E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
WhiteFeather Der Rhythmus der Sehnsucht
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6901-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-6901-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Detective Luke Starwind ist ein Rätsel für Maggie. Gerade noch berühren sich ihre Körper beim Tanz verführerisch, schlagen ihre Herzen im selben Rhythmus. Kurz darauf weist er sie eiskalt ab. Kann sie jemals die Dämonen vertreiben, die ihren heißen Traummann quälen?
Sheri WhiteFeather hat schon viele Berufe ausprobiert: Sie war Verkaufsleiterin, Visagistin und Kunsthandwerkerin. All das gibt ihr für ihre Romances Anregungen, aber am meisten wird sie von ihrem Ehemann inspiriert. Er stammt von den Muskogee-Creek-Indianern ab und ist Silberschmied. Er ist sehr tierlieb, so dass in ihrem Haushalt eine ganze Menagerie untergebracht ist. Sheri und ihr Mann haben einen Sohn im Teenageralter, der Kalifornien, fast food und sein Skateboard liebt. In ihrer Freizeit besucht Sheri am liebsten indianische Powwows und Kunstgalerien, stöbert gern in Antiquitätengeschäften und geht in kleinen, ursprünglichen Restaurants essen. Die Helden in ihren Romances sind meistens moderne Krieger - wortkarg, aufrichtig, athletisch und sehr leidenschaftlich. Oft suchen sie nach ihren eigenen Ursprüngen, nach den Wurzeln ihrer Herkunft, und so verwundert es nicht, dass Sheri beabsichtigt, auch in der Zukunft über ihr Lieblingsthema, indianische Stammesgeschichte, so viel wie möglich zu schreiben. Sheri hält den Beruf der Romance-Autorin für den schönsten Job der Welt. Am Besten gefällt ihr daran, dass sie arbeiten kann, wann immer es ihr passt. Einzige Voraussetzung ist, dass ihre englische Bulldogge auf ihren Füßen liegt und zufrieden vor sich hin schnarcht.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Maggie Connelly wartete vor der Eingangstür zu Luke Starwinds Haus. Es wehte ein bitterkalter Wind in Chicago. Wie eisige Finger strich die Dezemberluft ihren Rücken entlang. Eine Warnung dachte sie. Die Ankündigung einer unmittelbaren Gefahr.
Sie umfasste die Einkaufstüten in ihrem Arm ein wenig fester. War sie der Sache überhaupt gewachsen? Ging sie ein zu großes Risiko ein?
Nein, beruhigte sich Maggie. Sie hatte das Recht, in die Ermittlungen der Familie einbezogen zu werden. Ihr geliebter Großvater war tot, und auch ihr attraktiver Onkel. Sie waren ermordet worden, und sie musste erfahren, warum.
Der größte Hemmschuh würde Luke sein. Sie wusste, dass der frühere Green Beret – so wurden die Soldaten der ältesten Spezialeinheit der US Army wegen ihrer grünen Baretts genannt – alles versuchen würde, ihre Einmischung zu verhindern.
Maggie warf entschlossen den Kopf zurück. Sie hatte ein wertvolles Beweisstück entdeckt und damit ein Ass im Ärmel. Luke konnte das, was er wusste, unmöglich für sich behalten, wenn sie die Karte ausspielte, die das Schicksal ihr in die Hand gegeben hatte.
Er öffnete die Tür. Wortlos sahen sie einander an.
Maggie zwang sich, tief Luft zu holen.
Der Mann, der vor ihr stand, war groß und kräftig gebaut. Die pechschwarzen, aus der Stirn gekämmten Haare betonten sein kantiges Gesicht. Er war eine eindrucksvolle Erscheinung mit markanten Gesichtszügen – hohe Wangenknochen, eine Nase, die aussah, als wäre sie schon einmal gebrochen gewesen, ein energisches Kinn.
Luke war wie ein Puzzle, das sie noch nicht vollständig zusammengesetzt hatte, jedes Teilchen ein Stück seiner komplizierten Persönlichkeit. Er brachte sie durcheinander und weckte in ihr den Wunsch, ihn zu verstehen und ihm nahe zu sein.
Maggie hatte ihn bei der Hochzeit ihres Bruders zum Tanzen aufgefordert, und sie spürte jetzt noch die fließenden Bewegungen, mit denen er sie geführt hatte. Er hatte seine Wange an ihrer Schläfe gerieben, einen Satz in der Sprache der Cherokee geflüstert und sie dabei an seine starke Brust gedrückt.
„Was machst du hier?“
Sie schüttelte den Gedanken an den sinnlichen Moment in seinen Armen ab. Danach hatte er sie gemieden wie die Pest und sich wieder von seiner knallharten Seite gezeigt.
Warum? fragte sie sich. Weil sie Gefühle in ihm geweckt hatte?
Entschlossen, sich von ihm nicht einschüchtern zu lassen, drängte sie ihm ihre Einkäufe auf. „Ich bin gekommen, um uns beiden ein Abendessen zu kochen, Luke. Also sei ein Gentleman, ja?“
Überrumpelt nahm er ihr die Taschen ab, wobei ihm eine fast aus der Hand geglitten wäre.
Maggie verkniff sich ein zufriedenes Lächeln. Sie hatte es geschafft, diesen hart gesottenen Mann aus der Fassung zu bringen. Das allein war ein kleiner Sieg.
Er machte einen Schritt zur Seite, und sie trat durch die Tür.
Das geräumige zweigeschossige Haus war mit Möbeln aus dem neunzehnten Jahrhundert eingerichtet, jedes einzelne Teil massiv und funktionell. Ein bisschen abgenutzt vielleicht, aber die rustikalen Antiquitäten passten zu Luke. Außerdem gab es einen offenen Kamin.
Das Zuhause eines Menschen spiegelt sein Seelenleben wider, dachte Maggie. Obwohl er in der Stadt lebte, war sie sich ganz sicher, dass er auf einer Ranch aufgewachsen war. Die Eichenböden waren auf Hochglanz poliert, darauf lagen kleine Flechtteppiche.
Sie ging in Richtung Küche, Luke folgte ihr. Er stellte die Tüten auf den gekachelten Küchentresen, und sie machte sich mit den Haushaltsgeräten und dem praktischen Kochgeschirr vertraut. Die Fensterbank über dem Edelstahlbecken war leer, keine Pflanzen, nichts was gewässert oder gepflegt werden müsste.
Sie verspürte einen Hauch von Traurigkeit und den Drang, Lukes dunkle Welt aufzuhellen und ihn zum Lachen zu bringen.
Er runzelte die Stirn, und einen Moment fürchtete sie, er habe ihre Gedanken gelesen.
An einen Küchenschrank gelehnt beobachtete er jede ihrer Bewegungen. Maggie knöpfte ihren Mantel auf und versuchte, sich zu entspannen. Der Mann war ein erstklassiger Privatdetektiv. Es lag in seiner Natur, Menschen zu beobachten, sie zu analysieren und einzuschätzen. Außerdem, dachte sie und atmete einmal tief durch, fühlte er sich zu ihr hingezogen.
Ihre Körper hatten sich bei dem Tanz auf sehr sinnliche Weise berührt, ihre Herzen hatten in demselben erotischen Rhythmus geschlagen. A qua da nv do. Die Cherokee-Worte gingen ihr durch den Kopf. Was bedeuteten sie? Und warum hatte er sie mit solch stiller Sehnsucht ausgesprochen?
Direkt an die Küche schloss sich das Esszimmer an, und Maggie hängte dort ihren Mantel über einen der Stühle mit hoher Rückenlehne. Lukes Blick wanderte von ihrem Kaschmirpullover zu der Spitze ihrer italienischen Stiefel und wieder zurück.
„Was ist los?“, fragte er. „Was hast du vor?“
„Nichts“, erwiderte sie etwas zu unschuldig. Doch noch wollte sie die Bombe nicht platzen lassen. Zuerst würde sie ihn mit Pasta verwöhnen. Und mit einer Flasche ihres Lieblingsweins.
Luke verschränkte die Arme. Er trug Jeans und ein dunkelblaues Sweatshirt. In seinem linken Ohrläppchen schimmerte ein winziger Silberstecker. Der Ohrring muss ein Zeichen seiner indianischen Abstammung sein, überlegte sie.
Sie packte die Lebensmittel aus. Luke machte keine Anstalten, ihr zu helfen, sondern blieb dort, wo er war, und sah ihr bei den Vorbereitungen zu.
„Ich bin überrascht, dass du kochen kannst“, sagte er und ließ sie nicht aus den Augen.
„Sehr lustig.“
Maggie war klar, was Luke über sie dachte. Sie war das jüngste Kind einer der wohlhabendsten und mächtigsten Familien im Land. Ihre elegante Mutter entstammte einer Fürstenfamilie, und ihr Vater, ein Mann mit stahlblauen Augen, hatte eine kleine Firma zu einem weltweit agierenden Unternehmen ausgebaut.
Doch Maggie musste sich noch den Respekt verdienen, der dem Namen Connelly entgegengebracht wurde. Die Paparazzi sahen in ihr nur die verwöhnte Erbin und Jetset-Lady. Das Partygirl. Egal, wie sehr sie sich bemühte, sie schien dieses Image nicht abschütteln zu können.
Und während Maggies Privatleben in der Boulevardpresse ausgebreitet wurde, hielt Luke seins unter Verschluss.
Warum kapselt er sich so ab? fragte sie sich. Warum war er so vorsichtig? Warum verschloss ein attraktiver, erfolgreicher neununddreißigjähriger Mann sein Herz?
Sie wusste nicht viel über Luke, doch sie hatte ein paar Nachforschungen angestellt und bei jedem, der ihn kannte, Informationen über ihn eingeholt. Und auch wenn sie nicht hinter das Geheimnis gekommen war, das ihn umgab, hatte sie ein paar erstaunliche Dinge herausgefunden. Luke war nie verheiratet oder verlobt gewesen. Er hatte keine tiefer gehenden Beziehungen und die meisten Menschen, mit denen sie gesprochen hatte, beschrieben ihn als zurückhaltend. Auch die Frauen.
Maggie hielt seinem wachsamen Blick stand und suchte in seinen Augen nach einer Spur von Glück oder Lebensfreude. Aber sein Blick war irgendwie leer und freudlos.
Könnte sie ihn glücklich machen? Könnte sie seine innere Anspannung lösen?
Insgeheim hoffte sie, Gelegenheit zu bekommen, es zu versuchen. Doch sie bezweifelte, dass er ihre Bemühungen unterstützen würde. Vor allem, wenn sie ihm sagte, dass sie ihm bei den Ermittlungen helfen wollte.
Lucas Starwind, das wusste sie, würde keinen Wert darauf legen, die jüngste Tochter der Connellys als Verbündete an seiner Seite zu haben.
Eine Stunde später saßen sich Luke und Maggie an seinem Esstisch gegenüber. Die Lady hat irgendetwas vor, dachte Luke. Er wusste, dass sie sich in der ganzen Stadt nach ihm erkundigt hatte. Und jetzt war sie hier und köderte ihn mit einem selbst gekochten Essen. Die junge, hübsche, impulsive Maggie. Der jüngste Spross der Connellys. Die unbekümmerte Jetset-Lady. Der Freigeist. Irgendetwas stimmte nicht.
Doch Maggie war alles andere als leicht zu durchschauen. Sie war eine Muse, die Göttin des Tanzes und strahlte eine unbefangene Sinnlichkeit aus, die Luke nicht gewöhnt war. Ihr langes hellbraunes Haar trug sie offen, und ihre Augen hatten die Farbe des Tropenmeers. Sie war schlank, geschmeidig und von unglaublicher Schönheit.
Und sie hatte Temperament. Genug, um sein Blut zum Kochen zu bringen. Die starke Anziehungskraft, die er empfunden hatte, als er mit ihr tanzte, behagte ihm gar nicht. Sie war zu jung für ihn – viel zu jung. Siebzehn Jahre Altersunterschied trennten sie.
Er blickte auf das Essen, das sie zubereitet hatte – einen Antipasti-Salat, Lasagne, dazu frisches Brot. Ein Mahl, wie es in einem gemütlichen Straßencafé serviert wurde. Selbst das Ambiente war heimelig. Maggie hatte eine Duftkerze hervorgezaubert, die jetzt zwischen ihnen flackerte und warmes Licht verbreitete.
Aber dies war kein Date, und Luke hatte sich trotz des Weines, der in seinem Glas funkelte, vollständig im Griff.
Vielleicht nicht vollständig. Aber zumindest so weit, wie es ihm in Maggies Gegenwart möglich war. Solange sie sich nicht berührten, würde er sich zusammennehmen können. Kein weiterer Tanz, keine zärtlichen Verlockungen. Er würde sich nicht wieder von ihr bezirzen lassen. Nicht nach dem, was er gesagt hatte. Was er gefühlt hatte.
Er blickte auf und merkte, dass sie ihn beobachtete. Vermutlich hoffte sie darauf, dass ihn das gemütliche Essen verhandlungsbereiter machte. Er spürte, dass sie etwas plante. Der Glanz in...




