Wierlemann | Mordwoche. Kriminalroman | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

Wierlemann Mordwoche. Kriminalroman

Spannender Roman mit schwäbischem Lokalkolorit!
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95573-137-3
Verlag: Klarant
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Spannender Roman mit schwäbischem Lokalkolorit!

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

ISBN: 978-3-95573-137-3
Verlag: Klarant
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Plötzlich gerät der Alltag in der schwäbischen Kleinstadt Bärlingen durch eine Leiche aus den Fugen. Nie im Leben hätten Gerda und Otto König, die Inhaber des alteingesessenen Friseur-Salons, gedacht, dass sie einmal einen Mörder jagen würden. Doch jetzt laufen im Friseurgeschäft nicht nur die Trockenhauben heiß, sondern auch die Mörder-Spekulationen auf Hochtouren. Unversehens sind Gerda und Otto König mittendrin in einem Mordfall, der allerdings erst auf den zweiten Blick seinen wahren Abgrund offenbart. Und weil Gefahr in Verzug ist, macht sich das Friseur-Ehepaar kurzerhand selbst daran, auf ziemlich unkonventionelle Weise zu ermitteln. Aber auch die Polizei ist nicht tatenlos. Treibt ein unbekannter Killer sein Unwesen in der beschaulichen Kleinstadt? Hauptkommissar Georg Haller und seine Kollegin Lisa-Marie Töpfer sind ganz nah dran an den skurrilen aber liebenswerten Einwohnern Bärlingens und merken, dass nicht nur die gemeinsame Suche nach dem Mörder Spannung in ihre Beziehung bringt...

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2. Kapitel


„Und du meinst wirklich, dass sich deine Mutter über so etwas zu Weihnachten freut?“ Alex drehte die kleine Spielzeugminiatur in den Fingern hin und her. „Eigentlich schenken wir uns schon seit Jahren nichts mehr, aber an dem kleinen Flitzer kam ich einfach nicht vorbei. Genau so sieht der alte VW-Käfer meiner Mutter aus, ein Traum in rot.“ Susanne kuschelte sich unter der Decke nah an Alex und schob ihre Füße auf die andere Seite des Bettes, wo es immer ein paar Grad wärmer zu sein schien. „Ich bin schon ziemlich aufgeregt und gespannt darauf, was meine Eltern zu dir sagen werden. Immerhin ist das heute eine Premiere, ich habe bislang noch nie jemand meinen Eltern vorgestellt.“ „Oh, das ist dann wohl eine besondere Ehre“, witzelte Alex und schmiss sich in Pose. „Dann ist es wohl was Festes mit uns, Fräulein Merz? Kann ich mir Hoffnungen machen?“ Susanne ließ eine wilde Kitzel- und Kussattacke über sich ergehen und bat schließlich nach Luft japsend um Gnade. „Du nimmst mich gar nicht ernst. Du hast gut lachen mit deinen Hippie-Eltern. Die hätten jede Schwiegertochter akzeptiert, Hauptsache die Beziehung läuft gut. Bei meinen Eltern ist das ein bisschen anders.“ „Nicht böse sein, Maus. Ich freue mich sehr, endlich deine alten Herrschaften kennen zu lernen und werde mich von meiner besten Seite zeigen.“

Susanne drehte sich zur Seite und stopfte sich ihr Kissen so unter den Kopf, dass sie Alex direkt ansehen konnte. „Dieses Jahr Weihnachten ist es glaub’ ich besonders wichtig für meinen Vater, dass die ganze Familie zusammen ist. Es geht ihm gerade nicht so gut, er hatte wieder einen Krankheitsschub und ist wohl sehr schwach. Scheiß Krebs!“ „Sag mal, wenn es deinem Dad nicht so gut geht, sollen wir dann nicht lieber ins Hotel gehen?“ „Kommt gar nicht in Frage, würde mein Vater sagen und so wie ich meine Mutter kenne, hat sie die Betten schon eine Woche im Voraus gemacht. Sie freuen sich so, dass wir kommen. Weißt du, wenn du einmal in den Fängen der Familie Merz bist, dann kommst du nicht mehr raus. Das ist dir schon klar, oder?“ „Mit dir freue ich mich auf lebenslänglich.“ Alex Hände wanderten unter der Decke in eindeutiger Absicht in Richtung Susanne, die allerdings gar nicht auf morgendliche Liebesbezeugungen eingestellt war. „Hey, aufhören, ich muss mit dir reden. Hirn an Körper: Fummeln einstellen und Ohren auf!“ Alex merkte, dass Susanne heute früh nicht für Zärtlichkeiten zu haben war und fügte sich klaglos in einen sexfreien Start in den Tag.

„Letzte Woche hatte ich meinen Vater auf dem AB, er bat mich um einen Rückruf. Seine Stimme klang so müde, da habe ich mir wirklich Sorgen gemacht. Er hat jetzt schon seit drei Jahren Leukämie und alle möglichen Behandlungen über sich ergehen lassen müssen. Dabei ging es ihm mal besser und mal schlechter, aber er hat sich immer wieder so weit erholt, dass er zu Hause sein und wenigstens ansatzweise ein normales Leben führen konnte. So schwach wie auf dem AB habe ich meinen Vater allerdings noch nie gehört und...“, Susanne brach die Stimme weg und die Tränen stiegen ihr in die Augen. Sie wollte gegen den Kloß an Traurigkeit in ihrem Hals ankämpfen, den Schmerz weglächeln, aber die Sorge um ihren Vater brach wie eine große Welle über sie herein.

„Ach Maus, ist es so schlimm? Komm her zu mir, ganz nah.“ Susanne kuschelte sich an Alex und ließ sich die Haare kraulen und beruhigende Worte ins Ohr flüstern. Sie trocknete sich die letzten Tränen ab: „Ich bin wohl gerade besonders empfindlich. Die Sache mit meinem Vater geht mir immer so nah und ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es mal sein wird, wenn er nicht mehr da ist.“ „Noch ist er jedenfalls da und offensichtlich fit genug, um den Stress auszuhalten, mich kennenzulernen.“ Susanne konnte schon wieder ein bisschen lachen. Alex konnte es schwer ertragen, Susanne so verzweifelt zu sehen und hoffte, dass ein kleiner Scherz den Rest an Traurigkeit vertreiben würde. Mit theatralischer Geste wandte sich Alex an die imaginären Eltern: „Gestatten, mein Name ist Bergmann, Alex Bergmann. Ich liebe Ihre Tochter und in größter Bescheidenheit darf ich auch von mir behaupten, dass ich sie glücklich mache. Gnädige Frau, wie gut, dass Sie dieses Thema gleich ansprechen. Ja, auch im Bett klappt es hervorragend mit uns beiden. Und ja, Herr Merz, selbstverständlich habe ich ehrenwerte Absichten und kann das Fräulein Tochter durchaus auch ernähren.“ Susanne kicherte, Alex schaffte es einfach immer, den richtigen Ton bei ihr zu finden. „Genau so machen wir’s dann heute Nachmittag bei meinen Eltern, gute Idee.“

Susanne strich Alex eine Locke aus der Stirn. „Warum habe ich dich nicht schon viel früher kennengelernt? Dann wären mir einige peinliche Auftritte erspart geblieben.“ „Ja, das frage ich mich auch“, frotzelte Alex, „dann müssten wir jetzt auch nicht permanent daran arbeiten, dein in jahrelanger Enthaltsamkeit angespartes Sex-Defizit abzubauen.“ „Ha ha, sehr witzig. Ich hab’ mir das Single-Leben schließlich nicht freiwillig ausgesucht. Oder denkst du vielleicht, es war ein Spaß, jahrelang allein zu den Familientreffen zu gehen? Die meisten haben sich wohl ihren Teil gedacht und hinter vorgehaltener Hand gelästert. Aber das war ich gewohnt. Dann gab es aber Tante Elsa und Tante Fanny, die mich jedes Mal gefragt haben, ob bei mir denn gar kein Freund in Sicht sei. Ob ihr Lächeln dabei mitleidig oder schadenfroh war, habe ich nie herausfinden können. Mich hat diese Tanten-Inquisition jedenfalls so genervt, dass ich irgendwann beschlossen habe, nie wieder allein zu so einem Rudeltreffen zu gehen.“ „Und wer durfte dann mit in die Höhle des Löwen?“ „Beim ersten Mal habe ich einen Studienfreund überreden können. Der war aber nach dem Wochenende so geschafft, dass er im Jahr darauf dankend abgelehnt hat. Der Tanten-Stress war einfach zu viel für ihn. Er wurde von den beiden richtig in die Mangel genommen und auf Herz und Nieren geprüft. Sie fanden ihn wohl ganz nett und klopften mir anerkennend auf die Schulter. Nach dem Motto: Klasse Kerl, den du dir da geangelt hast. Alle Achtung, das hätten wir dir gar nicht zugetraut. Jedenfalls konnte ich das Familientreffen zum ersten Mal genießen. Jetzt gehörte ich dazu und war eine echte Merz. Natürlich wollte ich dann im nächsten Jahr nicht wieder allein auftauchen. Diese Genugtuung wollte ich den Tanten nicht gönnen, das wäre für sie ein gefundenes Fressen gewesen. Jetzt ist die arme Susanne wieder allein. Hat er sie verlassen? Ach je, das arme Kind! Diese zuckersüße Heuchelei kotzte mich mittlerweile an. Also musste ich mir was einfallen lassen und ich wollte mich in puncto Männer natürlich verbessern. Den Tanten sollte richtig die Spucke wegbleiben. Jedenfalls habe ich dann Tony vom Escort-Service engagiert.“

„Echt jetzt, du hast dir einen Kerl gemietet? Du könntest an jedem Finger zehn Typen haben!“ „Danke, sehr schmeichelhaft. Ich hatte aber keine Lust, mir erst mühsam einen geeigneten Kandidaten zu suchen. Und bei Tony war die Sache wirklich in professionellen Händen. Er war umwerfend und die Tanten waren sprachlos. Da standen dann die eigenen Schwiegersöhne wie blasse Schuljungen in der Ecke. Tony sah immer wie aus dem Ei gepellt aus und war charmant, klug und witzig. Am Abend haben wir dann noch gemeinsam die Minibar niedergemacht und Karten gespielt. Um den Tanten im Nachbarzimmer so richtig den Rest zu geben, hatte er dann noch die glorreiche Idee gehabt, die ganze Nacht hemmungslosen Sex vorzutäuschen. Und glaub mir, wir haben alles gegeben. Wir hüpften im Bett, dass die Federn nur so quietschten und haben dazu lustvoll gestöhnt und gekichert. Dieses Spektakel haben wir beim Einschlafen geboten und dann alle drei Stunden in der Nacht. Dafür haben wir uns extra den Wecker gestellt. Die Blicke beim Frühstück hättest du sehen müssen! Tony war echt spitze. Als er eine Riesenportion Spiegeleier mit Speck verdrückte, meinte er nur, dass wir die ganze Nacht über Einsteins Relativitätstheorie diskutiert hätten und wie Tante Elsa und Tante Fanny denn darüber denken würden. Tony hatte die Nummer auf dem Familienfest großen Spaß gemacht und er hat sich richtig gefreut, dass ich ihn in den folgenden Jahren immer wieder engagiert habe. Ein Wahnsinnstyp, oder?“

„Hey, jetzt werde ich gleich eifersüchtig, bei so viel Schwärmerei.“ „Keine Sorge, Tony ist passé. Beim nächsten Familientreffen kommst du mit. Und damit wir uns richtig verstehen, da wird das nächtliche Tun nicht nur vorgetäuscht!“ Susanne drückte Alex einen glücklichen Kuss auf die Lippen. Sie hatte schon verdammt viel Glück, dass sie sich dieses Prachtexemplar hatte angeln können!

„Bleib ruhig noch ein bisschen liegen und ruh dich aus. Heute hast du es zwar nur mit dem kleinen Kreis der Familie zu tun, aber anstrengend wird es sicher trotzdem. Ich geh schon mal vor und mach Frühstück.“ Susanne warf sich ihren Snoopy-Bademantel über und...



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