Woodworth | Das Flüstern der Toten | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 377 Seiten

Reihe: Violet Eyes

Woodworth Das Flüstern der Toten

Roman: The Violets 1 | Hochspannung mit einem faszinierenden übernatürlichen Element
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-345-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman: The Violets 1 | Hochspannung mit einem faszinierenden übernatürlichen Element

E-Book, Deutsch, Band 1, 377 Seiten

Reihe: Violet Eyes

ISBN: 978-3-98690-345-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Wer die Stimmen der Verstorbenen hört, lebt gefährlich: Der Mystery-Thriller »Das Flüstern der Toten« von Stephen Woodworth als eBook bei dotbooks. Sie werden bewundert, gefürchtet - und gejagt ... Jeder weiß, dass es sie gibt, und doch ziehen fast alle es vor, ihnen niemals zu begegnen: Jenen Menschen, die das geheimnisvolle Talent haben, mit den Seelen der Toten zu sprechen. Weltweit gibt es nur zweihundert dieser Medien - und nun hat ein geheimnisvoller Killer begonnen, eins nach dem anderen zu ermorden. Agenten Dan Atwater wird vom FBI beauftragt, Natalie Lindstrom von der »Nordamerikanischen Gesellschaft für Jenseitskommunikation« zu schützen, aber die kühle Frau mit den violettfarbenen Augen traut niemandem. Bringt sie sich damit leichtsinnig in Gefahr - oder verfolgt sie einen eigenen Plan? »Eiskalte Spannung in der Tradition von ?Minority Report? - das fesselnde Rätselspiel voller unerwarteter Wendungen wird durch sein hohes Tempo und die starke Welt, in die der Autor uns wirft, noch mitreißender.« Publishers Weekly Jetzt als eBook kaufen und genießen: »Das Flüstern der Toten« von Stephen Woodworth ist der erste Band der Urban-Fantasy-Tetralogie »Violet Eyes«. Wer liest, hat mehr vom Leben! dotbooks - der eBook-Verlag.

Stephen Woodworth, geboren 1967 in Kalifornien, veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten und Novellen, für die er unter anderem für den renommierten Locus-Award nominiert wurde, bevor er mit seinem übernatürlichen Thriller »Das Flüstern der Toten« international bekannt wurde. Bei dotbooks veröffentlichte Stephen Woodworth die vier Bände seiner Violet-Eyes-Tetralogie: »Das Flüstern der Toten«, »Die Stimme der Nacht«, »Die Sprache des Blutes« und »Der Schrei der Seelen«.
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Kapitel 2
Ladung einer Zeugin


An diesem Morgen staute sich der Verkehr auf dem Hollywood Freeway, und Dan versäumte den Beginn des Muñoz-Mordprozesses. Als er am Criminal Justice Center eintraf, bereitete sich die Anklage bereits darauf vor, das Opfer als Zeugin zu laden.

Da er spät dran war, entschied er sich, seinen Wagen auf einem der privaten Parkplätze in Downtown zu parken, anstatt lange nach der für die Ermittlungsbehörden reservierten Garage zu suchen. Das Bureau konnte die vierzehn Dollar Gebühr verschmerzen. Noch bevor er einen halben Block gegangen war, bereute er die Entscheidung bereits, denn er fühlte, wie das Hemd unter seinem Blazer von Schweiß feucht wurde.

Trotz der mörderischen Hitze scharten sich Neugierige und Reporter von TV-Nachrichtensendern um den Eingang des Gerichts. Ein Kordon uniformierter Wachen des Sheriffbüros hielt die Menge auf Distanz. Eine Violette würde heute in den Zeugenstand treten – ein so seltenes Ereignis, das Schlagzeilen machte. In der Regel genügte die bloße Androhung der Zeugenaussage eines Violetten bereits, den Angeklagten dazu zu bringen, sich schuldig zu bekennen, doch Hector Muñoz hatte auf seinem ›Nicht schuldig‹ bestanden und die Gelegenheit zur Verteidigung gefordert.

Dan drängte sich durch die Menge zu dem mit einem Seil abgesperrten Areal vor dem Eingang und zeigte dem dort stehenden Officer seinen Ausweis, der ihn zur Tür durchwinkte.

Erleichtert atmete Dan auf, als er in das kühle Foyer trat. Am Sicherheitskontrollpunkt in der Halle zeigte er erneut seine FBI-Dienstmarke. »Okay, Agent… Atwater.« Der Wachposten in weißem Hemd, ein massiger Mann lateinamerikanischer Herkunft, überflog den Ausweis und gab ihn Dan zurück. »Wenn Sie möchten, können Sie mir Ihre Waffe geben, während Sie durch den Detektor gehen ...«

Dan bedachte ihn mit einem schmallippigen Grinsen. »Nicht nötig. Ich trage keine.« Er leerte seine Taschen in eine Plastikschale und ging durch die wie ein Türrahmen aussehende Sicherheitsschleuse ohne Alarm auszulösen.

Der Wachposten grinste. »Wenn das so ist, wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Tag!«

Dan legte zwei Finger zu einem Pfadfindergruß an die Stirn und fischte seine Schlüssel und die losen Münzen aus der Schale.

Neben den Aufzügen hing ein Schild, auf dem stand: ›Alle Personen werden im 8. Stock durchsucht‹, und er musste feststellen, dass ihn nicht einmal seine FBI-Dienstmarke vor einer weiteren Verzögerung bewahren konnte. Dan machte das jedoch nichts aus. Violette verursachten bei ihm eine Gänsehaut, und er würde in den folgenden Tagen noch eine Menge Zeit mit dieser Violetten verbringen. Kein Grund zur Eile also.

Saal 9-101 des Superior Court empfing ihn mit einem kühlen, klimatisierten Lufthauch, als Dan einen Flügel der Tür aufstieß und eintrat. Der Saal war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, doch Dan erspähte einen freien Sitz in der letzten Reihe der Galerie, während die Richterin ihre obligatorische Belehrung der Geschworenen gerade beendete.

»Sie sollen die Aussagen des Opfers mit derselben Sorgfalt und mit ebenso großer Skepsis wie die eines jeden anderen Zeugen beurteilen, bevor Sie zu Ihrem Urteilsspruch kommen.« Die matronenhafte, dunkelhäutige Richterin blickte die Geschworenen über den Rand ihrer Brille hinweg mahnend an, das zerfurchte Gesicht in strenge Falten gelegt. »Sie müssen die Aussagen der Verstorbenen sorgfältig gegen die anderen von der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung präsentierten Beweismitteln abwägen, um nach eigenem Ermessen die Wahrheit zu erkennen. Ist Ihnen Ihre Verantwortung, wie ich Sie eben beschrieben habe, bewusst?«

Die Geschworenen murmelten ihre Zustimmung, obwohl sich einige von ihnen nicht sonderlich wohl in ihrer Haut zu fühlen schienen. Hector Muñoz, der nervös mit den Fingern auf den Tisch der Verteidigung trommelte, verlagerte das Gewicht auf seinem Stuhl und flüsterte seiner Anwältin etwas zu. Mit einem besorgten Gesichtsausdruck schüttelte sie den Kopf.

»Sehr gut.« Die Richterin nickte dem Distriktstaatsanwalt, einem groß gewachsenen, pflichtbewusst wirkenden Mann mit streng nach hinten gekämmtem Haar, auffordernd zu. »Sie können Ihre nächste Zeugin aufrufen, Mr Jacobs.«

»Danke, Euer Ehren.« Jacobs erhob sich von seinem Stuhl. »Gerichtsdiener, würden Sie bitte Ms Lindstrom hereinbringen?«

Ein stämmiger Mann in Uniform öffnete die Tür links vom Richterstuhl und führte eine hagere, blasse junge Frau mit kahl rasiertem Schädel in den Gerichtssaal. Dan reckte den Hals, um einen besseren Blick auf die Violette zu haben, mit der er in den nächsten paar Wochen zusammen sein würde.

Sie trug ein langärmeliges Hemd und eine weite, bequeme Hose, die beide eine Nummer zu groß für sie wirkten, was sie in dem sterilen Licht der Leuchtstofflampe des Gerichtssaals zart und zerbrechlich aussehen ließ. Doch sie sprach mit ruhiger, bemessener Kraft in der Stimme, als der Gerichtsdiener sie vereidigte.

Ein Stuhl mit hoher Rückenlehne war für ihre Aussage in den Zeugenstand gebracht worden. Breite Nylongurte baumelten von der Lehne und den Beinen des Stuhls. »Bitte nennen Sie für das Protokoll Ihren vollen Namen«, forderte Jacobs die Frau auf, als sie Platz genommen hatte.

»Nathalie Lindstrom.«

»Und Sie sind ein offiziell anerkanntes Mitglied der Nordamerikanischen Gesellschaft für Jenseitskommunikation?«

»Das ist richtig.«

»Und sind Sie bereit, heute Ihre Fähigkeiten dem Gericht mit absoluter Ehrlichkeit zur Verfügung zu stellen?«

»Ja, das bin ich.«

Jacobs wandte sich an einen korpulenten Mann mit Brille, der rechts vom Zeugenstand wartete. »Würden Sie bitte das Medium für die Zeugenaussage vorbereiten, Mr Burton?«

Burton pflückte einen Punktstrahler aus der Innentasche seines Anzugsjacketts und leuchtete damit Lindstrom in beide Augen, um sich zu vergewissern, dass sie keine farbigen Kontaktlinsen trug. Obwohl es inzwischen ausgefeiltere Möglichkeiten gab, die Echtheit eines ›Mediums‹ zu überprüfen, war diese Methode gängig geworden, denn alle Violetten wurden, wie ihr Name schon sagte, mit violetter Iris geboren.

Burton rollte einen Wagen mit einem SoulScan-Gerät – einem Seelenscanner – zum Zeugenstand und schloss Lindstrom an den Apparat an, indem er eine Reihe von Elektroden mit chirurgischem Klebeband an ihrem kahl rasierten Schädel befestigte. Wie bei den meisten Violetten, waren auch bei ihr die zwanzig Kontaktstellen in einem Muster winziger bläulicher Punkte auf ihre Kopfhaut tätowiert.

Jacobs erklärte den Geschworenen, auf welche Weise dieser hoch entwickelte Elektroenzephalograph die elektromagnetische Präsenz der Seele des Opfers ermittelte, während sie das Gehirn des Mediums durchdrang. »Sie werden in der Lage sein, mit eigenen Augen den exakten Augenblick des Eintritts der Seele der Verstorbenen zu beobachten«, erklärte er und deutete auf einen großen, grün leuchtenden Monitor, der an der Wand über Lindstroms Stuhl angebracht war. Dan fiel auf, dass Jacobs es unterließ, die Funktion des großen roten Knopfs auf der Schalterkonsole des Seelenscanners zu erklären. Er wurde als ›Panikknopf‹ bezeichnet, weil er einen starken Elektroschock durch die Kabel in das Gehirn des Violetten schickte und damit gewaltsam eine Seele vertrieb, die gewalttätig wurde oder sich weigerte, den Körper des Mediums wieder zu verlassen. Mit Hilfe ihrer strengen geistigen Disziplin konnten jedoch ausgebildete Violette gewöhnlich jede widerspenstige Seele jederzeit loswerden. Der Panikknopf war lediglich zur Sicherheit angebracht, denn die Toten waren stets unberechenbar.

Burton trat vom Zeugenstand zurück und ließ Lindstrom, von deren Schädel nun ein Gewirr von Kabeln emporspross, in ihrem Stuhl allein. Die Kabel wanden sich zu einem wie ein dickes Tau aussehenden Bündel zusammen, das sich zu einer Stecköffnung auf dem Seelenscanner hinabschlängelte. Burton schaltete das Gerät an und eine Reihe von grünen Linien erschien auf dem Monitor. Die regelmäßigen, niedrigen Zickzackwellen der oberen drei Linien stellten die Alphawellen von Lindstroms bewusstem Denken dar. Die unteren drei Linien zeigten keinen Ausschlag und warteten auf das in das Medium eintretende Wesen.

»Sind Sie bereit, Ms Lindstrom?«, fragte Jacobs.

»Ja.« Sie lehnte sich in den Stuhl zurück und schloss die Augen, während Burton die Nylongurte um ihre Beine und ihren Rumpf festschnallte und ihre Handgelenke mit einem gezahnten Plastikband fesselte.

Es ist zu ihrer Sicherheit, sagte sich Dan, doch der Gedanke vermochte ihn nicht zu beruhigen. So schmerzhaft die Fesseln waren, Lindstrom würde bald noch schlimmere Qualen erleiden.

Jacobs riss das Siegel einer der durchsichtigen Plastiktüten mit Beweismaterial der Staatsanwaltschaft auf und entnahm ihr ein mit Teddybären bedrucktes Babylätzchen. Er breitete das Lätzchen aus und zeigte es den Geschworenen, dann legte er es in Lindstroms Hände.

Dan verzog das Gesicht und schüttelte den Kopf. Dieser Staatsanwalt ging gleich in die Vollen. Er hätte als Kontaktobjekt so gut wie jeden Gegenstand wählen können, den das Opfer berührt oder getragen hatte. Eine Haarbürste, einen Hausschlüssel, einen Führerschein – all diese Dinge hatten ein winziges Quäntchen Verbindung zur toten Frau bewahrt und würden ihre elektromagnetische Essenz wie ein Blitzableiter zum Medium lenken. Stattdessen hatte sich Jacobs wegen der emotionalen Wirkung, die es auf die Geschworenen haben würde, dafür entschieden, ein Kleidungsstück des Kindes zu präsentieren. Weshalb Muñoz bereit war, die Tortur der Zeugenaussage einer Violetten auf sich zu nehmen, konnte Dan nicht...



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