E-Book, Deutsch, 212 Seiten
Dratwa / Ebers / Pohl Energiewirtschaft in Europa
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-642-02340-8
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Im Spannungsfeld zwischen Klimapolitik, Wettbewerb und Versorgungssicherheit
E-Book, Deutsch, 212 Seiten
Reihe: Humanities, Social Science (German Language)
ISBN: 978-3-642-02340-8
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Der Klimawandel und der weltweit steigende Energiebedarf machen einen Umbau der europäischen Wirtschaft unumgänglich. Die Lösung der Energiefrage ist damit vielleicht die wichtigste Herausforderung unseres Jahrhunderts. Die Beiträge des Buchs setzen sich mit aktuellen Fragen des europäischen Energiesektors auseinander. Dabei eröffnet die Verbindung juristischer, wirtschaftlicher und politikwissenschaftlicher Ansätze eine multidimensionale Perspektive. Ein besonderer Fokus liegt auf Fragen der Energieversorgungssicherheit und des Wettbewerbsrechts.
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1;Vorwort;5
2;Einleitung: Energiewirtschaft in Europa – Im Spannungsfeld zwischen Klimapolitik, Wettbewerb und Versorgungssicherheit;8
3;Inhaltsverzeichnis;6
4;Teil I Ökonomie und Ökologie in Europa – (k)ein Gegensatz?;11
4.1;Ohne eine Effizienzrevolution sind nachhaltige Energiesysteme nicht realisierbar;12
4.1.1;1 Die Zeit ist der knappste Faktor;12
4.1.2;2 „Einfach Hochskalieren?“;13
4.1.3;3 Der Markt für Energiedienstleistungen? Ein klassischer Fall von Marktund Politikversagen;15
4.1.4;4 Neues Denken – neue Anreizstrukturen;19
4.2;Europäisches Biogas als Eckpfeiler autarker und ökologischer Energieversorgung;27
4.2.1;1 Bedeutung von Biogas;27
4.2.2;2 Klimaschutzziele der Bundesregierung;30
4.2.3;3 Europäische Richtlinien;30
4.2.4;4 Inländische Rechtsgrundlagen;31
4.2.4.1;4.1 Gasnetzzugangsund Gasnetzentgeltverordnung;31
4.2.4.2;4.2 Erneuerbare-Energien-Gesetz;31
4.2.4.3;4.3 Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz;32
4.2.4.4;4.4 Energiesteuergesetz;32
4.2.5;5 Wichtige Verträge;33
4.2.6;6 Mikrogasnetze für Biogas;35
4.2.6.1;6.1 Neubau von Mikrogasnetzen;35
4.2.6.2;6.2 Abtrennung eines Teils des Erdgasverteilnetzes und Umwandlung in ein Biogasnetz;35
4.2.7;7 Handel mit Biogas;36
4.2.7.1;7.1 Marktformen;36
4.2.7.2;7.2 Bereits vorhandene Handelsplattform;36
4.2.7.3;7.3 Potentielle Biogas-Handelsformen;38
4.2.7.4;7.4 Markthemmnisse;41
4.2.8;8 Schlussfolgerungen;43
4.3;How to respond to an increasing energy demand without increasing the carbon dioxide emissions?;45
4.3.1;Energy demand growth will redraw the map in 2030;45
4.3.2;Are we on the right track?;46
4.3.3;We are in a critical situation but there are some reasons for hope;46
4.3.4;Nuclear energy is part of the solution;47
4.3.5;New nuclear plants investments plans;48
4.3.6;There are pre-requisite for this nuclear energy “renaissance” to be a success;49
4.4;Erneuerbare Energien und regionale Wertschöpfung;51
4.4.1;Stadtwerke als prädestinierte Akteure der Energiewende;53
5;Teil II Wettbewerb und Marktmacht im Energiesektor;56
5.1;Globale Ölmärkte im Wettbewerb? – Die ‚wahren‘ Herausforderungen der künftigen Energieversorgung;57
5.1.1;1 Globale Ölmärkte im Wettbewerb?;59
5.1.1.1;1.1 SCP-Kriterien und Ölmärkte;59
5.1.1.2;1.2 Upstream – globale Märkte für Erdöl;60
5.1.1.3;1.3 Raffinerien im globalen Wettbewerb;63
5.1.1.4;1.4 Wettbewerb im Endkunden-Geschäft;64
5.1.1.5;1.5 Zwischen-Fazit globale Ölmärkte;66
5.1.2;2 Die globale Energiefrage;67
5.1.2.1;2.1 ‚Harte Wahrheiten‘ und Herausforderungen;67
5.1.2.2;2.2 Lösungsstrategien für die globale Energiefrage;70
5.1.2.3;2.3 Fazit;74
5.2;Mehr Wettbewerb durch wirksame Entflechtung der Stromund Gasversorgungsnetze;78
5.2.1;1 Einleitung;78
5.2.2;2 Vorgeschichte;79
5.2.3;3 Die Vorschläge der Kommission zum Unbundling im Dritten Liberalisierungspaket;84
5.2.4;4 Die Beratung der Kommissionsvorschläge im Europäischen Parlament und im Ministerrat;87
5.2.5;5 Ausblick;90
5.3;Wettbewerb und Sicherheit in der Energieversorgung – worauf es wirklich ankommt;91
5.3.1;1 Einleitung;91
5.3.2;2 Worauf es nicht ankommt: Enteignungs-bestrebungen und Wettbewerbseingriffe;92
5.3.3;3 Worauf es wirklich ankommt: Eine konsistente deutsche und europäische Politik der wirtschaftlichen Energiesicherheit;94
5.3.3.1;3.1 Die globalen Rahmenbedingungen;94
5.3.3.2;3.2 Die Situation in Deutschland und Europa;96
5.3.4;4 Fazit;99
5.4;In varietate concordia – Strategie und Ziele der „neuen“ EU-Energie und Klimapolitik;101
5.4.1;1 Synopse;101
5.4.2;2 Einleitung;102
5.4.3;3 Die Leitlinien der EU Energiepolitik;102
5.4.3.1;3.1 Der Weg hin zu einer verbrauchsarmen Energiewirtschaft;104
5.4.3.2;3.2 Energiesicherheit;105
5.4.3.3;3.3 Reduzierung des Treibhauseffektes;106
5.4.3.4;3.4 Regenerative Energien;107
5.4.3.5;3.5 Energieeffizienzsteigerung;108
5.4.3.6;3.6 Technologiesprünge;109
5.4.3.7;3.7 Gemeinsamer Markt und Wettbewerbsrecht;110
5.4.4;4 Die Energiepolitik der EU im Spannungsfeld von Klimaund Umweltschutz;112
5.4.5;5 Versorgungssicherheit;116
5.4.6;6 Zusammenfassung und Ausblick;123
5.4.7;7 Executive Summary;124
6;Teil III Der globale Wettbewerb um energetische Ressourcen;129
6.1;Zwei-Wege-Strategie für Europas Energiesicherheit;130
6.1.1;1 Einleitung;130
6.1.2;2 Die Rahmenbedingungen der Energiepolitik im 21. Jahrhundert;131
6.1.2.1;2.1 Hohe Energiepreise – ein Zeichen für das Ende fossiler Ressourcen?;132
6.1.2.2;2.2 Strukturwandel der globalen Energierohstoffmärkte;133
6.1.2.3;2.3 Geopolitische Einschränkungen eines funktionierenden Welthandels mit Energieressourcen;134
6.1.3;3 Zwei-Wege-Strategie für die europäische Energiepolitik;136
6.1.3.1;3.1 Handlungserfordernisse nach innen;136
6.1.3.2;3.2 Intensivierung der Energieaußenbeziehungen der EU;138
6.1.4;4 Fazit;139
6.2;Energieaußenpolitik im Rahmen der Europäischen Union;141
6.3;Versorgungssicherung aus der Perspektive eines Regionalversorgers;148
6.3.1;1 Einleitung;148
6.3.2;2 Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen des Energiemarktes;149
6.3.3;3 Versorgungssicherheit in Deutschland;151
6.3.4;4 Regionale Energieversorgung am Beispiel der EWE AG;153
6.3.4.1;4.1 Die EWE AG als Infrastrukturund Energiedienstleister;153
6.3.4.2;4.2 Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf den EWE-Konzern;154
6.3.5;5 Strategien zur Sicherung der künftigen Energieversorgung am Beispiel der EWE AG;156
6.3.5.1;5.1 Intelligente Netze als Voraussetzung für Sicherheit und Effizienz;156
6.3.5.2;5.2 Versorgungssicherheit und Klimaschutz;158
6.3.5.3;5.3 Herausforderungen und Chancen eines neuen Energiemixes;159
6.3.5.4;5.4 Forschung, Entwicklung und innovative Technologien als „conditio sine qua non“;161
6.3.6;6 Ausblick;163
6.4;Die Ölversorgung der EU im Angesicht internationaler Konflikte;165
6.4.1;1 Problematik;165
6.4.2;2 Forschungsdesign;166
6.4.2.1;2.1 Daten;166
6.4.2.2;2.2 Marktmechanismen;167
6.4.2.3;2.3 Erwartungen;168
6.4.3;3 Methoden und Modellspezifikation;168
6.4.3.1;3.1 Zeitreihenanalyse;168
6.4.3.2;3.2 Ereignisanalyse;170
6.4.4;4 Ergebnisse;170
6.4.4.1;4.1 Ergebnisse der Zeitreihenanalyse;173
6.4.4.2;4.2 Ergebnisse der Ereignisanalyse;174
6.4.5;5 Ausblick;176
6.5;Künftige Herausforderungen für die europäische Energiewirtschaft;179
6.5.1;Abstract;179
6.5.2;1 Einleitung und globale Ausgangslage;180
6.5.3;2 Energienachfrage;182
6.5.3.1;2.1 Allgemeine Ausgangssituation;182
6.5.3.2;2.2 Industrie;184
6.5.3.3;2.3 Gewerbe;185
6.5.3.4;2.4 Haushalte;185
6.5.3.5;2.5 Verkehr;185
6.5.4;3 Aspekte der Bedarfsdeckung;186
6.5.4.1;3.1 Allgemeine Ausgangslage;186
6.5.4.2;3.2 Nicht-erneuerbare Energieträger;188
6.5.4.3;3.3 Erneuerbare Energieträger;191
6.5.5;4 Elektrizitätswirtschaftliche Aspekte;192
6.5.6;5 Klimawandel und Treibhausgasemissionen;196
6.5.7;6 Schlussfolgerungen und Ausblick;197
6.6;Autorenverzeichnis;199
6.6.1;Dr. Jörg Adolf;199
6.6.2;Univ.-Ass. Dr.Udo Bachhiesl;199
6.6.3;Dr.Werner Brinker;199
6.6.4;RRef. Friederike Anna Dratwa Mag. jur.;200
6.6.5;RRef. Tatjana G’Giorgis;200
6.6.6;Dr.Thorsten Gottwald;200
6.6.7;Prof.Dr. Peter Hennicke;201
6.6.8;RA Stefan Lars-Thoren HeunRehn Mag. jur. LL.M.;201
6.6.9;Dr. habil. Jörg Jasper;201
6.6.10;Ulrich von Koppenfels;202
6.6.11;Dr.Colette Lewiner;202
6.6.12;Sascha Patrick Meßmer;202
6.6.13;Bene Müller;202
6.6.14;Dr.Joachim Pfeiffer MdB;203
6.6.15;Andreas Renner;203
6.6.16;Prof.Dr.Gerald Schneider;203
6.6.17;Prof.Dr.Heinz Stigler;204
6.6.18;Heinrich Tiemann;204
6.7;Stichwortverzeichnis;205
"Zwei-Wege-Strategie für Europas Energiesicherheit (S. 131-132)
Dr. Joachim Pfeiffer MdB
1 Einleitung
Der Zugang zu und die Bereitstellung von Energie sind für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Wohlstand, Arbeitsplätze und eine prosperierende Wirtschaft kann es nur geben, wenn ausreichend Energie zur Verfügung steht. Diese herausragende Bedeutung der Energie als zentrales Element für die gesamte Weltwirtschaft und insbesondere für wachsende und hoch entwickelte Volkswirtschaften ist an zahlreichen Stellen in der letzten Zeit diskutiert worden. So stieg der weltweite Primärenergieverbrauch in 2007 um 2,4% an2.
Der Energiehunger in Ländern wie China und Indien, deren Volkswirtschaften sich durch ein konstant hohes Wachstum auszeichnen, nimmt dementsprechend ständig zu. Der Primärenergieverbrauch in Indien stieg beispielsweise im vergangenen Jahr um 6,8% an. Indien verzeichnete damit den drittgrößten Volumenanstieg weltweit nach den Vereinigten Staaten und China3. Chinas Wirtschaft wuchs im Durchschnitt der letzten beiden Jahrzehnte um beachtliche 9,5%4 und infolgedessen stieg auch sein Primärenergieverbrauch um 7,7% an, so dass China für die Hälfte des Anstiegs des weltweiten Primärenergieverbrauchs verantwortlich ist5.
Deutschland wiederum zählt aufgrund seines hohen ökonomischen Entwicklungsstandes gemessen an dem pro Kopf-Energieverbrauch weltweit zu den größten Energieverbrauchern. Der Primärenergieverbrauch Deutschlands lag im Jahre 2007 bei 13.842 Petajoule. Mit einem Anteil von 34% war das Mineralöl 2007 nach wie vor der wichtigste Primärenergieträger. Danach folgen Erdgas (23%), Steinkohle (14%), Braunkohle (12%) und die Kernenergie mit 11%6. Aufgrund dieser herausragenden Bedeutung der Energie kommt auch der Energiepolitik eine immer wichtigere Aufgabe zu. Gleichzeitig ist die EU zu 50% von Energieimporten abhängig.
Der Bericht der EU-Kommission aus dem Jahr 2006 über die Versorgungssicherheit der EU geht sogar davon aus, dass die Abhängigkeit der EU von Energieimporten von 50 auf 70% im Jahr 2030 steigen wird. Dies wiederum zeigt, dass der Energieaußenpolitik große Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, um wirtschaftliches Wachstum in Europa weiterhin gewährleisten zu können. Im Folgenden werden nun die zentralen Herausforderungen der Energiepolitik und deren Lösungen dargestellt. Es wird für ein Energiesicherheitskonzept plädiert, das Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit berücksichtigt und damit pragmatisch und ideologiefrei die energiepolitischen Herausforderungen unserer Zeit beantwortet."




