Buch, Deutsch, 623 Seiten, GB, Format (B × H): 143 mm x 221 mm, Gewicht: 936 g
Buch, Deutsch, 623 Seiten, GB, Format (B × H): 143 mm x 221 mm, Gewicht: 936 g
ISBN: 978-3-7725-2772-2
Verlag: Freies Geistesleben GmbH
Wer ist sie? Wie kommt sie hierher?
Warum belauern sie die Leute von
Caverna? Neverfell geht auf gefährlichen
Wegen in dieser faszinierend
schönen Stadt, bis sie versteht, dass
nichts ist, was es scheint. Frances
Hardinge lädt zu einem großen
Leseabenteuer voller Fantasie,
Wunder, Witz und Wahrheit ein.
In der unterirdischen Stadt Caverna
erschaffen die Meister ihrer Zunft
unvergleichliche Dinge: Weine, die
Erinnerungen auslöschen, Käse,
die Halluzinationen hervorrufen,
und Parfüms, die ihren Träger für
andere vertrauenswürdig machen.
Die Leute im oberirdischen Caverna
sind gewöhnlicher, bis auf eines: ihre
Gesichter sind leer und reglos wie
frischer Schnee. Nur die Mienenschmiede
können vermitteln, wie man ein Gefühl
zeigt (oder vorspiegelt). In den streng
gehüteten Käse-Tunneln dieser miss-
trauischen Welt lebt Neverfell. Ihr hinter
einer Maske verborgenes Gesicht macht
sie gefährlich, und ewig wird es nicht
verborgen bleiben.
Weitere Infos & Material
Neverfell hielt einen Spiegel in der Hand. Wenn sie ihn umdrehte,
würde sie endlich den Schrecken sehen, den Meister Grandible vor
der Welt hatte verstecken wollen. Sie würde das Gesicht sehen, bei
dessen Anblick den Leuten der Schweiß ausbrach und das sie in die
Flucht schlug.
Einige geflüsterte Worte, die auf dem Laufsteg gesprochen worden
waren, zogen ihr durch den Kopf. Ein Gesicht wie aus Glas. Was
sollte das heißen? War ihre Haut etwa durchsichtig? Vielleicht konnte
jeder, der sie anblickte, die Adern und die Knochen ihres Schädels
sehen, ihre Augen durch die Lider. Vielleicht liefen deswegen alle weg.
Sie konnte nicht hinschauen. Sie würde nicht hinschauen. Mit einer
Mischung aus Faszination und Hilflosigkeit sah sie zu, wie ihre
Hände langsam und zitternd den Spiegel umdrehten und sie zum
ersten Mal klar und deutlich ihr Gesicht zu sehen bekam.
Eine kleine Ewigkweit starrte sie auf das Bild im Glas. Ihr Atem ging
immer schneller …
Dann stieß sie einen Schrei aus, der durch sie hindurchfuhr wie ein
Daumennagel durch einen Grashalm.




