Berkemeyer Die Steuerung des Schulsystems
2010
ISBN: 978-3-531-91933-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Theoretische und praktische Explorationen
E-Book, Deutsch, 352 Seiten, eBook
Reihe: Educational Governance
ISBN: 978-3-531-91933-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Das Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland befindet sich derzeit in einer ausgeprägten Modernisierungsphase. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Veränderungen steht allerdings noch ganz am Beginn. Dieser Band der Reihe 'Educational Governance' nimmt dies zum Anlass, die erziehungswissenschaftliche und interdisziplinäre Forschung zum Thema erstmalig im Zusammenhang darzustellen. Zudem wird am Beispiel des Modellvorhabens 'Selbstständige Schule NRW' eine eigene Studie über die im Modellvorhaben veränderten Steuerungsstrukturen vorgestellt. Es zeigt sich, dass mit regionalen Steuergruppen neue Akteure in der Schulgovernance implementiert werden konnten und dass ihr Steuerungshandeln maßgeblich von den regionalen Rahmenbedingungen abhängt.
Dr. Nils Berkemeyer ist akademischer Rat auf Zeit sowie Projektleiter von 'Schulen im Team' am Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund.
Zielgruppe
Professional/practitioner
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis;7
2;Danksagung;10
3;1 Einleitung;11
4;2 Steuerung als Gegenstand der Erziehungswissenschaft;15
4.1;2.1 Der Steuerungsbegriff in der Erziehungswissenschaft: erste Annäherung;15
4.2;2.2 Ein früher Programmentwurf;17
4.3;2.3 Diskurse zur Steuerung des Schulsystems;21
4.4;2.4 Zwischenfazit;96
4.5;2.5 Steuerung des Schulsystems – Beschreibungen und empirische Befunde;100
4.6;2.6 Wandel, Reform und Steuerung – internationale Perspektiven;121
4.7;2.7 Steuerung in der Erziehungswissenschaft – Eine zusammenfassende Bewertung;140
5;3 Steuerung – interdisziplinäre Perspektiven;143
5.1;3.1 Sozial- und Staatstheorie als steuerungstheoretische Fundamente;144
5.2;3.2 Zentrale Theorien politisch-gesellschaftlicher Steuerung;157
5.3;3.3 Governance – eine Erweiterung der politischen Steuerungsperspektive?;189
5.4;3.4 Zusammenfassung und Diskussion;209
6;4 Das Modellvorhaben Selbstständige Schule: Beschreibungen und erste theoretische Analysen;213
6.1;4.1 Kurzbeschreibung des Modellvorhabens;213
6.2;4.2 Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Projekts: Das Agenda Setting des Modellvorhabens;216
6.3;4.3 Ziele des Modellvorhabens – Politikformulierung;222
6.4;4.4 Die Architektur des Modellvorhabens Selbstständige Schule;228
6.5;4.5 Fallbeschreibungen von zwei Regionen;241
6.6;4.6 Anwendung und Diskussion steuerungstheoretischer Ansätze auf das Modellvorhaben;254
6.7;4.7 Konkretisierung der empirischen Forschungsfragen;266
7;5 Forschungsdesign und methodisches Vorgehen;267
7.1;5.1 Gegenstand der quantitativen Untersuchung und theoretischer Bezug;267
7.2;5.2 Stichprobe;268
7.3;5.3 Pretest;269
7.4;5.4 Datenerhebung und Durchführung der Untersuchung;269
7.5;5.5 Beschreibung der Instrumente;269
7.6;5.6 Kritische Bemerkungen zum methodischen Vorgehen;271
8;6 Ergebnisse;272
8.1;6.1 Beschreibung der eingesetzten Skalen und Indizes;272
8.2;6.2 Zum Einfluss der Region auf die Einschätzung von Skalen zur Steuerung;288
8.3;6.3 Steuerung durch die regionale Steuergruppe – Konkretisierung der Logik der Selektion;296
8.4;6.4 Multivariate Zusammenhangsanalyse;304
8.5;6.5 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse;305
9;7 Fazit und Ausblick;307
9.1;7.1 Fazit;307
9.2;7.2 Ausblick;311
10;Verzeichnisse;315
10.1;Literaturverzeichnis;315
10.2;Abbildungsverzeichnis;349
10.3;Tabellenverzeichnis;351
Steuerung als Gegenstand der Erziehungswissenschaft - Diskurse zur Steuerung des Schulsystems: Steuerung und Schultheorie I – VI, Steuerung und Bildungsökonomie, Bildungsverwaltungsforschung und Steuerungstheorie, Modelle der Steuerung des Schulsystems, Modernisierungsdiskurs – Prinzipien der Steuerung des bundesdeutschen Schulsystems – empirische Befunde zu Steuerungsakteuren – Steuerung in internationaler Perspektive – interdisziplinäre Perspektiven auf Steuerung – Sozial- und Staatstheorien als steuerungstheoretisches Fundament – Zentrale Theorien gesellschaftlicher Steuerung – Governance Eine Erweiterung der politischen Steuerungsperspektive? – Das Modellvorhaben Selbstständige Schule: Beschreibungen und erste theoretische Analysen – Eigene Studie – Forschungsdesign und methodisches Vorgehen – Ergebnisse
4 Das Modellvorhaben Selbstständige Schule: Beschreibungen und erste theoretische Analysen (S. 215-216)
Das nächste Kapitel führt zunächst in das Modellvorhaben Selbstständige Schule ein. Im Anschluss daran werden Agenda-Setting und Politikformulierung für das Modellvorhaben rekonstruiert. Es folgt eine Darstellung der Architektur des Modellvorhabens unter besonderer Berücksichtigung der Steuerungsstrukturen.
Die eher abstrakten Darstellungen werden in einem nächsten Teilkapitel durch zwei Fallbeschreibungen von Modellregionen konkretisiert, die im Wesentlichen auf Experteninterviews basieren, die mit Mitgliedern regionaler Steuergruppen geführt wurden. Vor dem Hintergrund dieser Darstellungen werden einige heuristische Analysemöglichkeiten des Modellvorhabens vorgestellt, die auf den theoretischen Ausführungen der Kapitel 2 und 3 beruhen. Das Kapitel endet mit einer Konkretisierung der Fragestellung für den empirischen Teil dieser Arbeit.
4.1 Kurzbeschreibung des Modellvorhabens
Bei dem Modellvorhaben Selbstständige Schule NRW handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW und der Bertelsmann Stiftung. Im Projekt erproben seit September 2002 und noch bis August 2008 278 Schulen aller Schulformen ein erhöhtes Maß an Eigenverantwortung in verschiedenen Handlungsfeldern (vgl. Abb. 39). Bedingung für eine Teilnahme am Projekt war eine einfache Mehrheit für das Projekt in der Lehrerkonferenz und eine 2/3 Mehrheit in der Schulkonferenz. Nach Sichtung der Bewerbungen wurden zunächst 237 Schulen in 18 Regionen für das Modellvorhaben ausgewählt. Zu diesem Zeitpunkt waren 46 Schulträger des Landes am Modellvorhaben beteiligt.
Im Modellvorhaben werden die Kreise bzw. kreisfreien Städte, also die Gebietskörperschaften als Regionen bezeichnet. Insbesondere für die Kreise entstehen hierdurch zusätzliche Koordinierungsbedarfe, da mehrere Schulträger an einer Region beteiligt sein können. Nach einem Jahr wurden weitere 41 Schulen und ein Schulträger in das Projekt aufgenommen. Das Modellvorhaben verfolgt zwei übergeordnete Ziele: Einerseits die Weiterentwicklung des Unterrichts und andererseits den Aufbau regionaler Bildungslandschaften (vgl. Brabeck/Lohre 2004: 33).
Die Weiterentwicklung des Unterrichts soll durch die Bearbeitung von vier Arbeitsfeldern, die in einem systematischen Zusammenhang stehen, erreicht werden. Die vier Arbeitsfelder sind: systematische Unterrichtsentwicklung zur Förderung der Lernkompetenz bei Schülerinnen und Schülern, die Verbesserung des schulinternen Managements, ein eigenverantwortliches und effizientes Arbeiten im Rahmen größerer Gestaltungsfreiräume in den Bereichen Personal- und Ressourcenbewirtschaftung, Unterrichtsorganisation, Mitwirkung und Partizipation und dem Aufbau eines Systems der Qualitätsentwicklung/- sicherung zur Rechenschaftslegung.
Um eine gemeinsame Verpflichtung der am Modellvorhaben beteiligten Kooperationspartner (Projektleitung, Modellregionen, Schulträger und Modellschulen) zu erreichen, hat die Projektleitung mit den beteiligten Schulträgern und den einzelnen Schulen Kooperationsvereinbarungen ausgehandelt. Die Schulen verpflichten sich ferner, ihre schulischen Entwicklungsvorhaben in den oben genannten Arbeitsfeldern und im Besonderen im Bereich der Unterrichtsentwicklung und des schulinternen Managements zu benennen und diese im Projektzeitraum durchzuführen.




