Weston | Meine süße Sommerfee | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Weston Meine süße Sommerfee


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5757-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-5757-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Zärtliche Stunden verbringt die zierliche Kit mit dem britischen Diplomaten Sir Philip Hardesty in ihrem romantischen Strandhaus auf Coral Cove. Doch wie kann es nur sein, dass Philip ein glühender Liebhaber ist - und sich wenige Momente später wieder ganz kühl und beherrscht gibt? Enttäuscht fliegt Kit zurück nach London. Jetzt bleiben ihr nur bittersüße Erinnerungen ...



Sophie Weston reist leidenschaftlich gern, kehrt aber danach immer wieder in ihre Geburtsstadt London zurück. Ihr erstes Buch schrieb und bastelte sie mit vier Jahren. Ihre erste Romance veröffentlichte sie jedoch erst Mitte 20. Es fiel ihr sehr schwer, sich für eine Karriere zu entscheiden, denn es gab so viele Berufe, die sie interessierten. Also probierte sie so viele wie möglich aus, schnupperte in Jobs hinein und machte dabei viele Erfahrungen, die sie später beim Schreiben ihrer Romances verwerten konnte, u.a. hielt sie Vorträge am arabischen Golf und kellnerte in Paris. Sophie hat ein Haus, drei Katzen und schätzungsweise eine Million Bücher. Sie schreibt praktisch ständig, tanzt nicht sehr gut, zieht mehr Pflanzen, als sie Platz hat, und kreiert sehr gern sündige Nachspeisen.
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1. KAPITEL

„Ein zufriedener Kunde mehr“, sagte Mrs. Ludwig und reichte Kit Romaine den Umschlag mit der Gehaltsabrechnung. „Er war voll des Lobes für Sie und lässt Sie nur ungern gehen.“

„Das ist sehr freundlich von ihm.“ Kit schob das Kuvert ungeöffnet in die Manteltasche.

Nicht zu fassen, wie wenig diesem Mädchen Geld bedeutet, dachte Mrs. Ludwig missbilligend. „Kommen Sie nie in Versuchung?“

„Mich fest anstellen zu lassen?“ Kit schüttelte den Kopf. „Ich bin lieber unabhängig.“ Sie hatte lange genug gebraucht, um herauszufinden, dass sie frei und ungebunden sein wollte.

„Mit dieser Einstellung sind Sie natürlich die ideale Arbeitskraft für eine Zeitarbeitsfirma wie die unsere. Doch sollten Sie nicht auch an Ihre Zukunft denken?“

„Für mich ist es die ideale Lebensform“, sagte Kit entschieden. Erst nach einigen bitteren Erfahrungen war sie zu dieser Erkenntnis gelangt.

Mrs. Ludwig gab es auf, das junge Mädchen vom Gegenteil überzeugen zu wollen. Sie warf einen Blick auf ihre Terminliste.

„Für nächste Woche hätte ich den kompletten Frühjahrsputz eines Hauses in Pimlico. Die Eigentümer sind alte Kunden, die nach dem Auszug der bisherigen Mieter das Haus selbst bewohnen wollen. Jedoch erst, wenn alles sauber ist. Sie hätten also das Haus ganz für sich. Oder Sie übernehmen eine Urlaubsvertretung in der Buchhandlung Henderson. Man hat ausdrücklich Sie verlangt. Und dann könnte ich Ihnen noch einen Job bei den Bryants anbieten.“

Mrs. Ludwig zögerte, ehe sie hinzufügte: „Ach nein, das ist nichts für Sie, da Sie sich um deren kleine Tochter kümmern müssten.“ Fragend blickte sie das junge Mädchen an. Die Bryants waren gute Kunden, und sie hätte Ihnen gern eine Spitzenkraft wie Kit Romaine vermittelt.

Doch diese schüttelte heftig den Kopf. Kit Romaine wollte mit Kindern nichts zu tun haben.

Von dieser Einschränkung einmal abgesehen, war Kit Romaine jedoch eine geradezu ideale Mitarbeiterin für Mrs. Ludwig, die für ihre Agentur mit dem Slogan warb: „Wir haben für jedes Problem eine Lösung!“ Das junge Mädchen war im Haushalt ebenso perfekt wie am Computer und bewahrte auch in schwierigen Situationen die Ruhe. Außerdem war Kit ausgesprochen hübsch und bewegte sich mit so viel Grazie, dass sich die Leute auf der Straße nach ihr umdrehten. Ein Kunde hatte mit ihr sogar einen Werbespot für das Fernsehen drehen wollen, doch Kit hatte trotz eines üppigen Honorarangebots lachend abgelehnt.

Bei dem Gedanken daran seufzte Mrs. Ludwig unwillkürlich auf.

„Nicht die Bryants“, sagte Kit nun. „Ich übernehme lieber den Frühjahrsputz. Da kann ich mich voll auf mein Bildungsprogramm konzentrieren.“

Mrs. Ludwig lachte. „Womit befassen Sie sich zurzeit?“

„Mit Kriegslyrik.“

„Das klingt ja sehr martialisch.“

„Ist es aber nicht. Ich finde, es gehört zur Allgemeinbildung, mehr darüber zu wissen.“ Kit war eine begeisterte Autodidaktin. Wann immer es sich mit ihrer Arbeit vereinbaren ließ, wie beispielsweise beim Saubermachen, legte sie eine Kassette in ihren Walkman und bildete sich weiter.

„Ganz wie Sie meinen“, sagte Mrs. Ludwig leicht gelangweilt. Ihr ging es darum, möglichst viel Geld zu verdienen, alles andere war zweitrangig. „Wenn Ihnen so viel daran liegt, übernehmen Sie eben diesen Frühjahrsputz in Pimlico. Die Schlüssel gebe ich Ihnen am Montag.“

„Gut.“ Kit stand auf. „Dann bis Montag.“

„Schönes Wochenende“, wünschte ihr Mrs. Ludwig zerstreut, da sie mit ihren Gedanken bereits bei einem anderen Auftrag war.

Kit fuhr mit der U-Bahn nach Hause, die an diesem nassen Wintertag brechend voll war. Die feuchten Mäntel der Leute verbreiteten einen muffigen Geruch im Abteil, was jedoch niemanden zu stören schien. Die Leute waren gut gelaunt, weil Freitag war und die meisten etwas vorhatten.

Außer mir, dachte Kit, als sie an der Station Notting Hill ausstieg. Sie beneidete die anderen nicht, sondern freute sich auf ihr gemütliches Zuhause.

Auch in ihrem Leben hatte es einmal eine Zeit gegeben, wo sie jeden Abend unterwegs gewesen war. Sie hatte alles getan, um in ihrer Clique anerkannt zu werden, und ihr Studium sträflich vernachlässigt. Schließlich war sie dann durch die Prüfung gefallen, hatte ihr Selbstvertrauen verloren und war auch noch krank geworden.

Zum Glück hatte sie diese schlimmste Phase ihres Lebens nun überwunden. Statt auszugehen, würde sie sich heute Abend im Radio eine Oper anhören. Sie hatte es schon mit Klavierkonzerten versucht, sich aber dafür nicht so recht begeistern können.

Es gibt noch so viel zu lernen, dachte sie, als sie nun beschwingt die breite Treppe des stuckverzierten weißen Hauses hinauflief und die Eingangstür aufschloss. Von außen sah das Gebäude sehr vornehm und elegant aus, doch drinnen herrschte eine merkwürdige Atmosphäre. Heute roch es nach Räucherstäbchen, vermischt mit dem Duft von Zitrusfrüchten und Zimt. Offenbar braute ihre Vermieterin einen Punsch.

Durch Vermittlung ihres Schwagers, dessen exzentrischer Tante das Haus gehörte, hatte Kit die Wohnung im Souterrain bekommen. Tatiana war eine ehemalige Balletttänzerin und etwas chaotisch. Sie hatte eine Vorliebe für Räucherstäbchen und feierte jedes Wochenende rauschende Partys.

Auf Zehenspitzen schlich Kit an der Wohnungstür ihrer Vermieterin vorbei, um einer Einladung zu entgehen.

Tatiana missbilligte die zurückgezogene Lebensweise ihrer Mieterin ganz entschieden. „Anscheinend verlässt du das Haus nur, um schwimmen oder arbeiten zu gehen“, hatte sie heute Morgen ironisch festgestellt, als sie sich in der Eingangshalle begegnet waren.

„Ich nehme auch Fahrstunden“, verteidigte Kit sich.

Tatiana rümpfte verächtlich die Nase. „Statt an eine Maschine, solltest du deine Hände mal an einen Mann legen!“

„Habe ich getan“, entgegnete Kit schnippisch.

„So?“ Tatiana sah sie wie eine alte, weise Schildkröte an. „Wann denn?“

Sowohl verärgert als auch amüsiert über die alte Dame, schüttelte Kit den Kopf. „Wieso glaubst du, mich ständig kontrollieren zu müssen? Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig.“

Da Tatiana keineswegs gekränkt zu sein schien, sondern sogar sehr zufrieden wirkte, schöpfte Kit Verdacht. „Hat dich etwa Lisa auf mich angesetzt?“

„Das musste sie nicht.“ Wieder rümpfte Tatiana die Nase. „Es ist doch nicht normal, dass ein Mädchen in deinem Alter abends nur weggeht, um irgendwelche Kurse zu besuchen. Du solltest mehr Spaß am Leben haben.“

„Mich mit Männern verabreden, meinst du wohl?“ Kit seufzte.

„Spaß haben“, verbesserte Tatiana sie. „Vor allem, wenn man aussieht wie du.“

Bei den letzten Worten war Kit zusammengezuckt.

Tatiana ließ sich davon nicht erweichen. „Langes blondes Haar und grüne Augen“, fuhr sie unerbittlich fort, „dazu die Grazie einer Tänzerin. Du könntest eine atemberaubende Schönheit sein, wenn du nicht in unförmigen Sackkleidern herumlaufen, und wenn du ab und zu mal ausgehen würdest.“

„Ich gehe, wohin ich will“, erwiderte Kit bestimmt. „Und ich ziehe an, was ich will. Wenn dir das nicht passt, kann ich jederzeit ausziehen.“

Tatiana war auf die Herausforderung nicht eingegangen, sondern hatte nur beschwichtigend die Hände gehoben und sich, etwas auf Russisch murmelnd, in ihre Wohnung zurückgezogen.

Unwillkürlich musste Kit lächeln, als sie jetzt daran dachte. Es gelang ihr nur selten, bei einem Wortgefecht mit ihrer Vermieterin nicht den Kürzeren zu ziehen. Um ein erneutes Zusammentreffen zu vermeiden, schlich sie lautlos die Treppe hinunter zu ihrer Wohnung. Als sie die Tür aufschloss, hörte sie das Telefon klingeln. Sie beeilte sich abzuheben, ehe Tatiana etwas mitbekam.

„Hallo? Kit?“

„Lisa?“, fragte Kit ungläubig. Nichts hatte sie weniger erwartet, als von ihrer Schwester zu hören, die sich zurzeit mit ihrem Mann, einem Zoologen, in einem tropischen Urlaubsparadies vom Winter erholte. „Ich dachte, du würdest unter Palmen am Meer faulenzen und hättest Besseres zu tun, als mich anzurufen“, scherzte sie, erkundigte sich dann aber besorgt: „Ist mit Nikolai alles in Ordnung?“

„Keine Ahnung. Ich sehe ihn ja kaum.“ Obwohl Lisas Stimme weit entfernt klang, war ihr gereizter Unterton nicht zu überhören.

„Oh.“ Kit fühlte sich etwas hilflos.

„Er hat mir zwar gesagt, dass in unserem Hotel eine Tagung einheimischer Naturschützer stattfinden würde, aber ich dachte, er würde nur das eine oder andere Gespräch führen. Stattdessen verbringt er jedoch seine ganze Zeit mit diesen Leuten und will nun auch noch einen Vortrag halten.“

An Lisas Ton konnte Kit unschwer erkennen, dass ihre Schwester vor Wut kochte.

„Und außer den Konferenzteilnehmern wohnt zurzeit niemand in diesem verdammten Hotel. Überhaupt frage ich mich, wie man in einer Gegend, die an ein Krisengebiet grenzt, ein Luxushotel bauen kann?“

„Krisengebiet?“, wiederholte Kit entsetzt.

„Na ja, im Moment, ist alles ruhig“, erklärte Lisa ungeduldig, „sonst würde man keine Konferenzen abhalten. Trotzdem ist es der letzte Ort, um Urlaub zu machen.“

Kit blickte durch das Fenster in den Garten. Es regnete in Strömen. „Offenbar hast du vergessen, wie das Wetter zu dieser Jahreszeit in London ist. Bei dir scheint wenigstens die Sonne.“

...



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