Williams | Die Inselsammlerin | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Williams Die Inselsammlerin


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-99055-510-1
Verlag: TERRA MATER BOOKS
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-99055-510-1
Verlag: TERRA MATER BOOKS
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Haben Sie eine Lieblingsinsel? Hawaii, Madeira oder Sylt - welche Insel fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie nach ihrer Lieblingsinsel gefragt werden würden? Fenna Williams beantwortet diese Frage mit einer sehr persönlichen Auswahl an Inseln, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einige davon wecken die Sehnsucht nach einem Schnorchelurlaub in der Südsee, andere Inseln wie Solentiname sind vom Tourismus unberührt. Manche der Inseln wie Jura, auf der George Orwell »1984« schrieb, oder die Gefängnis-Insel Robben Island, besitzen einen eher rauen Charme. Und wieder andere, wie Capri, lassen uns schon seit Jahrzehnten vom Meer, vom Reisen und von der Sommerfrische träumen. - eine Reise über alle Meere zu den Inseln der Welt, darunter St. Helena, Sir Bani Yas, Phillip Island und Rodrigues - von klassischen Urlaubszielen über Inseln, die Geschichte machten, bis hin zu ungewöhnlichen Orten - jedes Kapitel verbindet Erinnerungen an Reisen mit Landeskunde und Episoden der Weltgeschichte - Fenna Williams ist bekannt für ihre Reiseessays und ihre Krimi-Serie um Pippa Bolle, die sie unter dem Pseudonym Auerbach & Auerbach veröffentlicht Erinnerungen, wie nur Inseln sie schenken können Fenna Williams sammelt leidenschaftlich gerne Inseln und Geschichten. Weil sie das mit der Begeisterung einer Weltreisenden, mit der Finesse einer Literatin und mit dem Forscherinteresse einer Krimi-Autorin macht, ist ihr Buch so viel mehr als nur eine Reise zu den ungewöhnlichsten und schönsten Inseln der Welt - es ist eine Schatzkiste voll einzigartiger Geschichten über Urlaube, Menschen und Weltgeschichte!  

Fenna Williams lebt als freie Autorin in Wiesbaden und verfasst Drehbücher, Kurzgeschichten, Kriminalromane und Reiseessays. In Seattle, London und Frankfurt studierte sie Kreatives Schreiben. Ihre zahlreichen Reisen brachten sie von Europa über Afrika und Australien bis nach Indonesien, immer auf der Suche nach ihr noch unbekannten Inseln. Als Leiterin von Studienreisen führt sie die Teilnehmer zu literarischen Landschaften, um die Entstehungsorte der Weltliteratur hautnah zu erfahren. Sie liebt einsame Inseln und pflegt vier Passionen: Schreiben, Shakespeare, Single Malt Whiskey und den Wunsch, diese Dinge immer wieder neu zu verbinden.
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Schatz-Inseln


Inseln: Sie beflügeln die Fantasie, machen zu Abenteurern, Dichtern, Helden, Menschen. Die Ankunft auf einem wasserumspielten Raum, in dessen verlockendem Universum man für einige Tage sanft ein- und abgeschlossen wird, ist Durchatmen ohne Begrenzung, Erholung im besten Sinne.

Auch wenn für viele die Wahl auf andere Landschaften fällt, für mich ist augenfällig: Irgendwo auf einer Insel muss das Gefühl unendlicher Freiheit – und die Sehnsucht danach – geboren sein.

Inseln verändern ihre Besucher.

Deshalb sammele ich Inseln und die Erinnerungen, die sie schenken.

Ich verbrachte meine Kindheit umgeben von sanften Hügeln und dunklen Wäldern. Inseln gab es nur im Straßenverkehr, im Schulatlas und in den Erzählungen anderer. Ein Radiosender machte mir sonntagmorgens in der Sendung »Zwischen Hamburg und Haiti« Vorschläge für Reisen zu entlegenen Welten, die ich eifrig notierte.

Gierig verschlang ich alles, was unsere Dorfbücherei an Reiseführern, Bildbänden, Erlebnisberichten und Romanen zu bieten hatte, um den Inseln näher zu kommen. Form, Größe, Ausprägung, Lage, bewohnt oder unbewohnt, spielten keine Rolle – nur eine Insel musste es sein.

Englisch, Erdkunde und Geschichte wurden die einzigen Fächer, für die ich echtes Interesse aufbrachte, weil ich ihre Wichtigkeit für meine Inselrecherchen erkannte.

Da mir die Mittel und die Erlaubnis zum Reisen fehlten, suchte und fand ich andere Wege, mein Verlangen nach Inseln zu befriedigen. Ab meinem zwölften Lebensjahr unterhielt ich Brieffreundschaften mit Mädchen und Jungen in aller Welt, die mir auf dünnem Luftpostpapier ihr Inselleben erklärten – und stand bei den Briefmarkensammlern meiner Umgebung hoch im Kurs. Ich schrieb mich mit Kumudu aus Indonesien, Prassede aus Malta, Cheryl aus Singapur, mit Vicky und Jayne aus Tasmanien, Australien, Antoinette aus Jamaika, Tim aus Hongkong und Simon aus Großbritannien. Ich erlebte brieflich mit, wie die Türkei Zypern angriff, in Belfast eine traurige Mauer hochgezogen wurde und Lucias Familie von den Azoren in die USA auswanderte. Nie gesehene Freunde brachten mir die Welt und das Verständnis für sie und die politische Großwetterlage ins Haus.

Mithilfe dieser besonderen Menschen entwickelte ich eine schier endlose, ungeordnete Hitliste, die die Reihenfolge zukünftiger Reisen im Blick haben sollte. Die erste Insel, die ich unbedingt erleben wollte, war Tasmanien, mein Inseltraum zwischen Antarktis und Australien; die erste, die ich wirklich sah, war die Inselfestung Wilhelm-stein im Steinhuder Meer.

Die Inselliste beeinflusste mein ganzes Leben und wie ich es führen wollte. Ich richtete mein Studium nach ihr aus und verdiente mir die ersten Inselerfahrungen durch Reiseleitungen nach Großbritannien. Ich wurde Mitglied bei Servas International, dieser wunderbaren Organisation, die aus Fremden Freunde macht, und begrüßte im Laufe der Jahre in meiner Studentenbude einen Hollywoodschauspieler, die Familie eines Nobelpreisträgers für Chemie auf dem Weg zur Preisverleihung in Stockholm, einen Musical-komponisten aus Kanada, zu dessen Premieren ich noch immer eingeladen werde, einen Stammesfürsten aus dem Jemen, der sich schweren Herzens bereit erklärte, seinen Krummdolch in meinem Gefrierfach zu verstecken, obwohl er sich ohne ihn nackt fühlte – und June, meine spätere Trauzeugin, aus Australien.

Nach dem Studium arbeitete ich als Touristikassistentin, um sicherzugehen, dass die Möglichkeiten des Inselreisens und der Nutzen davon Hand in Hand gingen – und niemals enden.

Es war Schwerstarbeit, aus dem Angebot meiner wahr gewordenen Träume die Inseln für dieses Buch herauszusuchen: Inseln, die die Sehnsucht, die schon der Klang ihres Namens weckt, mit Geschichten füllen und dafür sorgen, dass der Wunsch auf Rückkehr mit nach Hause fährt.

Die ausgewählten Inseln dieses Buches sind höchst unterschiedlich, haben aber eines gemeinsam: Sie schenken dem Besucher für die Mühen, bis zu ihnen zu gelangen, die Möglichkeit, sich zurück im Alltag durch einen Duft, ein Geräusch, eine Melodie oder ein typisches Getränk zurückzumelden und sich zu ihnen forttragen zu lassen.

Dieses Buch ist für alle, die Anregung für (Insel-)Reisen suchen oder ihre eigene Inselliste mit einer anderen vergleichen wollen – und für all jene, die ihre Inselziele durch Leseträume in den eigenen vier Wänden erreichen.

Mitten im Meer liegen Inseln, die sich durch ihre völlige Abgeschiedenheit eine eigene Welt unabhängig vom Mutterland geschaffen haben. Sie gleichen Zwergstaaten, die dennoch, wie im Fall von St. Helena, genug Selbstvertrauen hatten, in den Lauf der Weltgeschichte einzugreifen.

Auf Rodrigues lebt man im Ozean der Entspannung. Hier tanzen die Zeit und die Menschen nach ganz eigener Musik.

Wer keine weiten Strecken auf schwankenden Planken liebt und vor einer echten Seereise zurückschreckt, muss dennoch nicht auf Inseln verzichten. Mitten im Land gibt es Perlen in Flüssen oder Gewässern, die ihren Schwestern auf hoher See in nichts an Schönheit oder Flair nachstehen. Eine davon liegt in der Themse, nicht weit entfernt von Runnymede, und ist die Quelle einer ersten staatlichen Verfassung und unserer Menschenrechte: Magna Carta Island. Dieser Leuchtpunkt der Geschichte kann ebenso wie Danpaati Island in Südamerika leicht in einer Stunde zu Fuß umrundet werden, allerdings braucht man für Letztere erst einmal einen Einbaum, um sie überhaupt zu erreichen. Wenn man sich dieser wunderbaren Strapaze unterzieht, kann man mitten im Urwald ebenso viel über die Kultur der dortigen Einwohner lernen wie auf Solentiname im Nicaraguasee, über naive Kunst und ihre Entstehung.

Die Mehrzahl aller Inseln suggeriert uns ein Bild von Sonne, Strand und wohlverdienter Faulheit unter blauem Himmel. Wir taxieren ihren Wert (für uns) nach den Erholungswochen, die wir ihnen verdanken. Wir hören den Namen der Insel und denken an Sommer – und unser Gefühl davon. Während jene Inseln uns ganz leicht in unsere Urlaubswelt entführen, sind Winterinseln spröder, hinterlassen aber Eindrücke, die unter die Haut gehen. Die Anziehungskraft von Winterinseln liegt in den nicht immer leicht verdaulichen Geschichten, die sie erzählen, und in der Intensität, in der sie ihre Erlebniswelt darbieten. Winterinseln rufen uns ins Gedächtnis, dass erinnerungswürdiges Erleben nicht nur in der Naschhaftigkeit des Sommers liegt, sondern auch in der Auseinandersetzung mit uns selbst und unserer Lebensmelodie. Diese Inseln schlagen die Schönheit eines Mollakkordes an und hallen lange in uns nach. Deshalb ist Robben Island für immer mit einem Gedicht von William Ernest Henley verbunden. Sein und Shakespeares halfen Nelson Mandela, viele Jahre auf der Gefängnisinsel zu überleben und danach seinem Land und Menschen rund um den Erdball Visionen von Freundschaft, Glaube an das Leben und Vergebung zu schenken.

Sommerfrische: Das Wort ist aus der Mode gekommen. Ganz zu Unrecht, denn gibt präzise wieder, welchen Luxus diese Inseln erschöpften Besuchern gewähren: abschalten, alle wünschenswerten Annehmlichkeiten eines gelungenen Urlaubs vorfinden und in kurzer Zeit wieder Sinnesfrische tanken.

Spätestens die Wiederentdeckung der Blauen Grotte durch August Kopisch 1826 setzte Capri ganz oben auf meine Liste der Inseln, die Sommerglück versprechen. Während Deutsche versuchten, auf der Piazzetta das Dolce-farniente zu lernen, schrieb George Orwell auf Jura sein Meisterwerk und ließ die Sonne der Literatur aufgehen über einer Insel, die so sehr aus und durch ihre Gemeinschaft lebt, dass man sich wünscht, wenigstens kurze Urlaubswochen pro Jahr Teil sein zu dürfen, und Sommer für Sommer zurückkehren will.

Auf Sir Bani Yas ist immer Sommer. In der Hitze des Orients hat ein Scheich hier ein Wildreservat für die vom Aussterben bedrohte Arabische Oryxantilope schaffen lassen und so dafür gesorgt, dass die Sonne über diesen mystischen Tieren nicht untergeht.

Sommer, Sonne und Strand sind gut für ein paar Urlaubswochen. Aber was tun nach einer Woche mit Tagen wie saurer Milch? Wohin flüchten, wenn sich Sorgen und Druck zusammenrotten und sich das Leben in der Stadt anfühlt wie der Tanz auf einem Nagelbrett?

Ganz gleich auf welchem Kontinent oder in welcher Stadt man lebt – irgendwo bietet sich immer ein Fluchtpunkt, auf dem man sich abschotten darf gegen die Feinde der eigenen Lebensqualität. Auf diesen Inseln kann man seine Sorgen für kurze Zeit ignorieren – und bei der Heimkehr erstaunt feststellen, dass der Grund der Flucht geschrumpft und die Kraft, ihn auszuhalten, wundersamerweise gewachsen ist.

Phillip Island nahe Melbourne besticht durch ein allabendliches Wunder: den Aufmarsch von Hunderten von Pinguinen, die dort eigens an Land zu kommen scheinen, um nachzusehen, ob sich wieder kluge Menschen eingefunden haben, die einen herrlich...



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