E-Book, Deutsch, Band 1816, 160 Seiten
Reihe: Julia
West 1001 Versuchung
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-273-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1816, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86349-273-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mit einem Handkuss besiegelt Scheich Arik ihr Abkommen: In den Morgenstunden wird die junge Künstlerin Rosalie ihn hoch zu Ross malen - nachmittags zeigt er ihr dafür die schönsten Orte seines Wüstenreiches. Doch mit jedem Treffen wird die Situation für Rosalie gefährlicher: Sie, die so große Angst vor der Liebe hat, sieht in Ariks dunklen Augen ein loderndes Feuer! Als er sie in den Gemächern seines Palastes voller Verlangen küsst, weiß sie: Der orientalische Herrscher wird nicht eher ruhen, bevor er sie zu sinnlichen Freuden in 1001 Nacht verführt hat ...
Annie verbrachte ihre prägenden Jahre an der Küste von Australien und wuchs in einer nach Büchern verrückten Familie auf. Eine ihrer frühesten Kindheitserinnerungen besteht darin, nach einem Mittagsabenteuer im bewaldeten Hinterhof schläfrig ins Bett gekuschelt ihrem Vater zu lauschen, wie er The Wind in the Willows vorlas. So bald sie lesen konnte, entdeckte sie die Welt der Romane für sich. Sie verschlang Abenteuerromane und bestaunte die Märchen Illustrationen. In ihren Gedanken, war sie eine der tanzenden Prinzessinen, Rapunzel, eine schlafende Schönheit und natürlich Cinderella. Ausflüge in die Bücherei wurden zu einem regelmäßigen Vergnügen, bei dem sie ferne Welten entdecken und sich in tagträumen verlieren konnte, in denen sie die Heldin in einer der Geschichten spielt. Durch ihre Familie wurde Annie nicht nur ermutigt eine Leidenschaft für Bücher zu entwickeln, sondern sie brachten ihr auch bei das Reisen und den australischen Busch zu lieben. Oft schaffte sie es alle drei Dinge zu kombinieren. Auf ihren Wanderungen und beim Zelten hatte sie immer einen Roman mit im Gepäck. Schon früh wurde sie verrückt nach Liebesromanen. In ihrer Jugend verbrachte sie viele lange Nachmittage damit mit ihrem besten Freund Tennis zu spielen. Zwischen den schier endlosen Sätzen auf kochend heißem Kies, wankten sie zu dem Haus ihres Freundes, um sich wieder zu erholen. Dieses Haus war vollgestopft mit Büchern. Alle mit der markanten Rose auf dem Cover. So geschah es, dass Annie Liebesromane für sich entdeckte und seitdem nicht mehr davon loskam. Glücklicherweise fand sie ihren eigenen romantischen Helden, während sie auf der Universität studierte. Trotz dieser schönen Ablenkung vollendete sie ihr Studium mit Auszeichnung. Außerdem hatte sie weiterhin das Glück viel reisen zu können. Als Rucksacktourist durchstreifte sie Ägypten und Griechenland, trampte durch Neuseeland, bestaunte Sehenswürdigkeiten in Europa und lebte eine Zeit lang in Deutschland. Annie verließ die Universität ohne konkreten Karriereplan in der Tasche zu haben und nahm eine Stelle im öffentlichen Dienst an. Die beste Vorbereitung für einen Autor! In ihrem ersten dauerhaften Job, verbrachte sie sechs Wochen damit den Regierungs Beschaffungsleitfaden Korrektur zu lesen. Jedes. Einzelne. Wort. Davon. Den Text eines Romans zu kontrollieren macht eindeutig mehr Spaß. Für mehrere Jahre schrieb, berichtigte, änderte und verbesserte Annie Regierungspläne, Kabinettentwürfe und Berichte für das ...
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Da war sie.
Arik griff nach dem Fernglas, um kein Detail zu verpassen. Unwillkürlich hielt er den Atem an, als das Licht des frühen Tages sie mit Gold übergoss.
Schon erstaunlich, welche Wirkung diese Frau auf ihn hatte. Für ihn war es der Höhepunkt des Tages geworden, wenn sie am Strand auftauchte. Eine einsame Schönheit mit langem Haar, grazilem Körper und der Aura von Unschuld.
Selbst auf die Entfernung hin reichte ihr Anblick, um ein Ziehen in seinen Lenden auszulösen. Sein Blut schien wie kochend heiße Lava durch seine Adern zu fließen, und sein Pulsschlag verlangsamte sich zu einem dumpfen erwartungsvollen Pochen.
Er senkte das Fernglas und rieb sich über das Gesicht. Zum Teufel! Was war nur aus ihm geworden! Sechs Wochen im Gips, und er konnte an nichts anderes mehr denken. Vielleicht hätte er doch Helens Angebot annehmen sollen, ihm in der Genesungszeit Gesellschaft zu leisten.
Aber ihm hatte die Geduld gefehlt. Er wollte, dass sein Bein heilte. Was er nicht wollte, war eine Frau, die um ihn herumflatterte und das liebende Hausmütterchen spielte. Er hatte den Ausdruck in Helens Augen gesehen und sofort gewusst: Es war Zeit, die Beziehung zu beenden.
Zu schade. Helen war intelligent, geistreich und begehrenswert. Zudem sehr erfinderisch im Bett. Ihre gemeinsame Zeit war höchst anregend und amüsant gewesen. Doch dann begann sie, vom „Glücklich-bis-ans-Lebensende“ zu träumen, und damit war es für ihn vorbei.
Arik hatte immer viel gearbeitet. Seine Freizeit wollte er daher mit Frauen verbringen, die Lust auf ein Abenteuer hatten. Nicht mehr und nicht weniger. Er hielt nichts davon, Herzen zu brechen.
Was er jetzt brauchte, war eine angenehme Abwechslung. Eine kurze Affäre, die ihn von der Tatsache ablenkte, dass er hier oben festsaß.
Er hob das Fernglas wieder an die Augen. Die Unbekannte mit dem goldenen Haar hatte ihre Staffelei aufgestellt, sodass sie den Strand entlang bis hin zum nächsten felsigen Küstenvorsprung sehen konnte. Doch anstatt den Pinsel in die Hand zu nehmen, knöpfte sie ihre Bluse auf.
Ariks Herz begann heftiger zu pochen. Ja! Jetzt streifte sie die Bluse ab und enthüllte einen Oberkörper mit sanften Kurven. Am liebsten wäre er aufgesprungen und zu ihr hingehumpelt, um ihr seine Hilfe anzubieten. Eine schmale Taille, volle Brüste. Und als sie auch noch ihre Jeans auszog, bot sich ihm der Anblick eines verführerischen Hinterteils und schlanker wohlgeformter Beine.
Genau, wie er vermutet hatte. Eine Frau, die er unbedingt kennenlernen musste.
Arik beobachtete, wie sie hinunter zum Wasser ging und die Wellen um ihre Füße spielen ließ. Dank des Äquatorialstroms war das Arabische Meer einladend warm.
Sein Blick glitt bewundernd über ihre Gestalt. Und dann drehte sie sich plötzlich um, hob den Kopf und sah genau in seine Richtung, so als könne sie ihn im Schatten der großen Terrasse sehen.
Ein Schauer durchlief ihn. Aber nein, das war unmöglich. Und doch hatte er den Eindruck, als seien ihre Blicke für Sekundenbruchteile aufeinandergetroffen und hätten einander festgehalten.
Ein Gefühl, stark genug, um ihn aus seiner reglosen Begutachtung zu reißen, das Fernglas zu senken und zu ihr hinzusehen. Doch da wandte sie sich schon wieder ab und tauchte in die Wellen ein in ihrem dunklen einteiligen Badeanzug.
Sie würde viel besser in einem Bikini aussehen.
Oder noch besser, nackt.
Er lehnte sich in den Stuhl zurück und sah zu, wie sie in die Bucht hinausschwamm. Eine geübte Schwimmerin, wie er erleichtert feststellte. Sie würde kein Rettungsteam brauchen.
Zwanzig Minuten lang kraulte sie durchs Wasser, dann kam sie an den Strand zurück. Die Sonne stand inzwischen höher und heller am Himmel, die Strahlen fielen auf die Frau am Strand und betonten ihre perfekten Formen noch mehr. Formen, die in Arik den Wunsch weckten, der Gips an seinem Bein wäre endlich weg, damit er zu ihr gehen und sie auf den Sand hinabziehen könnte. Er wollte sie fühlen, sie schmecken, wollte die weiche Haut erkunden, wollte ihre Seufzer an seinen Lippen spüren, wenn sie sich der Lust ergab.
Er spürte so starkes Verlangen, dass ihm ganz heiß wurde, und er veränderte unruhig seine Position. Er war sehr erregt – und verärgert, dass er nicht sofort bekommen konnte, was er wollte.
Vor hundert Jahren hätte er nur mit den Fingern zu schnippen brauchen, und man hätte sie zu ihm gebracht. Um manche der alten Traditionen war es wirklich schade.
Manchmal fand er es schwer, ein zivilisierter Mann zu sein. Vor allem, wenn die Gefühle, die diese Frau in ihm auslöste, absolut unzivilisiert waren.
Wer war sie? Woher kam sie? Mit diesen langen blonden Haaren und der hellen, seidig schimmernden Haut konnte sie auf keinen Fall eine Einheimische sein.
In seinem Rollstuhl ging Arik die Möglichkeiten durch. Eine Frau, allein, schön und verführerisch. Ein Mann, gelangweilt, frustriert und verzaubert.
Es zuckte um seine Mundwinkel. Er gehörte nicht zu der Sorte Mann, die tatenlos herumsaß. Nein, er war der Typ, der handelte.
Und das gedachte er auch nun zu tun. Schon bald würde seine Neugier befriedigt sein. Seine Neugier – und mehr.
Rosalie steckte sich eine Strähne hinters Ohr und begutachtete kritisch die Leinwand vor sich. Schon seit mehreren Tagen arbeitete sie an diesem Bild. Aber all ihren Bemühungen zum Trotz war sie bislang nicht wirklich weitergekommen.
Sie hatte die Konturen des Strands und des Küstenvorsprungs gezeichnet, hatte mit Aquarell- und Ölfarben experimentiert, doch das Ergebnis gefiel ihr nie. Auch die Fotos, die sie aufgenommen hatte, konnten die Magie dieses Orts nicht einfangen. Weder den Zauber des blassen Morgenlichts noch den rosa Schimmer des feinen Sands oder die verspielten Formen der maurischen Burg, die hoch oben auf den Klippen thronte.
Gleich beim ersten Mal, als Rosalie diese Bucht entdeckt hatte, war sie begeistert gewesen. Ein Gefühl, von dem sie befürchtet hatte, es nie wieder verspüren zu können. Die Schönheit dieses Ortes hatte ihr sogar den Mut verliehen, endlich wieder ihre Farben und die Leinwand hervorzuholen.
Doch die Jahre der Vernachlässigung rächten sich nun. Ganz offensichtlich würde es einige Zeit dauern, um ihre künstlerischen Fähigkeiten wieder zum Leben zu erwecken.
Falls sie nicht sowieso für immer verloren waren.
Vor drei Jahren hatte Rosalie das Malen aufgegeben, denn vor drei Jahren war ihre ganze Welt zusammengebrochen. Ihre Kunst interessierte sie nicht mehr. Ganz egal, was ihre Familie und ihre Freunde dazu sagten.
Doch jetzt hatte sie zu ihrem eigenen Erstaunen wieder den Drang zu malen verspürt. Eine schwache Hoffnung war in ihr aufgekeimt. Nur, um sogleich wieder von Enttäuschung erstickt zu werden.
Angewidert riss Rosalie das Blatt vom Zeichenblock. Hier fehlte etwas.
Talent, dachte sie mit einem missmutigen Lächeln.
Sie reckte sich und lockerte die angespannten Muskeln. Sie würde dieser Landschaft nicht Genüge tun können. Sie war keine Künstlerin. Nicht mehr.
Jäh presste sie die Lippen zusammen, als die Enttäuschung sie packte. Es war dumm – dumm und albern, darauf zu hoffen, etwas wiedererwecken zu können, das längst verkümmert war. Dieser Teil ihres Lebens war für immer verloren.
Rosalie atmete tief durch, um sich zu beruhigen. Sie hatte überlebt, hatte sich von der Angst und der Wut und der Trauer befreit und mit ihrem Leben weitergemacht. Nicht nur das. Sie hatte ihren inneren Frieden und ihre Lebensfreude wiedergefunden. Was machte es da schon, wenn aus ihr nie eine Künstlerin wurde?
Doch ihre Hände zitterten, als sie ihre Sachen sorgfältig wieder in der Tasche verstaute. Nachdem es einen Hoffnungsschimmer gegeben hatte, war diese Einsicht doch schwerer zu ertragen.
Dennoch, sie würde sich nicht quälen, sondern sich auf andere Dinge konzentrieren. Ein paar Erkundungstouren machen. Sich die Altstadt ansehen. Durch die Suks, die Händlerviertel, bummeln. Vielleicht sogar einen Ausflug in die Wüste unternehmen. Jeden Tag schwimmen. Und sie würde auch endlich das Buch aufschlagen, das sie sich für den Urlaub hier mitgebracht hatte.
Sie würde die faszinierende Schönheit dieser Bucht und der Burg wie aus Tausendundeiner Nacht vergessen.
Ein entferntes Geräusch ließ sie aufschauen. Am anderen Ende des Strandes konnte sie eine Bewegung erkennen. Formen, die im Licht der Morgensonne weißgolden schimmerten, die auf sie zukamen und sich dann plötzlich zum Wasser drehten.
Jetzt konnte Rosalie die Formen ausmachen. Natürlich erkannte sie sie, schließlich züchtete ihr Schwager mit hingebungsvoller Leidenschaft Pferde. Diese beiden Tiere da waren nicht etwa irgendwelche Pferde, sondern elegante Araber. Sie tänzelten, wieherten und warfen ihre Mähnen zurück, als die Wellen ihre Hufe umspülten.
Ein Mann saß auf einem der Tiere. Er lehnte sich vor und flüsterte dem Pferd etwas ins Ohr, sein Haar hob sich dunkel gegen das helle Fell ab. Rosalie sah das Ohr des Pferdes zucken, es lauschte auf seinen Reiter.
Pferd und Reiter verschmolzen nahezu zu einer Einheit. Der Mann trug Weiß – eine Hose und ein weites Hemd, an dessen Ausschnitt gebräunte Haut hervorschaute. Er saß ohne Sattel auf dem Rücken des Tieres, mit der mühelosen Grazie eines Menschen, der von Kindesbeinen an ritt. Eine große Gestalt, wie Rosalie erkennen konnte, mit breiten Schultern und...




