Wilson | Amore ist mehr als ein Wort | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 102018, 144 Seiten

Reihe: Julia

Wilson Amore ist mehr als ein Wort


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-1014-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 102018, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1014-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Will sie wirklich weiterhin mit Skandalgeschichten ihr Geld verdienen? Um sich darüber klar zu werden, nimmt Portia sich eine Auszeit auf der romantischen Isola dei Fiori, wo ihre Schwester eine Villa geerbt hat. Doch ihre Einsamkeit wird gestört, als plötzlich der unverschämt attraktive Hollywoodstar Javier Russo auftaucht! Ein Artikel über ihn würde Portias Karriere vorantreiben. Aber was wird dann aus den zärtlichen Gefühlen, die zwischen ihr und dem sexy Italiener erwachen? Dem die Frauen zu Füßen liegen - und der nur sie küsst ...



Scarlet Wilson hat sich mit dem Schreiben einen Kindheitstraum erfüllt, ihre erste Geschichte schrieb sie, als sie acht Jahre alt war. Ihre Familie erinnert sich noch immer gerne an diese erste Erzählung, die sich um die Hauptfigur Shirley, ein magisches Portemonnaie und eine Mäusearmee drehte - der Name jeder Maus begann mit dem Buchstaben 'M'. Heute kann Scarlet neben den Kindheitserinnerungen auf über 27 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen zurückblicken: Sie hat zum Beispiel als Krankenschwester und Gesundheitsbeauftragte gearbeitet. Ihr angeeignetes medizinisches Wissen nutzt sie jetzt für ihre romantischen Arztromane! Sie vermag es, ihre Figuren individuell anzulegen und durch viele persönliche Details zum Leben zu erwecken, nicht bloß in den Arztromanen, sondern auch in all ihren anderen, vielseitigen Geschichten! Mit ihrem Verlobten und ihren zwei Söhnen lebt sie glücklich an der Westküste Schottlands.

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1. KAPITEL

Portia schloss die Tür und atmete langsam aus, während das Motorengeräusch in der Ferne verklang. Was für eine himmlische Ruhe! Und wie friedlich es jetzt hier war.

Irgendwo im Garten, auf der anderen Hausseite, hörte sie Vogelgezwitscher. Nach drei Tagen, die sie ständig von Leuten umringt verbracht hatte, war das Musik für ihre Ohren. Sie lehnte sich gegen die kühle Wand und musste sich beherrschen, um nicht völlig kraftlos daran herunterzusinken. Die Hochzeit ihrer Schwester Miranda war vorbei.

Endlich konnte sie ihr Dauerlächeln abstellen und musste nicht mehr den nervtötenden Fragen ihrer Schwestern ausweichen. Miranda hatte vor Liebe von innen heraus gestrahlt.

Dabei bin ich die Älteste! Hätte ich nicht zuerst heiraten müssen?

Der Druck, den Portia in ihrer Brust spürte, seit sie hergekommen war, ließ nur langsam nach. Es war nicht so, dass sie ihre Schwestern nicht liebte. Natürlich tat sie das. Aber alle drei ständig um sich zu haben, war unglaublich anstrengend. Sie sprachen immer gleichzeitig, und mindestens eine von ihnen versuchte ständig, die anderen zu übertönen. Jetzt waren sie da, wo sie hingehörten: Miranda in den Flitterwochen, Posy bei ihrem geliebten Ballett und Immi, kurz vor der eigenen Hochzeit, zurück im familieneigenen Betrieb.

Wonach sie selbst sich sehnte, war ein klarer Kopf, um die nächsten Schritte zu planen.

Ihr iPhone lag unbeachtet auf einem der vergoldeten Tischchen in der großen Eingangshalle und schien sich über sie lustig zu machen. Die Isola dei Fiori bot nur eine mangelhafte mobile Abdeckung. Die alte Telefonleitung in der Villa war seit einem Erdbeben defekt, und einen Internetzugang gab es hier ohnehin nicht.

Gut so! dachte Portia trotzig. Ich brauche weder E-Mails noch mein Handy.

Das letzte Telefongespräch hatte ihr Arbeitsleben völlig auf den Kopf gestellt. Davon musste sie sich erst erholen: Mal ehrlich, was hast du uns denn im letzten Monat gebracht, Portia? hatte ihr Redakteur gnadenlos gefragt. Die Preisverleihung ist Wochen her, und deine Roter-Teppich-Interviews sind von gestern. Und das als angeblich investigative Journalistin! Mit siebenundzwanzig ist dein Haltbarkeitsdatum ohnehin so gut wie abgelaufen. Entweder du lieferst in den nächsten vier Wochen eine Hammer-Headline, oder du bist Geschichte.

Wenn sie daran zurückdachte, fühlte sie sich immer noch wie betäubt.

Dabei hatte sie sich mit dem erfolgreich absolvierten Journalismus-Studium ihren großen Traum erfüllt. Einen Job in der Fleet Street zu finden, war schon härter gewesen.

Während sie mit einem Freund für ein paar Wochen quer durch die USA gereist war, hatte sie noch keine Ahnung gehabt, wie ihr Leben einmal aussehen sollte. Und dann verhalf ihr ein zufälliges Gespräch in einem kleinen Café in Los Angeles zu einem vorübergehenden Job bei einem Fernsehsender.

Als der Produzent, der das Café besucht hatte, herausfand, was sie studiert hatte, fragte er Portia, ob sie in der Lage sei, Material für seine Talkshow zu recherchieren.

Portia war intelligent und sah gut aus. Zwei Monate später war sie immer noch bei dem Sender. Dann wurde der TV-Gastgeber auf dem Weg ins Studio in einen Unfall verwickelt. Sie bereitete sich in weniger als einer Stunde auf die Sendung vor und sprang für ihn ein. Das Publikum liebte sie, die Presse überschlug sich mit Lobhudeleien. Fazit: Die attraktive Brünette mit der üppigen Lockenmähne, den wachen dunklen Augen, dem sexy englischen Akzent und einem ausgeprägten Sinn für Humor zog weit mehr Zuschauer an als ihr Vorgänger. Innerhalb eines Jahres war die Show ein Hit.

Und all das durch einen Job, den sie per Zufall bekommen hatte.

Fünf Jahre später hatte Portia mehr Hollywood-Skandale aufgedeckt als jeder ihrer Konkurrenten. Dabei war sie anfangs nicht gerade rücksichtsvoll vorgegangen. Sie witterte lohnende Geschichten auf hundert Kilometer, und ihr Boss puschte sie zunehmend auf die Titelseiten. Zuerst hatte sie es genossen. Doch mit der Zeit erschien ihr das alles nur noch hohl und schal. Sie fühlte sich ausgelaugt und hatte das Feuer verloren, das einst in ihr gebrannt und sie angetrieben hatte. Hollywood war wie ein sich ständig wiederholender Zyklus, in dem nur die Gesichter wechselten, während Storys und Skandale die gleichen blieben.

Und ihr Boss verlangte immer noch reißerische Schlagzeilen, die ihr zunehmend Magenschmerzen bereiteten.

Die Zwickmühle, in der sie akut steckte, war, dass sie zwei Giftpfeile in Form brisanter Storys in ihrem Köcher hatte, aber ihr Gewissen sie daran hinderte, sie abzufeuern. Da war zum einen der ältere, beliebte Schauspieler, der seine Homosexualität bisher weitestgehend hatte geheim halten können. Dann eine großartige Schauspielerin, die seit Jahren unter Depression litt und ständig in Gefahr stand, sich etwas anzutun. Und das, obwohl ihr Humor und ihr strahlendes Lächeln ihre Markenzeichen waren. Beides war nur vorgetäuscht, und Portia wusste auch warum: Ihre Tochter war sehr krank. Und diese arme Frau sollte sie der skandalsüchtigen Öffentlichkeit zum Fraß vorwerfen?

Allein bei der Vorstellung schüttelte sie angewidert den Kopf.

Wenn sie allerdings in den nächsten Wochen keine andere Story auftrieb, konnte sie ihre Karriere vergessen. Aber welche Art von Skandal sollte sie auf der Isola dei Fiori schon finden? Auf einer dünn besiedelten Insel im Mittelmeer mit einem unzureichend ausgebauten Mobilfunknetz?

Portia seufzte. Vielleicht sollte sie sich lieber in das Manuskript für das Buch vertiefen, an dem sie seit drei Jahren arbeitete.

Eine sanfte Meeresbrise wehte durch die Eingangshalle. Die rückwärtigen französischen Terrassentüren standen wohl offen. Platz und Großzügigkeit waren zwei Zauberworte, die sie als Teenager stets mit diesem Ort verbunden hatte.

Portia betrat ihr Lieblingszimmer. Schaute man zur Kuppeldecke hoch, simulierte eine verblasste Symphonie in Blau, Malvenfarben und Rosa einen magischen Sonnenuntergang direkt über den Köpfen der Betrachter. Wenn sie ihre Augen schloss, sah sie die Villa in ihrem früheren Zustand vor sich. Damals hatte sie noch Sofia gehört, der Patin ihrer Schwester Posy. Sofia war ein berühmtes Model und die Geliebte des damaligen Monarchen der Isola dei Fiori gewesen.

Könnte Portia die Uhr zurückdrehen, würde sie wahnsinnig gern Sofia interviewen. Als Kind war ihr alles hier so normal erschienen. Die prachtvolle, einsam gelegene Villa war das Liebesnest zweier schillernder Persönlichkeiten und für sie und ihre Schwestern Feriendomizil und Bühne zugleich gewesen. Denn hier durften sie mit Sofias Erlaubnis deren aufregende Kleider anziehen und die große Treppe als Laufsteg benutzen.

Wenn Portia ihre Augen schloss, sah sie wieder Schauspieler, Rockstars und Models die Räume bevölkern. Heute würde sie ihnen mehr Aufmerksamkeit als früher widmen und ihre Ohren spitzen, um auch ja nichts zu verpassen. Doch leider war die Villa Rosa ziemlich in die Jahre gekommen und nichts an ihr auch nur annähernd so aufregend, prachtvoll und großartig wie früher.

Das blassrosa Mauerwerk bröckelte an vielen Stellen. Die exotischen Blumen und Stauden in den weitläufigen Gartenanlagen drohten vom Unkraut erstickt zu werden. Ein Teil des Daches über der Spülküche auf der rückwärtigen Hausseite war eingestürzt und gerade erst von Mirandas frischgebackenem Ehemann Cleve repariert worden. Auch die antiquierte Elektrik und die altersschwachen Wasserleitungen machten den Aufenthalt hier zu einem Abenteuertrip ganz anderer Art.

Portia fuhr mit der Hand den Riss an der Wand entlang, der sich bis zur Kuppel hinaufzog. Der traurige Zustand der Villa Rosa tat ihr körperlich weh.

Obwohl Posy als Sofias Patentochter die Erbin war, fühlten sich alle Schwestern mitverantwortlich. Sofia hatte sie in ihren Ferien stets wie kleine Erwachsene behandelt. Es gab keine festen Bettzeiten, keine lästigen Regeln. Solange sich die Mädchen respektvoll verhielten und einen zufriedenen Eindruck machten, schien Sofia glücklich zu sein.

So erinnerte sich Portia gern zurück an die faulen Tage mit entspannenden Stunden am privaten Strand und im Felsenpool, der aus einer warmen Quelle gespeist wurde. Und an all den Spaß in einem Farbenrausch aus Satin, Seide und Pailletten.

Portia lehnte sich an die Wand und seufzte abgrundtief. Der hässliche Riss ärgerte sie. Zweifellos würde die Reparatur einen Spezialisten erfordern, wie alles andere hier auch.

Warum fühlt es sich nur so an, als ob die Villa Rosa mein Leben widerspiegelt?

Ein erneuter Seufzer, dann gab Portia sich einen Ruck. Mit Jammern würde sie keinen Schritt vorankommen – weder, was die Villa Rosa betraf, noch in ihrem Leben.

Miranda und Cleve hatten einige Notfallreparaturen am Haus vorgenommen. So gab es wenigstens ein paar bewohnbare Räume. Aber Küche und Bäder waren hoffnungslos veraltet und kaum funktionstüchtig. Und der staubige vollgestopfte Dachboden wahrscheinlich der Traum jedes Antiquitätenhändlers. Aber sie kannte sich zu wenig aus, um ihn zu entrümpeln und damit Geld für dringend benötigte Reparaturen aufzutreiben. Außerdem durfte sie Posy nicht vorgreifen. Vielleicht wollte ihre Schwester die Villa ja auch so schnell wie möglich verkaufen, da ihre Ballettkarriere ihr ohnehin weder Zeit noch Raum ließ, sich um die Villa zu kümmern oder sie selbst zu nutzen.

Alles unsinnige Überlegungen, entschied Portia für sich, atmete tief ein und aus und lächelte schmerzlich. Der schwache Duft von...



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