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Wise | Holy City | Buch | 978-3-910918-40-5 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 344 Seiten, Format (B × H): 144 mm x 198 mm, Gewicht: 520 g

Wise

Holy City


Erstausgabe
ISBN: 978-3-910918-40-5
Verlag: Polar Verlag e.K.

Buch, Deutsch, 344 Seiten, Format (B × H): 144 mm x 198 mm, Gewicht: 520 g

ISBN: 978-3-910918-40-5
Verlag: Polar Verlag e.K.


Ausgelöst durch den tragischen Tod seiner Mutter kehrt Will Seems aus Richmond in die ländliche Gegend von Süd-Virginia heim. Er tritt eine Stelle als Deputy Sheri in Euphoria County an, das von Kriminalität und Niedergang geprägt ist. Seine Bemühungen, sein Leben weiterzuführen, indem er das heruntergekommene Anwesen seiner Familie restauriert, werden zunichte gemacht, als ein brutaler Mord das Leben seines alten Freundes Tom Janders fordert, der bei einem Brandanschlag ums Leben kam. Die Schuld gegenüber einem alten schwarzen Freund, der vor Jahren Will beschützt hat und dafür eine bleibende Entstellung davongetragen hat, verfolgt ihn, als ausgerechnet dessen Vater wegen des Mordes an Tom verhaftet wird. Zeke Hathom wurde

beim Verlassen des brennenden Gebäudes gesehen und der Sheri nimmt ihn umgehend in Gewahrsam. Aus Schuldgefühlen dem Sohn gegenüber will Seems die Unschuld des Vaters beweisen. Er gerät in Konflikt mit dem Sheriff, der offenbar froh ist, den Fall abschließen zu können. Als die lokale schwarze Gemeinde Bennico Watts, eine Privatdetektivin aus Richmond, engagiert, um Will bei der Suche nach dem wahren Mörder zu helfen, macht das den Fall für ihn nicht einfacher.

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Zielgruppe


Leser und Leserinnen von Südstaaten und Kriminalliteratur, von William Faulkner

Weitere Infos & Material


Er saß steif da, wie eine tote Katze, tastete nach dem Gri der Pistole unter dem Sitz, atmete auf. Die Nacht kehrte zurück, eine von vielen, in denen er endlos unterwegs war und dem zornigen Wort Gottes im dünnen statischen Knistern lauschte, einer zugleich strengen und nahen Stimme, die mit schneidender Gewissheit direkt zu ihm zu sprechen schien. Er hörte zu, denn es gab nichts anderes – keinen anderen Radiosender – hier draußen zwischen den Weilern oder Dörfern oder Straßenkreuzungen, die früher vielleicht einmal Städte gewesen waren, dazwischen nichts als hügeliges Land im Streben nach irgendeiner Art Gleichgewicht, ein Puls, nur spürbar, wenn man die Weiten durchfuhr, der überraschte, denn ansonsten fühlte sich die Landschaft tot an. Von der weichen, grünen, dschungelartigen Vegetation, die einen großen Teil von Virginia bedeckte, war nichts zu

sehen, hier war das Land hart, rau, dornig. Die einsamen Straßen wanden sich wie Schlangen durch dichte Wälder oder weite Felder oder gerodete Brachen, in denen der Boden so nackt und bizarr aussah wie ein gehäuteter Bär. Er fuhr an verblichenen Häusern vorbei, von Kudzu oder von Liguster und Efeu überwuchert, blätternde Farbe, und aus der holzvertäfelten Dunkelheit erklang die dunkle, väterliche, vertraute Stimme, freundschaftlich und nach Gewalt und Arglist klingend, die Stimme glatt rasiert, streng, schneidend und erwartungsvoll, irgendein lokaler Prediger in einem Landstrich voller verwirrender Verbrechen. Will Seems war nach zehn Jahren in Richmond – genannt HOLY CITY – in eine Gegend zurückgekehrt, die er in jedem dieser zehn Jahre „Heimat“ genannt hatte, und die, wie er jetzt erkannte, von einer Schar der Verlorenen und Versprengten bevölkert wurde. Letztes Jahr hatte ein Mann seiner Frau die Kehle mit einem Klappmesser durchgeschnitten und sich dann mit einer

Walther PPK erschossen, aber in beiden Fällen versagt. Der Frau war es gelungen, die Blutung an ihrem Hals mit einem Kissen zu stoppen und den Notruf zu wählen, und als der Mann im Krankenhaus wieder zu sich kam, fehlte ihm der Großteil seines Kiefers, dafür trug er Handschellen.


Wise, Henry
Henry Wise ist Absolvent des Virginia Military Institute und des MFA-Programms der University of Mississippi. Seine Werke wurden unter anderem in Shenandoah, Nixes Mate, Radar Poetry und Clackamas verffentlicht. HOLY CITY ist sein erster Roman.
Ausgezeichnet mit dem Edgar 2025



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