E-Book, Deutsch, Band 132, 384 Seiten
Reihe: Julia Collection
Wilkins Julia Collection Band 132
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1335-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 132, 384 Seiten
Reihe: Julia Collection
ISBN: 978-3-7337-1335-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Es war ein ungeheurer Skandal, der die Stadt am Mississippi erschütterte: Nach 30 Jahren Ehe verließ der Abgeordnete Stuart McCloud seine Frau für eine junge Geliebte. Gelingt es seinen Kindern, die emotionalen Wunden dieser Zeit zu heilen und ihre Herzen der Liebe zu öffnen?
CAITLIN, DU BIST ZAUBERHAFT
Sie sind wie Feuer und Wasser: Nathan McCloud - lässig und leicht chaotisch. Und Caitlin, die neue Partnerin in seiner Kanzlei - penibel und ordnungsliebend. Trotzdem fühlen sie sich zueinander hingezogen. Doch Nathans Herzenswunsch von einer Familie scheint Caitlin nicht zu teilen.
ICH WÜNSCH MIR EINE FAMILIE
Ein Wochenende mit seiner Halbschwester und seiner Agentin Adrienne weckt Gefühle in Gideon McCloud, die er lang verloren glaubte. Kann der erfolgreiche Schriftsteller es mit Adriennes Hilfe schaffen, die tiefen Verletzungen seiner Seele zu heilen und wieder zu lieben?
STÄRKER NOCH ALS DAMALS
Vor neun Jahren zerbrach Deborahs Liebe zu dem jungen Polizisten Dylan Smith. Als sie nun nach Honesty zurückkehrt, glaubt sie, die Vergangenheit überwunden zu haben. Doch schon die erste Begegnung mit Dylan belehrt sie eines Besseren: Wieder rast ihr Herz - wieder will sie nur ihn!
Die vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin Gina Wilkins (auch Gina Ferris Wilkins) hat über 50 Romances geschrieben, die in 20 Sprachen übersetzt und in 100 Ländern verkauft werden! Gina stammt aus Arkansas, wo sie Zeit ihres Leben gewohnt hat. Sie verkaufte 1987 ihr erstes Manuskript an den Verlag Harlequin und schreibt seitdem hauptberuflich. Ihre Romane sind auf allen großen amerikanischen Bestsellerlisten gelandet. Sie glaubt fest daran, dass auch für Autorinnen ein Netzwerk unerlässlich ist, und engagiert sich in verschiedenen Organisationen. Häufig wird sie zu Konferenzen zum Thema 'Verfassen von Romances" eingeladen, aber am liebsten spricht sie vor Schülern, um diese zum Schreiben und Lesen zu motivieren. Sie ist überzeugt, dass ihr lange glückliche Ehe und ihre drei wundervollen Kinder viel zu dem Erfolg ihrer Karriere beigetragen haben.
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1. KAPITEL
Verstohlen sah Nathan McCloud auf die Uhr. Es war Viertel vor drei, und in einer Dreiviertelstunde wollte er auf dem Golfplatz sein. Wenn es ihm gelang, sich innerhalb der nächsten fünf Minuten abzusetzen …
„Nathan, würden Sie mir bitte zuhören? Wir müssen diese Entscheidung unbedingt heute treffen.“
Er lächelte möglichst charmant. Seine Kanzleipartnerin Caitlin Briley war nicht nur hübsch anzusehen, Nathan war sonst auch gern mit ihr zusammen. Nur an diesem herrlichen Herbstnachmittag wollte er raus aus dem Büro. „Die letzte Bewerbung hat gut geklungen. Warum rufen wir die Frau nicht an?“, schlug er vor.
Caitlins Gesicht verdüsterte sich. „Sie haben mir tatsächlich nicht zugehört.“
„Natürlich habe ich zugehört“, schwindelte er. „Was stimmt denn mit der Bewerberin nicht?“
„Sie möchte nach eigenen Angaben für unsere Anwaltskanzlei arbeiten, um auch mal auf der richtigen Seite des Gesetzes zu stehen. Und sie möchte im Fall der Fälle von uns kostenlos vertreten werden.“
„Na ja, vielleicht habe ich wirklich nicht allzu aufmerksam zugehört“, räumte Nathan ein. „Vermutlich ist sie nicht für ungeeignet … obwohl es ganz unterhaltsam mit ihr werden könnte.“
„Wir suchen aber keine Unterhaltung“, erwiderte Caitlin seufzend, „sondern eine tüchtige und zuverlässige Büroleiterin.“
„Könnten Sie nicht einfach jemanden aussuchen? Ich würde mich dabei ganz auf Sie und Ihr gutes Urteilsvermögen verlassen.“
„Sie verlassen sich nicht auf mich, sondern Sie halsen mir die Verantwortung auf.“
Leider durchschaute Caitlin ihn viel zu oft. „Schön, Sie haben recht, aber es ist mir weitgehend egal, wen Sie einstellen. Sie soll bloß angenehm im Umgang sein und mir nicht meine Termine durcheinander bringen.“
„Ihre Termine?“, fragte Caitlin ungläubig. „Sie haben doch so gut wie keine Termine.“
„Ja, und genau so gefällt es mir auch am besten.“
„Wir brauchen eine gute Büroleiterin, die Ordnung in das Chaos dieser Kanzlei bringt, und darum müssen Sie sich an der Entscheidung beteiligen, wen wir nehmen.“
„Wenn ich verspreche, Ihre Entscheidung nie zu kritisieren“, drängte Nathan, „kümmern Sie sich dann um die Sache? Ich würde Ihnen ja gern helfen, aber ich habe eine Verabredung.“
„Mit einem Mandanten oder einer Angelrute?“
„Mit einem Mandanten“, behauptete er, aber weil er – zumindest für einen Anwalt – ein ehrlicher Mann war, fügte er hinzu: „Und mit einem Satz Golfschläger.“
„Nathan!“
Er geriet in Versuchung, sie daran zu erinnern, dass er immerhin der Seniorpartner war. Zwei Jahre lang hatte er die Kanzlei allein geführt, bevor er vor neun Monaten Caitlin mit aufnahm. Sie kam zwar direkt von der Universität, aber zu dem Zeitpunkt störte die viele Arbeit bereits seine Freizeit.
Sie war die erste Bewerberin gewesen, mit der er sprach, und er stellte sie wegen ihrer wunderschönen grauen Augen ein. Das dichte, schulterlange braune Haar war auch nicht schlecht, und dazu kamen ein Grübchen im Kinn und eine zierliche frauliche Figur. Da auch ihre Zeugnisse gut waren, behielt er sie.
Damals hatte er allerdings nicht geahnt, worauf er sich da einließ. Caitlin führte in seiner netten und gemütlichen Kanzlei ein Tempo ein, als müssten sie die juristische Welt des Landes aufhorchen lassen. Das war ihm zu viel. Noch dazu wollte sie nicht nur sein Büro, sondern auch ihn ändern. Aber schöne Augen hatte sie, das musste er ihr lassen.
Caitlin trommelte ungeduldig mit den Fingern auf seinen Schreibtisch. „Sie hören auch jetzt noch nicht zu!“
„Wissen Sie eigentlich, dass Ihre Augen Funken sprühen, wenn Sie sich ärgern? Natürlich nur im übertragenen Sinne, aber die Wirkung ist ähnlich.“
„Dann wirkt es im Moment wahrscheinlich wie ein ganzes Feuerwerk.“
„Ja, richtig“, bestätigte Nathan und betrachtete sie genauer. „Sieht großartig aus.“
Wenn er mit Caitlin flirtete, wurde sie stets schroff und beschäftigte sich schnell mit etwas anderem. Jetzt sah sie zum Beispiel konzentriert die Bewerbungsschreiben durch. „Ich könnte ja zwei oder drei Bewerberinnen aussuchen und zu einem Vorstellungsgespräch bitten. Dann müssten Sie natürlich dabei sein und mir bei der endgültigen Entscheidung helfen.“
„Warum denn? Sie wissen doch, wie ich mir eine Büroleiterin vorstelle. Also nehmen Sie eine, die Ihnen zusagt, und die wird bestimmt wunderbar sein.“
„Sie sind der Seniorpartner“, erklärte nun Caitlin an seiner Stelle. „Also sollten Sie auch in dermaßen wichtigen Punkten das letzte Wort haben.“
Nathan nickte. „Und mein letztes Wort ist, dass Sie die Entscheidung treffen.“
„Sie sind mir wirklich eine große Hilfe“, stellte Caitlin fest.
„Gern geschehen“, versicherte er lächelnd. „Kann ich jetzt gehen?“
Sie lehnte sich resignierend zurück. „Meinetwegen, viel Vergnügen beim Golf. Und sollten Sie wirklich mit einem Mandanten spielen, sprechen Sie bitte auch über Berufliches.“
„Falls er mich schlägt, berechne ich ihm die Zeit auf dem Golfplatz“, versprach Nathan und eilte zur Tür, bevor Caitlin es sich anders überlegte.
In den vergangenen neun Monaten hatte Caitlin sich oft gefragt, ob es richtig gewesen war, in Nathan McClouds Kanzlei einzutreten. Unmittelbar nach der Universität eine Partnerschaft angeboten zu bekommen, das war beinahe zu schön gewesen, um wahr zu sein. Ganz besonders, da es sich um eine Einmannkanzlei handelte, die dazu noch so erfolgreich lief, dass Nathan sogar neue Mandanten abwies.
Nathan erlaubte ihr ungehinderten Zugang zu seinen geschäftlichen Unterlagen, und sie erkannte die Möglichkeit, aus der kleinen Kanzlei eine kometenhaft aufsteigende Firma zu machen. Und wenn sich die Praxis in der Kleinstadt Honesty im südlichen Mississippi tatsächlich so gut entwickelte, wäre das nach einigen Jahren ein ideales Sprungbrett für eine Partnerschaft in einer Großstadt. Caitlin war ehrgeizig und hatte große Pläne, nur ihrem Partner fehlte leider die nötige Motivation.
Einen Monat nach der Diskussion über die neue Büroleiterin, am ersten Donnerstag im Oktober, saß Caitlin in ihrem Büro und blätterte in einer dicken Akte. Sie bewunderte gerade das praktische Farb-Orientierungssystem der neuen Büroleiterin, als Nathan hereinplatzte, ohne anzuklopfen.
„Sie müssen wegen dieser Frau sofort etwas unternehmen!“ Sein attraktives Gesicht hatte einen finsteren Ausdruck, die blauen Augen wirkten düster.
„Wegen welcher Frau?“
„Ich spreche von der Gewaltherrscherin, die Sie als Büroleiterin eingestellt haben. Jetzt ist sie völlig ausgeflippt.“
„Ich habe sie nur eingestellt, weil Sie sich nicht darum gekümmert haben“, erinnerte Caitlin ihn. „Und Sie haben versprochen, meine Entscheidung nicht zu kritisieren.“
„Woher sollte ich denn wissen, dass Sie Irene die Schreckliche nehmen?“
„Vielleicht sollten Sie zuallererst die Tür schließen“, schlug Caitlin vor und wartete, bis er der Tür einen Tritt versetzt hatte. „Irene ist sehr nett und außerdem äußerst tüchtig. Ich weiß gar nicht, was Sie gegen sie haben.“
„Sie ist tyrannisch. Sie hat meine Akten so organisiert, dass ich nichts mehr finde. Suche ich etwas, wirft sie mir über die winzigen Brillengläser einen Blick zu, bei dem ich Gänsehaut bekomme. Ständig habe ich das Gefühl, dass sie sich alles genau merkt und in meine jährliche Beurteilung hineinschreibt.“
„Aber Sie sind doch der Chef, der die Beurteilung über sie schreibt.“
„Richtig, aber hat ihr das eigentlich schon mal jemand erklärt?“
Kopfschüttelnd schloss Caitlin die Akte, während Nathan sich wie ein genervter Teenager in einen Sessel fallen ließ. Er war zwar ein sehr attraktiver Teenager, aber ziemlich schwierig. Obwohl sie fünf Jahre jünger war als Nathan, kam sie sich im Moment wesentlich älter und reifer vor.
„Irene arbeitet erst seit drei Wochen für uns, und das Büro läuft bereits wie ein Uhrwerk“, hielt sie ihm vor. „Sie hat die drei Angestellten dermaßen aufgescheucht, dass sie die liegen gebliebene Arbeit nachgeholt haben. Unsere Rechnungen sind bezahlt … und sogar pünktlich. Außerdem hat Irene eine Telefongesellschaft herausgesucht, mit der wir zwanzig Prozent der Gebühren sparen. Und sie hat die Termine so gut im Griff, dass nicht mehr so viele ungeduldige Mandanten im Wartezimmer sitzen.“
„Genau deshalb jagt sie mir ja Angst ein“, beteuerte Nathan. „Es ist doch nicht normal, in so kurzer Zeit so viel zu erreichen.“
„Das meinen Sie doch nicht ernst“, rief Caitlin lachend.
Es klopfte, und die Frau, um die sich alles drehte, kam herein. Die beigebraune Jacke und das braune Kleid betonten noch Irene Mitchells hoch gewachsene, hagere Erscheinung. Die Lesebrille hing an einem Kettchen um den Hals, Perlen-ohrstecker verdeckten die winzigen Ohrläppchen, und am knochigen Handgelenk trug sie eine praktische, aber unschöne Uhr. Die langen, schmalen Füße steckten in bequemen braunen Schuhen. Auffallend an Irene waren nur das gelockte rote Haar, für das sie Unmengen an Spray benützte, und der kräftige rote Lippenstift.
Nathan setzte sich bei Irenes Erscheinen kerzengerade auf wie ein Schüler, der sich beim Eintreten der Lehrerin zusammennahm. Es fiel Caitlin schwer, ernst zu bleiben, als sie sich an die Büroleiterin wandte. „Was gibt es,...




