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E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Balzer Flying Hearts

Rückkehr ins Nimmerland
16001. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95818-081-9
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Rückkehr ins Nimmerland

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-95818-081-9
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie war immer seine Wendy und er ihr Peter Pan. Bis zu jener Nacht vor vier Jahren, die alles veränderte. Als es plötzlich mehr war, als ihre Freundschaft einen Knacks bekam. Seitdem haben sie sich nicht mehr gesehen. Olivia hat alle Brücken hinter sich abgebrochen, sich ein neues Leben fern der Heimat in Berlin aufgebaut. Und dann trifft sie Alex doch wieder, auf der Hochzeit ihrer Schwester. Nichts von der alten Vertrautheit ist verflogen und Alex sieht besser aus denn je. Aber Olivia traut weder ihm, noch sich selbst. Ein weiteres Mal kann sie den Schmerz nicht verkraften. Bei Forever sind von Claudia Balzer erschienen: In der Burn-Reihe: Burn for Love - Brennende Küsse Burn for You - Brennende Herzen Burn for Us - Brennende Leidenschaft Flying Hearts Meant to be Nothing Between Us

Claudia Balzer, Jahrgang 1987, wuchs vor den Toren Dresdens auf, wo sie noch heute mit Mann, Kind und zwei Katzen lebt. Schon im zarten Alter von fünfzehn Jahren hat sie sich in den Kopf gesetzt, ein Buch zu veröffentlichen, bevor sie dreißig wird. Dass sie ihr Ziel sogar deutlich vor ihrem dreißigsten Geburtstag erreicht hat, verdankt sie nicht nur einem ausgeprägten Hang zur Nachtaktivität, sondern vor allem ihrem Lieblingsgetränk: Kaffee.
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PROLOG – TRÄUME SIND SCHÄUME


Meine langen, karamellbraunen Haare fallen in mein Gesicht und ich streiche sie schnaubend hinters Ohr zurück. Ich bin das einzige Mädchen in unserem Klassenzimmer der zweiten Klasse. Ich bin die Einzige überhaupt in diesem Raum. Die Tränen brennen auf meiner geröteten Haut. Sie laufen über meine Wangen, als würde es sie gar nicht interessieren.

Ich hasse Fasching!

Ich hasse mein Kostüm!

Ich hasse Basti, Tim und Kurt!

Mein Kleid ist doch kein Nachthemd. Es ist meine Verkleidung. Die ständigen Hänseleien der Jungs haben mich vom Pausenhof verjagt und wollen einfach nicht aus meinem Kopf. Bisher hat niemand nach mir gesucht.

»Wendy?«, fragt jemand hinter mir und ich halte erschrocken den Atem an. Ich kenne die Stimme nicht. Mit meinem Handrücken wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht und schniefe ein letztes Mal, bevor ich mich ihm zuwende. Die Frage kann nur an mich gerichtet sein. Es ist niemand im Zimmer.

Vor mir steht ein Junge, den ich noch nie gesehen habe und doch bewundere ich ihn schon lange.

Peter Pan.

Seine grünen Augen sind auf mich gerichtet. Sein Lächeln ist schief und er fährt sich mit der Hand durch sein kurzes, dunkelblondes, beinahe braunes Haar. So zerzaust wie seine Haare sind, scheint es ein Tick von ihm zu sein. Sein grüner Filzhut fällt dadurch zu Boden. Eine rote Feder löst sich vom Hut. Er flucht leise, als er das sieht, und sein Lächeln ist verschwunden. Ich hebe die zwei Teile auf und mit ein paar vorsichtigen Handbewegungen kann ich die Feder wieder befestigen. Bevor ich ihm die Mütze reiche, seufze ich traurig. Eigentlich wollte ich mich heute als Peter Pan verkleiden. Schweren Herzens reiche ich ihm den Hut. Wenigstens sieht der Junge so aus, wie ich mir Peter Pan immer vorgestellt habe.

»Hier«, sage ich und sein Lächeln ist zurück, als er den Hut wieder aufsetzt. »Ich heiße gar nicht Wendy«, erkläre ich.

»Du weinst nicht mehr«, stellt er fest und ich nicke. Meine Lippen ziert ebenfalls ein Lächeln. »Aber du bist als Wendy verkleidet, oder?«, fragt er mit geneigtem Kopf und verschränkt die Arme vor der Brust. Ich nicke nur. Seine Worte erinnern mich wieder an die Hänseleien und ich spüre, wie mir die Röte in die Wangen steigt.

»Also bist du heute eine Wendy und ich Peter Pan«, erklärt er, als wäre es so offensichtlich einfach.

»Okay«, sage ich und zucke mit den Schultern.

»Erzählst du mir jetzt, warum du geweint hast?«, fragt er. Er legt seinen Zeigefinger nachdenklich an seine Lippen. Plötzlich schnippt er mit den Fingern und ruft: »Warte, hat Hook dir weh getan?« Er schließt die letzte Distanz zwischen uns und nimmt meine Hände in seine. Er hebt meine Arme an und mustert mich aus allen Blickwinkeln. Sein Gesicht ist dabei so ernst, dass ich kichern muss.

»Nein«, sage ich schließlich. »Ein paar Jungs haben mich wegen meines Kostüms geärgert. Du bist der erste, der mich als Wendy erkannt hat. Sie sagen, ich trage mein Schlafzeug zur Schule. Weißt du, eigentlich wollte ich mich als Peter Pan verkleiden, doch meine Mutter war dagegen«, erkläre ich ihm in einem Atemzug.

»Du siehst aber gut aus in Blau und ich habe keine Wendy. Stell dir vor, wir hätten darum kämpfen müssen, wer der bessere Peter Pan ist.« Ich kichere abermals.

Der Junge zückt sein Holzschwert und hält es in der rechten Hand. Mit der anderen greift er nach meiner. Er hält das Schwert empor und ruft: »Zeig mir diese bösen Jungs und ich werde sie mir vorknöpfen!« Er zieht mich hinter sich her, noch ehe ich ihm antworten kann.

»So, wo sind sie?«, fragt er an mich gewandt, als wir auf dem Hof ankommen. Ich lasse meinen Blick über das Gelände schweifen und finde sie schnell unter einem kleinen Spielpavillon. Ich deute auf sie und Peter Pan lässt meine Hand los, als er mit Gebrüll auf sie zustürmt.

Ich kann gar nicht so schnell schauen, da liegen alle vier bereits am Boden und wälzen sich im Sand hin und her. Man erkennt nur schwer, welcher Arm und welches Bein zu wem gehört. So eine Schlägerei hat der Schulhof wahrscheinlich noch nicht gesehen. Schaulustige Kinder versperren mir den Blick und bilden eine Traube um die Jungs. Ich verliere den Überblick, aber das Lachen von Peter Pan ist klar herauszuhören. Er scheint sich gut zu schlagen. Bald gehen ein paar Lehrer dazwischen und trennen die vier. Die Erwachsenen nehmen sie mit in das Schulgebäude.

Peter Pan sieht sich suchend um und als er mich entdeckt, grinst er und zwinkert mir zu, bevor die Tür hinter ihm zufällt. Ich sehe keinen der vier noch einmal an diesem Tag. Ich frage ein paar aus meiner Klasse, doch niemand kann mir sagen, wer dieser fremde Junge ist.

Am nächsten Tag staune ich nicht schlecht, als die drei bösen Jungs – Tim, Kurt und der Schlimmste von ihnen, Basti – sich mit gesenkten Häuptern bei mir entschuldigen. Ich staune auch über ihr Aussehen: der Eine hat ein blaues Auge, der Andere eine verschrammte Wange und der Dritte trägt einen Verband um das linke Handgelenk. Peter Pan hat ordentliche Arbeit geleistet. Wie viel er wohl abbekommen hat? Ob es ihm gut geht?

Noch immer baff von der Entschuldigung eile ich bereits spät zu meiner nächsten Stunde, als sich eine Hand auf meine Schulter legt. Ich wende mich demjenigen zu und grinse, als Peter Pan, diesmal ohne sein Kostüm, vor mir steht. Er grinst mich erleichtert an und seine Augen funkeln in dem unnatürlichen Licht des Schulflures.

»Wendy! Da bist du endlich! Haben die verlorenen Jungs sich bei dir entschuldigt?«, fragt er lächelnd und ich nicke ihm stumm zu. Der Junge hat praktisch keinen Kratzer von gestern behalten.

»Hast du deine Stimme verloren?«, fragt er weiter und legt seinen Kopf wieder schräg. Ich schüttelte verneinend den Kopf.

»Warum hast du das gemacht?«, frage ich, statt ihm auf eine seiner Fragen zu antworten.

»Warum habe ich was gemacht?«, fragt der Junge lachend.

»Warum hast du das für mich gemacht? Du kennst mich nicht mal«, erkläre ich meine Frage.

»Weil du Wendy bist und ich Peter Pan. Ich darf dich nicht weinen lassen. Ich muss dich beschützen«, erklärt er beschwingt, als wäre es doch offensichtlich.

»Ich bin dein Peter Pan und du meine Wendy. Ab jetzt wirst du nie wieder weinen müssen.« Sein Tonfall macht mir deutlich, dass es ihm ernst ist.

»Aber dein Name ist doch nicht wirklich Peter, oder?«, frage ich. Der Junge lacht und streckt mir seine Hand entgegen.

»Ich bin Alex und seit gestern neu hier an der Schule.«

»Olivia«, stelle ich mich ihm schmunzelnd vor. Wie es aussieht, habe ich endlich einen Freund gefunden – und das Beste ist, er scheint genauso sonderbar zu sein wie ich selbst.

»Wendy steht dir viel besser«, sagt er. Wir zucken zusammen, als die Schulglocke ertönt.

»Woah, komm, Wendy. Ich will dich nicht schon am ersten Tag vor dem Lehrerkrokodil retten müssen. Die Uhr tickt.« Er schnappt sich meine Hand und gemeinsam rennen wir lachend zum Unterrichtsraum.

»Mein Name ist Olivia, nicht Wendy«, rufe ich ihm im Rennen zu. Alex schaut über die Schulter zu mir und trägt ein schelmisches Grinsen auf den Lippen.

»Ich weiß.«

Zehn Jahre wird er sein Versprechen halten und jegliche Tränen von mir fernhalten.

Frustriert stöhnend öffne ich meine Augen nach diesem Traum. Es ist eine meiner schönsten und schrecklichsten Erinnerungen zugleich. Dieses verdammte Unterbewusstsein lässt mich nicht mehr davon abkommen! Ich schlage die Faust in mein Kissen und muss den Impuls unterdrücken etwas Zerbrechliches gegen eine Wand zu schmeißen. Ich drehe mich auf den schweißnassen Rücken und warte, dass mein Herz sich wieder beruhigt. Der Stadtlärm dringt gedämpft durch mein Schlafzimmerfenster. Im Licht der Straßenlaternen tanzen neue Schneeflocken am Glas vorbei. Am Rand setzen sich bereits kleine Schneeberge fest. Ich würde mich darüber freuen, wenn nicht schon wieder dieser Traum wäre.

Olive an Hirn: Es reicht!

Seit Tagen träume ich jede Nacht von unserer ersten Begegnung, als wir acht Jahre alt waren. Eigentlich ab dem Tag, als ich die Einladung meiner Schwester zur Hochzeit im Mai in den Händen hielt. In knapp sechs Monaten zählen keine Ausreden mehr. Ich werde in unser kleines Dorf zurückkehren. Seit ich in Berlin studiert habe, vermeide ich jeglichen Heimatbesuch. Doch den Ehrentag meiner Schwester kann ich beim besten Willen nicht ignorieren – zumal ich die Trauzeugin bin. Ich könnte es natürlich versuchen, doch dann könnte ich ebenfalls meine Beerdigung organisieren. Milena und Damian köpfen mich, wenn ich nicht zur Hochzeit erscheine. Ich glaube, bei ihnen zählt nicht mal Lepra als Entschuldigung. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass sie ihre Feier nach Berlin verlegen.

Eins der überflüssigen Extrakissen kommt mir zwischen...


Balzer, Claudia
Claudia Balzer, Jahrgang 1987, wuchs vor den Toren Dresdens auf, wo sie noch heute mit Mann, Kind und zwei Katzen lebt. Schon im zarten Alter von fünfzehn Jahren hat sie sich in den Kopf gesetzt, ein Buch zu veröffentlichen, bevor sie dreißig wird. Dass sie ihr Ziel sogar deutlich vor ihrem dreißigsten Geburtstag erreicht hat, verdankt sie nicht nur einem ausgeprägten Hang zur Nachtaktivität, sondern vor allem ihrem Lieblingsgetränk: Kaffee.



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