E-Book, Deutsch, 146 Seiten
Ziem Ergotherapie in der Handrehabilitation
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-456-94600-9
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, 146 Seiten
ISBN: 978-3-456-94600-9
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Eine praktische Anleitung für Schienenanpassung und Übung
Das Berufsbild von Therapeuten hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt. Neben qualifizierter Handlungskompetenz ist ein zunehmend hohes Maß an medizinischem Fachwissen gefragt. Aufgrund der Komplexität der Gelenke, Muskeln, Bänder und Sehnen der Hand bedarf es gerade in der Handrehabilitation fundierter Kenntnisse.
Dieses Buch schafft die nötigen Grundlagen dafür. Es richtet sich in erster Linie an Ergo- und Physiotherapeuten, die sich mit der Handrehabilitation vertraut machen wollen. Nach einer Einführung über die Anatomie der Hand zeigt es Krankheitsbilder und ihre ärztliche Versorgung, therapeutische Befunderhebung sowie praxisbezogene Behandlungsmethoden auf. Mittels detaillierter Anleitungen wird der Bau zeitgemäßer Schienen beschrieben. So gibt das Buch konkrete Rezepte und griffige Hinweise für eine erfolgreiche Therapie und füllt die Lücke im Bereich der handtherapeutischen Publikationen.
Die moderne Gestaltung, zahlreiche Photos und praktische Tipps eröffnen dem Therapeuten einen raschen und «handlichen» Zugang in die Welt der Handrehabilitation:
- zeitgemäße Darstellung
- alles Wissenswerte zu Verletzungen und Krankheitsbildern der Hand
- aktuelle und umfassende Behandlungsmethoden
- ausgewählte Aspekte zu Therapieangeboten
- unentbehrliche Grundlagen und praxisnahe Einarbeitung in den Schienenbau
- detaillierte Bauanleitungen für Handund Fingerschienen.
Aus dem Inhalt:
- Die Anatomie der Hand
- Schienenbau
- Handtherapie nach Frakturen
- Distale Radiusfraktur
- Karpaltunnelsyndrom
- Dupuytren-Kontraktur
- Rhizarthrose
- Sympathische Reflexdystrophie
- Funktionelle Übungen
Zielgruppe
Ergotherapeuten
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Physiotherapie, Physikalische Therapie Ergotherapie, Kreativtherapie (z. B. Kunst, Musik, Theater)
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Physiotherapie, Physikalische Therapie Rehabilitation
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizinische Fachgebiete Orthopädie, konservativ
Weitere Infos & Material
1;Inhalt und Vorwort;6
2;1. Die Anatomie der Hand;12
2.1;1.1 Grundsätze der Hand;13
2.2;1.2 Handwurzelknochen (Ossa carpi);13
2.3;1.3 Mittelhandknochen ( Ossa metacarpalia) und Fingerglieder ( Ossa phalanges);16
2.4;1.4 Gelenke (Articulationes) 1.5 Muskeln (Musculi);17
2.5;1.6 Bänder (Ligamenta);20
2.6;1.7 Ring- und Kreuzbänder (Ligamenta annularia und Ligamenta cruciformia);21
2.7;1.8 Periphere Nerven (Nervi);22
2.8;1.9 Arterien (Arteriae);22
3;2. Schienenbau;24
3.1;2.1 Therapeutische Herausforderung;25
3.2;2.2 Schienenarten;26
3.3;2.3 Schienenmaterial;27
3.4;2.4 Arbeitsplatz;33
3.5;2.5 Werkzeug und Zubehör;34
3.6;2.6 Verbrauchsstoffe;35
3.7;2.7 Verarbeitung;79
3.8;2.8 Schienenpositionen der Hand;37
3.9;2.9 Form und Achsen der Hand;41
3.10;2.10 Dynamische Schienen;79
3.11;2.11 Schieneninformationen für den Patienten;44
4;3. Handtherapie nach Frakturen;48
4.1;3.1 Therapieverordnung;49
4.2;3.2 Röntgenbilder der Hand;49
4.3;3.3 Behandlungsgrundlage nach Frakturen;50
5;4. Distale Radiusfraktur;54
5.1;4.1 Therapeutischer Befund;55
5.2;4.2 Handtherapie;79
5.3;4.3 Ödemminderung;56
5.4;4.4 Thermoplastische Handgelenksschiene ( Cock- up- Schiene);59
5.5;4.5 Fingerübungen;65
5.6;4.6 Handgelenksübungen;69
5.7;4.7 Alltagsintegration der Hand;69
5.8;4.8 Schmerzlinderung;70
5.9;4.9 Heimprogramm;72
5.10;4.10 Übungen nach Belastungsstabilität;73
5.11;4.11 Therapieabschluss;75
5.12;4.12 Gefahren und Problembereiche;75
6;5. Karpaltunnelsyndrom (KTS);78
6.1;5.1 Ätiologie;79
6.2;5.2 Symptome;79
6.3;5.3 Diagnostische Testverfahren;80
6.4;5.4 Apparative ärztliche Diagnostik;83
6.5;5.5 Konservative Handtherapie;83
6.6;5.6 Therapeutischer Befund;83
6.7;5.7 Entzündungslindernde Maßnahmen;84
6.8;5.8 KTS-Handgelenksschiene;85
6.9;5.9 Ergonomie;87
6.10;5.10 Desensibilisierung;87
6.11;5.11 Nervengleitübungen;88
6.12;5.12 Finger- und Handgelenksübungen;88
6.13;5.13 Wirbelsäulenübungen;90
6.14;5.14 Entspannungsübungen;90
6.15;5.15 Ärztliche Behandlung;79
6.16;5.16 Postoperative Handtherapie;91
6.17;5.17 Komplikationen und Prognose;91
7;6. Dupuytren-Kontraktur;94
7.1;6.1 Ätiologie;95
7.2;6.2 Symptome;95
7.3;6.3 Einteilung nach Schweregraden;96
7.4;6.4 Ärztliche Behandlung;96
7.5;6.5 Handtherapie;96
7.6;6.6 Therapeutischer Befund;97
7.7;6.7 Wund- und Narbenbehandlung;97
7.8;6.8 Ödemminderung;98
7.9;6.9 Dupuytren-Schienen;98
7.10;6.10 Finger- und Handgelenksübungen;102
7.11;6.11 Postakute Übungsinhalte;103
7.12;6.12 Heimprogramm;129
7.13;6.13 Komplikationen und Prognose;104
8;7. Rhizarthrose;106
8.1;7.1 Ätiologie;107
8.2;7.2 Symptome;107
8.3;7.3 Ärztliche Behandlung;109
8.4;7.4 Konservative Handtherapie;109
8.5;7.5 Therapeutischer Befund;109
8.6;7.6 Gelenkschutz;110
8.7;7.7 Hilfsmittelabgabe;129
8.8;7.8 Umgang mit Schmerz;111
8.9;7.9 Finger- und Handgelenksübungen;112
8.10;7.10 Entspannungstechniken;114
8.11;7.12 Textildaumenschienen;117
8.12;7.11 Kurze thermoplastische Daumenschiene;129
8.13;7.13 Postoperative Handtherapie;118
8.14;7.14 Postoperative Fingerund Handgelenksübungen;118
8.15;7.15 Lange thermoplastische Daumenschiene;119
9;8. Sympathische Reflexdystrophie;122
9.1;8.1 Ätiologie;123
9.2;8.2 Symptome;123
9.3;8.3 Einteilung nach Schweregraden;124
9.4;8.4 Ärztliche Behandlung;124
9.5;8.5 Handtherapie;124
9.6;8.6 Therapeutischer Befund;125
9.7;8.7 Ödemminderung;125
9.8;8.8 Schmerzlinderung;126
9.9;8.9 Spiegeltherapie;126
9.10;8.10 Lagerungsschiene;127
9.11;8.11 Finger- und Handgelenksübungen;128
9.12;8.12 Heimprogramm;128
9.13;8.13 Übungen ab Stadium II;129
9.14;8.14 Prognose;129
10;9. Funktionelle Übungen;132
11;Sachregister;138
12;Handschienen;143
(S. 77-78)
Der Karpaltunnel ist ein osteofibröser Kanal, der durch die Handwurzelknochen und das darüber liegende Retinaculum flexorum gebildet wird (vgl. Abb. 1-10). Die knöchernen Begrenzungen bestehen radialseits aus Os scaphoideum und Os trapezium, ulnarseits aus dem Os hamatum. Den Boden des Tunnels bilden Os lunatum, Os capitatum und Os trapezoideum. Das Retinaculum flexorum – ein fibröses Halteband – liegt wie eine schützende Brücke quer darüber und ermöglicht das Abstützen auf dem Handballen ohne eine Schädigung der darunter liegenden Strukturen. Dort eingebettet liegen der N. medianus und ein Teil der Fingerbeugesehnen. Jeweils vier Sehnen des M. flexor digitorum superficialis und des M. flexor digitorum profundus sowie die Sehne des M. flexor pollicis longus werden vom Karpaltunnel umschlossen. Das sogenannte Karpaltunnelsyndrom (KTS) wird durch Kompression des N. medianus im Handwurzelkanal ausgelöst.
5.1 Die Symptomatik
der distalen Nervenkompression tritt typischer Weise zwischen der vierten und sechsten Lebensdekade auf. Oftmals beginnen die Symptome bei Rechtshändern an der rechten Hand, zeigen sich aber in vielen Fällen mit der Zeit auch an der weniger belasteten Hand. Frauen sind davon doppelt so häufig davon betroffen wie Männer. Das KTS kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden.
Ursache können zum einen ossäre Traumata sein, wie Radiusfrakturen oder Luxationen der Handwurzelknochen, zum anderen spielen aber auch degenerative Prozesse wie beispielsweise Arthrose eine Rolle. Man beobachtet auch einen Zusammenhang mit langjähriger monostatischer Überlastung: Die einseitige Beanspruchung der Fingerflexoren löst eine Nervenreizung aus. Zu hierfür typischen Tätigkeiten gehören Arbeiten am Computer oder Telefon, das Benutzen der Schere bei Friseuren, einseitige Fabrikarbeiten, aber auch Arbeiten an vibrierenden Geräten, wie dem Presslufthammer. Andere raumfordernde Prozesse wie Entzündungen der Beugesehnen, Sehnenscheidenentzündung oder Ganglien können ebenso lokal auf den Nerv drücken.
Ferner können Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Hormonveränderungen verantwortlich sein. Diese können während einer Schwangerschaft oder nach der Menopause, aber auch bei Schilddrüsenerkrankungen oder bei Gewichtszunahme auftreten. In seltenen Fällen kann auch ein Tumor die Ursache sein. Dennoch gibt es bei diesem Krankheitsbild einen hohen Prozentsatz von Patienten, bei denen der Arzt keinen bestimmten Faktor ausmachen kann, der für die Krankheit ursächlich wäre.
5.2 Symptome
Patienten mit KTS beschreiben zu Beginn der Erkrankung ein unangenehmes Gefühl in Daumen, Zeige- und Mittelfinger und zum Teil auch auf der radialen Seite des Ringfingers. Dieses kann sich zu Parästhesien (Kribbeln, «Ameisenlaufen»), Hypästhesien (pelziges Gefühl, Taubheitsgefühl) oder gar Dysästhesien (schmerzhafte Missempfindungen) entwickeln. Erste Symptome treten häufig nachts auf und stören das Durchschlafvermögen.
Die Finger fühlen sich insbesondere am Morgen geschwollen und unbeweglich an. Mit Fortschreiten der Erkrankung treten die Symptome auch tagsüber auf. Eine Linderung der Beschwerden erreichen viele Patienten durch instinktives Schütteln des Handgelenks. Im weiteren Verlauf genügt bereits eine statische Handhaltung in leichter bis starker Dorsalextension des Handgelenks, um die Symp tome auszulösen (Fahrrad oder Auto fahren, Arbeiten am PC oder Telefon). In diesem Stadium kann sich daraus ein permanentes Taubheitsgefühl entwickeln. Einzelne Nervenfasern sterben durch die ständige Einengung des Nervs ab.
Die Schädigung beginnt meist an den sensiblen Nervenfasern. Später werden die motorischen Fasern in Mitleidenschaft gezogen. Die anfängliche Muskelschwäche kann sich zur Muskelatrophie ausweiten. Davon betroffen sind die Muskeln des Daumens (M. abductor pollicis brevis und M. opponens pollicis), sowie die Mm. lumbricales I und II. Die Patienten haben zunehmend Schwierigkeiten in der Verrichtung feinmotorischer Arbeiten. Einen Knopf zu schließen oder ein Geldstück aufzugreifen wird zur Tortur. Ein bis in den Oberarm und in den Rücken ausstrahlender Schmerz kann Alltagsaktivitäten für diese Patienten unerträglich machen.




