mir zuerst nicht sicher war, ob du eine Freundin bist. Aber heute bin ich froh, dass ich deine Freundschaft angenommen habe.

Dein Brief hat mich nachdenklich gemacht. Was du schreibst, beunruhigt mich.

Du hast mir in deinen Briefen viel von eurer Ehe erzählt. Es schmerzt mich zu hören, was dein Mann dir antut. Ebenso deine Söhne. Dass du in Lia Trost findest, freut mich aber sehr.

Wie sehr muss es dich quälen, dass du deinen Mann mit deiner Sorge nicht erreichst. Einer Sorge, die berechtigt ist! Ja, es geht mir wie dir. Auch ich traue Domitian nicht. Man weiß nie, was er im Schilde führt. Und ja, ich denke auch, dass dein Mann dem Kaiser zu sehr vertraut, sich viel zu sehr auf seine eigene Treue verlässt. Sobald der Kaiser diese anzweifelt, ist er, seid ihr in Gefahr.

Bitte verzeih mir. Aber ich habe deinen Brief meinem Mann gezeigt. Marcus bietet dir seine Hilfe an. Wenn du es möchtest, wird er nach Rom kommen und versuchen, mit Gaius zu reden. Wir wissen alle, dass dein Mann für Marcus nur Verachtung empfindet, dennoch ist er sein Schwager. Er war Prätor, ein angesehener Mann, gebildet und klug. Es besteht trotz allem eine geringe Hoffnung, dass Gaius auf ihn hört oder zumindest über eine Warnung von ihm nachdenkt.

Teure Priscilla, du bist mir Freundin und Vertraute. Deine Sorge ist auch meine Sorge. Heute möchte ich dir nicht wie sonst von meinem Gott erzählen, nur das: Ich werde für dich und für euch beten. Ich weiß, dass Gott mein Gebet hört. Er sieht dich, deine Not, deine Angst. Wende auch du dich an ihn. Ich weiß, dass du viele Fragen hast und den Schritt zum Glauben nicht wagst. Aber versuche dennoch, ihn um Hilfe zu bitten, nicht die toten Götter Roms. Und dann sieh, was geschieht.

Ich befehle dich seinem Schutz an, seinem Rat.

Gott, unser Herr, segne und behüte dich und deine Familie.

In Freundschaft und schwesterlicher Liebe – Berenike«

Priscilla legte den Brief auf ihren Schoß und schloss ihre Augen, während die Gedanken in ihrem Kopf durcheinanderwirbelten. Sollte sie Berenikes Angebot annehmen und ihren Schwager Marcus Dequinius bitten, mit Gaius zu reden?

Sie erinnerte sich daran, wie Marcus Rom verlassen hatte. Er, der Gaius' Schwester geheiratet hatte und viele Jahre nach deren Tod ohne Frau gelebt hatte, hatte sich schließlich seiner Sklavin zugewandt und ihretwegen vor einem Jahr sein Amt als Prätor niedergelegt und Rom den Rücken gekehrt. Gaius hasste seinen Schwager dafür, hielt ihn für schwach, vor allem da Marcus und seine Frau Christen geworden waren. Jämmerlich nannte Gaius ihn. Und einen Verräter Roms.

War es einfältig, zu hoffen, dass Gaius von diesem Mann eine Warnung annehmen würde?

Aber hatte sie eine Wahl? Sie selbst wurde von ihrem Mann nicht ernst genommen. Im Gegenteil. Vielleicht gelang es Marcus, zu ihm durchzudringen. Auch wenn das unmöglich schien – eine geringe Hoffnung bestand.

Seit dem Brief waren mehrere Wochen vergangen. Längst hatte Berenike geantwortet und Marcus Dequinius’ Besuch angekündigt. Bis es so weit war, lief das Leben wie gewohnt weiter.

Der Sommer schritt immer weiter fort, noch waren die Tage lang und warm. Priscilla saß mit Lia im Peristylium und genoss die angenehme Luft, den leichten Wind, der ab und zu ihre Haut streifte.

Lia hielt ihre Puppe in der Hand. Sie ließ sie über den Boden gleiten, wie im Tanz. Dazu sang sie. Sie war völlig vertieft in ihr Spiel.

Ihre Mutter saß auf einer Bank und betrachtete die Tochter liebevoll. Es war schön, ihr beim Spielen zuzusehen.

Jetzt hob das Mädchen den Kopf und unterbrach ihren Gesang. »Weißt du, Mutter, wenn ich groß bin, will ich auch so ein schönes Kleid.« Sie hielt ihre Puppe hoch, die in gelbe Seide gekleidet war.

»Das wirst du haben, mein Kind.«

Lia sprang auf und lief zu Priscilla. Sie kletterte auf die Bank und ließ sich auf deren Schoß fallen. Eng kuschelte sie sich an ihre Mutter. »Werde ich schön sein, wenn ich groß bin? So wie du?«

»Du findest mich schön?«

Das Mädchen lachte und strahlte über das ganze Gesicht. »Du bist die schönste Frau, die es gibt.«

Priscilla betrachtete ihre Tochter. Wie ihr Vater hatte sie schwarz gelocktes Haar und auffallend blaue Augen. Aber sonst glich sie eher ihr selbst. Sie hatte das gleiche runde Gesicht, die gleiche kleine Nase und die vollen Lippen wie Priscilla. Überhaupt, hätte sie braune Augen und blondes Haar, wäre sie das genaue Abbild ihrer Mutter.

»Du siehst genau so aus, wie ich mit vier Jahren ausgesehen habe. Nur die Augen- und die Haarfarbe stimmen nicht überein.«

»Hm.« Lia überlegte. »Hm.« Sie sah ihre Mutter an. »Dann bin ich auch schön, wenn ich groß bin«, stellte sie fest und lachte fröhlich. Damit war das Thema für sie erledigt. Sie kuschelte sich noch enger an ihre Mutter und fing an zu singen. Priscilla stimmte in das Lied mit ein. Sie genoss jeden Moment, jede Berührung, jedes Lachen ihrer Tochter. Die Zeit schien stillzustehen, das Leben war für Augenblicke unbeschwert und frei.

Aber das würde es nicht bleiben. Noch heute erwartete sie die Ankunft von Marcus Dequinius. Dann würde sie sich wieder ihrem Leben stellen müssen.

Gaius Dexter betrat sein Haus. Es war bereits spät, seine Familie hatte sicher schon die Abendmahlzeit eingenommen. Ein Sklave brachte ihm andere Schuhe und nahm ihm die Toga ab. »Herr, du hast Besuch«, sagte er.

»Besuch? Um diese Zeit? Wer ist es?«

Der Sklave zögerte kurz, sagte dann aber mit fester Stimme: »Dein Schwager, Herr, der frühere Prätor Marcus Dequinius.«

Der Tribun packte ihn am Arm. »Das ist nicht dein Ernst.«

Aber der Sklave nickte. »Doch, Herr, er ist bereits um die Mittagszeit gekommen.«

»Und da schickt ihr nicht nach mir?« Wütend ließ der Tribun den Mann wieder los. »Wo ist er?«

»Er befindet sich im kleinen Speiseraum. Zusammen mit deiner Frau.«

Gaius schüttelte den Kopf. Was wollte Dequinius von ihm? Warum war er hier? Vor einem Jahr hatte er Rom verlassen, hatte sich von seinen Ämtern und Pflichten losgesagt und sein Haus verkauft. Und jetzt war er hier? Das machte keinen Sinn.

Schnell durchquerte der Tribun das Atrium und betrat den kleinen Speiseraum. Dort saß seine Frau, neben ihr sein Schwager. Auf dem Tisch standen eine Karaffe mit Wein und zwei Becher, daneben Schalen mit Früchten und Brot. Priscilla hatte den Gast also bewirtet.

Marcus Dequinius erhob sich. Er war ein großer, stattlicher Mann. Sein Kopf war kahl geschoren, sein Gesicht war nicht gerade schön zu nennen, aber seine dunklen und ausdrucksstarken Augen waren das, was als Erstes an ihm auffiel. »Ich grüße dich, Gaius, mein Schwager.« Seine Stimme klang freundlich.

Das machte den Tribun misstrauisch. »Was willst du?«, fragte er in scharfem Ton, ohne den Gruß zu erwidern.

»Nun, ich bin hier, weil deine Frau mich darum gebeten hat.«

»Meine Frau?« Gaius wandte sich ihr zu. »Gibt es etwas, das du mit ihm besprechen musst anstatt mit mir?«

»Gaius, bitte …« Priscilla hob die Hände. »Ich habe versucht, mit dir zu reden, aber du hörst mir nicht zu.«

Verächtlich wandte sich der Tribun von ihr ab und wieder seinem Schwager zu. »Und?«

»Sollten wir uns nicht setzen?«

Gaius zuckte mit den Schultern. »Wenn du meinst.« Er ließ sich auf einem Stuhl nieder, betont lässig lehnte er sich zurück und betrachtete seinen Schwager. »Und jetzt rede.«

Dequinius sah kurz auf seine Hände, hob dann aber wieder den Kopf und sah den Tribun direkt an. »Gaius, als ich vor einem Jahr Rom verlassen habe, tat ich das, ohne mich von dir zu verabschieden. Du weißt wenig von dem, was mich dazu veranlasst hast.«

»Ha!«, unterbrach ihn Gaius. »Da brauche ich nur einen Namen zu nennen. Berenike. Deine Frau.« Er lachte höhnisch auf. »Du hast eine Sklavin geheiratet, mit der du zuvor ein Verhältnis hattest. Du tugendhafter und aufrechter Mann.«

»Du hast mir nie verziehen, dass du sie nicht haben konntest, nicht wahr?«

»Was soll das? Sie hat mir nichts bedeutet.«

Marcus nickte. »Nein, das hat sie nicht.« Er nahm seinen Becher und drehte ihn nachdenklich in seiner Hand. »Aber deswegen bin ich nicht hier.« Er hob den Kopf. »Ich bin hier, um dich zu warnen.«

»Mich? Warnen? Vor wem oder was?«

»Vor dem Kaiser. Du traust ihm, aber er wird dich nur solange dulden, wie du ihm nützlich bist.«

»Der Kaiser weiß, was er an mir hat. Er wird mir nichts...


Ziegler, Renate
Renate Ziegler, Jahrgang 1965, arbeitet als Pfarramtssekretärin. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann Frank in Rottenburg am Neckar. Schon seit früher Jugend ist sie fasziniert von Kultur, Leben und Geschichte des Römischen Reiches.

Renate Ziegler, Jahrgang 1965, arbeitet als Pfarramtssekretärin. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit ihrem Mann Frank in Rottenburg am Neckar. Schon seit früher Jugend ist sie fasziniert von Kultur, Leben und Geschichte des Römischen Reiches.



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