Renzo | Mach doch mal was Verrücktes! | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Renzo Mach doch mal was Verrücktes!

Be stupid - die Erfolgsphilosophie des DIESEL-Gründers
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86248-334-1
Verlag: FinanzBuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Be stupid - die Erfolgsphilosophie des DIESEL-Gründers

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-86248-334-1
Verlag: FinanzBuch Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Diesel-Manifest. Konventionen brechen, anders sein, mal etwas riskieren, gegen den Strom schwimmen, selber Trends setzen: Nur so kommt man wirklich weiter! Jeder weiß es, keiner tut es. Es sei denn, er heißt Renzo Rosso. Es sei denn, er ist Gründer eines Modeimperiums. Und es sei denn, er folgt seinem Instinkt, seiner Leidenschaft, seinem Lebensmotto. Renzo Rosso, Modeunternehmer und Gründer der Marke DIESEL, hat zeitlebens intuitiv - das Richtige - gemacht, statt lange kompliziert gedacht. Kein Wunder, dass sein Lebensmotto selbst Kampagne wurde. 'Be stupid' war 2010 der Slogan einer weltweiten, aufsehenerregenden Markenkampagne: frech, originell, mutig, erfolgreich - wie DIESEL eben, wie Renzo Rosso eben. 'Mach doch mal was Verrücktes - be stupid' ist mehr als ein Slogan, es ist ein Manifest. Renzo Rosso ermutigt uns darin, seinem Beispiel zu folgen. Übertriebenes Sicherheitsdenken abzuschütteln, und stattdessen seiner Inspiration zu vertrauen und einfach mal zu improvisieren. In Zeiten blankpolierter Musterlebensläufe und optimierter Karriereplanung ist das Credo 'Herz statt Hirn' mehr als erfrischend cool, es ist Kult.

RENZO ROSSO, 1955 in Italien geboren, ist Gründer von DIESEL. Schon im Alter von 16 Jahren nähte er seine eigenen Jeans und verkaufte sie an Mitschüler. Schon immer faszinierte ihn der Mythos Amerikas: James Dean, Marlon Brando, Coca-Cola und natürlich Jeans. Aus seiner Passion ist eines der erfolgreichsten Modeimperien geworden.
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Es gibt viele Gründe, dumm zu sein


In der Geschichte von Diesel hat es viele Werbekampagnen gegeben. Jede hat wenigstens eine Facette dieser Marke zum Ausdruck gebracht: sexy, provokant, exzentrisch, ironisch, manchmal beunruhigend, immer amüsant und darauf bedacht, die Intelligenz der anderen nicht zu unterschätzen.

Eines Tages aber starteten wir eine Kampagne unter dem Titel Be Stupid. Dahinter stand eine einfache Idee: Wir wollten unsere Art zu arbeiten und zu denken in ein Manifest verwandeln. Be Stupid heißt, all das zu tun, von dem vernünftige Menschen dir abraten: mutig zu sein, etwas zu wagen, an die Grenzen zu gehen, die Regeln zu brechen, dem Instinkt und dem eigenen Herzen zu folgen, etwas zu tun, weil man es gern tut, ohne an die möglichen Folgen zu denken, die dir alle vorhalten, um dich zu bremsen. Es war eine ganz tolle Idee, die bei den Fans unserer Marke wie auch bei den Kreativen auf der ganzen Welt unglaublich gut ankam.

Sehr schnell wurde mir klar, dass Be Stupid mehr war als nur eine Werbekampagne: Wie unser früherer Slogan For Successful Living spiegelten auch diese beiden Worte perfekt den Geist unseres Unternehmens wider. Auch meine Tochter Alessia schreibt in diesem Buch, dass Be Stupid mehr ist als ein Slogan: »Es ist das, was wir sind.«

Ich merkte, dass Be Stupid zu einer Lebensphilosophie werden konnte. Oder anders gesagt: In allen Dingen, die wir tun, sollten wir uns fragen, ob der Dummheitsfaktor hoch genug ist. Wagen wir wirklich diesen kühnen Schritt, der den ganzen Markt umwälzen könnte? Oder knicken wir ein und machen Kompromisse?

Da ich es nützlich finde, Erfahrungen zu teilen, habe ich beschlossen, das Konzept von Be Stupid und die Diesel-Geschichte in einem kleinen Buch zusammenzufassen. Auf diesen Seiten werden Sie von einigen entscheidenden Momenten in unserer Geschichte lesen, mit denen ich Ihnen zeigen will, dass wir sehr oft Entscheidungen getroffen haben, die normale Unternehmen dumm gefunden hätten. Was haben wir aus solchen Erfahrungen gelernt? Und welche Schlüsse können andere daraus ziehen?

Auf den nächsten Seiten werden Sie verschiedene Anekdoten finden, einige, die mich betreffen, andere, in denen auch meine Freunde eine Rolle spielen, meine Kollegen und sogar meine Familie. Die Kapiteltitel stammen aus der Werbekampagne Be Stupid.

Als Unternehmensgründer bin ich verantwortlich für die Berufswege vieler anderer Menschen, und ich weigere mich, ohne guten Grund dumm zu sein. Diesel und Only the Brave, die Holding, zu der Diesel gehört, sind unabhängig: Es gibt keine nervösen Aktionäre, denen man Rechenschaft schuldig wäre. Aber ich respektiere meine Mitarbeiter zu sehr, um ihre Einkommensquelle aufs Spiel zu setzen. Von ihnen allen verlange ich nur, dass sie sich bis an ihre Grenzen wagen, ohne einen Absturz zu riskieren.

Ich wage es jetzt also, Ihnen das Buch Be Stupid vorzulegen: als einen Auszug aus der Geschichte unserer Firma, als Sprungbrett einer neuen Ideologie und, wie ich hoffe, als angenehme Lektüre.

Enjoy,

Renzo R.

Der Kluge sieht die Dinge, wie sie sind. Der Dumme sieht, wie sie sein könnten. /01


Der Kluge sieht die Dinge, wie sie sind. Der Dumme sieht, wie sie sein könnten.

Renzo und die Kaninchen

Kaum jemand weiß, dass ich auf einem Bauernhof groß geworden bin. Ich bin stolz auf meine Wurzeln und meine einfache, bodenständige Erziehung (die mich die wahren Werte im Leben, Respekt gegenüber anderen und Anstand gelehrt hat).

Der Hof meiner Eltern lag (und liegt noch immer) in Brugine, damals noch ein kleines Dorf in der Poebene, etwas mehr als hundert Kilometer vom heutigen Diesel-Sitz entfernt. Im Winter lebten wir im Nebel, im Dorf gab es nur zwei Fernseher (einen im Café und einen in der Sakristei) und nur ein einziges Auto für 2.000 Menschen. Wenn ich heute an eine der lustigsten Erinnerungen aus meiner Kindheit zurückdenke, sagt sie mir einiges über meinen späteren Werdegang. Ich liebte das Leben an der frischen Luft, aber auch das Lernen mit meinen Freunden. Einer von ihnen, Walter, der immer der Klassenbeste und gleichzeitig ein toller Typ war, schenkte mir eines Tages ein Kaninchen aus der Zucht seines Vaters. Wahrscheinlich dachte er, dass es bei uns in der Pfanne landen würde, aber ich war so fasziniert von der Zucht, dass ich mir alle Tricks seines Vaters erklären ließ. Ein paar Tage später entdeckte ich, dass das Kaninchen ein Weibchen und noch dazu trächtig war! Ich ging Maschendraht kaufen, nahm eine Zange und baute ein paar kleine Ställe mit einfachen Tränken (abgeschnittene und umgedrehte Plastikflaschen) und Futternäpfen für die Kaninchen. In anderthalb Jahren muss ich 150 von ihnen aufgezogen haben. Einen Teil konnte ich durchfüttern, die anderen verkaufte ich jeden Monat auf dem Markt, auf den ich meinen Vater begleitete. Ich sehe mich noch, ein kleiner Junge umringt von Erwachsenen, aber fest entschlossen, meine Ware nur an den Meistbietenden zu verkaufen. Ich hatte meine Verkaufstaktiken, und mein bestes Argument war, dass meine Kaninchen völlig natürlich aufgezogen wurden. Das Ergebnis? Mit zwölf Jahren war ich ein professioneller Züchter.

Es war, als sei mir plötzlich ein Licht aufgegangen: Plötzlich sah ich meine Zukunft vor mir! Durch diese ersten Erfahrungen als Unternehmer habe ich gelernt, dass man, wenn man ein gutes Produkt hat und wenn man bereit ist, hart und geduldig zu arbeiten, gutes Geld verdienen kann.

Die Sache mit den Kaninchen ist mir ein paar Jahre später wieder eingefallen, als ich ein noch besseres Produkt entdeckte.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Der Kluge sieht die Dinge, wie sie sind. Der Dumme sieht, wie sie sein könnten.

Die Strategie des Dummen

Die Geschichte eines Menschen hilft, seine Gegenwart besser zu verstehen. Wenn jemand auf einem Bauernhof lebt, wenn er Eltern hat, die ihm schlichte und bodenständige Werte mitgeben, wenn er seine Zeit nicht mit zu viel Fernsehen verschwendet (auch weil es kaum Fernseher gibt), wenn er großzügige Klassenkameraden hat, die Kaninchen verschenken, und jemanden, der erklärt, wie man sie züchtet, dann sind das alles gute Voraussetzungen, um eine Lebensmittelfirma zu gründen. Aber allein reichen sie noch nicht aus.

Man braucht auch den Geistesblitz, eine Alternative zum sofortigen Verzehr des Kaninchens zu sehen, die Neugier, zu fragen, wie man es aufzieht, die Intelligenz, die Antworten aufzunehmen, und ein bisschen handwerkliches Können, um einen Kaninchenkäfig zu bauen, die Geduld zu warten, während die Kaninchen aufwachsen, und den naiven Mut, loszugehen und die eigenen Produkte auf dem Markt der »Erwachsenen« zu verkaufen. Unternehmer besitzen die Fähigkeit, Innovationschancen zu »sehen« und sie zu realisieren, allein oder zusammen mit anderen. Möglichkeiten, Geschäfte zu machen, gibt es überall, und jene Menschen sind zu Unternehmern geboren, die diese Möglichkeiten unermüdlich »mit offenen Augen, schneller Reaktion und vorausschauendem Handeln« ausloten.

Und dann braucht man auch noch ein bisschen Glück: Wenn das Kaninchen, das Walter seinem Freund Renzo schenkte, ein Männchen gewesen wäre die Geschichte wäre, vielleicht anders ausgegangen. Ein Geschäft mit der Kaninchenzucht hätte es dann wohl nicht gegeben, aber ein »dumm-staunender«Junge hätte sicher andere Gelegenheiten gefunden, seinen Unternehmergeist auszuleben. Und so ist es ja dann auch gekommen.

My stupid ideas
 
 
 

Der Kluge kritisiert. Der Dumme lässt sich etwas einfallen. /02


Der Kluge kritisiert. Der Dumme lässt sich etwas einfallen.

Verführerische Jeans

In meiner Generation war es der größte Stolz eines Vaters, wenn seine Kinder studierten. Als jüngster von drei Brüdern und weil die beiden älteren nicht länger als nötig die Schulbank drücken wollten, fing ich an, die verschiedenen Möglichkeiten auszuloten. Als Teenager interessierten mich wie praktisch alle Teenager drei Dinge: Musik (ich spielte E-Gitarre in einer Band), mein Aussehen (ein wichtiges Mittel, um die eigene Persönlichkeit auszudrücken) und die Mädchen (die eigentlich wohl doch an erster Stelle auf der Liste standen). Ich fand eine Fachschule in Padua, das Istituto Marconi (heute Istituto tecnico industriale G. Natta), das einen Studiengang zum Industrietechniker für Konfektionskleidung anbot. Diese Ausbildung war neu und experimentell (die einzige ihrer Art in Italien), auch weil dort keine Vollzeitprofessoren unterrichteten, sondern Profis, die in den vielen Textilunternehmen unserer Region arbeiteten und uns erklärten, was hinter den Kulissen der Modewelt vor sich ging. Diese Schule, die ich nur nach dem einen dummen Kriterium der »Einfachheit« ausgewählt hatte, inspirierte mich ungemein.

Ich begann industrielle Modellentwicklung (den Entwurf von Schnittmusterbögen) zu lernen und arbeitete in der Werkstatt, wo man die Teile eines Kleidungsstücks zuschnitt und sie zusammensetzte; ich schrieb sogar eine Arbeit über den Aufbau eines Hemds – die, wenn ich mich nicht irre, noch heute verwendet wird! Eines Tages besorgte mir ein Freund, der in der Textilindustrie arbeitete, zwei Meter echten Denim-Jeansstoff aus den Vereinigten Staaten, und ich wusste genau, was ich daraus machen wollte. Mit dem Wenigen, das ich an der Schule bisher gelernt hatte, machte ich ein Schnittmuster, dann lieh ich mir die Nähmaschine meiner Mutter. Voller Begeisterung nähte ich mein...


RENZO ROSSO, 1955 in Italien geboren, ist Gründer von DIESEL. Schon im Alter von 16 Jahren nähte er seine eigenen Jeans und verkaufte sie an Mitschüler. Schon immer faszinierte ihn der Mythos Amerikas: James Dean, Marlon Brando, Coca-Cola und natürlich Jeans. Aus seiner Passion ist eines der erfolgreichsten Modeimperien geworden.



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