E-Book, Deutsch, Band 2439, 144 Seiten
Reihe: Julia
Williams Die Nanny und der spanische Milliardär
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1411-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2439, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1411-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Finde sie, heirate sie!' Schockiert hört Selfmade-Milliardär Rafael Almirez, was sein Patenonkel von ihm verlangt. Offenbar lebt dessen uneheliche Tochter in Buenos Aires. Und weil Sofia bald ein Vermögen erben wird, soll Rafael sie vor Mitgiftjägern bewahren. Durch Heirat! Als Gärtner verschafft er sich undercover Zutritt zu der Familie, in der Sofia als Nanny arbeitet. Die feurige Schönheit fasziniert Rafael sofort. Doch wie wird sie reagieren, wenn er seine wahre Identität enthüllt, auf einer Vernunftehe besteht und sie mit nach England nimmt?
Cathy Willams glaubt fest daran, dass man praktisch alles erreichen kann, wenn man nur lang und hart genug dafür arbeitet. Sie selbst ist das beste Beispiel: Bevor sie vor elf Jahren ihre erste Romance schrieb, wusste sie nur wenig über deren Inhalte und fast nichts über die verschiedenen Schreibtechniken. Aber sie hatte es sich nun mal fest vorgenommen, Autorin zu werden, und so lernte, las und schrieb sie, bis ihr erstes Manuskript angenommen wurde. Allen denjenigen, die ebenfalls von einer Karriere als Autorin träumen, kann sie deshalb nur nahe legen, den ersten Schritt zu machen und nicht zu schnell aufzugeben!
Zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern Charlotte, Olivia und Emma lebt sie im englischen Warwickshire. Viele ihrer Romances spielen ebenfalls in einer typisch englischen Umgebung, aber manche auch an dem Ort, wo Cathy Williams geboren wurde: der sonnigen Tropeninsel Trinidad. Ihr großer Freundeskreis sorgt dafür, dass ihr stets eine interessante Handlung einfällt. Das Wichtigstes für ihre Handlung ist jedoch ihre eigener Glaube daran, dass wir alle auf der Suche nach der großen, wahren Liebe sind.
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2. KAPITEL
„Nettes Anwesen“, hörte Sofia ihren Begleiter sagen, als sie um das Haus herum zum Nebengebäude gingen. Inzwischen war es dunkel geworden, und Rafael ging wie ein dunkler Schatten neben ihr her, allerdings erstaunlich leichtfüßig für seine Größe.
„Ja, allerdings“, erwiderte sie mit einem flüchtigen Blick auf die ausgedehnten Rasenflächen, sorgsam darauf bedacht, ihm nicht zu nahe zu kommen. Die Luft war abgekühlt, und eine frische Brise wehte ihr das Haar aus dem Gesicht.
„So, da wären wir. Die Wohnung ist komplett ausgestattet, Sie müssen das Haupthaus also gar nicht mehr betreten.“
„Es sei denn, ich möchte gern.“
In seiner warmen dunklen Stimme schwang etwas mit, das Sofia veranlasste, schützend die Arme um sich zu legen.
„Waren Sie schon einmal hier?“, fragte sie.
„Nein, dieses Fleckchen Erde kenne ich tatsächlich noch nicht.“
„Dann erkläre ich Ihnen morgen, wo Sie Ihre Einkäufe erledigen können.“
„Sie könnten es mir auch zeigen.“
War das als plumpe Anmache zu verstehen? Es klang so, aber es fühlte sich nicht so an. Sein mild amüsierter Tonfall löste nicht das typische Unbehagen in ihr aus, das sie immer empfand, wenn ein Mann seine Grenzen überschritt.
Wie damals vor vielen Jahren, als ein Bekannter ihrer Mutter während einer Hausparty nachts in ihr Zimmer eingedrungen war. Sie war gerade fünfzehn gewesen und der Kerl alt genug, um ihr Vater zu sein. Starr vor Angst hatte Sofia in ihrem Bett gelegen, als ihr klar wurde, was er mit ihr vorhatte.
Im Ernstfall hätte sie ihn nicht abwehren können. Nur der Zufall in Gestalt eines angeheiterten Pärchens, das auf der Suche nach einem freien Bett ihre Zimmertür aufstieß und den Mann damit in die Flucht trieb, hatte sie vor dem Schlimmsten bewahrt. Es war Rettung in letzter Sekunde gewesen und ein nachhaltiger Schock, aus dem sie die bittere Lehre zog, sich in Zukunft vor Männern in Acht zu nehmen.
Und genau das hatte sie auch getan, bis sie vier Jahre später den Fehler beging, sich in einen Gleichaltrigen zu verlieben. Das schlimme Ende kam, als sie feststellen musste, dass sie Gegenstand einer Wette geworden war, frei nach dem Motto: „Wer bekommt die heiße Tussi als Erster ins Bett?“
Daraufhin hatte Sofia beschlossen, sich gänzlich von Männern fernzuhalten.
Sie warf einen verstohlenen Seitenblick auf ihren Begleiter, der jetzt mit kritischem Blick den Anbau musterte, den die Walters als Quartier für ihn vorgesehen hatten. Ihre Arbeitgeber hätten sicher Zustände bekommen, wenn sie gesehen hätten, wie ihr Aushilfsgärtner sich in ihrer privaten Küche breitgemacht hatte.
Sofia drehte den Schlüssel im Schloss, knipste das Licht an und ließ ihm den Vortritt in die komfortable kleine Wohnung, die gelegentlich zur Unterbringung überzähliger Gäste diente. Rafael stellte seinen Rucksack ab und ging gleich weiter in die Küche. Sofia folgte ihm. Die Räume waren zwar gründlich gereinigt worden, doch die Luft roch abgestanden.
„Warum wohnen Sie nicht hier?“, fragte er, während er reihum alle Schränke und Schubladen aufriss „Hätte man mir nicht wenigstens eine Grundausstattung an Lebensmitteln zur Verfügung stellen können?“
Sofia sah ihn verdutzt an, dann fing sie lauthals an zu lachen, worüber sie selbst mindestens so überrascht war wie er. Wann hatte sie das letzte Mal in Gegenwart eines Mannes so unbefangen gelacht?
„Was ist so lustig?“, fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Sie“, erwiderte sie, immer noch baff über seine Anspruchshaltung. „Sie sollten dankbar sein, dass Sie überhaupt hier arbeiten dürfen.“
„Wieso das denn?“
„Soweit ich weiß, haben die Walters Sie nicht ganz freiwillig eingestellt, und es ist doch ganz gemütlich hier, oder? Jeder andere wäre froh, hier wohnen zu dürfen.“
„Ich bin aber nicht jeder andere, wie Sie noch früh genug feststellen werden“, erwiderte er ungerührt und sah sie dabei aus seinen dunklen Augen so eindringlich an, dass ihr die Hitze in die Wangen stieg.
„Nun, also … die Schlafräume sind oben. Frische Bettwäsche und Handtücher finden Sie im Wandschrank.“
„Sie haben meine Frage noch nicht beantwortet. Warum wohnen Sie nicht hier?“
„Die Walters finden es praktischer, wenn ich mit ihnen im Haupthaus wohne. Da bin ich näher bei den Kindern, Sie verstehen schon.“
„Nicht wirklich“, murmelte er und war schon halb die Treppe hoch.
Sofia verharrte zögernd in der Diele. Eigentlich hatte sie ihre Pflicht für heute getan, alles Weitere könnte sie morgen mit ihm besprechen.
Die Hausherrin Elizabeth legte größten Wert darauf, dass der Garten ihren Vorstellungen entsprechend gepflegt wurde, aber die direkten Anweisungen überließ sie ihrem Gatten James. Der war für seine Pingeligkeit bekannt und machte sich damit beim Personal alles andere als beliebt. Für den neuen Aushilfsgärtner hatte er eine zwei Din-A-4-Seiten umfassende Liste mit genauen Instruktionen verfasst. Aber die würde Sofia ihm erst morgen überreichen.
„Was haben Sie gerade gesagt?“ Widerstrebend folgte sie ihm nach oben.
„Ich sagte, ich verstehe nicht, warum Sie ständig auf Abruf sein müssen. Haben Sie denn nie frei?“
„Tja, also … die Walters gehen abends oft lange aus, und so muss ich zum Babysitten nicht jedes Mal hin- und herlaufen.“
„Werden Sie für diesen Service wenigstens extra bezahlt?“
„Was geht Sie das an?“, brauste sie auf, aber nur, weil es ihr peinlich war, zugeben zu müssen, dass sie sich ausnutzen ließ. Ihr Gehalt war zwar ausgesprochen großzügig, aber diese ständige Verfügbarkeit …
Egal, sie brauchte das Geld. Ihre Mutter war zum Zeitpunkt ihres Todes bettelarm gewesen und hatte ihr keinen Cent hinterlassen. Alles, was Maria in ihrem Leben zustande gebracht hatte, waren eine Tochter, eine gescheiterte Ehe und eine Reihe missglückter Beziehungen. Ihr letztes Geld hatte sie dafür verwendet, zwei Tickets für den Heimflug zu kaufen und eine schäbige Wohnung am Stadtrand von Buenos Aires in der Nähe ihrer Schwester anzumieten.
„Ich sagte doch, ich bin von Natur aus neugierig“, platzte Rafael mitten in ihre Gedanken hinein, und das so sanft, dass Sofias Ärger gleich wieder verrauchte. Ganz entgegen ihrer Absicht ging sie hinter ihm her, als er die oberen Räume inspizierte.
„Leisten Sie mir noch ein wenig Gesellschaft?“, fragte er auf dem Weg zurück nach unten. „Ich bin fremd hier, kenne keine Menschenseele und würde mich freuen, wenn ich den Abend nicht allein verbringen müsste. Sie könnten mir etwas über die Gegend erzählen, bevor ich morgen auf Entdeckungstour gehe.“
„Sie sind zum Arbeiten hier, nicht zum Wandern“, versetzte sie, musste aber insgeheim lächeln, denn seine impertinente Art hatte einen gewissen Reiz.
Während sie stets bemüht war, nicht aufzufallen – schon allein, um sich lästige Männer vom Hals zu halten, aber auch, um sich ihre Zukunft nicht zu verbauen –, tat er das genaue Gegenteil. Sie waren wie Öl und Wasser. Wie Tag und Nacht. Fühlte sie sich deshalb so stark zu ihm hingezogen? Oder war sie einfach nur einsam?
„Stimmt“, erwiderte er unbekümmert. „Aber dies ist ein wunderschönes Land, und ich habe nicht vor, tagein, tagaus nur im Garten zu buddeln.“
„Ich glaube kaum, dass mein Boss Ihren Entdeckergeist zu schätzen weiß. Haben Sie keine Angst, dass er Ihnen ein schlechtes Zeugnis ausstellen könnte? Das würde er sicher liebend gern tun … Verzeihung, das hätte ich nicht sagen sollen.“
„Haben Sie aber.“ Zielstrebig eilte er zur Haustür hinaus und wieder auf das Haupthaus zu, und Sofia blieb nichts anderes übrig, als hinter ihm herzulaufen.
Seine Dreistigkeit machte sie sprachlos. Glaubte er wirklich, er könnte hier tun und lassen, was er wollte, ohne dass ihm jemand Einhalt gebot? Wobei jemand in diesem Fall sie war. Sie konnte sich nicht erinnern, ihn eingeladen zu haben, aber das schien ihn überhaupt nicht zu interessieren.
„Sie mögen Ihren Boss nicht besonders, oder?“, fragte er mit einem Blick über die Schulter.
„Das habe ich nicht gesagt.“
Rafael hielt abrupt inne, drehte sich zu ihr um und sah ihr forschend ins Gesicht. „Ich kann sehr gut zwischen den Zeilen lesen. Nichts sagt mehr über einen Menschen aus als das, was er lieber für sich behält. Wenn Sie die Walters nicht leiden können, warum arbeiten Sie dann für sie?“
„Ja, warum wohl?“, erwiderte Sofia spitz. „Wegen des Geldes, natürlich. Genau wie Sie, nehme ich an. Sagen Sie, haben Sie heute Abend nicht noch genug zu tun? Ihren Rucksack auspacken, zum Beispiel, Familie und Freunde anrufen und sagen, dass Sie gut angekommen sind …“
„Ach, das hat Zeit“, winkte er ab. „Lieber hätte ich jetzt den Kaffee, den Sie mir angeboten haben. Und sollte Sie das schlechte Gewissen plagen, weil Sie einmal nicht unermüdlich Ihrer Arbeit nachgehen, obwohl Ihre Arbeitgeber in Urlaub sind, dann können Sie mich ja zum Ausgleich schon in meine Aufgaben als Gärtner einweihen. Ich schätze, Ihr Boss hat eine ellenlange Liste für mich dagelassen.“
„Na gut. Eine Tasse Kaffee, aber nur eine.“
„Schon klar. Ich weiß, Sie haben zu tun.“
Zurück im Haus, sah er sich erst einmal gründlich um, und Sofia ließ ihn gewähren. So lässig und selbstbewusst, wie dieser Mann in seiner abgetragenen, aber...




