E-Book, Deutsch, 553 Seiten, eBook
Wurmser Die zerbrochene Wirklichkeit
1989
ISBN: 978-3-662-00919-2
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Psychoanalyse als das Studium von Konflikt und Komplementarität
E-Book, Deutsch, 553 Seiten, eBook
ISBN: 978-3-662-00919-2
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Ausgehend von klinisch-therapeutischen und literarisch-philosophischen Beobachtungen, die das Selbst- und Welterleben als "gespalten", als zerbrochen oder doppelt zeigen, konzentriert sich der Autor auf drei Erscheinungsformen: Was ist das Erleben des Tragischen? Welches sind der Ursprung und die Natur des durch das Ressentiment begründeten absoluten Bösen? Was steckt hinter der durch Lüge und Verleugnung geschaffenen doppelten Wirklichkeit? Zur Erklärung dieser Phänomene dient das Konzept des inneren Konflikts. Die Erklärung durch Konflikt und Komplementarität ist überhaupt die einzige Kausalantwort, die aus der psychoanalytischen Erfahrung mit Sicherheit abgeleitet werden kann. Als Wissenschaft vom inneren Konflikt wird die Psychoanalyse als gesonderter Bereich der symbolischen Erfassung und Gestaltung der Wirklichkeit aufgefaßt, der weitgehend unabhängig ist und weder den Natur- noch den Geisteswissenschaften zugehört.
Zielgruppe
Research
Weitere Infos & Material
1 Einführung: Die Suche nach dem Absoluten und das Finden des Maßes.- 1.1 Der Abgrund.- 1.2 Selbstquälerei.- 1.3 Doppelleben.- 1.4 Absolutheitsanspruch.- 1.5 Das Tragische als Wertverabsolutierung und Verleugnung in der Kultur.- 1.6 Kategorien des mythischen Denkens.- 1.6.1 Gegenstandsbegriff und Konkretheit der Symbole.- 1.6.2 Der Kausalbegriff.- 1.6.3 Das Ganze und die Teile.- 1.6.4 Die dinglich-substantielle Natur von Wirken und Eigenschaften.- 1.7 Konflikt und Komplementarität in der Psychoanalyse.- 1.7.1 Die Frage an die Wissenschaft vom inneren Konflikt.- 1.7.2 Der Entwurf des Ganzen und die Frage nach den Ursprüngen.- 1.7.3 Der Brennpunkt für das Erklären.- 1.7.4 Die Frage des Kausalverständnisses.- 1.7.5 Über-Ich-Analyse und das Problem der Absolutsetzung.- 1.7.6 Die Gefahr von innen.- 1.8 Komplementarität und Metaphern als Mittel theoretischer Erfassung.- 1.9 „... wo wir den Kampf gewaltiger Naturen um ein bedeutend Ziel vor Augen sehn…“.- 1: Verblendung und tragische Wahrheit.- 2 Das Tragische und dessen Veru nt r euung.- 2.1 Der tragische Charakter.- 2.1.1 Tragischer Konflikt.- 2.1.2 Tragischer Charakter und die Scham-Schuld-Dialektik.- 2.1.3 Der Zwang.- 2.1.4 Die Macht der Verleugnung.- 2.1.5 „Ate“ — die Verblendung.- 2.1.6 Das Opfer.- 2.1.7 Pathos und „tödliche Wunde“.- 2.1.8 Hybris.- 2.1.9 Das Ressentiment.- 2.1.10 Die Sequenz.- 2.2 Das Antitragische.- 2.2.1 Die Psychophobie und das antitragische Vorurteil.- 2.2.2 Die Lüge.- 2.3 Das „zerbrochene Sollen“.- 2.4 Der Zwang: die Kernkonflikte.- 2.5 Das Tragische und das Problem des Narzißmus.- 2.5.1 Hybris und Narzißmus.- 2.5.2 Absolutsetzung, Spaltung und Zwang.- 3 Der Schrei nach Gerechtigkeit — Das Tragische in der Kultur.- 3.1 Antigones Fluch und Kreons Wahl.- 3.2 Einige Bemerkungen zur Geschichte der Tragödie als Kunstform.- 3.2.1 Die ekstatisch-mythische Theorie vom Ursprung der Tragödie.- 3.2.2 Die Theorie vom Helden und vom Chor — Die individuellschöpferische, logosorientierte Theorie.- 3.2.3 Tragödie als Konflikt von Charakter und Schicksal.- 3.3 Das Phänomen des Tragischen in philosophischer und literarischer Sicht.- 3.3.1 Platon und Aristoteles.- 3.3.2 Einige moderne Deutungen.- 3.4 Die tragische Wahrheit und die Psychoanalyse.- 3.5 Das Wesen des Tragischen.- 3.6 Die Erscheinungsformen des Tragischen.- 3.7 Das Tragische als Kampf zwischen Gerechtigkeit und Weisheit.- 3.8 Die Doppelheit der Schau.- 3.9 „Die Schuld des Wählenden“.- 3.10 Der Endpunkt des tragischen Bogens.- 3.11 „Meine Kinder haben mich besiegt“.- 4 „Mein vergi f tetes Blut“ — Der Geist des Ressentiments und das tragische Bewußtsein (Gedanken zu Pär Lagerkvists Zwerg).- 4.1 Affekt und Haltung des Ressentiments.- 4.2 „Gefährliche Gedanken sind gleich Giften“ — Literarische Zeugnisse.- 4.3 Dvärgen.- 4.3.1 Die sozial- und kulturkritische Deutung.- 4.3.2 Der Zwerg als quasi-reale Figur.- 4.3.3 Der Zwerg als Repräsentant einer allgemeinmenschlichen Wirklichkeit.- 4.3.4 Der größere Zusammenhang.- 5 „Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen“ — Doppelheit und Bruch in der Wirklichkeit bei Dickens.- 5.1 Der klinische Ausgangspunkt.- 5.2 Der Roman als Enthüllung.- 5.3 Vier Antithesen.- 5.3.1 Verstocktheit und Großzügigkeit.- 5.3.2 Falschheit und Echtheit.- 5.3.3 Firnis und Substanz.- 5.3.4 Die Verleugnung des Gewissens und die Rückkehr des Verleugneten.- 5.4 Doppelheit als Stilelement.- 5.4.1 Ironie.- 5.4.2 Das Unheimliche und der Schrecken.- 5.4.3 Die unerwartete Metapher.- 5.4.4 Das Besondere und das Allgemeine.- 5.4.5 Synthese und Analyse.- 5.5 Die psychoanalytische Perspektive.- 5.5.1 Die Stellung des Erzählers.- 5.5.2 Überraschung und Angst.- 5.5.3 Das Geheimnis der Doppelheit.- 5.6 Konflikt, „Spaltung“ und Gewissen.- 6 Die Rolle der Verleugnung in der Kultur.- 6.1 Umgrenzung des Verleugnungsbegriffs und seine Beziehung zum Tragischen.- 6.2 Bestimmte Arten der Verleugnung in der modernen Gesellschaft.- 6.3 Verblendung und tragische Wahrheit im Politischen.- 6.3.1 „Denn seine Macht ist’s, die sein Herz verführt“ — Die Macht im moralischen Konflikt.- 6.3.2 Zu erinnern, was über die menschliche Vorstellungskraft hinausgeht.- 6.4 Der Zwiespalt von Verleugnung und Absolutsetzung eines Ideals in zwei alten Kulturen: Galut-Judentum und neo-konfuzianisches China.- 6.4.1 „... ehe denn die silberne Schnur zerreißt und die goldene Ampel zerspringt“ — Das Gesetz im Gegensatz zur Geschichte.- 6.4.2 „Der Edle kennt keinen Streit“.- 6.4.3 „Beschreiben und nicht machen, treu sein und das Altertum lieben“.- 6.4.4 „Fac eas, Domine, de morte transire ad vitam!“ — Die Verleugnung der Sterblichkeit.- 6.4.5 Das Problem des Bösen.- 6.5 Die zerbrochene Wirklichkeit unserer Welt.- 2: Das Rad, der Pfad und ein Reich ohne Grenzen — Fragen von Wert und Wahrheit in der Psychoanalyse.- 7 Doppeltext und Kausalverständnis — Erkenntniskritische und wertethische Fragen in der Psychoanalyse.- 7.1 Das Bild vom Rad der Täuschung.- 7.1.1 Die Ordnung der Beobachtungen.- 7.1.2 Die Frage nach der Erklärung.- 7.1.3 Die Frage nach der Stellung der Psychoanalyse.- 7.2 Die Frage nach der Natur der psychoanalytischen Wahrheit.- 7.2.1 Die Komplementarität von Wert und Wahrheit.- 7.2.2 „Die Naturwissenschaft der Seele“?.- 7.2.3 Reflexionen in Rortys Spiegel.- 7.2.4 „Die Große Wasserscheide“.- 7.3 Das Suchen nach der Wahrheit.- 7.4 Der Deutungsprozeß.- 7.5 Was der analytischen Erforschung am eigentlichsten zugehört.- 7.6 Was ist die spezifische Form der psychoanalytischen Kausalerklärung?.- 7.7 Psychoanalyse als Wissenschaft vom Konflikt.- 7.8 Wertphilosophische Erwägungen.- 8 „Durch die blauen zusammenschlagenden Felsen“ — Ein „Wesensbild“ der Psychoanalyse.- 8.1 Die Aufgabe.- 8.2 Wissenschaft, Kunst, Mythos.- 8.3 Das „Eidos“ der Psychoanalyse.- 8.4 Eine kritische Prüfung der Spezifität.- 9 „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“ — Plädoyer für die Verwendung von Metaphern in der psychoanalytischen Theoriebildung.- 9.1 Symbol und Abstraktion.- 9.1.1 Das Fürsichsein des Allgemeinen.- 9.1.2 Das Zerbrochene zusammenfügen.- 9.1.3 Abtrennung der Form, Abziehung des Individuellen.- 9.1.4 Abstraktion als „Grundform der Beziehung“, als „Form einer Reihe“ und als „Notwendigkeit der Verbindung“.- 9.1.5 Das Symbol als Brücke zwischen dem Sinn und dem Sinnlichen.- 9.1.6 Symbol als verhüllter Konflikt.- 9.2 Die Kritik an der Metapher als Instrument der Theoriebildung.- 9.3 Der Ort der Metapher in der Wissenschaft.- 9.4 Das Problem neuer Metaphern.- 9.4.1 Die Abstraktionshierarchie.- 9.4.2 Vorgänger.- 9.4.3 Cassirers vier Wissenschaftskriterien.- 9.4.4 Der Energiebegriff in der Naturwissenschaft und in der Psychoanalyse.- 9.4.5 Das Gesetz als Metapher.- 9.5 Die Notwendigkeit von Metaphern in der Psychoanalyse.- 9.6 Die Bedeutung der Metapher als Form der Konfliktsymbolisierung.- 10 Gedanken zum Problem des wissenschaftlichen Absolutismus.- 10.1 „Entweder—oder“ — Grünbaums radikale Herausforderung.- 10.1.1 Die Metapher der Verschmutzung.- 10.1.2 Der Eckstein des Kausalverständnisses — Die Unterminierung der Theorie der spezifischen Ursache.- 10.1.3 Eine erste Antwort.- 10.1.4 Zu den Fragen „kausaler Beglaubigung“ und der Spezifität der Kausalität.- 10.1.5 Ursache von Traum und Träumen.- 10.1.6 Fälle und Beweise.- 10.1.7 Was wirkt?.- 10.1.8 Die unbefragten Voraussetzungen.- 10.2 Die Fragwürdigkeit der analytischen Situation als Forschungsinstrument.- 10.2.1 Das wirkliche Problem: die Qualität des Zusammenpassens und die Quantität der Daten.- 10.2.2 Der „gute Esel“ der Suggestion, die Metapher vom geführten Schaf und die Weisheit der „docta ignorantia“.- 10.3 Die Frage der Verifizierung und die Metapher der Reinheit.- 10.4 Die philosophische Grundfrage — relative und absolute Wahrheit.- 10.4.1 Das pragmatische Kriterium der Wahrheit.- 10.4.2 Die Enge des Kausalverständnisses.- 10.4.3 Der Standpunkt entscheidet.- 10.5 Kohärenztheorie und Komplementarität.- 10.6 Wissenschaftliche Methode als Mittel zum Zweck, nicht als Selbstzweck.- 10.7 Die Verfehlung der Komplementarität.- 11 „Im heiligen Kreise lebendiger Bildung“ — Innerer Kon f likt und Komplementarität.- 11.1 Dialektische Weisheit und Idealisierung.- 11.2 Die Spannung der Widersprüchlichkeit.- 11.3 Analyse, Synthese und Form.- 11.4 Form, Metamorphose und Schauen.- 11.5 „Die Summe aller Weisheit“.- 11.6 Innerer Konflikt und Synthese in der Psychoanalyse.- 11.7 Komplementäre Paradigmen — Konfliktlösung gegenüber Psychagogik.- 11.8 „Denn nur also beschränkt war je das Vollkommene möglich“.- 12 „Übergewaltige Gäste aus einer fremden Welt“ — Die Autonomie der Psychoanalyse als einer eigenen symbolischen Form.- 12.1 Neue metaphorische Systeme.- 12.2 Konflikt im Dialog, im Lernen und in der Treue.- 12.3 Die Form der theoretischen Symbole.- 12.4 Ein grundlegender Zweifel.- 12.5 Die Hierarchie der Abstraktionen in der Psychoanalyse.- 12.6 Die dritte Antinomie.- 12.7 Komplementarität und Konflikt als die das Seelische bestimmende Form der Kausalität.- 12.8 Sui iuris.- 12.9 Zentrum und Peripherie des Erkennens und Bewertens.- 12.10 Die Demütigung des Einzelnen.- 12.11 Die Doppelheit unserer Wirklichkeit.- 12.12 Schlußwort.- 13 Literatur.- 14 Personenverzeichnis.- 15 Sachverzeichnis.




