E-Book, Deutsch, Band 264, 64 Seiten
Reihe: Maddrax
Zorn Maddrax 264
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-8387-0563-7
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Verschollen
E-Book, Deutsch, Band 264, 64 Seiten
Reihe: Maddrax
ISBN: 978-3-8387-0563-7
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tartus Marvin Gonzales hat es Matthew Drax versprochen: seine Tochter Ann in Irland zu suchen, während der Mann aus der Vergangenheit zum Mars fliegt. Seit dem Angriff der Schatten auf Jennys Dorf ist die Kleine spurlos verschwunden. Aber mit der Tachyonenortung hofft die Crew des Mondshuttles sie schnell zu finden.
Ein Trugschluss, und ein gefährlicher dazu! Denn die Suche entwickelt sich zu einem Himmelfahrtskommando und droht ins Verderben zu führen...
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" (S. 3-5)
Grau und trüb spannte sich der Himmel über der Küste. Es roch nach Salz und Schnee. Der Wind jagte kleine Sandhosen über den Strand und trieb feuchte Kälte hinauf zu Fletschers Aussichtspunkt. Der hagere Zweimetermann rührte sich nicht. Obwohl seine Glieder schon ganz steif waren und Durst ihn quälte, wagte er den Platz am Waldhang nicht zu verlassen. Gebannt starrte er auf das Meer. Der schwarze Punkt, den er vor Stunden am Horizont entdeckt hatte, war größer geworden; dennoch konnte er nicht erkennen, was er darstellte. Auf jeden Fall kein Handelsschiff und auch keines der Schmugglerboote, mit deren Besatzung er Tauschgeschäfte treiben konnte.
Überhaupt glich er nichts, was Fletscher je gesehen hatte. Es schien nicht mehr und nicht weniger zu sein als ein gigantischer Schatten, dessen Konturen in ständiger Bewegung waren. Narrten ihn denn seine Augen? Oder spielte sein Kopf wieder verrückt? Doch so sehr er auch starrte, die Umrisse des Dinges flatterten wie schwarze Stofffetzen im Wind. Der Riesenschatten eines Meeresmutanten? Oder doch nur Treibgut? Zu groß für Treibgut.
Der Techno aus Leeds spuckte aus. Er ärgerte sich, weil er kein Fernglas besaß. Gleichzeitig beunruhigte ihn der Gedanke an die bald einbrechende Dunkelheit. War es erst einmal stockfinster, würde er bis zum nächsten Morgen warten müssen, um herauszufinden, mit was er es zu tun hatte. Doch durfte er überhaupt warten? Musste er nicht sofort handeln? Mit unsicherem Blick musterte er das Ding, das nur noch wenige Meilen vor der Bucht über den Atlantik heran flirrte.
Fast schien es so, als berührte es kaum die Oberfläche des Wassers. Dennoch rollten mächtige Bugwellen vor ihm her. Der Wind nahm mit jeder Länge, die sich der Schatten näherte, zu. Als wollte er die Ankunft der unheimlichen Erscheinung vermelden, brüllte sein Heulen in Fletschers Ohren. Dem Techno aus Leeds stellten sich sämtliche Nackenhaare auf. Er spürte etwas, das er schon lange nicht mehr gespürt hatte: Angst. „Ein Bunkermajor kennt keine Angst“, krächzte er mit heiserer Stimme. Gleichzeitig tastete er nach dem Dolch an seinem Gürtel. Doch der Griff der Waffe beruhigte ihn keineswegs. Mach dir nichts vor, Robin Fletscher. Mit dem Messerchen erschreckst du höchstens kleine Kinder. Und Bunkermajor bist du schon lange nicht mehr. So lange schon, dass du dich kaum noch erinnern kannst, wie es war, in einem Bunker zu leben. In einer warmen Behausung, in der dein Name und Titel noch etwas galten."




