Weston | Mittsommerfest der Liebe | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Weston Mittsommerfest der Liebe


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5758-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-5758-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Fröhlich klingt die Musik durch die helle Nacht. Buntes Treiben herrscht beim Mittsommerfest! Doch Gabrielle hat nur Augen für Sven, der sie beim Tanz in seinen Armen hält. Erfüllt sich heute Nacht ihr großer Traum - wird Sven sie endlich zärtlich küssen und sinnlich lieben?



Sophie Weston reist leidenschaftlich gern, kehrt aber danach immer wieder in ihre Geburtsstadt London zurück. Ihr erstes Buch schrieb und bastelte sie mit vier Jahren. Ihre erste Romance veröffentlichte sie jedoch erst Mitte 20. Es fiel ihr sehr schwer, sich für eine Karriere zu entscheiden, denn es gab so viele Berufe, die sie interessierten. Also probierte sie so viele wie möglich aus, schnupperte in Jobs hinein und machte dabei viele Erfahrungen, die sie später beim Schreiben ihrer Romances verwerten konnte, u.a. hielt sie Vorträge am arabischen Golf und kellnerte in Paris. Sophie hat ein Haus, drei Katzen und schätzungsweise eine Million Bücher. Sie schreibt praktisch ständig, tanzt nicht sehr gut, zieht mehr Pflanzen, als sie Platz hat, und kreiert sehr gern sündige Nachspeisen.
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1. KAPITEL

„Es tut mir leid, Miss Hyssop, Ihr Vater bittet Sie, sich einen Augenblick zu gedulden“, sagte die Privatsekretärin höflich.

Gaby Hyssop lächelte. Ihr Vater hatte sie noch jedes Mal warten lassen und für solche Fälle seine Assistentinnen angewiesen, sie, Gaby, mit Zeitschriften zu versorgen – natürlich möglichst mit solchen, die einen schmeichelhaften Artikel über ihn brachten –, und ihr so ausgezeichneten Kaffee zu servieren, dass Gaby manchmal bereute, nach dem Besuch der Musikhochschule in London geblieben zu sein, anstatt, wie ihr Vater gewünscht hatte, zu ihm nach Los Angeles zu ziehen.

„Möchten Sie lesen?“, fragte die Sekretärin.

Gaby unterdrückte ein Lächeln. Auf dem Titel der angebotenen Zeitschrift war Michael Hyssop abgebildet, der berühmte Heilpraktiker, der den Arm um eine schmachtende Schönheit gelegt hatte. Diese Dame versuchte gerade ihr drittes Comeback, nachdem sie, eigenen Angaben zufolge, Alkoholikerin gewesen war. Aus der Sicht ihres Vaters gewiss ein zusätzlicher Reiz, dachte Gaby, denn vermutlich hatte er an der Genesung des Stars mitgewirkt.

„Danke sehr“, sagte sie ernst.

Die junge Assistentin lächelte erleichtert und kehrte an ihren Computerbildschirm zurück. Gaby ließ sich auf die bequeme Couch fallen, schob ihren langen, glänzenden kastanienbraunen Zopf über die Schulter und überflog den Artikel.

Sie erfuhr nicht viel Neues. Ihre Eltern waren beide Therapeuten, die mit alternativen Methoden arbeiteten, und besonders von ihrer Mutter hatte Gaby theoretisch viel gelernt. Anne war sehr an der tiefgreifenden Heilung ihrer Patienten interessiert und experimentierte viel. Michael dagegen führte eine erfolgreiche, sehr bekannte Praxis in Hollywood und trat häufig in den Medien auf. Die weltfremde Anne verachtete ihn dafür.

Gaby erinnerte sich nicht gern an die Zeit, als die Mutter ihren Vater vor einigen Jahren verlassen hatte und ihm in einem letzten qualvoll heftigen Streit vorgeworfen hatte, oberflächlich und nur auf Show bedacht zu sein. Dann verließ sie Los Angeles und kehrte mit Gaby, ihrem einzigen Kind, nach London zurück.

Nachdenklich betrachtete Gaby jetzt das Foto des Vaters. Er sah noch immer sehr gut aus, fand sie.

Das Telefon auf dem Schreibtisch der Assistentin klingelte. An dem herzlichen Ton der jungen Frau erkannte Gaby sogleich, mit wem sie sprach. Wirkte Michaels Charme sogar über das Telefon? Mit verträumtem Blick legte die Privatsekretärin den Hörer auf und sah Gaby an.

„Mr. Hyssop lässt fragen, ob Sie wohl einen richtigen amerikanischen Kaffee möchten?“

Gaby lachte. „Er ändert sich doch nie, wie?“, sagte sie liebevoll. „Nein, danke, ich lese lieber den Artikel zu Ende.“

Das Mädchen lächelte sie unsicher an und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. Gaby ergriff eine weitere Zeitschrift. Entweder Michael oder eine seiner Assistentinnen hatte den kleinen Absatz rot angestrichen. Ziemlich desinteressiert las Gaby:

Dr. Sven Hedberg, der bekannte Kopfchirurg, konsultiert derzeit Michel Hyssop, den Aromatherapeuten mit Starruhm. Dr. Hedberg, der eine international anerkannte Kapazität auf dem Gebiet der Kopfchirurgie ist, erlitt vergangenes Jahr in seiner Heimat Schweden einen tragischen Unfall. Seitdem leidet er gelegentlich unter einem Taubheitsgefühl in der rechten Hand und musste deshalb sein Operationsprogramm drastisch kürzen.

Michael Hyssop wurde große Anerkennung vonseiten des Ärzteverbandes zuteil, als er mit seiner ungewöhnlichen Heilmethode den linken Arm des bekannten Kampfsportartisten Sergei Josten rettete. Der Sechsundzwanzigjährige litt nach einem Unfall unter beständigem Zittern. Ärzte hatten jede Hoffnung auf Heilung aufgegeben.

Sven Hedberg, der dieses Semester in Kalifornien Vorlesungen hält, hofft vermutlich, dass Hyssop für ihn das gleiche tun kann.

Der neununddreißigjährige Dr. Hedberg gehörte als Student der schwedischen Skilanglauf-Olympiamannschaft an. Vielleicht hat er damals seine Vorliebe für international bekannte Schönheiten entdeckt. In seiner Heimat ist er jedenfalls einer der begehrtesten Junggesellen. In letzter Zeit sah man ihn häufig in Begleitung der bezaubernden Oriana Meadows. Hochzeitsglocken werden jedoch nicht läuten, denn der gut aussehende Sven Hedberg schätzt bekanntlich seine Freiheit.

Gaby wunderte sich, denn üblicherweise war es ihre Mutter, die mit Ärzten zusammenarbeitete. Michaels bevorzugte Patienten waren Hollywoodgrößen. Allerdings schien Sven Hedberg eine wesentlich schillerndere Persönlichkeit zu sein, als der langweilige kleine Dr. Bailey vom Kings College, der ihrer Mutter häufig Patienten überwies. Dr. Bailey war zwar einfühlsam und ein hingebungsvoller Arzt, doch Gaby konnte sich ihn kaum auf Skiern vorstellen. Vielleicht passte Dr. Hedberg doch ganz gut in Michaels Patientenkreis.

Wieder klingelte das Telefon, und die junge Assistentin nahm den Hörer ab. Plötzlich wurde ihre Miene besorgt. Die junge Frau entschuldigte sich bei Gaby und verließ das Zimmer.

Gaby legte die Zeitschrift beiseite und reckte sich. Ich sollte wirklich mehr üben, dachte sie und bewegte die Finger auf einer unsichtbaren Klaviertastatur. Da sie sich ihren Lebensunterhalt als Kellnerin verdienen musste, fehlte ihr oft die Zeit zu ernsthaftem Studium.

An drei Abenden in der Woche spielte sie außerdem Klavier in einem Restaurant im Londoner West End. Sie gab auch Klavierunterricht, doch jetzt, mit Beginn der Feriensaison, verreisten viele ihrer Schüler. Deshalb musste Gaby entweder häufiger als Kellnerin arbeiten oder öfter in Nachtklubs auftreten.

Ungeduldig stand sie auf. Es war wirklich alles ziemlich enttäuschend. Dabei machte ihre Karriere als Pianistin durchaus Fortschritte, brachte ihr aber leider nicht genügend Geld ein. Noch nicht, fügte sie in Gedanken hinzu, denn sie war eine geborene Optimistin.

Gelangweilt schlenderte Gaby durchs Zimmer, betrachtete die Bilder an den Wänden und blieb schließlich vor dem Schreibtisch der jungen Assistentin stehen. In dem aufgeschlagenen Terminkalender war der heutige Nachmittag durchgestrichen und ihr Name darübergeschrieben worden. Jemand hatte dennoch zwei Verabredungen eingetragen, eine davon mit einer Fernsehgesellschaft.

Anscheinend waren die Fernsehleute jetzt noch in Michaels Privaträumen. Er muss sich beeilen, dachte Gaby belustigt, denn bereits um vier Uhr dreißig wird Dr. S. Hedberg erwartet. Wie Michael Hyssop also noch Zeit für seine Tochter erübrigen wollte, war ihr ein Rätsel.

Jemand öffnete die Tür, und in der Annahme, man brächte ihr doch noch Kaffee, drehte Gaby sich um. Doch der Mann, der eintrat, trug einen erstklassig geschnittenen dunklen Anzug, der seine große, muskulöse Gestalt elegant betonte. Der Fremde hatte ein schmales, wohlproportioniertes Gesicht, einen gut geschnittenen Mund und sah fantastisch aus.

Obwohl sie ihm nichts ansehen konnte, glaubte Gaby zu spüren, dass der Mann maßlos zornig war, und wich unwillkürlich einen Schritt zurück.

In diesem Moment sah er sie an. Seine Augen waren grau wie die stürmische See und ebenso kalt. Sein abschätzender Blick machte Gaby nervös. Unsicher tastete sie, ob sich wieder einmal widerspenstige Haare aus dem Zopf gelöst hatten.

Der Mann mag mich nicht, dachte Gaby, die kalte Ablehnung von Fremden nicht gewöhnt war.

„Zu Michael Hyssop“, sagte der Fremde. „Ich habe eine Verabredung mit ihm. Die Rezeption hat mich hergeschickt.“

Das war also der Patient, der für vier Uhr dreißig bestellt war. Gaby sah auf die Eintragung im Terminkalender: Dr. S. Hedberg. Wieso kam ihr der Name so bekannt vor? Und weshalb machte der Mann einen so starken Eindruck auf sie?

Gaby nahm sich zusammen, lächelte und sagte: „Es tut mir leid, im Moment ist er beschäftigt, aber …“

Doch Dr. Hedberg wollte sich nicht abwimmeln lassen. Er war ungeduldig und zeigte es auch.

„Hyssop hat um die Unterredung gebeten, nicht ich. Ich habe keine Zeit zu verschenken. Sagen Sie ihm, ich werde genau fünf Minuten warten.“

Das Eisgrau seiner Augen war so ungewöhnlich intensiv, dass Gaby fröstelte. Verflixt, wo hatte sie nur den Namen schon gehört?

„Sie sind nicht das Mädchen vom letzten Mal“, bemerkte Dr. Hedberg. „Hat Hyssop etwa in jedem Hafen eine andere?“

Gaby errötete. „Was geht Sie das an?“, erwiderte sie heftig.

„Wenn Sie Hyssops übliche Assistentin wären, wüssten Sie, dass ich meine, was ich sage. Ich werde nicht warten, während er Hof hält. Morgen findet eine sehr wichtige Kopfchirurgenkonferenz statt, für die ich noch Unterlagen überbringen muss. Wenn Hyssop nicht sofort hier auftaucht, kann ich das schneller erledigen als geplant.“

Natürlich! Der Dr. Hedberg! Einen Moment siegte die Neugier über Gabys Empörung. Der Ski fahrende, freiheitsliebende Junggeselle Sven Hedberg! Nun, jetzt verstand Gaby, weshalb er unverheiratet war. Keine Frau würde es mit so einem Eisblock lange aushalten.

Er betrachtete sie ungeduldig. „Haben Sie mich nicht verstanden?“

Gaby nickte verblüfft. „Doch, aber …“

„Dann richten Sie es ihm einfach aus.“

„Das kann ich leider nicht. Wissen Sie …“ Sie blickte ihm ins Gesicht und erschrak. Der Mann war wirklich unerbittlich.

„Sie sollten es dennoch tun.“

Das klang wie eine Drohung, und Gaby straffte sich unwillkürlich. „Soviel ich weiß, haben Sie erst um vier Uhr dreißig einen Termin“, sagte sie kühl. „Sie sind also zu früh...



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