Kathrina | Engel der Hölle | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 323 Seiten

Kathrina Engel der Hölle


19001. Auflage 2019
ISBN: 978-3-646-30139-7
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 323 Seiten

ISBN: 978-3-646-30139-7
Verlag: Impress
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



**Sprung in die Hölle** Eve kann es nicht fassen. Nach einem missglückten Bungee-Sprung, zu dem ihr bester Freund Aidan sie überredet hat, landet sie in der Hölle. Und ausgerechnet Aidan, der doch erst Schuld an diesem Schlamassel ist, suhlt sich im Luxus des Himmels. Eve hingegen muss in der Hölle hart schuften und dafür sorgen, dass das Karma in der Welt der Lebenden die Gerechtigkeit bewahrt. Dazu macht ihr der unverschämte Ethan, Überflieger in Sachen Höllenbusiness und leider ziemlich gut aussehend, das Dasein in der Verdammnis schwer. Ihr einziger Ausweg aus der Hölle: Ein Wettbewerb um eine Wiedergeburt, in dem sie gegen Ethan antreten muss... Lia Kathrina, Autorin der erfolgreichen 'Essenz der Magie'-Reihe, überzeugt mit einer teuflisch amüsanten Liebesgeschichte zum Dahinschmelzen. //Dies ist ein in sich abgeschlossener Einzelband aus dem Carlsen-Imprint Dark Diamonds. Jeder Roman ein Juwel.//

Lia Kathrina lebt mit ihren zwei Katzen und unzähligen Büchern und Manga in der lauten, vielfältigen und unfreundlichen Stadt Berlin - und möchte niemals weg. Sie arbeitet als freiberufliche Pressereferentin und im Office einer Berliner Firma. Nebenbei betreibt sie einen YouTube-Kanal über Bücher. Von klein auf dachte sie sich mit ihrer kleinen Schwester Geschichten aus und beschloss 2017, endlich ihren Traum zu erfüllen und ein Buch zu schreiben.
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Autoren/Hrsg.


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1 Höllisch unfair


Der Gegenwind saust mir um die Ohren. Ein dumpfer Aufprall. Schmerzen, überall Schmerzen. Es ist dunkel. Ich spüre meinen Körper nicht mehr, als wäre ein schweres Gewicht von meiner Seele genommen worden. Ich muss meine Augen öffnen, ich weiß es und doch frage ich mich, ob es nicht schöner wäre, einfach in diesem Zustand zu bleiben. So schwerelos, frei und unbekümmert.

Okay, Eve, sei keine Memme, öffne jetzt die verdammten Augen und sieh dir an, in welchem Schlamassel du vermutlich wieder gelandet bist.

Gleißendes Licht blendet mich und nur langsam kann ich mich daran gewöhnen. Es ist viel zu grell! Merkwürdigerweise stehe ich aufrecht. Ich muss meine Hand heben, um meine Augen vor dem Licht zu schützen. Ich erkenne nur Weiß. Ein seltsamer feiner Nebel hüllt meine Beine ein und steigt vom Boden auf. Der Himmel scheint nicht mehr blau zu sein, sondern in ein reines Weiß getaucht. Leider ist es zu hell, um meine Umgebung richtig erfassen zu können. Mein Verstand kann noch nicht begreifen, was geschehen ist. Meine Erinnerung, wie ich hierhergekommen bin, ist wie verschleiert. Hinter einem Vorhang verborgen, an dem ich einfach nicht vorbeischauen kann, obwohl ich genau weiß, dass die Antwort dahinter liegt. Das dumpfe Pochen in meinem Kopf, das ich bereits die ganze Zeit über spüre, nimmt langsam ab. Testweise balle ich meine Hand und öffne sie wieder. Gut, Körperfunktionen sind noch aktiv.

»Uff, was ist denn hier los?« Anscheinend bin ich nicht allein hier gelandet.

Ich blinzle gegen die Helligkeit und erkenne Aidan, meinen besten Freund, der neben mir steht. Wenigstens habe ich Gesellschaft an diesem schrägen Ort. Seine warme helle Stimme macht die Situation gleich weniger gruselig.

»Ich würde ja auf Irrenanstalt tippen, aber sicher bin ich mir nicht«, antworte ich und berühre dabei mit einem Finger meine Wange.

Aidans Kopf schnellt zu mir herum. In seinen blauen Augen sehe ich deutliche Überraschung, doch kurz darauf verzieht er seine Lippen zu einem schelmischen Grinsen. »Wenigstens wurde ich dann nicht allein eingewiesen.«

»Wann bist du schon mal allein?«, ziehe ich ihn belustigt auf.

Aidan ist niemals allein. Mit seinem blonden Wuschelkopf, den hellen blauen Augen und diesem Lachen im Gesicht ist er ein wandelndes Klischee eines Surferboys. Der obligatorische Dreitagebart darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. Selten kann sich jemand seinem Charme entziehen.

Auf meine Bemerkung verdreht er nur die Augen und schaut sich bedacht um. »Ein bisschen steril hier.«

»Fast wie bei dir zu Hause.«

»Haha, Eve, sehr witzig«, gibt er trocken zurück.

Meine Augen haben sich endlich einigermaßen an die Helligkeit gewöhnt, sodass ich etwas von unserer Umgebung erkennen kann. Oder eben nicht.

Wir befinden uns in einem großen Nichts, vor uns nichts, hinter uns nichts und selbstverständlich auch links und rechts nur weiße Weiten. Der Boden unter meinen Füßen fühlt sich irgendwie fluffig an.

Sicherheitshalber wippe ich ein wenig auf und ab. »Definitiv fluffig.«

»Wie bitte?« Aidan mustert mich aufmerksam und folgt meinem Blick nach unten.

»Der Boden ist fluffig.«

Aidan lacht auf. »Lass uns mal schauen, wo wir hier sind.«

»Gar keine Angst?«

»Du bist doch bei mir, was soll schon passieren, wenn ich den berühmten Drachen an meiner Seite habe?«

Da hat er auch wieder recht, selbst wenn er mich nur aufziehen will. Aidan und ich sind schon seit Ewigkeiten Freunde – die besten Freunde. Auch wenn mir das immer keiner glauben mag und die Leute darauf herumhacken, wie gewöhnlich ich mit meinen braunen Haaren und braunen Augen bin, ganz im Gegensatz zu Aidan. Irgendwann hat jemand mal das Wort »Drache« fallen lassen, weil ich so sehr auf Aidan achtgebe und immer um ihn herumschleiche. Als müsste ich ihn vor Frauen beschützen. Aber man sagt ja, in solchen Aussagen steckt immer ein Fünkchen Wahrheit. Aidan ist mein einziger richtiger Freund, daher war ich selbstverständlich immer in seiner Nähe. Und auch wenn ihre Aussage dennoch völlig übertrieben gewesen ist, gefiel uns dieser Insider.

Vorsichtig und bedacht setzen wir einen Fuß vor den anderen, aber es gibt kein Hindernis auf unserem Weg, weshalb wir fast schon durch die Weiten schlendern. Das Pochen in meinem Kopf ist fast vollständig verschwunden und ich fühle mich regelrecht beschwingt. Wo auch immer wir sind, Angst spüre ich nicht. Ich bin auch nicht in Eile, was ungewöhnlich für mich ist. Meistens lege ich ein schnelles Tempo an den Tag. Wenn ich ein Ziel vor Augen habe, dann möchte ich dort auch so schnell wie möglich ankommen und nicht meine Zeit verschwenden. Doch hier ist es anders. Obwohl mich dieses Nichts langsam ein wenig nervt. Aidan und ich schweigen einvernehmlich, es ist nicht bedrückend oder dergleichen, sondern angenehm. So wie es schon immer zwischen uns ist.

Plötzlich erscheint vor uns ein riesiges Pult. Ich fasse mir vor Schreck an mein Herz. Normalerweise würde mein Puls rasen, doch ich spüre ihn nicht. Vielleicht bin ich aber auch zu sehr von der Frau hinter dem Pult abgelenkt. Zwar sehe ich nur einen Teil ihres Kopfes, aber ich höre ihr Gemurmel und das Rascheln einiger Blätter, die sie vermutlich gerade sortiert. Hin und wieder erklingt das Geräusch eines Tackers, mit dem sie wohl Papier zusammenheftet. Sogar Aidan mit seinen ein Meter zweiundneunzig muss sich recken, um über den Rand des Pultes sehen zu können. Ich habe eh keine Chance, einen genaueren Blick auf sie zu erhaschen, also versuche ich es gar nicht erst.

»Name?«, schallt es hinter dem Pult hervor.

Die Frau schiebt ihren Kopf über den Rand und sieht genervt auf uns herab. So sehen engagierte Mitarbeiter in Behörden auch immer aus. Sie muss sich kurz vor den Fünfzigern befinden, jedenfalls den grauen Strähnen in ihrem braunen Haar und den Falten auf der Stirn nach zu urteilen.

»Name?!«, wiederholt sie, nachdem wir einen Augenblick verblüfft geschwiegen haben. Jop, auch auf den zweiten Blick ist sie genervt. Ich verschränke die Arme vor der Brust. Nur fürs Protokoll, man kann durchaus netter mit uns umgehen! Wir haben keine Ahnung, wo wir sind, was wir hier machen und was gerade passiert ist. Aber von Erklärung keine Spur, stattdessen werden wir so überaus freundlich begrüßt.

»Eve und Aidan«, stellt mein Freund uns bei der Fröhlichkeit in Person vor und versprüht dabei seinen üblichen Charme.

Überrascht blickt die Frau uns an, ihre Augen werden groß, als sie uns mustert, und ihr Pult schrumpft wie von Zauberhand auf unsere Augenhöhe herunter. Was zum Teufel? Wie hat sie das gemacht?

Wie besessen wühlt sie in ihren Unterlagen und wirkt dabei noch genervter als zuvor. »Das darf doch nicht wahr sein. Ihr steht nicht auf meiner Liste!«, brüllt sie, als hätten wir ihr gerade den Tag so richtig versaut. Besorgt schaue ich zu Aidan auf, da ich gut zwanzig Zentimeter kleiner bin. Ungeduldig tippe ich mit dem Fuß auf den Boden.

»Was soll das hier werden, Lady? Wo zum Teufel sind wir?«

Aidan legt mir beschwichtigend einen Arm auf die Schulter, den ich sofort wieder abschüttele. Leise höre ich sein Seufzen, als hätte er mit meiner Reaktion bereits gerechnet.

»Ihr seid tot«, sagt sie nebenbei, als wäre das doch völlig logisch. Noch immer durchsucht sie ihre Papierstapel. Ihre Worte hallen in meinem Kopf wider und versuchen einen Platz zum Verarbeiten zu finden. Ein kleines Männchen hängt ein Schild auf: Wegen Überforderung geschlossen.

»Tot?« Meine Stimme überschlägt sich und wird schrill. Fassungslos schaue ich zu ihr auf. »Sie scherzen!«

Aidan nimmt eine grüblerische Haltung ein und schaut sich um, während unsere Empfangsdame es aufgegeben hat, unsere Namen auf irgendeiner Liste zu finden.

Tot … Ich kann nicht tot sein! Das hier muss eine Art TV-Show sein. Wo sind die versteckten Kameras?

Die Frau rückt ihre Brille zurecht und streicht sich über ihre braunen Haare, die in einem strengen Dutt stecken. Als dürfte kein Härchen es sich erlauben, nicht an seinem Platz zu sitzen.

»Jetzt muss ich auch noch Unterlagen selbst erstellen«, murmelt sie frustriert, als wäre dies die schwerste Last, die sie heute zu tragen hätte. Sie sollte mich mal fragen, was heute meine schwierigste Aufgabe war. Vielleicht nicht in Panik geraten, weil mir eine alte Schabracke gerade auf so freundliche Art und Weise mitteilt, dass ich tot sei? Aber was weiß ich denn schon? »Also, Eve und Aidan, ihr seid tot, herzlichen Glückwunsch.« Ja, schmeißt das Konfetti! Wo sind die Partyhütchen? Auch wenn ihre Wortwahl eine ausgelassene Stimmung vermuten lässt, klingt ihre Stimme neutral und zeugt kein bisschen von Aufregung oder dergleichen. »Da offensichtlich nicht über euch gerichtet wurde, ist es ein spontaner Tod. Wir haben noch einen Platz in der Hölle und einen im Himmel. Wer will wohin?« Abwartend sieht sie uns an, während sie zwei Blätter vor sich hinlegt. Spontaner Tod? Nicht gerichtet? Was zur Hölle läuft hier denn gerade schief?

»Alles klar, wir haben es verstanden! Guter Witz!« Ich lache künstlich auf und schaue mich besorgt um. Irgendwo müssen versteckte Kameras sein. Aidan schaut die Frau ebenfalls mit großen Augen an und beginnt neben mir fassungslos den Kopf zu schütteln.

Plötzlich rasen Bilder durch meine Gedanken. Zuerst kann ich sie nicht erfassen, so schnell sausen sie an mir vorbei, doch langsam setzt sich das Puzzle zusammen. Ich keuche auf, als ich mich erinnere. Anklagend hebe ich einen Finger und deute auf Aidan. »Du!«, entfährt es mir laut.

Anscheinend ist ihm auch gerade eingefallen, was passiert ist, denn er hebt abwehrend die Hände...



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