E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Winston Das ist es, was ich will
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1964-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-1964-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als die zierliche Ana nach dem Schwimmen aus dem Wasser steigt und ihr nasses T-Shirt mehr enthüllt als verbirgt, kann der smarte Börsenmakler Garrett den Blick nicht von ihr wenden. Wie soll dieser Monat nur enden, wenn er so sexy beginnt? Denn vier Wochen lang muss Garrett sich mit Ana ein Ferienhaus in Maine teilen - so verlangt es eine Klausel im Testament seines Stiefvaters Robin. Von Beginn an ist Garrett überzeugt, dass Ana, die über ihr Verhältnis zu Robin schweigt, dessen Geliebte war. Und wann immer das Verlangen nach ihr zu heftig wird, zwingt Garrett sich, dran zu denken, dass diese verführerische Schönheit, die ihn so unschuldig und süß verzaubert hat, sehr berechnend sein muss. Warum begehrt er sie dann bloß so heftig?
Anne Marie Winston lebt im ländlichen Pennsylvania und war früher Lehrerin. Doch als sie wegen ihrer Kinder zu Hause blieb, wusste sie eines Tages, dass es an der Zeit war, etwas Neues zu probieren. 1989 fing sie an, ihre erste Romance zu schreiben, und 1991 verkaufte sie ihr erstes Manuskript an den Verlag Silhouette. In der Zwischenzeit sind zahlreiche Liebesromane dazugekommen, die Anne Marie etliche Auszeichnungen eingebracht haben und oft auf den Bestsellerlisten der USA erscheinen. Anne Marie ist engagiertes Mitglied bei den Romance Writers of America und den Novelists, Inc. und wurde für ihre Verdienste in diesen Organisationen geehrt. Landesweit wird sie häufig als Sprecherin zu Konferenzen eingeladen, und im letzten Sommer lehrte sie am Smithsonian Institute ein Seminar zum Thema kreatives Schreiben. Anne Maries Hobbys sind Eiskunstlauf, Theater spielen und tanzen, gärtnern und die Tiere pflegen, die ihrer Familie immer wieder zulaufen. Außerdem isst sie für ihr Leben gern Schokolade! Sie kocht nur, wenn es sich nicht umgehen lässt, und verbringt viel Zeit damit, ihre Kinder zu ihren verschiedenen Aktivitäten zu fahren. Mehr über Anne Marie erfahren Sie auf ihrer Website www.annemariewinston.com. Sie können ihr auch unter folgender Adresse schreiben: P.O.Box 302, Zullinger, PA 17272.
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2. KAPITEL
Ana und Garrett nahmen in zwei wuchtigen Ledersesseln vor Mr. Marrows Schreibtisch Platz. Nachdem der Anwalt Anas Identität anhand ihres Führerscheins überprüft hatte, schaute er Ana und Garrett an.
„Robins Wünsche waren etwas ungewöhnlich“, begann er.
„Inwiefern?“, wollte Garrett wissen.
„Vielleicht wird Mr. Marrow es uns sagen, wenn Sie ihn nicht unterbrechen“, bemerkte Ana zuckersüß. Als Garrett sie kochend vor Wut ansah, lächelte sie ihn an, um ihm zu demonstrieren, dass seine Feindseligkeit sie nicht im Mindesten aus der Fassung brachte.
Der Anwalt räusperte sich und las vor: „Mr. Robin Underwood hat Folgendes verfügt: Garrett Wilbur Holden erhält all seine Besitztümer und sein Vermögen mit Ausnahme des im Testament namentlich aufgeführten Anwesens.“
Wilbur? Der zweite Vorname dieses Finsterlings war Wilbur? Ana musste an sich halten, um nicht in hysterisches Gelächter auszubrechen. Garrett hatte aufgehört, nervös mit dem Fuß zu wippen. Sie nahm an, er war jetzt darüber beruhigt, dass ihm niemand die Erbschaft streitig machen würde. Obwohl sie kaum nachvollziehen konnte, warum Garrett Holden sich darum sorgen sollte, ob er mehr oder weniger Geld erbte. Insbesondere wenn man bedachte, was schon ein kleiner Betrag für sie bedeuten könnte.
Sie richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Anwalt.
„Ana Birch erhält die Hälfte des Eden Cottage am Snowflake Lake im Bundesstaat Maine“, fuhr Marrow fort.
„Was?“ Garrett sprang empört auf. „Was für ein verrücktes Vermächtnis ist das? Es macht keinen Sinn. Warum hat Robin ihr die Hälfte des Ferienhauses vererbt?“
Genauso erstaunt wie Garrett, richtete Ana sich ganz gerade auf. Ein Ferienhaus?
Mr. Marrow bat um Ruhe. „Zusätzlich erhält Ana Birch eine angemessene Summe für Miete und Nebenkosten für ihr Haus in Baltimore sowie eine Unterhaltszahlung für einunddreißig Tage, beginnend mit dem Tag ihres Einzugs in Eden Cottage.“
„Was?“ Jetzt war es an ihr, den Mann zu unterbrechen. Sie lebte in Baltimore!
„Garrett vermache ich die andere Hälfte des Eden Cottage, und zwar unter folgender Bedingung: Falls beide hier erwähnten Person unverheiratet sind, werden Ana Birch und Garrett Holden für die Dauer von einunddreißig Tagen in dem Haus zusammenleben. Diese Frist beginnt spätestens eine Woche nach der Testamentseröffnung.“
Ana und Garrett schwiegen betreten.
„Ich hoffe, dass ist Robins Art, einen Witz zu machen“, sagte Garrett schließlich. „Warum würde er wollen, dass Ana und ich zusammenleben?“ Er drehte sich zu ihr. „Das kann man niemandem aufzwingen. Das kann nicht rechtmäßig sein.“
„Ich fürchte, es war ihm ernst damit. Und es ist völlig legal, wenn keiner von Ihnen verheiratet ist, bevor das Testament eröffnet wurde“, betonte Marrow. „Und das ist nicht der Fall. Meine Aufgabe war, das sicherzustellen. Falls einer von Ihnen die erhobene Bedingung nicht zu erfüllen bereit ist, werden Sie beide das Cottage verlieren. Es wird dann zugunsten einer im Testament genannten wohltätigen Organisation verkauft werden.“ Der Anwalt wurde zunehmend nervöser. „Wenn Sie die Bedingungen nicht akzeptieren wollen, werde ich beginnen, den Verkauf des Cottage einzuleiten zugunsten …“
„Sie beginnen mit gar nichts“, unterbrach Garrett ihn. „Wir brauchen Zeit, um darüber nachzudenken.“ Er hielt inne. „Robin wollte ausdrücklich, dass Miss Birch und ich einen ganzen Monat lang zusammen in dem Haus leben, bevor in unseren gemeinsamen Besitz übergeht?“
Marrow nickte.
„Könnte ich eine Kopie des Testaments haben?“, hakte Garrett nach. Das war keine Bitte, sondern ein Befehl.
„Natürlich, Mr. Holden.“ Der Anwalt stand auf. „Ich werde sofort für jeden von Ihnen eine Kopie anfertigen lassen. Entschuldigen Sie mich.“ Er ging aus dem Raum.
Ana wünschte, sie könnte den Raum auch verlassen. Als sie aufsah, starrte Garrett sie an. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie konnte es ihm wirklich nicht verdenken, dass er aufgebracht war, und fühlte zu ihrer Überraschung, wie sich in den Schmerz über den Tod ihres Vaters eine Spur Verärgerung mischte. Robin hatte sie beide in eine unhaltbare Situation gebracht.
Garrett räusperte sich. „Ich werde das einem anderen Juristen zur Prüfung geben. Ich gehe doch recht in der Annahme, dass Sie kein halbes Ferienhäuschen in Maine am Hals haben wollen?“
„Natürlich nicht. Aber …“
„Gut. Ich werde Ihnen Ihre Hälfte zu einem fairen Preis abkaufen.“
„Sie kennen sich in der Gegend, wo das Haus liegt, aus?“
Es war erstaunlich. Bei dieser Frage wurde sein Gesicht weicher, und seine blauen Augen blickten voller Wärme. Ana war verblüfft. Diese eigentlich kleine Veränderung seines Ausdrucks machte ihn gefährlich verführerisch und noch attraktiver, als er ohnehin schon war – und er hatte noch nicht einmal gelächelt. Wenn sie klug wäre, würde sie dafür sorgen, dass er verärgert blieb. Denn wenn er jemals sie auf diese Weise ansehen würde, würde sie ihm wahrscheinlich lebenslänglich verfallen.
„Robin und ich sind jeden Sommer dort gewesen“, sagte Garrett gedankenverloren mit einem sanften Gesichtsausdruck, den sie einem sonst so hart wirkenden Mann gar nicht zugetraut hätte. „Wir haben geangelt, haben auf dem See gerudert und Ausschau nach Adlerhorsten gehalten.“ Als er zur Gegenwart zurückkehrte, wurde sein Blick wieder kühler. „Das Cottage bedeutet mir viel mehr, als es Ihnen je bedeuten könnte.“
Dessen war sie sich nicht so sicher. Robin hatte ihr die Hälfte des Häuschens vermacht. Es musste etwas ganz Besonderes für ihn gewesen sein. Was war dort, dass er gewollt hatte, dass sie mit ihrem Stiefbruder einen ganzen Monat in diesem Cottage verbrachte? Und dann traf es sie wie ein Blitz. Die sonderbare Formulierung „wenn beide Personen unverheiratet sind“, war der springende Punk.
„Ich denke“, meinte Ana zögernd, „dass er damit versucht haben könnte, uns zusammenzubringen.“
„Uns zusammenbringen?“, wiederholte Garrett ungläubig. „Sie und mich? Das halte ich für pures Wunschdenken. Robin hätte niemals etwas so Absurdes getan.“
Ana war tief verletzt durch seine Grausamkeit, die sie nicht verstand. „Was habe ich eigentlich getan …?“
„Oder vielleicht“, sagte Garrett, „ist die Hoffnung der Vater des Gedankens. Glauben Sie wirklich, nachdem Robin gestorben ist, könnten Sie sich an mich heranmachen?“
Sowohl von der rüden Frage als auch von seinem hasserfüllten Ton wie vom Donner gerührt, schnappte sie nach Luft. „Ich habe nicht genug über Sie nachgedacht, um diese Idee in Erwägung zu ziehen.“ Ihre Stimme bebte, und sie hasste sich dafür, dass ihr Tränen in die Augen stiegen. „Und selbst wenn ich es getan hätte, kann ich Ihnen versichern, dass ein Treffen mit Ihnen meine Meinung auf der Stelle geändert haben würde.“
„Gut“, entgegnete Garrett völlig ungerührt. „Ich werde Ihnen die Hälfte des Häuschens abkaufen, und sobald die Papiere unterzeichnet sind, wird keiner von uns den anderen noch einmal sehen müssen.“
„Bestens.“ Ana stand auf und marschierte zur Tür, ohne auf die Rückkehr des Anwalts zu warten. „Es gibt nichts, was ich lieber tun würde, als Sie mit einer Unterschrift aus meinem Leben zu verbannen.“
Erst als sie zu Hause angekommen war und sich etwas beruhigt hatte, war sie in der Lage, über die hässliche Szene nachzudenken. Doch dann verschlug ihr die Erkenntnis, warum Garrett sich ihr gegenüber so benahm, die Sprache. Er wusste nicht, wer sie war. Oder, um genauer zu sein, was sie war.
Offensichtlich hielt er sie für Robins Geliebte!
Wort für Wort ging sie im Geist nochmals jeden Moment ihrer drei Begegnungen durch. Und ihr Ärger wuchs und wuchs.
Wie konnte er es wagen, einfach eine solche Schlussfolgerung zu ziehen? Sie musste zugeben, dass diese Überlegung nicht ganz unlogisch sein mochte, aber sie wusste, dass Garrett Robin viele Jahre gekannt hatte. Wieso konnte er nicht auf Robins Integrität vertrauen? Wie konnte er sich auch nur vorstellen, dass Robin etwas mit einer Frau ihres Alters anfangen würde? Sie war ebenso sehr um Robins willen als auch um ihrer selbst willen wütend auf Garrett.
Was für ein ekelhafter Perverser! Es gab kein Wort, das ausreichte, um seine schmutzigen, dummen Unterstellungen zu beschreiben. Wenn sie nur irgendeine Möglichkeit hätte, dafür zu sorgen, dass es ihm Leid tat. Sie wünschte, sie wäre ein Mann und könnte ihm …
Halt! Sie konnte! Sie hatte es in der Hand, ihm sein grobes, gefühlloses Verhalten mit gleicher Münze heimzahlen.
Voller Schadenfreude rieb sie sich die Hände, als sie entschied, wie sie Garrett Holden aus dem Konzept bringen würde. Offensichtlich bedeutete ihm dieses Landhaus sehr viel. Er hatte dort schöne Stunden mit seinem Stiefvater verbracht. Einen Moment lang hatte sie ein schlechtes Gewissen. Ihr Vater hatte Garrett geliebt. Der Himmel mochte wissen, warum, aber so war es. Dennoch hatte Garrett seinen Vater anscheinend nicht so geliebt oder verstanden, wie er es hätte tun sollen, sonst hätte er keine Minute geglaubt, sein Stiefvater hätte eine Affäre mit ihr gehabt.
Und diese Mahnung festigte ihren Wunsch, Garrett eine Lektion zu erteilen, die er so schnell nicht vergessen würde. Sie wäre fast zum Telefon gestürzt, um ihn anzurufen, überlegte es sich dann jedoch anders. Sie würde warten, bis er gezwungen war, zu ihr zu...




