Wilkens | Analog ist das neue Bio | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

Wilkens Analog ist das neue Bio

Eine Navigationshilfe durch unsere digitale Welt
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8493-0368-6
Verlag: Metrolit Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

Eine Navigationshilfe durch unsere digitale Welt

E-Book, Deutsch, 220 Seiten

ISBN: 978-3-8493-0368-6
Verlag: Metrolit Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Andre Wilkens hat ein ebenso kluges wie unterhaltsames Buch über unseren digitalen Alltag geschrieben, das unsere Lebenswirklichkeit beschreibt und fragend in die Zukunft blickt. Unkonventionell und sehr persönlich analysiert und erklärt er wie das digitale Zeitalter unser Leben und Denken verändert hat und wie sich die Digitale Revolution in den nächsten Jahren fortschreiben wird, wenn die Entwicklung ungebremst voranschreitet.
Die damit einhergehenden Risiken und Nebenwirkungen für den Einzelnen sind ebenso Thema wie die Auswirkungen im Großen: Welchen Einfluss hat die Entwicklung auf Familien, auf unser soziales Miteinander, auf die Arbeitswelt, auf die Wirtschaft, auf die Organisation unserer Nationalstaaten?
Und welche Ideen und Strategien sind notwendig, um in dieser digitalen Welt auch zukünftig menschlich zu leben, demokratisch und sozial gerecht?
Andre Wilkens stellt Fragen, entwirft Zukunftszenarien und gibt Antworten, die viel mit dem echten Leben und weniger mit rein statistischen Gesamtkunstwerken gemein haben. „Analog ist das neue Bio“ ist kein maschinenstürmerisches Manifest, sondern ein lebenskluger Leitfaden, um sich in der digitalen Wirklichkeit zurechtzufinden und sich selbst auf die nähere Zukunft vorzubereiten. Mitunter hilft schon die Hinwendung zum Analogen, um das eigene Leben wieder unter eigene Kontrolle zu bekommen, es gleichzeitig lebenswerter zu machen und zu entschleunigen: So wie Bio es auch geschafft hat: Nicht für alle und alles, aber immer mehr. Für die Gesellschaft ist die Herausforderung ungleich grösser: gefragt ist ein gemeinsamer Gestaltungswille, und gute Ideen: auch die liefert dieses Buch!

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Weltverbesserung mit Zahlen »Don’t be evil« GOOGLE Es gibt eine Menge Gründe, die Welt verbessern zu wollen, denn das Leben ist kompliziert und wird nicht einfacher. Überall gibt es Konflikte und Probleme. Trotz wachsenden Reichtums hungern immer noch Millionen Menschen, unsere mit Kohlenstoff befeuerte Wirtschaft treibt uns in die Klimakatastrophe, religiöse Streitigkeiten nehmen nicht ab, sondern zu, ständig brechen irgendwo auf der Welt Epidemien aus, Flüchtlingsströme nehmen nicht ab, sondern zu und der Nahe Osten kann einfach keinen Frieden finden. In Europa hat die Eurokrise das Vertrauen in die europäische Integration erschüttert und neue Populisten gestärkt. Wladimir Putin hat angefangen, wieder Grenzen in Europa zu verschieben. Mit Weltverbesserern verbindet man Menschen wie Nelson Mandela, Mahatma Gandhi, Albert Einstein, Bono und Michail Gorbatschow. Aber auch große Philanthropen wie die Rockefellers und Carnegies, Bill Gates und George Soros. Aber könnte Weltverbesserung nicht auch einen Schuss Digital vertragen und damit besser, schneller und wesentlich effizienter werden? Die meiste Zeit meiner digitalen Existenz habe ich mit Microsoft-betriebenen Geräten verbracht. Eines Tages schlenderte ich in einen der neueröffneten Apple Stores in London und war verzaubert. Es war eine andere Welt. Apple-Geräte und Software waren intuitiv, einfach zu bedienen, schnell und schön. Ich war fasziniert von Apples Methode, komplexe Dinge einfach und schön zu machen, und Arbeitsmaschinen zu intuitiven Partnern, die man anfassen und umarmen will. Mich faszinierte die Fähigkeit, Lösungen zu finden, die intuitiv sind, sich an echten Menschen orientieren und ohne Bedienungsanleitungen auskommen. Ich fragte mich, was wäre, wenn man die Methode Apple nutzen würde, um Weltprobleme zu lösen: problem- und kundenorientiert, kreativ aber simpel, intuitiv und schön. Damals war das nur ein Gedankenspiel, aber anscheinend haben andere in der Zwischenzeit Ähnliches gedacht. Bei digitaler Weltverbesserung denken viele zuerst an Wikipedia, Kickstarter und BetterPlace, vielleicht sogar an den Arabischen Frühling. Da ist viel dran. Wikipedia sammelt und kommentiert das Wissen dieser Welt in Echtzeit und dies als gemeinnützige Organisation, die mithilfe von Millionen Freiwilligen das immer aktuelle globale Lexikon erstellt. Wer könnte sich ein Leben ohne Wikipedia noch vorstellen? Die Schüler dieser Welt sicher nicht mehr. Ich bin ein Fan. BetterPlace ist ein Beispiel für eine neuartige gemeinnützige Organisation, die online Geld sammelt, um Weltverbesserungsprojekte zu unterstützen. Statt die Weltverbesserung reichen Philanthropen zu überlassen, kann jeder Einzelne mitentscheiden und initiieren, was wie besser gemacht werden soll. Auch eine prima Idee. Das sind Ideen, die traditionelle Weltverbesserung mit Digital verbinden. Sagen wir Weltverbesserung 2.0. Aber mit Digital kann man viel, viel mehr machen. Digital ist ein Wundermittel, das man auch bei der Lösung richtig schwieriger und systemischer Fälle anwenden kann, zum Beispiel beim Klimawandel, bei Krankheiten oder wenn es um Verkehrstote oder den Terrorismus geht. Manche Leute sagen, man könne alle Probleme dieser Welt damit lösen. So ähnlich wie Malen mit Zahlen, wo man sich seinen eigenen Picasso malen kann, indem man Zahlenfelder ausfüllt, kann man auch Schritt für Schritt, Zahl für Zahl, Weltprobleme lösen. Man kann jedes Problem berechnen, analysieren, einen Algorithmus bauen, die Lösung herbeiführen. Klingt gut. Gucken wir uns ein paar Beispiele an. Smarte Sicherheit Bisher haben wir Digital über eine gewisse Anzahl von Geräten genutzt: vor allem durch Computer und Smartphones. Aber fast alle Dinge, die wir im Alltag benutzen, beispielsweise Autos, Drucker, Kleidung, Rucksäcke oder Waschmaschinen, verfügen schon über elektronische Chips, die sich relativ einfach mit anderen Chips verbinden ließen, um Daten miteinander auszutauschen. Wenn man dies tut, bekommt man ein Netz der Dinge, the internet of things. Wenn alles mit allem in Verbindung steht, kann man versuchen, das System auf smarte Stabilität ohne Kollisionen zu programmieren. Alle Dinge im System sollen und müssen dann so funktionieren, dass sie den Regeln entsprechen und das Gesamtsystem nicht stören. Der Publizist und Netztheoretiker Evgeny Morozov nennt dies smartification. Nach Erhebungen von Weltbank und Weltgesundheitsorganisation sterben weltweit jährlich über 1 Million Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen, in Deutschland waren es zuletzt 3000. Dazu kommt die Zahl der Verletzten, die jährlich auf weitere 40 Millionen geschätzt wird. Die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten liegt damit weit über den Opferzahlen von Krieg oder Terrorismus. Wie kann uns Digital helfen, die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten gegen Null zu senken? Nehmen wir eine Autofahrt von Berlin nach Hamburg in naher Zukunft. Alle Autos sind dann mit Sensoren in den Straßen verbunden, mit allen anderen Autos auf der Route, mit Wetterstationen, mit dem Polizeicomputer, mit Tankstellen usw. usf. und natürlich mit den Tausenden von Chips und Sensoren im eigenen Auto. Auf Basis von Echtzeit-Daten kann das System die ideale Geschwindigkeit für jeden Verkehrsteilnehmer berechnen und durchsetzen, einschließlich des notwendigen Sicherheitsabstandes, und es bestimmt die beste Route oder Umgehungsroute. In so einem System kann es praktisch zu keinem Unfall kommen. Und das auch nicht, wenn der Mensch noch selber am Lenkrad sitzt und scheinbar das Auto selbst steuert. Für Fans der deutschen Autobahn ist die gute Nachricht, dass es auch weiter keiner Geschwindigkeitsbegrenzung bedarf. Das System wird die Höchstgeschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer immer so regeln, dass es keine Kollisionen gibt. Manchmal wird man also weiterhin mit 200 km/h auf der Autobahn langbrummen können, wenn es das System erlaubt. Man wird nur dann ein Verkehrsdelikt verüben können, wenn man es schafft, sein eigenes Fahrzeug aus dem Datenverkehr zu nehmen. Dazu braucht man Hacker. Auto-Tuning wird deshalb in Zukunft eine Sache für Hacker sein. Da könnte man vielleicht einwenden, die Verkehrssicherheit im Autoverkehr sei eine überschaubare Sache. Wie sieht es aus, wenn wir unsere smarten Autos verlassen? Wenn Menschen nicht im Auto sitzen, werden Security-Roboter und Drohnen die Aufgabe übernehmen, die öffentlichen Plätze, Schulen, Flughäfen etc. zu kontrollieren und Menschen vor allem vor anderen Menschen zu schützen. Die Star-Wars-Fans können sich das als eine Art Super R2-D2 vorstellen, die natürlich mit Sensoren in allen beweglichen und unbeweglichen Elementen und dem Netz an sich verbunden sind. In den USA experimentiert die Polizei schon mit denkenden Drohnen, die Gewalt erkennen, bevor es tatsächlich kritisch wird, und dann vor der Tat eingreifen. Aber warum warten, bis sich gewaltfähige Gedanken bei Menschen gebildet und festgesetzt haben, wenn man schon bald auch diese Gedanken selber finden und eliminieren kann. Man muss sich nur die regelmäßigen Schulmassaker, Bombenattentate auf Märkten und Bahnhöfen in Erinnerung rufen, um dieser Perspektive von smarter Sicherheit eine Menge Relevanz abzugewinnen. Man kann smarte Sicherheit auch noch größer denken, indem man möglichst alle Dinge miteinander in Verbindung setzt, mit dem Ziel, ein in sich stabiles System zu schaffen, in dem es keine Abweichungen von vorgegebenen Standards gibt. An dieser digitalen Systemtheorie wird, mit zugegeben unterschiedlichen Ansätzen, in Washington und Peking getüftelt. In den USA versucht die NSA mit Abschöpfung und Analyse von unvorstellbar riesigen Datenmengen nach dem obigen Prinzip den weltweiten Terrorismus zu besiegen. Wenn man alles überwacht und alles miteinander in Verbindung steht, sollte es für Terroristen doch keine Möglichkeit mehr geben, sich zu treffen, eine Bombe zu bauen und diese dann zu detonieren. Es gibt zu viele Datenpunkte, an denen das System Bescheid wissen und einschreiten kann, noch bevor etwas Tödliches passiert. Bisher ist die Zerstörung von terroristischen Keimzellen noch an menschliche Entscheidungen geknüpft, aber dies könnte sich aus Gründen der Schnelligkeit und Effizienz auch ändern. Was wären wir nicht bereit zu opfern, für ein smartes Sicherheitssystem, das Terrorismus verhindert? Der getrimmte Mensch Die Welt wäre definitiv ein besserer Ort, wenn es weniger Krankheiten gäbe. Wir würden uns gut fühlen, uns nicht gegenseitig anstecken, würden auf der Arbeit nicht fehlen und könnten länger leben. Wenn wir immer gesund sind, brauchen wir nicht zum Arzt zu gehen, das staatliche Gesundheitssystem könnte schlanker werden und wir könnten dafür mehr Steuergelder in bessere Bildung für alle stecken. Um dem Zustand permanenter Gesundheit näherzukommen, können wir, powered by Digital, einiges selbst tun, indem wir unser persönliches Gesundheitssystem stabil halten, die geringsten Anomalitäten sofort erkennen und dann gleich ausschalten. Smarte Armbänder oder im Körper eingebaute Sensoren können ständig alle unsere Körperfunktionen messen, analysieren und uns Feedback geben. Bei Abweichungen vom Idealzustand werden Anweisungen ans »Headquarter«, also an unser Gehirn, gegeben, wie man wieder in den stabilen Idealzustand zurückkehren kann, zum Beispiel mehr laufen, Obst essen, eine Pause machen, Zähne anders putzen, eine...



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