Alltagstheorien behinderter Frauen und Männer
E-Book, Deutsch, 261 Seiten, eBook
ISBN: 978-3-531-93450-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Im theoretischen Teil werden Historizität und Ambivalenz des Autonomiekonzepts herausgearbeitet. Die Selbstbestimmung behinderter Menschen wird gekennzeichnet als Befreiung aus der feudalistischen Struktur des Asylmodells, von dem die Versorgungsstrukturen der Behindertenhilfe auch heute noch geprägt sind. Anschließend werden narrativ strukturierte Einzelfallstudien vorgestellt, in denen körperlich beeinträchtigte Frauen und Männer ihre Alltagstheorien und Erfahrungen bei der Verwirklichung eines selbstbestimmten Lebens schildern.
Im Ergebnis zeigt diese Pionierbarbeit der deutschsprachigen Disability Studies, dass der Autonomiegedanke verschiedene Konstruktionen beinhaltet, bei denen politische, instrumentelle, therapeutische und kreative Dimensionen eine zentrale Rolle spielen.
Dr. Anne Waldschmidt ist Professorin für Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln; sie leitet die Internationale Forschungsstelle Disability Studies (iDiS).
Zielgruppe
Research
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhalt;5
2;Vorbemerkung zur 2. Auflage;8
3;1. Vorbemerkung;10
4;2 . Individuelle Selbstbestimmung und gesundheitliche Beeinträchtigung: Eine theoretische Skizze;16
4.1;2.1 „Selbst“ und „Bestimmung“: Zur Etymologie;17
4.2;2.2 Selbstbestimmung im Kontext von Krankheit und Behinderung;20
4.2.1;2.2.1 Die Vernunft als Maßstab: Abgestufte Grade persönlicher Autonomie;22
4.2.2;2.2.2 Verspätete Befreiung oder neoliberale Pflicht? Historische Betrachtungen;31
4.3;2.3 Konstruktionen von Selbstbestimmung in der Moderne: Ein heuristisches Modell;49
4.3.1;2.3.1 Selbstbeherrschung;52
4.3.2;2.3.2 Selbstinstrumentalisierung;56
4.3.3;2.3.3 Selbstthematisierung;62
4.3.4;2.3.4 Selbstgestaltung;68
4.4;2.4 Forschungsleitende Fragestellungen;75
5;3. Alltagstheorien chronisch kranker und behinderter Männer und Frauen – Einzelfallstudien;78
5.1;3.1 Zum Vorgehen;78
5.1.1;3.1.1 Die Einzelfallstudie;79
5.1.2;3.1.2 Der Gesprächsleitfaden;82
5.1.3;3.1.3 Vorbereitung und Durchführung der Interviews;83
5.1.4;3.1.4 Auswertung und Interpretation der Gesprächsaussagen;85
5.2;3.2 Herr A(bel): „… absolute Selbstbestimmung gibt es nicht, wederfür den behinderten noch für den nichtbehinderten Menschen.“;89
5.2.1;3.2.1 Selbstbestimmung allgemein: „… immer alles machen können,was man [..] möchte.“;90
5.2.2;3.2.2 Selbstbestimmung und Behinderung: „… und der Rest war Pflege.Zwar selbstbestimmte Pflege.“;93
5.2.3;3.3.3 Selbstbestimmung und Bioethik: „… dass ich auch das Rechthaben muss, mein Leben jederzeit zu beenden.“;107
5.2.4;3.3.4 Schlussbetrachtung;111
5.3;3.3 Frau ender): Selbstbestimmung heißt „die Möglichkeit, das eigeneLeben aktiv zu bestimmen unter Würdigung und Berücksichtigungder Grenzen anderer …“;114
5.3.1;3.3.1 Selbstbestimmung allgemein: „Also, ‘n eigener Beruf finde ichschon sehr wichtig.“;115
5.3.2;3.3.2 Selbstbestimmung und Behinderung: „Und zu [..] ‘ner Entscheidunggehört es auch, [..] die Konsequenzen mit zu überlegen.“;125
5.3.3;3.3.3 Selbstbestimmung und Bioethik: „Ich sehe die Gefahrder Bevormundung.“;134
5.3.4;3.3.4 Schlussbetrachtung;141
6;4. Selbstbestimmung, Behinderung und Bioethik:: Schlussfolgerungen aus der empirischen Untersuchung Bioethik;241
7;5. Bibliographie;255
8;6. Transkriptionsregeln;261