E-Book, Deutsch, Band Band 58, 212 Seiten
Reihe: Therapeutische Praxis
Schlottke / Wekenmann Soziale Situationen meistern
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8409-2298-5
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Ein störungsübergreifendes Gruppentraining für Kinder (SGK)
E-Book, Deutsch, Band Band 58, 212 Seiten
Reihe: Therapeutische Praxis
ISBN: 978-3-8409-2298-5
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Schwierigkeiten im Umgang mit anderen stellen ein erhebliches Entwicklungsrisiko dar. Fehlende soziale Fertigkeiten bzw. Defizite sozialer Kompetenzen gehen mit vielen Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter einher. Daher sind erprobte und evaluierte Interventionskonzepte zur Verbesserung sozialer Fertigkeiten in der Psychotherapie mit diesen Zielgruppen unerlässlich.
Ziel des vorliegenden verhaltenstherapeutischen Interventionsprogramms ist es, Kindern von 6 bis 12 Jahren die so dringend benötigten soziale Kompetenzen zu vermitteln. Es werden Fertigkeiten trainiert, die es ihnen ermöglichen, unerwünschtes Sozialverhalten ab- und erwünschtes Sozialverhalten aufzubauen. Schwerpunkte der acht Trainingssitzungen sind dabei das Vereinbaren und Einhalten von Regeln im Umgang mit anderen, verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung von Gefühlen sowie die Entwicklung und Bewertung von Handlungsmöglichkeiten in verschiedenen sozialen Situationen (Generierung und Auswählen von Handlungsalternativen). Im Unterschied zu bisher vorgelegten Manualen werden dabei Kinder mit verschiedenen dysfunktionalen Verhaltenssymptomatiken (Aggressivität und/oder sozialer Rückzug) in einer gemeinsamen Trainingsgruppe angeleitet.
Das Manual erläutert den theoretischen Hintergrund zum Verständnis dieses Interventionskonzepts und leitet zur Umsetzung konkret an. Dazu liefert es zahlreiche Arbeitsmaterialien und Beispiele, die die Umsetzung des Trainings erleichtern.
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Weitere Infos & Material
1;Soziale Situationen meistern;1
2;Inhalt;7
3;Vorwort;10
4;Kapitel 1: Aggressive und sozial-unsichere Kinder in sozialen Situationen: Eine Einführung;11
5;Kapitel 2: Probleme sozialer Kompetenz – Erscheinungsformen und Verlauf;13
5.1;2.1 Begriffsklärung/Definitionen/Konzepte;13
5.2;2.2 Erscheinungsformen;16
5.3;2.3 Indikatoren für künftiges Sozialverhalten;18
5.4;2.4 Prognose – Prädiktoren – Folgen;18
6;Kapitel 3: Ursachen und Erklärungsmodelle;20
6.1;3.1 Defizite bei der sozialen Informationsverarbeitung von sozial inkompetenten Kindern;22
6.2;3.2 Fazit;23
7;Kapitel 4: Therapiezuweisende, -begleitende und evaluative Diagnostik;24
7.1;4.1 Standardisierte Erhebungsinstrumente;25
7.2;4.2 Nicht standardisierte Erhebungsinstrumente;27
8;Kapitel 5: Konzeption und Aufbau des Trainings;29
8.1;5.1 Indikation und Zusammensetzung der Trainingsgruppen;29
8.2;5.2 Ziele;30
8.3;5.3 Struktur und Ablauf;30
8.4;5.4 Methoden und Materialien;32
8.5;5.5 Umgang mit schwierigen Situationen;38
9;Kapitel 6: Elternarbeit/Einbeziehung von Bezugspersonen;42
9.1;6.1 Das Vorgespräch;42
9.2;6.2 Das Abschlussgespräch;47
9.3;6.3 Die Eltern- und Lehrerbriefe;48
9.4;6.4 Elternhausaufgabe: Verhaltensbeobachtung;48
10;Kapitel 7: Die Durchführung des SGK;49
10.1;7.1 Sitzung 1: „Das sind wir – eine tolle Gruppe!“;50
10.2;7.2 Sitzung 2: „Schritt für Schritt zum Ziel!";56
10.3;7.3 Sitzung 3: „Gefühle gehören zu mir!";61
10.4;7.4 Sitzung 4: „Alle haben Gefühle!";66
10.5;7.5 Sitzung 5: „Augen und Ohren auf!“;71
10.6;7.6 Sitzung 6: „Aufeinander zugehen!“ & „Ich habe viele Möglichkeiten!“;76
10.7;7.7 Sitzung 7: „Ich wähle die beste Möglichkeit!“ & „Ich übe!";81
10.8;7.8 Sitzung 8: „Jetzt schaffe ich es alleine!“;85
10.9;7.9 Auffrischungssitzungen;90
11;Kapitel 8: Evaluation;99
12;Literatur;104
13;Anhang;107
14;CD-Materialien;111
(S. 27-28)
Das SGK wurde von einer Arbeitsgruppe um die Autoren im Rahmen der Kinderambulanz des Psy - chologischen Instituts zwischen 2002 und 2004 konzeptualisiert und entwickelt.1 In der täglichen Arbeit war offensichtlich geworden, dass es über unterschiedliche Störungen hinweg kaum Kinder oder Jugendliche gab, die keine sozialen Defizite aufwiesen.
Da sich vorliegende evaluierte Trainingsprogram - me (z. B. Petermann & Petermann, 2005; Petermann & Petermann, 2006) an ausgewählte Störungsgruppen richten, es aus Sicht der Therapeutinnen aber praxisnäher schien, störungsübergreifende Gruppen zusammenzustellen, entstand die Idee, ein Training zu entwickeln, das diesen Zugang sowohl konzeptionell begründet als auch praktisch ermöglicht. Dabei wurden über mehrere Gruppen hinweg aus gängigen Materialien und Manualen Bausteine verwendet, die sich am Modell von Dodge (1986) bzw. Crick und Dodge (1994) sowie Lemerise und Arsenio (2000) orientierten.
Im Austausch zwischen praktischer Erfahrung und konzeptioneller Anbindung wurden diese Materialien entsprechend abgewandelt und erweitert, so dass mit dem SGK ein eigenstän - diges Trainingsprogramm von hoher praktischer Relevanz entstand. 5.1 Indikation und Zusammen - setzung der Trainingsgruppen Das Training richtet sich an 6- bis 12-jährige Jungen und Mädchen, die im Umgang mit anderen Schwierigkeiten haben oder sozial auffällig sind. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob die Kinder eher durch aggressives und/oder überwiegend mit unsicherem Verhalten auffallen.
Es kann sich um Kinder mit einer hyperkinetischen Störung, einer Störung mit oppositionellem Trotzverhalten, einer Störung des Sozialverhaltens oder einer emotionalen Störung handeln. Genauso können aber auch Kinder daran teilnehmen und davon profitieren, die unter subklinischen Beeinträchtigungen in diesen Störungsbereichen leiden. Das Training wurde für den ambulanten Bereich entwickelt, ist aber auch im stationären oder teilstationären Setting einsetzbar und mit anderen Interventionsformen (z. B. Elterntraining) kombinierbar. Die teilnehmenden Kinder sollten bereits eingeschult sein; mit Schulanfängern lässt sich nach unseren Erfahrungen ab dem zweiten Schulhalbjahr erfolgreich mit dem Training arbeiten.
Die Bereitschaft der Eltern zur aktiven Mitarbeit (Le - sen der Elternbriefe, Umsetzen der Empfehlungen) begünstigt und unterstützt die Trainingserfolge wesentlich. Das Training wird in einer Kleingruppe mit vier bis sechs Kindern durchgeführt. Mit dem Gruppensetting entstehen realitätsnahe Bedingungen, die noch dadurch verstärkt werden, dass Kinder mit unterschiedlichen Problemschwerpunkten und Störungsausprägungen an der Gruppe teilnehmen.




