E-Book, Deutsch, Band 1240, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Wilde Magische Momente der Lust
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-853-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1240, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86494-853-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nur einen Moment vergisst CeeCee, dass sie sich geschworen hat, niemals ihre kostbare Freundschaft mit Jack in Gefahr zu bringen. Doch schnell erinnert sie sich wieder daran, was ihr die alte Zigeunerin vor Jahren prophezeite: Keine Frau in ihrer Familie wird jemals eine glückliche Beziehung haben. Traurig erzählt sie es Jack und macht ihm klar, dass sie niemals seine CeeCee seine Geliebte werden wird, denn die Freundschaft zwischen ihnen bedeutet ihr zuviel. Fast bereut sie ihre harten Worte, als Jack ihr kurz darauf mitteilt, dass er für drei Monate nach Mexiko geht. In dieser Zeit wird sein Zwillingsbruder Zack in seinem Apartment wohnen. Für CeeCee gibt es darum keinen Zweifel, dass es Zack ist, den sie wenige Tage später trifft, und der sofort heiß mit ihr flirtet. Nur eine kleine Affäre? Warum eigentlich nicht?
Lori Wilde hat mehr als neununddreißig erfolgreiche Bücher geschrieben, von denen etliche auf der Bestsellerliste der New York Times landeten. Sie arbeitete 20 Jahre als Krankenschwester, doch ihre große Liebe ist die Schriftstellerei. Lori Wilde liebt das Abenteuer. Unter anderem läuft sie Marathon, nimmt Flugstunden, tritt mit einer professionellen Jazzband auf, fotografiert Grizzlybären im Yellowstone Nationalpark und reist gern. Lori Wilde lebt mit ihrem Liebsten Bill, ihrem Schäferhund Cinnamon und vier Enten in Texas.
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2. KAPITEL
Jack kochte auch zwanzig Minuten nach dem Kuss noch vor Zorn und Enttäuschung. Er hatte den Müll sowie ein Büschel lange blonde Haare entsorgt und Muffin seiner Herrin zurückgebracht. Die Furcht des Ringers vor dem Pudel war offensichtlich wohlbegründet. Jack wusste selbst, dass Muffin manchmal fast so fies sein konnte wie ein Pitbull.
Er ging ins Bad, um sich zu säubern, und fragte sich, woher CeeCee wissen wollte, wie es war, einen Bruder zu küssen. Sie hatte ja noch nicht mal einen. Er musterte sein Spiegelbild kritisch. Na schön, er war nicht Superman, und vielleicht besaß er auch nicht die animalische Anziehungskraft des Profiringers. Doch seine Küsse als brüderlich zu bezeichnen, das ging zu weit.
Außerdem sagte ihm sein männlicher Instinkt, dass CeeCee log. Er hatte genau gespürt, dass sie den Kuss erwiderte. Ihr Atem hatte sich beschleunigt, und sie hatte spontan die Arme um seinen Nacken geschlungen. Außerdem war sie knallrot geworden, als sie beteuerte, der Kuss bedeute ihr überhaupt nichts. Und sie hatte es nicht gewagt, ihm bei dieser Lüge in die Augen zu sehen. Was die Frage aufwarf, warum sie log. Jack war entschlossen, den Grund dafür herauszufinden.
Er verließ sein Apartment, ging über den Hof und stieg die Treppe zu CeeCees Wohnung hoch. Seine Handflächen waren feucht, und eine gemeine kleine Stimme in seinem Kopf hämmerte ihm ein, dass er dabei war, seine Freundschaft mit CeeCee zu zerstören, falls er sich nicht vorsah.
Jack atmete tief durch und verbannte die ungebetenen Ratschläge aus seinem Kopf.
Tu einfach so, als wärst du Zack, sagte er sich. Was würde dein Zwillingsbruder in dieser Situation tun?
Er setzte ein verwegenes Grinsen auf und klopfte an CeeCees Tür.
Nichts tat sich.
War sie schon zu Bett gegangen? Er schaute auf seine Armbanduhr. Elf Uhr. CeeCee fing normalerweise um sieben Uhr morgens an zu arbeiten. Er konnte ihr also keinen Vorwurf machen, wenn sie schon schlief. Also war es wohl das Beste, die Unterredung mit ihr auf morgen zu vertagen. Im Übrigen musste er morgen ziemlich früh in den Operationssaal.
Nein, verflixt. Er würde kein Gras über die Sache wachsen lassen. Nicht einmal bis morgen. Er hatte es satt, im Leben immer den Kürzeren zu ziehen.
Jack wollte erneut klopfen, doch in diesem Moment wurde die Tür geöffnet.
CeeCee spähte hinaus, ein Handtuch wie einen Turban um den Kopf geschlungen. Sie war barfuß und trug einen blaugrünen Kaftan, der sich eng an ihre Kurven schmiegte. Jacks Puls beschleunigte sich unwillkürlich.
“Tut mir leid”, entschuldigte sie sich. “Ich war unter der Dusche. Ich sehe bestimmt schrecklich aus.”
“Du siehst großartig aus.”
Sie schob eine noch feuchte rote Locke zurück unter den Turban. “Wohl kaum. Kein Make-up, das Haar unter einem Handtuch.”
Sie war eine schöne Frau, und ihr Körper war äußerst begehrenswert. Doch Jack mochte noch viele andere Dinge an CeeCee. Er bewunderte ihr inneres Feuer, ihre lebhafte Art. Wenn er mit ihr zusammen war, fühlte er sich männlich und stark.
Heute Abend war eine Entscheidung fällig. Er war es leid, zusehen zu müssen, mit was für widerlichen Kerlen sie sich traf. Er hatte keine Lust mehr zu warten, bis sie ihn vielleicht endlich einmal als Mann wahrnahm.
Auf ihrer Wange glitzerte ein Wassertropfen. Jack sehnte sich danach, CeeCee zu berühren und den Tropfen wegzuwischen. Warum nicht? sagte er sich. Es ist genau das, was Zack tun würde. Also tat er es.
CeeCee verschlug es für eine Sekunde den Atem, und sie trat einen Schritt zurück. Statt darauf zu warten, dass sie ihn hereinbat, betrat Jack unaufgefordert ihr Apartment.
“Komm rein”, sagte sie verspätet und schloss die Tür. “Setz dich. Möchtest du Eistee?”
Er nickte. Nicht weil er durstig war, sondern weil er sich an etwas festhalten wollte. Sonst gerieten seine Hände womöglich in Versuchung.
“Bin gleich wieder da.” Sie verschwand in der Küche, nicht jedoch, ohne vorher den Startknopf des CD-Players zu drücken. Jazz von Duke Ellington erfüllte den Raum. Jack und CeeCee hatten bereits am ersten Tag ihrer Bekanntschaft entdeckt, dass sie beide diese Musik liebten.
Jack machte es sich auf dem Sofa bequem. CeeCee kam gleich darauf zurück und gab ihm ein Glas Eistee. Sie ließ sich neben ihm nieder und zog die Beine unter sich. Jack konnte den Blick nicht von ihr abwenden.
Wie sollte er sein Anliegen am besten zur Sprache bringen?
Er war noch nicht bereit für die Art von Vorgehensweise, die sein Zwillingsbruder Zack bevorzugt hätte. Stattdessen trank er einen Schluck Eistee, ehe er fragte: “Wie kam es dazu, dass Lars sich auf die Zunge gebissen hat?”
“Ich schwöre, dass es ein Versehen war”, sagte CeeCee und kicherte. “Er hätte einfach nicht versuchen sollen, mir das Ding ohne Erlaubnis in den Mund zu schieben.”
“Gut zu wissen, falls ich mal so dreist sein sollte.”
“Als ob du so was tätest.” Sie winkte ab, als sei er nun wirklich keine Bedrohung. “Du bist viel zu anständig, um dich einer Frau aufzudrängen.”
Jack war sauer. Glaubte CeeCee tatsächlich, er sei total harmlos? Hatte sie wirklich keine Ahnung, was er für sie empfand? Sein Verlangen, sie zu besitzen, war stark genug, um in ihm die verrücktesten Ideen zu wecken. Er sah CeeCee eindringlich an und fragte etwas, was er sie schon seit fünf Monaten hatte fragen wollen. “Spaß beiseite, CeeCee. Warum gibst du dich mit Kerlen wie Lars ab?”
“Lars war kein richtiges Date von mir.” Sie zuckte die Achseln. “Er war mein Patient, und ich habe versucht, ihn zur Teilnahme bei der Wohltätigkeitsauktion für das Krankenhaus zu überreden. Jetzt sagt er bestimmt nicht mehr zu.”
“Bestimmt nicht.”
“So ein Mist! Ich habe nämlich versprochen, einen Prominenten für die Auktion zu gewinnen, damit wir mehr Geld hereinbekommen. Irgendwann sollte ich lernen, nicht so voreilig zu sein.” CeeCee trank von ihrem Eistee.
Jack betrachtete ihren schlanken Hals. Allein dieser Anblick erregte ihn.
Seine innere Stimme meldete sich sofort. Du sollst keine erotischen Gedanken auf deine beste Freundin verschwenden, mahnte sie. Jedenfalls nicht, wenn du sie als beste Freundin behalten willst.
“Zurück zu unserem Thema”, sagte er und kümmerte sich nicht um die Stimme der Vernunft. Jetzt oder nie, dachte er. “Nehmen wir also an, dass Lars nicht der Mann deiner Träume war und du nicht bereits eine Hochzeit und Babys geplant hattest.”
“Um Himmels willen!”
“Trotzdem, CeeCee. Deine Männerbekanntschaften folgen immer einem bestimmten Schema. Warum bloß suchst du dir immer Freunde aus, deren geistige Reife mit ihrer körperlichen Entwicklung nicht Schritt gehalten hat?”
“Ich gönn mir halt ein bisschen Spaß”, meinte sie ausweichend.
“Weshalb willst du keinen netten, charakterlich einwandfreien Freund?” Jack drehte sein Glas in der Hand.
CeeCee verdrehte die Augen. “Willst du’s genau wissen? Nette Jungs sind langweilig.”
So wie ich, dachte Jack enttäuscht.
“Anwesende natürlich ausgenommen”, fügte CeeCee rasch hinzu. Doch es war zu spät.
Jack wusste jetzt, was sie von ihm hielt. Alles, was sie wollte, waren kurze heiße Affären. Was offenbar genau das war, was er ihr nicht geben konnte.
“Jack.” Sie lehnte sich zu ihm herüber und legte ihre Hand auf seine. Die kurze Berührung sandte lustvolle Schauer durch seinen Körper. Er musste seine ganze Kraft aufbieten, um kühl und gefasst zu bleiben. “Ich danke dir wirklich dafür, dass du dir Sorgen machst”, fuhr sie fort. “Aber es ist unnötig. Ich kann für mich selbst einstehen.”
“So wie heute Abend mit Lars?”
Sie verzog den Mund. “Er war eine Ausnahme. Die meisten Männer sind nicht so aufdringlich.”
“Und wie willst du jemals einen guten Ehemann finden, CeeCee? Einen Menschen, der dich liebt und respektiert, so wie du es verdienst?”
“Darum geht es ja, Jack. Ich will nicht heiraten.”
“Niemals?”
Sie nickte.
Jack starrte sie fassungslos an. “Aber warum denn nicht?”
“Das ist eine lange Geschichte.” Sie seufzte und winkte ab. Er bewunderte unwillkürlich ihre langen schlanken Finger.
“Ich habe zwei Ohren und alle Zeit der Welt”, sagte er. “Es interessiert mich, weshalb eine schöne junge Frau wie du, die so viel zu geben hat, niemals heiraten will.”
“Versprichst du, dass du mich nicht auslachen wirst?”
“Natürlich.”
“Na schön. Vermutlich schulde ich dir eine Erklärung, da du ja schon öfter mitbekommen hast, wie meine Beziehungen in die Brüche gegangen sind. Außerdem hast du mich vorhin vor dem Neandertaler gerettet.” CeeCee zögerte und warf Jack unter gesenkten Wimpern einen forschenden Blick zu. Jack schwieg. Jedes Mal, wenn sich ihre Blicke trafen, dachte sie an den Kuss.
Sie verbot es sich. Jack war ihr bester Freund. Weiter nichts. Ihre Freundschaft durfte nicht in eine Liebesbeziehung abdriften. Das wäre eine Katastrophe für sie beide. Sie hatte gelernt, vom anderen Geschlecht nicht allzu viel zu erwarten. Wenn es Schwierigkeiten gab, konnte man auf Männer niemals zählen.
“Gönn dir deinen Spaß”, hatte Grandma Addie ihr gesagt. “Aber glaub nicht, dass du dem Fluch, der auf unserer Familie liegt, entrinnen kannst.”
CeeCee machte das Beste aus ihrem Schicksal. Auf der Highschool war sie als Herzensbrecherin berüchtigt gewesen. Auf dem College...




