E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Winters Blitzhochzeit in Portugal
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7455-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-7455-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Spätestens in seinem Palast an der Küste Portugals sagt Mallorys Herz laut Ja zu dem feurigen Rafael D'Alfonso. Der temperamentvolle Portugiese will zwar nur eine Vernunftehe, damit sie sich um seine Tochter kümmert. Aber Mallory ist entschlossen, Rafael zu erobern ...
Rebecca Winters war eine berühmte amerikanische Romanceautorin aus Salt Lake City, Utah. Ihre Heimat und ihre Lieblingsurlaubsziele in Europa dienten oft als Kulisse für ihre romantischen Liebesromane.
In ihrer 35-jährigen Schaffenszeit schrieb sie 175 Romance Novels, die weltweit fast 30 Millionen Mal verkauft wurden.
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1. KAPITEL
„Für diejenigen Zuschauer, die gerade erst eingeschaltet haben: Bei der Jack-Hendley-Talkshow am Freitagabend, live aus New York übertragen, ist heute die entzückende Mallory Ellis zu Gast.“
Während die Zuschauer klatschten, spielte die Band die Erkennungsmelodie der Sendung.
„Wenn man Miss Ellis ansieht, könnte man sie ohne Weiteres für ein Supermodel halten. Aber weit gefehlt! Mit ihren gerade einmal neunundzwanzig Jahren ist sie eine der jüngsten weiblichen Führungskräfte, über die je in ‚Financial Wizards of Wall Street‘ berichtet wurde. Direkt nach ihrem Jurastudium an der Universität Yale, das sie mit Auszeichnung abgeschlossen hat, hat Miss Ellis eine Stelle bei Windemere Cosmetics in Los Angeles bekommen, das damals kurz vor dem Ruin stand. In den wenigen Jahren, in denen sie dort als stellvertretende Geschäftsführerin arbeitet, hat die Firma nicht nur einen neuen Namen bekommen – Lady Windemere Cosmetics –, sondern expandiert auch international. Und noch immer steigen die Gewinne – erfreuliche Nachrichten für die Angestellten, die inzwischen Anteile am Unternehmen besitzen“, fuhr der Moderator fort. „Laut der Presse lässt sich Miss Ellis’ unbestreitbares Talent auf ihre profunden Kenntnisse über Gewinn und Verlust zurückführen. Wir hoffen jedoch, dass sie uns heute Abend das wirkliche Geheimnis ihres Erfolgs verrät.“
Als der Moderator nun seinen Blick über Mallory Ellis gleiten ließ, glitzerten seine Augen. „Jemand aus Ihrem Bekanntenkreis hat mir gesagt, Sie wüssten, was Frauen wollen. Hatten Sie denn immer schon vor, ein weiblicher Tycoon zu werden?“
Ganz eindeutig klang seine Stimme eher scharf als neckend. Mallory wusste, dass Jack Hendley ein Chauvinist war und sehr feste Vorstellungen von der Rolle hatte, die Frauen seiner Meinung nach im Leben spielen sollten. Schon allein deshalb wäre sie nicht gern in seiner Sendung aufgetreten. Doch der Fernsehsender hatte Liz Graffman, die 70-jährige Witwe und Besitzerin von Lady Windemere Cosmetics, angerufen und um Mallorys Auftritt in der sehr beliebten Jack-Hendley-Show gebeten. Natürlich hatten beide Frauen dieses Angebot nicht ablehnen können, denn so ein Fernsehauftritt bedeutete unbezahlbare Werbung für das Unternehmen.
In den vergangenen drei Jahren hatte sich zwischen Mallory und Liz ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt, fast als wäre die alte Dame ihre Lieblingstante. Und wenn es der Firma zugutekäme, würde Mallory eben eine halbe Stunde herablassendes Verhalten ertragen.
„Der Ausdruck ‚Tycoon‘ impliziert, dass jemandem eine oder mehrere Firmen gehören. Ich dagegen arbeite nur für ein Unternehmen“, korrigierte sie Jack Hendley, der prompt ihr freundliches Lächeln ignorierte, weil sie nicht wie gewünscht reagiert hatte.
„Aber um Ihre Frage zu beantworten: Als ich alt genug war, mir über die Welt Gedanken zu machen, gab es eigentlich nur eine Sache, die ich mit Ehrgeiz betrieben habe – das Surfen.“
Damit hatte er nicht gerechnet. „Wo sind Sie denn aufgewachsen?“
„In Huntington Beach in Kalifornien.“
„Deshalb also. Waren Sie eine gute Surferin?“
„Ich habe ein paar Regionalmeisterschaften in Redondo Beach und Malibu gewonnen.“
Aus dem Publikum ertönten anerkennende Pfiffe und Klatschen.
„Miss Ellis, sicher möchten sämtliche Junggesellen hier wissen, ob es einen künftigen Lord Windemere gibt.“
Diese Frage war so vorhersehbar gewesen, dass Mallory einen Seufzer unterdrücken musste. „Nein“, erwiderte sie dann.
„Heißt das …“
„Es heißt ganz einfach Nein“, unterbrach sie ihn und lächelte strahlend, wobei ihre blauen Augen leuchteten. Natürlich hatte sie schon viele Verabredungen mit Männern gehabt, aber bisher noch nie den Wunsch verspürt, mit einem von ihnen ihr Leben zu verbringen. Und dass so etwas in naher Zukunft passieren würde, kam ihr mehr als zweifelhaft vor.
„Und wie kam es dann zu der Wandlung von der Surferin zur Wirtschaftsjuristin?“
Offenbar gefielen Jack Hendley Mallorys kurze, wenig aufschlussreiche Antworten nicht. Sehr gut, dachte sie. Vielleicht stellte er dann endlich mal eine Frage, die mit ihrem Besuch in der Show zu tun hatte.
„Wenn ich nicht gerade surfte, habe ich am Strand gelesen. Schon von klein auf war ich ein fanatischer Comicfan. Mein Vater hatte eine ganze Reihe Comics aus den Vierzigern, und ich habe jeden einzelnen davon verschlungen. Besonders gut gefielen mir die Geschichten über die Amazonen von der Paradies-Insel, die geheime Kräfte hatten.“
Grinsend wandte sich Jack Hendley ans Publikum. „In so einem knappen sexy Outfit würde Miss Ellis sicher auch wie eine Amazone aussehen, stimmt’s?“ Wieder wurde gepfiffen.
Doch Mallory ignorierte seine Bemerkung. Als es wieder ruhig war, fuhr sie fort: „Während des Zweiten Weltkriegs sagte der Autor dieser Comicserie einmal etwas sehr Kluges: Wenn man den Frauen etwas Zeit ließe, um selbstbewusster zu werden, würden sie bald ernsthaft anfangen, die Dinge zu steuern. Und wenn Frauen an der Macht wären, würde es keine Kriege mehr geben. Denn niemals würden Frauen ihre Zeit damit verschwenden, Menschen umzubringen.“
Lauter Applaus ertönte.
„Dieser Ausspruch hat mich sehr beeindruckt. Ich wollte zu den Frauen gehören, die wesentliche Dinge steuern.“
Inzwischen waren so gut wie alle Frauen aufgestanden und klatschten laut, während die Band noch einmal die Erkennungsmelodie spielte. Als endlich alle wieder saßen, fragte der Moderator: „Stimmt es, dass bei Lady Windemere ausschließlich Frauen arbeiten, seit Sie die Zügel dort in der Hand halten?“
Nickend neigte Mallory den Kopf zur Seite, wobei ihr das dunkelbraune, glänzende Haar über die Schulter fiel.
„Ja. Denn Frauen wollen zwar für Männer schön sein, aber sie schminken und kleiden sich auch auf eine bestimmte Art, um den prüfenden Blicken anderer Frauen standzuhalten. Sie sind doch verheiratet, Mr Hendley. Was antworten Sie, wenn Ihre Frau Sie fragt, ob sie rosa oder roten Lippenstift auflegen soll?“
„Dass ich sie schön finde, egal, welche Farbe sie nimmt.“
„Genau. Offensichtlich sind Sie ein guter Ehemann, der außerdem noch weiß, wie man Fallstricke umgeht. Sie wollen Ihre Frau nicht mit einer falschen Antwort kränken, aber eine Hilfe sind Sie ihr nicht“, stellte Mallory fest. „Die Mitarbeiterinnen von Lady Windemere müssen nicht so vorsichtig sein, sondern sagen der Kundin die Wahrheit. Und natürlich stellen sie ihr eine eigene Farbpalette zusammen, damit sie sich so schön und selbstbewusst wie möglich fühlt. Auf diese Art wird sie nämlich mehr Produkte kaufen und der Firma als Kundin treu bleiben.“
„Mit anderen Worten, in Ihren Filialen kann ich mich nicht von einem Mann bedienen lassen.“
„Richtig.“
„Ist das nicht sexistisch?“
Mit diesem Angriff hatte Mallory gerechnet. Souverän lehnte sie sich zurück, kreuzte die langen, schlanken Beine und erwiderte: „Nachdem ich mir das Unternehmen genau angesehen hatte, wusste ich, was ich tun musste, damit ein erfolgreicher Konzern daraus werden würde. Aber wenn ich für eine Firma mit nicht ausschließlich weiblicher Kundschaft arbeiten würde, wäre die Frage nach männlichen oder weiblichen Angestellten natürlich gar nicht relevant.“
Provozierend zog der Moderator die Augenbrauen hoch. „Sie würden also nicht alle Männer feuern und stattdessen Frauen einstellen, wenn Sie ein Unternehmen retten wollten, das beispielsweise Autoteile produziert?“
Wie es schien, wollte Jack Hendley partout nicht das Thema wechseln. Ob es an seinem aggressiven Verhalten lag, dass seine Einschaltquoten ständig sanken? Mallory konnte verstehen, dass der Fernsehsender darüber nachdachte, eine Co-Moderatorin zu engagieren: Eine Frau würde seine bornierte Einstellung vielleicht ein wenig dämpfen können.
„Wenn ich entscheiden müsste, wer bleiben kann und wer nicht, würde ich versuchen herauszufinden, welche Mitarbeiter effizient arbeiten und welche nicht. Egal, ob es sich um Frauen oder Männer handelt, das Wohl des Unternehmens muss ihnen am Herzen liegen.“
Nach dieser Antwort lehnte der Moderator sich zurück und sah sie prüfend an. „Wir haben nur noch wenige Minuten Zeit, und ich sehe viele Wortmeldungen. Was möchten Sie Miss Ellis fragen?“, wandte er sich ans Publikum.
„Wie wär’s mit einem Date nach der Sendung?“, rief ein halbes Dutzend Männer.
Dass es keine Fragen zu den Produkten von Lady Windemere Cosmetics geben würde, war Mallory schon eine ganze Weile klar – und es lag nicht zuletzt an Jack Hendleys Verhalten. Aber es war auch kaum zu erwarten gewesen.
„Vielen Dank, mein voller Terminplan lässt das leider nicht zu“, erwiderte sie lächelnd. „Aber Sie waren ein tolles Publikum und können sich gerne Proben von Lady Windemere Cosmetics mitnehmen, die draußen ausliegen.“
Während die Zuschauer nun begeistert klatschten, nahm Mallory ein Geschenk aus ihrer Handtasche. „Das ist für Ihre Frau, Mr Hendley – mit den besten Empfehlungen von Lady Windemere.“
„Vielen Dank.“ Achtlos legte er das Päckchen zur Seite. „Würden Sie unseren Zuschauern noch schnell berichten, was Sie als Nächstes vorhaben?“
„Natürlich. Ich fliege nach Europa, um mir unseren neuesten Laden in Lissabon anzusehen.“
„Also ganz die viel beschäftigte Geschäftsfrau, wie immer. Haben Sie in...




