E-Book, Deutsch, Band 72, 384 Seiten
Reihe: Julia Collection
Whittenburg Julia Collection Band 72
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-0329-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 72, 384 Seiten
Reihe: Julia Collection
ISBN: 978-3-7337-0329-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
KATIE - EINFACH SÜß von TOLLER WHITTENBURG, KAREN
Wow, was für eine Frau! Geschäftsmann Adam Braddock schwirrt der Kopf, als er Katie Canton zum ersten Mal sieht. Dumm nur, dass die hübsche Brünette ihm die kalte Schulter zeigt. Kann er sie überzeugen, dass es für ihn mehr gibt als nur den Job?
SO KÜHL UND DOCH SO HEIß von TOLLER WHITTENBURG, KAREN
Für Karrierefrau Lara steht die Arbeit an erster Stelle. Sich zu verlieben gehört nicht zu ihrer Lebensplanung. Aber dann bekommt sie einen neuen Boss - den attraktiven Playboy Bryce Braddock. Und plötzlich beginnen Laras Hormone verrückt zu spielen!
ES GESCHAH IN DER HOCHZEITSNACHT von TOLLER WHITTENBURG, KAREN
Peter, uneheliches Kind der angesehenen Braddock-Familie, fühlt sich als Außenseiter. Überzeugt, durch eine entsprechende Heirat endlich Anerkennung zu finden, trifft er sich mit der adeligen Thea. Doch schnell wird ihm klar: Eine Vernunftehe kommt mit ihr nicht infrage...
Karen Toller - Whittenburg hat an beiden Küsten Amerikas gelebt - der Atlantik- und der Pazifikküste. Sie bevorzugt die Landschaft von Nordost - Oklahoma, wo sie aufgewachsen ist. Sie mag den Wechsel der Jahreszeiten in Tulsa, wo sie mit ihrem Ehemann, einem Fotografen lebt. Schon in frühen Jahren hat Karen begeistert gelesen. Aber sie schrieb auch schon als Kind Geschichten und begann eine ernstzunehmende Karriere als Autorin 1981 als ihr erstes Buch veröffentlicht wurde. In einem Kurs für angehende Autoren lernte sie, dass das Schreiben eines Romans nicht so einfach war, wie es aussah. Aber sie beendete ihr erstes Manuskript nach ein paar Monaten und fing ein neues an. Und ein neues...und ein neues...Heute hat sie acht Romane unter dem Pseudonym Karen Whittenburg veröffentlicht. Momentan schreibt sie an ihrem nächsten Roman.
Weitere Infos & Material
PROLOG
Archer Braddock flüchtete sich vor dem Regen zur Haustreppe und klopfte mit seinem Gehstock gegen die Tür. Er mochte dieses Geräusch von Holz gegen Holz. Den hellen Ton einer Türklingel fand er dagegen lästig und aufdringlich. Aber ein Klopfen … ah, ein Klopfen war wie eine knappe Ankündigung, dass es ernsthafte Dinge zu besprechen gab. Hatte er Janey nicht schon immer gesagt, dass er einen Mann genauso nach seinem Anklopfen wie nach seinem Händedruck einschätzen konnte?
Wenn Janey jetzt hier wäre, würde sie ihn darauf aufmerksam machen, dass er sich mit seiner Idee, den Gehstock statt seiner Fingerknöchel zu benutzen, etwas vormachte. Doch die Arthritis hatte schon lange die Kraft seiner Hände gemindert, und der Tod hatte ihm seine Janey genommen. Dennoch war sie der Grund, warum er an diesem Tag vor dieser Tür Lanceshire Nummer 37 stand und darauf wartete, hereingelassen zu werden. „Oh, Janey, Janey“, murmelte er sanft. „Wünsch mir alles Glück, Liebes.“
Die Tür wurde geöffnet, gerade als der kalte Januarregen anfing richtig heftig niederzuprasseln, und ohne die formelle Einladung abzuwarten, betrat er die Eingangshalle. „Archer Braddock“, stellte er sich dem steif wirkenden Butler vor. „Ich habe um zwei Uhr eine Verabredung mit Mrs Fairchild.“
„Sehr wohl, Sir. Wir haben Sie erwartet.“ Der Butler schloss die Tür, und Archer nahm seinen Hut ab. Dabei fielen Regentropfen auf die Marmorfliesen.
„Haben Sie keinen Regenschirm bei sich gehabt, Sir?“, fragte der Butler, während er Archer geübt beim Ausziehen seines Mantels half und die Handschuhe entgegennahm.
„Nein. Ich fürchte, nein.“ Der Regenschirm lag im Wagen. Sein eigener Butler, Abbott, würde ihn niemals aus dem Haus lassen, ohne dass er für jeden erdenklichen Wetterwechsel ausgerüstet wäre. Offensichtlich gehörte das zum Stolz eines jeden Butlers. Aber Archer hatte den Regenschirm vergessen, als er auf den Wagen verzichtete. Er hatte sich nicht herfahren lassen, weil er nicht wollte, dass irgendjemand, auch nicht sein absolut verlässlicher Chauffeur, wusste, wo und mit wem er heute verabredet war.
„Ihr Schal, Sir?“ Der Butler stand bereit, den grauen Kaschmirschal entgegenzunehmen. Archer ließ die Hand noch einen kleinen Moment in den Falten des weichen Schals verweilen, ehe er ihn sich vom Nacken zog.
Der Schal war ein Geschenk von Janey gewesen, und seit jenem Winter vor so langer Zeit war er für Archer eine Erinnerung daran, dass Janey nie von seiner Seite wich – wenn auch nur in seiner Vorstellung. Und heute brauchte er mehr als jemals zuvor das Gefühl ihrer Nähe.
Der Butler faltete sorgfältig den Schal und legte ihn neben Archers Hut auf die Marmorplatte der Flurkonsole. „Mrs Fairchild ist im Arbeitszimmer“, sagte er. „Wenn Sie mir bitte folgen wollen.“
Archer folgte ihm auf seinen Stock gestützt. Vor noch gar nicht so vielen Jahren hätte er seiner Umgebung keine Beachtung geschenkt. Er hätte die luxuriöse Einrichtung als selbstverständlich hingenommen und sich auf das bevorstehende Treffen eingestellt. Doch achtundsiebzig Sommer hatten ihm beigebracht, dass das Leben, ohne etwas dazuzutun, dahinjagte, und deshalb ging er jetzt gewollt – und notgedrungen – langsamer.
Er war noch nie zuvor in Ilsas Haus gewesen, hatte niemals die Gelegenheit oder den Grund gehabt, sie hier aufzusuchen. Bis jetzt. Und die Situation machte ihn, so albern es zu sein schien, ein wenig nervös. Der charmante Stil der Ausstattung ihres Hauses zerstreute jedoch seine nagenden Zweifel.
Neben den Spuren von Eleganz wie der Aubusson-Teppich in der Eingangshalle, ein Picasso an der Wand neben der Freitreppe zu den höher gelegenen Räumlichkeiten, Vasen mit frisch geschnittenen Blumen auf den Mahagonitischen in der sich nach innen öffnenden Halle, gab es auch Zeichen auf einen weniger anspruchsvollen Lebensstil, wie der Weidenkorb mit der Gartenschere, die Baumwollhandschuhe mit dem Blümchenmuster sowie die Lesebrille, die auf einem geöffneten Buch lag. Offensichtlich war die Hausherrin nicht überaus besorgt um Eindruck, den sie nach außen hin machte.
Der Butler ging ihm voraus quer durch die Eingangshalle auf eine offene Tür zu und meldete knapp: „Mr Archer Braddock.“
„Mr Braddock!“ Ilsa Fairchild erhob sich aus dem Ohrensessel vor dem gemütlichen Kaminfeuer, um ihn herzlich zu begrüßen. „Auf die Minute pünktlich. Bitte, kommen Sie herein!“
Archer betrat das Arbeitszimmer und schimpfte sich im Stillen einen Idioten, weil er sich darauf eingelassen hatte, diesen Auftrag auszuführen, und auch, weil er ein alter Mann war, der immer noch an Märchen und Verzauberung glauben wollte. Mit einem verbindlichen Lächeln streckte er ihr die Hand zum Gruß hin.
„Ich freue mich sehr, dass Sie angerufen haben. Wie schön, Sie wieder zu sehen.“ Sie drückte seine Hand und lud ihn dann mit einer Geste ein, in dem gepolsterten Ohrensessel schräg vor ihrem Platz zu nehmen. „Es sind jetzt … wie viele Jahre her? Fünf Jahre, seit wir bei der Wohltätigkeitsveranstaltung für die Bibliothek zusammengearbeitet haben, stimmt’s?“
„Ja, ungefähr“, stimmte Archer ihr zu. „Es hat so viele Wohltätigkeitsveranstaltungen seit damals gegeben, dass ich mich nicht genau erinnere, bei welcher wir zusammengearbeitet haben. Die Bibliothek ist immer eins von Janeys bevorzugten Projekten gewesen, wie Sie sicher wissen.“
„Das ist es auch für mich.“ Ilsa setzte sich wieder und ließ ihm geduldig Zeit, sich wegen seiner Behinderung schwerfällig im Ohrensessel niederzulassen. Währenddessen wandte sie sich an den Butler. „Robert? Würden Sie uns bitte Tee bringen und …“, sie blickte Archer fragend an, „… Kaffee?“
Archer sank in das weiche Polster und war dankbar, wieder sitzen zu können. Der lange Gang in der feuchten Nachmittagsluft hatte ihn angestrengt. „Eine Tasse Kaffee wäre gut“, antwortete er.
Robert nickte und entfernte sich. Leise schloss er die Doppeltür hinter sich und ließ Archer mit der freundlich lächelnden Ilsa in dem behaglichen Raum mit dem flackernden Kaminfeuer allein.
Ilsa wirkte immer noch graziös, wie er fand, obwohl sie Anfang fünfzig sein musste – nur ein oder höchstens zwei Jahre jünger als sein Sohn James. Alter und Erfahrung hatten ihre Schönheit gereift und ihren Charme geschliffen. Ihre Jugendfrische war fraulicher Anmut gewichen. Sie war immer noch schlank und elegant, und ihr einstmals kupferrotes Haar war zu einem matten Kastanienbraun verblasst. In ihren grauen Augen spiegelte sich noch immer ihre Fröhlichkeit und Zuversicht, aber auch das Wissen um Kummer und Sorgen. Ihren Optimismus hatte sie nicht eingebüßt, wie er ihr ansehen konnte, und letzten Endes war genau das der Grund gewesen, warum er hier war.
„Ich war seinerzeit in Amsterdam, als ich von Mrs Braddocks Tod erfuhr.“ Ilsa lehnte sich leicht zu ihm vor, um ihm ihr Mitgefühl und Verständnis zu zeigen – das Mitgefühl und Verständnis einer Witwe für einen Witwer. „Es tut mir sehr leid, dass ich bei dem Begräbnis nicht dabei sein konnte.“
Im März würden es zwei Jahre her sein, und das Wort Begräbnis störte Archer immer noch so wie damals. „Abschiedsfeier“, verbesserte er milde. „Begräbnis hat einen so unwiderruflichen Klang. Und, nun ja, um ehrlich zu sein, ziehe ich es vor, diesen Tag als eine Abschiedsfeier ihres Lebens zu erinnern. Janey würde es sich gewünscht haben, ungetrübt Abschied zu nehmen.“
„Ich hätte sie gern besser gekannt“, sagte Ilsa. „Eine Frau, die von den Männern in ihrem Leben offensichtlich so tief bewundert wurde, muss außergewöhnlich gewesen sein.“
„Sie war die Liebe meines Lebens, und ich habe das von der Sekunde an gewusst, als ich ihr zum ersten Mal begegnete.“ Archer lehnte sich zurück und streifte den Griff des robusten Gehstocks aus Kirschholz – ein dauerhaftes Geschenk von seiner Janey – über die leicht gebogene Armlehne. „Ich weiß um den Wert der Liebe und um den Gewinn einer guten Ehe. Deshalb bin ich hier. Meine liebe Mrs Fairchild – darf ich Sie Ilsa nennen? – ich brauche unbedingt … eine Ehestifterin.“
Ilsa war selten überrascht von Dingen, die innerhalb der vier Wände ihres Arbeitszimmers gesagt wurden. Ihre Klienten zeigten sich gewöhnlich nervös und verunsichert. Sie waren ein wenig verlegen über ihren Entschluss, Ilsas Dienste in Anspruch zu nehmen. Sehr oft hatte die Person, die ihr gegenübersaß, keine richtige Vorstellung von dem, was Ilsa für sie tun könnte. Im Grunde konnte sich fast keiner ihrer Klienten ein genaues Bild von der Rolle einer Ehestifterin heutzutage machen.
Aus Erfahrung wusste Ilsa, dass bei den ersten Treffen die Gespräche offen und sachlich geführt werden mussten. Ihr guter Leumund musste bewiesen und ihre Strategie umrissen werden. Nur so konnten Probleme von vornherein ausgeschlossen werden. In der Regel jedoch sollten die Klienten sich erst mal entspannt fühlen. Zum geschäftlichen Teil ging sie erst über, nachdem Robert den Tee serviert hatte und die gesellschaftlichen Floskeln gebührend ausgetauscht worden waren.
Archer Braddock war eindeutig kein typischer Klient, wie Ilsa sie sonst kannte.
„Sie brauchen eine Ehestifterin?“, wiederholte Ilsa, und ihre Überraschung war deutlich herauszuhören.
Er lächelte belustigt und lachte dann in sich hinein. „Äh, Ilsa, die Fahrt von Sea Change hierher ist es mir allein deswegen wert gewesen.“ Er schlug sich die Hand vor den Mund, um sein Lachen zu...