E-Book, Deutsch, Band 2272, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Wood Versuchung im Schneesturm
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1543-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2272, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7515-1543-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wilde, dunkle Locken, golden gesprenkelte Augen, der feurige Blick... Risikokapitalanleger Garrett ist sofort verzaubert, als er auf einer Wohltätigkeitsgala mit der umwerfenden Jules tanzt. Seine geheimsten Wünsche scheinen in Erfüllung zu gehen, denn wenig später werden Jules und er beim Besuch einer Ranch in Colorado eingeschneit. Doch auch nach der unvergesslich sinnlichen Nacht mit ihr wird Garrett das Gefühl nicht los, dass Jules etwas vor ihm verbirgt ... Hat es damit zu tun, dass er die Ranch vor der Insolvenz retten soll?
Schon mit acht Jahren schrieb Joss Wood ihr erstes Buch und hat danach eigentlich nie mehr damit aufgehört. Der Leidenschaft, die sie verspürt, wenn sie ihre Geschichten schwarz auf weiß entstehen lässt, kommt nur ihre Liebe zum Lesen gleich. Und ihre Freude an Reisen, auf denen sie, mit dem Rucksack auf dem Rücken, abenteuerliche Ziele in Südafrika, Europa und Amerika besucht. Beim Schreiben taucht sie ganz in ihre Geschichte ein, verliebt sich auch heute noch in die Helden ihrer Romane und flirtet beim Schreiben mit ihnen.
Wenn Joss Wood nicht gerade schreibt, oder sich um ihre Kinder kümmert, nutzt sie ihre Erfahrungen in Business und Marketing, um mit Hilfe einer ehrenamtlichen Organisation, die Wirtschaft ihres Heimatstädtchens an der Ostküste Südafrikas anzukurbeln. Umgeben von Farmen und einer atemberaubenden Berglandschaft, gehört die Gesellschaft von wilden Steppentieren vor der Haustür genauso zu ihrem glücklichen und etwas chaotischen Leben, wie ihre Familie, Freunde und natürlich ihre Bücher.
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1. KAPITEL
Garrett Kaye hätte nicht behaupten können, Spaß zu haben. Wusste er überhaupt, was Spaß war? Zumindest langweilte er sich weniger als sonst.
Immerhin etwas.
Er war Gast bei der Wohltätigkeitsgala von Ryder International am Valentinstag. Der Tisch, an dem man ihn platziert hatte, war geschmackvoll dekoriert. Alles war in Schwarz, Weiß und Silber gehalten. Die Decke des Saals war mit einem glänzenden silbrigen Stoff abgehängt, durchsetzt mit kleinen Lichtern. Die runden Tische verschwanden unter weißen Decken, die mit schwarzen Rosen bedruckt waren. In der Mitte standen riesige bauchige Glasvasen mit rosafarbenen, roten und weißen Tulpen, gebunden mit frischem Grün. Das weiße Geschirr war edel, das Besteck aus schwerem Silber, die Gläser aus Kristall.
Für das Essen sorgte ein mehrfach ausgezeichneter Gourmet-Koch, Champagner und Wein waren von erlesenster Qualität. Den lauten Ohhs! und Ahhs! nach zu urteilen kamen die Taschen mit Geschenken für die Gäste gut an. Die lächelnden Gesichter ringsum verrieten, dass alle den Abend genossen. So sollte es auch sein, denn immerhin hatten sie pro Person hunderttausend Dollar und mehr für den Abend bezahlt. Fairerweise musste man sagen, dass diese Summe für niemanden hier – Garrett eingeschlossen – ein Problem war.
Wäre er hier, wenn jemand anderes als die Ryder-Whites die Gala ausgerichtet hätte? Wahrscheinlich nicht. Für die Mitglieder dieser illustren Familie war er nichts weiter als der Sohn der Assistentin von Callum Ryder-White – ein Junge, der es international geschafft hatte.
Callum und sein Clan hatten keine Ahnung, dass es ihm ein Leichtes wäre, ihre Welt auf den Kopf zu stellen.
„Mein erster Job war in Panama-City. Ich habe am Strand eine Gin-Promotion gemacht …“
Der Klang der melodischen Stimme holte Garretts Aufmerksamkeit zurück an den Tisch, an dem Jules Carlson Hof hielt, eine Frau mit wilden Locken, einem warmen, braunen Hautton und einem fantastischen Körper. Ihre Augen faszinierten ihn. Wenn sie jemanden ansah, den sie mochte, dann sprühten förmlich goldene Fünkchen aus dem dunklen Braun. Wenn sie lachte, strahlten die Fünkchen kupferfarben. Gelegentlich changierten sie auch ins Grünliche, aber das nur, wenn sie mit ihm sprach. Er schien sie zu nerven. Der Gedanke amüsierte ihn.
Ihre Reaktion war ungewöhnlich. Sie weckte sein Interesse.
Garrett wusste, dass er nicht schlecht aussah. Das war eine Tatsache, keine Einbildung.
Er war groß – gut einen Meter achtzig – und hielt seinen muskulösen Körper fit. Allerdings war er realistisch genug, um zu wissen, dass er das ungeteilte Interesse der Frauen nicht zuletzt seinem gut gefüllten Bankkonto zu verdanken hatte.
Mit Geld ließ sich alles kaufen.
Aber Jules Carlson, international anerkannte Cocktail-Expertin und Barkeeperin, war definitiv nicht beeindruckt von ihm. Interessant …
Es gefiel ihm. Garrett lehnte sich zurück und öffnete die Jacke seines Smokings. Jules erzählte gerade sehr anschaulich von einer ihrer ersten Pop-up-Bars, bei der offenbar so gut wie alles schiefgegangen war. Eine Flasche Tequila war ihr auf den Fuß gefallen, aber sie hatte auch mit einem gebrochenen Zeh weitergearbeitet. Es kam zu einem Streit unter den Gästen, und sie hatte Pech mit ihrem Bikini – das Oberteil war seitlich verrutscht, sodass die Gäste mehr von ihren Brüsten zu sehen bekamen als beabsichtigt.
Garrett ließ seinen Blick über ihre Gestalt gleiten und befand, dass sie hübsche Brüste hatte. Sie war groß, schlank und hatte herrliche Kurven. Diese Kurven kamen in dem orangeroten Kleid mit dem geometrischen Muster in Weiß, Orange, Gold und Schwarz perfekt zur Geltung – zumal der mutige Schnitt viel von ihrer Haut sehen ließ. Es war ein Tribut an ihre afrikanische Herkunft und stach in dem Meer vorwiegend einfarbiger Kleider sofort ins Auge.
„Die Pop-up-Bar wurde von Crazy Kate’s gesponsert, oder?“, erkundigte sich Tinsley Ryder-White. Wie er selbst hatte Tinsley dunkelbraunes Haar, blaue Augen und ein kantiges Gesicht. Eine gewisse Ähnlichkeit war nicht überraschend, schließlich war er ihr Onkel. Oder ging zumindest davon aus, dass er es war.
Garrett starrte einen Moment lang versonnen in sein Whiskeyglas, bevor er den Blick durch den Saal gleiten ließ. Callum Ryder-White, der älter schien, als Garrett ihn in Erinnerung gehabt hatte, stand an der Bar. Das einstmals dunkle Haar war inzwischen von silbrigen Fäden durchzogen. Er musste Anfang achtzig sein. Garrett überschlug im Geiste einige Zahlen.
Er war fünfunddreißig. Callum musste Ende vierzig gewesen sein, als er seine Assistentin geschwängert hatte, Garretts Mutter Emma. Zu der Zeit war Callum verheiratet gewesen und hatte bereits einen erwachsenen Sohn, James.
Dort drüben stand er. Die Ähnlichkeit zwischen ihm und seinem Halbbruder war unverkennbar. Garrett mochte ein paar Zentimeter größer sein und auch muskulöser, aber es konnte keinen Zweifel daran geben, dass sie verwandt waren.
Eigentlich erstaunlich, dass diese Ähnlichkeit nur ihm aufzufallen schien. Seine Mutter sah sie wahrscheinlich auch, aber da sie sich weigerte, die Vaterschaft überhaupt zu bestätigen, herrschte seit nunmehr gut zwei Jahrzehnten zwischen ihnen mehr oder weniger Funkstille, und er konnte sie nicht fragen.
Was war er, bei Lichte betrachtet? Das uneheliche Kind des harten, von Ehrgeiz getriebenen Callum Ryder-White und von Emma Kaye, einer emotional distanzierten Frau, die ganz in ihrem Job als persönliche Assistentin eines der mächtigsten Wirtschaftsbosse der Ostküste aufging. Garrett war nur ein unerwartetes Problem gewesen, das gelöst werden musste. Eine überflüssige Belastung.
Er hatte früh gelernt, dass er am besten allein zurechtkam. So war er am stärksten. Die Suche nach Liebe oder Anerkennung konnte ihn nur schwächen.
Er war dankbar für den Trustfonds, den Callum für ihn eingerichtet hatte und über den er an seinem einundzwanzigsten Geburtstag verfügen konnte. Natürlich war er sich nicht hundertprozentig sicher, dass das Geld von Callum kam, aber wer sonst hätte ihm fünf Millionen Dollar zukommen lassen sollen? Er hatte das ganze Geld in ein Internet-Start-up investiert. Als er zwei Jahre später sein Studium abschloss, hatte sich der Wert seiner Investition verfünffacht. Er verkaufte und steckte das Kapital in Kaye Capital.
Es überlief ihn kalt, wenn er bedachte, was er für ein Risiko eingegangen war. Mit einem Schlag hätte er alles verlieren können. Aber er hatte Glück gehabt. Viel Glück. Er war dankbar dafür, dass sich seine Intuition ausgezahlt hatte, aber am liebsten würde er sein jüngeres Ich für dieses enorme Risiko ohrfeigen, das er eingegangen war. Er hatte wirklich keinen Funken Verstand gehabt!
Wie sagte seine Mutter immer: Der Himmel schützt die Jungen und die Unbedarften.
Lautes Lachen holte ihn unvermittelt zurück in die Gegenwart. Er sah, wie Sutton Marchant und Cody Gallant sich die Augen wischten vor Lachen. Sutton war ein Bestseller-Autor, und Cody betrieb eine international renommierte Event-Agentur. Offenbar war Jules eine gute Erzählerin und konnte eine Runde mit ihrem Charme gut unterhalten.
Garrett hingegen war eher wortkarg.
„Ich freue mich schon darauf, Jurorin bei eurem Cocktail-Wettbewerb zu sein, Tins“, sagte Jules gerade. „Es ist wirklich eine super Idee.“
„Was ist das für ein Wettbewerb?“, erkundigte Sutton sich.
Tinsley erklärte, dass Ryder International als Betreiber von Nobel-Bars zur Hundertjahrfeier des Unternehmens einen internationalen Wettbewerb für den besten neuen Cocktail ausgeschrieben hatte. Die Teilnehmer sollten Cocktails vorstellen, die von historischen Ereignissen des letzten Jahrhunderts inspiriert waren. Jules gehörte zur Jury.
„Was würde dir zu dem Thema einfallen, Ju?“, fragte Tinsley ihre Freundin.
Jules stützte das Kinn auf die Hand und überlegte. „Mmmm, gute Frage. Es ist so viel passiert, seit George Ryder-White die erste Bar eröffnet hat. Da ist das Wettrennen ins All, die Entwicklung der Computer, das Internet und nicht zu vergessen: die Empfängnisverhütung.“ Sie zog das hübsche Näschen kraus. „Ich glaube, ich würde mir etwas überlegen, das feminin und fantastisch ist, voller Leidenschaft. Inspiriert von so wunderbaren Frauen wie Ruth Bader Ginsburg, Sojourner Truth, Frida Kahlo und Audre Lorde.“
Sutton runzelte die Stirn. „Ginsburg und Kahlo kenne ich, aber von Truth und Lorna habe ich noch nie etwas gehört.“
„Lorde“, verbesserte Garrett ihn. „Sojourner Truth wurde als Sklavin geboren, konnte fliehen und machte sich einen Namen im Kampf gegen die Sklaverei und für Frauenrechte. Sie ist eine der ganz großen Frauen des 19. Jahrhunderts.“
Jules’ Blick hätte Funken schlagen können.
„Audre Lorde war Schriftstellerin und Feministin. Obwohl sie fast blind war und eine Sprachstörung hatte, hat sie sich sehr aktiv in der Bewegung eingebracht“, fuhr er fort.
Jules zog die Brauen empor. „Ich bin beeindruckt, Kaye.“
Ihr Ton verriet, dass das Gefühl nicht von Dauer sein würde. Garrett lächelte amüsiert. „Ich lese.“
Er las sogar sehr viel. Schon in jungen Jahren hatte er in Büchern eine Möglichkeit gefunden, der Realität zu entfliehen, der Einsamkeit und dem Gefühl, aus dem Leben seiner Mutter ausgeschlossen zu sein. Beim Lesen entdeckte er neue Welten, die er nach Herzenslust erforschen konnte.
„Der Cocktail-Wettbewerb...




