E-Book, Deutsch, Band 2670, 144 Seiten
Reihe: Julia
West Gewagter Deal mit dem Tycoon
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2504-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2670, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2504-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gisèle kann nicht fassen, was Investor Adam Wilde von ihr verlangt: Damit er die traditionsreiche Kosmetikfirma ihrer Familie rettet, muss sie ihn heiraten! Natürlich nur für eine Ehe auf dem Papier! Er will sie an seiner Seite haben, um seinen Ruf in der Öffentlichkeit aufzupolieren. Was soll sie nur tun? Unmöglich kann sie zusehen, wie alles zusammenbricht, was ihre Familie aufgebaut hat! Verzweifelt sagt sie schließlich Ja - und ist schockiert von der Lust, die Adams Nähe trotz allem ungewollt in ihr weckt ...
Annie verbrachte ihre prägenden Jahre an der Küste von Australien und wuchs in einer nach Büchern verrückten Familie auf. Eine ihrer frühesten Kindheitserinnerungen besteht darin, nach einem Mittagsabenteuer im bewaldeten Hinterhof schläfrig ins Bett gekuschelt ihrem Vater zu lauschen, wie er The Wind in the Willows vorlas. So bald sie lesen konnte, entdeckte sie die Welt der Romane für sich. Sie verschlang Abenteuerromane und bestaunte die Märchen Illustrationen. In ihren Gedanken, war sie eine der tanzenden Prinzessinen, Rapunzel, eine schlafende Schönheit und natürlich Cinderella. Ausflüge in die Bücherei wurden zu einem regelmäßigen Vergnügen, bei dem sie ferne Welten entdecken und sich in tagträumen verlieren konnte, in denen sie die Heldin in einer der Geschichten spielt. Durch ihre Familie wurde Annie nicht nur ermutigt eine Leidenschaft für Bücher zu entwickeln, sondern sie brachten ihr auch bei das Reisen und den australischen Busch zu lieben. Oft schaffte sie es alle drei Dinge zu kombinieren. Auf ihren Wanderungen und beim Zelten hatte sie immer einen Roman mit im Gepäck. Schon früh wurde sie verrückt nach Liebesromanen. In ihrer Jugend verbrachte sie viele lange Nachmittage damit mit ihrem besten Freund Tennis zu spielen. Zwischen den schier endlosen Sätzen auf kochend heißem Kies, wankten sie zu dem Haus ihres Freundes, um sich wieder zu erholen. Dieses Haus war vollgestopft mit Büchern. Alle mit der markanten Rose auf dem Cover. So geschah es, dass Annie Liebesromane für sich entdeckte und seitdem nicht mehr davon loskam. Glücklicherweise fand sie ihren eigenen romantischen Helden, während sie auf der Universität studierte. Trotz dieser schönen Ablenkung vollendete sie ihr Studium mit Auszeichnung. Außerdem hatte sie weiterhin das Glück viel reisen zu können. Als Rucksacktourist durchstreifte sie Ägypten und Griechenland, trampte durch Neuseeland, bestaunte Sehenswürdigkeiten in Europa und lebte eine Zeit lang in Deutschland. Annie verließ die Universität ohne konkreten Karriereplan in der Tasche zu haben und nahm eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Die beste Vorbereitung für einen Autor! In ihrem ersten dauerhaften Job, verbrachte sie sechs Wochen damit den Regierungs Beschaffungsleitfaden Korrektur zu lesen. Jedes. Einzelne. Wort. Davon. Den Text eines Romans zu kontrollieren macht eindeutig mehr Spaß. Für mehrere Jahre schrieb, berichtigte, änderte und verbesserte Annie Regierungspläne, Kabinettentwürfe und Berichte für das ...
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1. KAPITEL
Sie trafen sich nicht in Fontaines Hauptsitz in Paris, sondern in der Nähe der Parfümproduktion des Unternehmens an der französischen Riviera.
Vor einem Belle-Époque-Hotel stieg Adam aus dem Sportwagen und übergab den Schlüssel dem Parkservice. Das Hotel lag an der berühmten Promenade des Anglais mit Blick auf die Bucht der Engel von Nizza. Die Sonne beleuchtete die helle Hotelfassade mit den prächtigen Kuppeln. Eine Meeresbrise ließ die bunten internationalen Flaggen flattern, darüber schmückte ein blauer Himmel das Bild.
Wahrscheinlich wohnte dem Hotel ein gewisser Charme inne, aber Adam bevorzugte einen weniger pompösen Stil – wie den des Hauses, das er an der Küste gemietet hatte.
Es überraschte ihn, dass Gisèle Fontaine diesen Ort für ihr Mittagessen ausgewählt hatte. Sicher, das Hotel war berühmt, aber für eine Frau in den Zwanzigern eine altmodische Wahl.
Sie wusste, wie reich er war, da er regelmäßig in den Listen der reichsten Australier auftauchte. Darum bezweifelte er, dass sie dachte, sie könnte ihn mit einem berühmten Veranstaltungsort beeindrucken. Hatte sie das Hotel nach ihrem eigenen Geschmack ausgesucht?
Adam dehnte seine verspannten Schultern und wandte dem Hotel den Rücken zu. Auf der anderen Straßenseite glitzerte das tiefblaue Mittelmeer. Aber der Strand unterhalb der Promenade bestand aus Steinen, die mit Lastwagen herbeitransportiert wurden, um den Sandmangel auszugleichen. Der Ort mochte berühmt sein, aber für jemand, der mit goldenen Stränden und dem endlosen Pazifik aufgewachsen war, nicht gerade beeindruckend.
Was auch immer sie sich bei der Wahl des Hotels gedacht hatte, wichtig war nur, dass sie verstand, wie sehr ihr Unternehmen ihn brauchte. Jemanden mit den finanziellen Mitteln und dem Geschäftssinn, Maison Fontaine zu retten.
Es war Zeit für Veränderungen und er war der Mann, der dafür sorgen konnte. Außerdem hatte das Unternehmen etwas, das er wollte.
„Gib einfach dein Bestes, Gigi. Wenn nötig, halte ihn hin und ruf mich an.“
Gisèle hörte die Anspannung in Juliens Stimme durchs Telefon und wünschte, sie könnte ihn beruhigen. Aber sie sah keine Möglichkeiten mehr, die das Unternehmen vor der Insolvenz bewahren konnten.
„Du kannst dich auf mich verlassen.“ Was nicht viel hieß. Als Wissenschaftlerin fühlte sie sich eher im Labor oder in der Parfümherstellung zu Hause als in knallharten Verhandlungen mit Wirtschaftsmagnaten. „Ich werde mein Bestes geben.“
„Ich weiß. Es ist unfair, dich in so eine Situation zu bringen. Vielleicht sollte ich …“
„Unsinn!“ Gisèle sah sich im Restaurant um. Zum Glück stand ihr Tisch nicht in Hörweite der anderen Gäste. Der große Raum weckte Erinnerungen an ihre Mittagessen hier mit Grandpère. Sie senkte die Stimme. „Nichts ist wichtiger als deine Gesundheit. Nicht einmal die Firma. Du musst deine Behandlung abschließen.“
Für einen Moment herrschte Stille.
„Ich fühle mich so schuldig …“, murmelte Julien dann.
„Ich weiß. Seit Generationen vom Vater zum Sohn“, erwiderte sie.
Obwohl ihr Vater Maison Fontaine nie geleitet hatte. Er war zu jung gestorben, um es übernehmen zu können. Julien hatte das Unternehmen vom Großvater geerbt, und auch Gisèle arbeitete dort. Das Unternehmen war nicht nur ein Geschäft. Es war ein roter Faden, der sich seit zwei Jahrhunderten durch das Leben eines jeden Fontaine zog. Die Firma, ihre Mitarbeiter und die Fontaines waren wie eine Familie.
„Das Maison zu verlieren, weil ich dem Job nicht gewachsen war …“
„Das ist nicht wahr. Du warst krank. Du musstest die Arbeit delegieren.“
Leider hatte er an die falschen Leute delegiert. Gisèle selbst hatte getan, was sie konnte, um Julien bei öffentlichen Auftritten zu vertreten. Denn was wäre das glamouröse Maison Fontaine ohne ein Mitglied der Familie?
„Julien, ich muss Schluss machen. Er wird jeden Moment hier sein.“
„Okay. Ich warte auf deinen Anruf. Viel Glück.“
Sie würde es schaffen. Natürlich würde sie es schaffen. Dieses Meeting war nur ein weiterer öffentlicher Auftritt. Die eigentliche Arbeit erledigten andere Leute, die sich mit Finanzen, Verträgen und Gesellschaftsrecht auskannten.
Trotzdem drehte sich ihr der Magen um. Sie richtete sich auf und widerstand dem Drang, eine Hand an ihr Haar zu heben.
„Fummle nicht nervös herum, Gisèle“, hörte sie die Stimme ihrer Mutter in ihrem Kopf. „Verlasse niemals dein Zimmer, wenn du nicht perfekt aussiehst.“
Für ihre Mutter, eine der schönsten Frauen ihrer Zeit, war das nicht schwer gewesen. Aber sie hatte recht gehabt. Haltung zählte. Nach Gisèles schmerzhaften Erfahrungen mit der Presse hatte sie gelernt, ihre Unsicherheit nicht durch nervöse Gesten zu verraten.
„Miss Fontaine.“
Es war weder eine Frage noch eine Begrüßung, und die tiefe Stimme jagte einen Schauer über ihre Haut.
Gisèle blickte auf, und die Welt verblasste für eine Sekunde.
Sie erkannte den Australier auf den ersten Blick. Sie hatte sich gründlich über Adam Wilde informiert. Um möglichst viele Informationen über den Mann zu finden, der im Begriff stand, den letzten Fontaines ihr Unternehmen zu entreißen, hatte sie sogar ganz gegen ihre Gewohnheit Klatschmagazine gelesen.
Konnten sie ihm vertrauen, wenn er versprach, er würde das Unternehmen retten, statt es aufzulösen? Er war dafür bekannt, keine Gefangenen zu machen, allerdings auch dafür, scheiternde Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen.
Er sah anders aus als auf seinen Fotos. Die Bilder ließen kaum erahnen, welche Power dieser Mann ausstrahlte. Gisèle spürte, wie diese Energie über ihre Haut knisterte und die Luft elektrisierte.
„Mr. Wilde. Wie geht es Ihnen?“ Sie erhob sich und reichte ihm die Hand.
So groß sie auch war, er überragte sie um einen Kopf. Es war albern, sich zu wünschen, sie würde höhere Absätze tragen.
Moosgrüne Augen unter geraden schwarzen Brauen musterten sie. Auch sein Haar war schwarz und lang genug, um zu erkennen, dass es sich kräuseln würde, wenn er es noch länger wachsen ließe. Seine Nase war offensichtlich einmal gebrochen gewesen, was ihm eine harte Ausstrahlung verlieh, die durch sein markantes Kinn und den Bartschatten noch verstärkt wurde.
Er sah aus wie ein Pirat. Als ob er sich nicht an Regeln halten würde. Seine Lederjacke und das am Hals offene schwarze Hemd unterstrichen diesen Eindruck. Gisèle konnte sich keinen größeren Unterschied zu den gut gekleideten Geschäftsleuten vorstellen, mit denen sie sonst zu tun hatte.
Wahrscheinlich fühlte er sich auf einem Motorrad genauso zu Hause wie in einem Sitzungssaal.
Als er sie aus schmalen Augen ansah, stockte ihr der Atem. Doch sie lächelte unbeschwert, selbst dann noch, als er seine große Hand um ihre legte und einen Gefühlsausbruch in ihr auslöste. Hitze und etwas, das ihren Puls beschleunigte und ihre Gedanken durcheinanderwirbelte, packten sie.
„Schön, Sie endlich kennenzulernen“, sagte er, als ob er es ernst meinte.
Weil er unser Unternehmen will. Ich bin nur das Mittel zum Zweck.
Gisèle behielt ihre ausdruckslose Miene bei, als er ihre Hand freigab. Bezog sich sein „endlich“ auf die Tatsache, dass sie seinen ersten Terminwunsch abgelehnt hatte? Er hatte sie schon vor einigen Tagen in Paris treffen wollen. Aber Julien und sein Team hatten Zeit gebraucht, sein Angebot für die Übernahme gründlich zu prüfen.
„Bitte setzen Sie sich“, sagte er, als wäre er der Gastgeber.
Sie sank auf ihren Stuhl. Anstatt ihr gegenüber Platz zu nehmen, setzte er sich im rechten Winkel zu ihr. Sein Bein berührte ihres unter dem Tisch.
Als würde er ihre Überraschung bemerken, beugte er sich vor und murmelte: „Unser Gespräch ist vertraulich. Mir ist es lieber, wenn nicht der ganze Raum mithört.“
Dagegen konnte Gisèle nichts einwenden, doch der Glanz in seinen Augen verriet ihr, dass es ein ganz bewusster Schachzug von ihm war.
Sie unterdrückte einen Seufzer. Wie sehr sie diese Spielchen hasste, die manche Männer spielten.
Ein Kellner brachte ihnen die Speisekarten. Erleichtert konzentrierte sie sich auf die Karte statt auf Adam Wilde. Trotzdem gelang es ihr nicht, sich zu entspannen. Sie war sich viel zu sehr darüber im Klaren, wie scharf sein Blick trotz seiner betonten Lässigkeit war.
Gisèle ignorierte ihre leichte Panik bei dem Gedanken, dass Maison Fontaine seiner Gnade ausgeliefert war, während sie mit ihm Smalltalk hielt.
Bildete sie sich nur ein, dass in diesen grünen Augen Belustigung funkelte? Bei dem vermuteten Anflug von Herablassung sträubten sich ihre Nackenhaare. Aber hier ging es nicht um sie, sondern um das Erbe ihrer Familie und den Lebensunterhalt aller, die bei ihnen beschäftigt waren.
Erst als die Getränke auf dem Tisch standen – Mineralwasser für sie und Bier für ihn –, wandte Wilde sich ihr zu. Er war zu groß für diesen intimen Tisch für zwei. Sein Knie berührte ihren Oberschenkel, seine breiten Schultern verdeckten ihr den Blick auf den Raum.
Aber es lag nicht...




