E-Book, Deutsch, Band 2407, 144 Seiten
Reihe: Julia
Williams Mit einem Playboy spielt man nicht!
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1247-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2407, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1247-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Georginas Herz schlägt wie verrückt, als sie vor Matias' edler Villa in London steht. Nicht, weil er ihr Jugendschwarm war. Auch nicht, weil er inzwischen ein heiß begehrter Selfmade-Milliardär ist. Und erst recht nicht, weil Matias den Ruf eines Playboys hat. Sondern weil sie ihm eine dreiste Lüge gestehen muss: Zu Hause in Cornwall hat sie behauptet, sie beide seien ein Paar. Aber nur, um seine kranke Mutter glücklich zu machen! Wie wird Matias reagieren? Sie auslachen - oder sich auf das pikante Spiel einlassen?
Cathy Willams glaubt fest daran, dass man praktisch alles erreichen kann, wenn man nur lang und hart genug dafür arbeitet. Sie selbst ist das beste Beispiel: Bevor sie vor elf Jahren ihre erste Romance schrieb, wusste sie nur wenig über deren Inhalte und fast nichts über die verschiedenen Schreibtechniken. Aber sie hatte es sich nun mal fest vorgenommen, Autorin zu werden, und so lernte, las und schrieb sie, bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde. Allen denjenigen, die ebenfalls von einer Karriere als Autorin träumen, kann sie deshalb nur nahe legen, den ersten Schritt zu machen und nicht zu schnell aufzugeben!
Zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Charlotte, Olivia und Emma lebt sie im englischen Warwickshire. Viele ihrer Romances spielen ebenfalls in einer typisch englischen Umgebung, aber manche auch an dem Ort, wo Cathy Williams geboren wurde: der sonnigen Tropeninsel Trinidad. Ihr großer Freundeskreis sorgt dafür, dass ihr stets eine interessante Handlung einfällt. Das Wichtigstes für ihre Handlung ist jedoch ihre eigener Glaube daran, dass wir alle auf der Suche nach der großen, wahren Liebe sind.
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1. KAPITEL
Georgina sah an der imposanten Villa empor, vor der sie stand. Eigentlich hatte sie nichts anderes erwartet.
Sie hob eine Hand, um zu klingeln.
Ihr Verstand sagte: Bring es einfach hinter dich! Ihr Herz jedoch: Mooooment … Hast du dir das auch gut überlegt?
Georgina hörte jedoch auf ihren Verstand und drückte die Klingel.
Sie hatte Stunden gebraucht, um herzukommen, und würde sich jetzt nicht heimlich wieder davonschleichen, ohne dem Besitzer der herrschaftlichen Villa in Kensington – ein Mann, den sie seit ihrer Kindheit kannte; ein Mann, in den sie mit sechzehn Jahren schrecklich verknallt gewesen war – zu sagen: Hey, stell dir vor … Ich wette, du hättest nie gedacht, dass wir beide irgendwann doch eine Beziehung haben würden!
Matias hatte keine Ahnung, wer in diesem Moment vor der Tür stand, aber wer auch immer es war, verdiente einen Orden für das perfekte Timing.
Die frostige Blondine auf seinem weißen Ledersofa keifte ihn seit fünfunddreißig Minuten ununterbrochen an. Und sie hörte auch jetzt nicht damit auf, während sie ihm zur Haustür folgte.
„Ich lasse nicht zu, dass du mit mir Schluss machst! Ich habe allen erzählt, dass du nächste Woche zu meiner Geburtstagsparty kommst. Ich habe extra ein Kleid gekauft! … Du hast eine andere, stimmt’s? Wer ist sie? Kenne ich sie? Ich dachte, du liebst mich!“
Matias hatte schon vor zehn Minuten aufgehört, auf ihre Fragen zu antworten.
Jetzt öffnete er die Tür und stutzte.
„Matias.“ Georgina versuchte, an ihm vorbei zu spähen, zur Quelle des schrillen Gezeters. „Wie es aussieht, komme ich ungelegen.“
Matias sah so fantastisch aus, dass es ihr jedes Mal wieder die Sprache verschlug. Ihr Mund war trocken, ihr Herz klopfte, sie konnte keinen klaren Gedanken fassen – und plötzlich wusste sie wieder, wie sie sich als Sechzehnjährige gefühlt hatte, als ihre Hormone verrücktgespielt hatten und sie in diesen bildschönen Jungen verknallt gewesen war, der seinen eigenen Fanclub hatte, seit er dreizehn Jahre alt war. Sie hatte ihre albernen Gefühle stets für sich behalten, denn sie war schließlich die Art Mädchen gewesen, die er nie eines Blickes gewürdigt hätte.
„Georgie, was zum Teufel machst du denn hier?“
„Das ist aber keine sehr nette Begrüßung für eine alte Freundin … Ich habe stundenlang im Zug gesessen, bin müde, meine Füße brennen, und ich würde ungern ein anderes Mal wiederkommen müssen.“
Am liebsten hätte sie auf dem Absatz kehrtgemacht, doch sie zwang sich, ruhig zu bleiben und sich daran zu erinnern, wie wenig sie diesen Mann inzwischen mochte. Irrsinnig sexy war er zwar noch immer, aber mit Wertvorstellungen, die ihr gehörig gegen den Strich gingen.
„Geht es meiner Mutter gut?“, wollte Matias besorgt wissen.
„Wer sind Sie denn?“
Neben ihm tauchte eine Blondine auf, und Georgina fragte sich, ob es Matias denn nie langweilig wurde, mit Frauen auszugehen, die aussahen, als wären sie geklont. Baumlange Blondinen mit Modelfigur und einem gewagten Modegeschmack, der darauf basierte, selbst im tiefsten Winter so wenig wie möglich zu tragen.
Diese spezielle Blondine trug einen knappen roten Minirock, ein enges rotes Top und sehr hohe Sandaletten, denn es war ein sehr warmer Spätsommer.
„Zeit für dich zu gehen, Ava.“
„Es kann immer noch funktionieren, Matias!“
Matias warf Georgina einen flüchtigen Seitenblick zu und fuhr sich mit den Fingern durchs Haar. „Auf keinen Fall“, erwiderte er grimmig, nahm ihr winziges Designertäschchen von der Ablage im Flur und drückte es ihr in die Hand, während er sie Richtung Tür dirigierte. „Du verdienst etwas Besseres als mich.“
Georgina verdrehte die Augen. Sie trat beiseite, während die Blondine an ihr vorbeirauschte, die auf ihren High Heels mindestens fünfzehn Zentimeter größer war und dünn wie eine Bohnenstange.
„Das war sehr rücksichtsvoll von dir, Matias, den Schock ein wenig abzumildern, indem du ihr sagst, dass sie etwas Besseres als dich verdient hat“, bemerkte Georgina trocken, während sie eintrat. Doch sie sah nur noch seinen Rücken, da er sich bereits abgewandt hatte, wahrscheinlich in Richtung Küche, denn er sah aus, als könnte er einen starken Drink vertragen.
Charmant, dachte sie, während sie ihm folgte. Was fanden die ganzen Frauen nur an ihm? Ja, er war reich. Ja, er sah gut aus. Aber sonst … Es gab nichts, das sie an ihm reizte. Was eine gewisse Ironie besaß, denn sie war schließlich hier, um ihn darüber zu informieren, dass sie beide sich insgeheim Hals über Kopf ineinander verliebt hatten und sich schon eine ganze Weile heimlich trafen …
„Also?“
Matias machte sich nicht die Mühe, sie anzusehen. Er ging schnurstracks zum Schrank, nahm eine Flasche Whisky und goss sich ein Glas ein. Er bot ihr nachträglich der Höflichkeit halber ebenfalls einen Drink an, rechnete jedoch offensichtlich nicht damit, dass sie das Angebot annehmen würde.
„Deiner Mutter geht es gut. Mehr oder weniger.“
„Ich hatte einen schlimmen Tag, Georgie, erspar mir bitte das Rätselraten. Nicht, dass es jemals deine Art gewesen wäre, mit irgendetwas hinterm Berg zu halten.“ Er zog die Augenbrauen hoch und wich nicht aus, als ihre Blicke sich trafen. „Ich habe vor zwei Tagen mit meiner Mutter gesprochen, und sie hörte sich gut an, also was ist mit ihr?“
„Nichts. Ihr Zustand hat sich nicht verschlechtert. Ich meine, sie ist nach dem Schlaganfall immer noch geschwächt, und sie kann immer noch nicht wieder ganz normal sprechen, aber sie macht brav alle Übungen, die der Arzt empfohlen hat.“
„Gut.“
„Du hast ein wundervolles Haus, Matias.“ Georgina war noch nicht bereit, das Thema zur Sprache zu bringen, das zur Sprache gebracht werden musste. Sie musste sich erst noch ein bisschen sammeln. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt. „Und ich hätte tatsächlich auch gern einen Drink.“
„Whisky?“
„Wein, wenn du welchen dahast. Danke.“
„Ich warne dich, es ist kein Biowein. Dafür war er wahnsinnig teuer, also überleg es dir bitte gut, bevor die ihn wegkippst, weil er deinen hohen Ansprüchen nicht genügt.“
Matias ging zum Kühlschrank und holte eine Flasche Chablis heraus. Er sah sich über die Schulter um. Sie war angezogen wie immer, irgendein geblümtes Ensemble, das ihre weiblichen Formen kaschierte, statt sie zu betonen. Langer Rock, weites Oberteil … Ein Übermaß an Farben, von denen keine einer kleinen, kurvigen Frau mit leuchtend rotem Haar schmeichelte.
Was ist so schwer daran, sich ein bisschen Mühe zu geben? fragte er sich.
„Sehr witzig, Matias.“
„Wir wissen beide, wie gern du die Trommel für ökologische Landwirtschaft rührst. Ich möchte deinem sozialen Gewissen nicht im Wege stehen.“
„Du kannst wirklich eklig sein, weißt du das?“, fragte sie. Doch ihre Stimme klang neutral, weil sie zu sehr damit beschäftigt war, sich in der spektakulären Küche mit weltmännischem Flair umzusehen.
„Es würde dir fehlen, wenn ich es nicht wäre“, murmelte Matias, ohne mit der Wimper zu zucken, und hielt ihren Blick eine Sekunde länger als unbedingt nötig, bevor er die Lider mit den dichten, dunklen Wimpern senkte. „Was würdest du mit einem netten, höflichen Matias anfangen?“
Georgina errötete – sehr zu ihrem Ärger – und funkelte ihn an. „Ich habe eine stundenlange Fahrt auf mich genommen, um dich zu sehen. Du könntest wenigstens nett zu mir sein.“
„Ja, das hast du“, entgegnete Matias nachdenklich, „und ich frage mich, warum. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich vor Neugier platze. Denn ich kann mich nicht erinnern, dass du schon einmal hier gewesen bist.“
„Du weißt genau, dass ich noch nie hier gewesen bin.“
„Ich konnte mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen, dass du je aus Cornwall rauskommst.“
„Du redest immer so abschätzig über Cornwall! Hast du denn überhaupt keine Verbindung zu dem Ort, an dem du aufgewachsen bist?“
„Nein. Nun sag schon, Georgie …“ Er umkreiste sie wie ein Hai einen kleinen Fisch, langsam, bedächtig, mit wachem, aufmerksamem Interesse. „Wenn du nicht hier bist, um mit mir über meine Mutter zu reden, was genau machst du dann hier? Nicht, dass mir dein Besuch ungelegen gekommen wäre.“
Er setzte sich auf den Stuhl ihr gegenüber und zog einen anderen näher an sich heran, damit er die Beine darauflegen konnte.
Georgina öffnete den Mund, um ihm gehörig die Meinung zu sagen. Seine Mutter verzweifelte an ihm. Die Frauen kamen und gingen, ohne eine Atempause dazwischen, weil Matias Silva, was Frauen betraf, die Aufmerksamkeitsspanne eines Kleinkinds hatte.
Nun sah sie den amüsierten Ausdruck in seinen dunklen Augen und schloss den Mund wieder. Er wollte sie eindeutig provozieren, und das war das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte.
Stattdessen hielt sie seinem Blick gelassen stand. Es erforderte einige Willenskraft, denn er war zweifellos noch immer der atemberaubendste Mann, den sie je gesehen hatte. Gesegnet mit den exotischen Genen seines argentinischen Vaters und der spektakulären Schönheit seiner englischen Mutter, gehörte Matias zu den Menschen, nach denen andere sich auf der Straße umdrehten.
Sie hatte sich ihre jugendliche Schwärmerei längst verziehen. Doch auch jetzt konnte sie den Blick nur schwer abwenden.
Sein Gesicht war von...




