E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Werner Törnführer Ostseeküste 1
7. Auflage 2021
ISBN: 978-3-667-12343-5
Verlag: Delius Klasing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Travemünde bis Flensburg
E-Book, Deutsch, 192 Seiten
ISBN: 978-3-667-12343-5
Verlag: Delius Klasing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Segelurlaub an der Ostsee – die schönsten Törns zwischen Lübeck und Flensburg
Aus der Lübecker Bucht hinaus bis zur Insel Fehmarn und zurück ins Segler-Mekka Kiel oder in aller Ruhe immer an der Küste entlang bis in die malerische Flensburger Förde: Ein Urlaub an der Ostsee hält vielfältige Törns für Segler und Motorbootfahrer bereit.
Jan Werner nimmt Sie mit in die fünf großen Sportbootreviere an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Seine abwechslungsreichen Routenvorschläge führen von Travemünde bis nach Flensburg und lassen auch den Nord-Ostsee-Kanal und den Elbe-Lübeck-Kanal nicht außer Acht. Zahlreiche Tipps zum Revier und unverzichtbare nautische Informationen machen den umfassenden Törnführer zum wichtigsten Begleiter an Bord.
• Alles auf dem neuesten Stand: der bewährte Törnführer in der aktualisierten 7. Auflage
• Mit allen großen Sportbootrevieren der Ostseeküste Schleswig-Holsteins: Lübecker Bucht, Fehmarn, Kieler Bucht, Schlei, Flensburger Förde, Nord-Ostsee- und Elbe-Lübeck-Kanal
• Alles Wissenswerte über Land und Leute und die nautischen Gegebenheiten vor Ort, Tipps zu Versorgungsmöglichkeiten und Ausflugsziele für Landgänge
• Die schönsten Liegeplätze an der Ostsee sicher erreichen mit über 100 Fotos und ca. 86 farbigen Karten und Plänen
Umfangreicher Törnführer für die einfache Routenplanung mit dem Boot
Welche Sehenswürdigkeiten in der Lübecker Bucht sind einen Landgang wert? Und welche Vorschriften gelten beim Segeln in der Kieler Förde? Jan Werner hat alle wichtigen Infos zusammengestellt, die Sie für eine gelungene Törnplanung benötigen. Tipps zu Ausflugszielen und interessante Infos zur Region verraten Ihnen, wo sich das Anlegen besonders lohnt; zahlreiche Fotos und detaillierte Pläne helfen bei der Ansteuerung des Zielhafens.
Ob kurzes Wochenende an der Ostsee oder ausgedehnter Segeltörn – mit dem Revierführer für Schleswig-Holsteins schönste Wassersportreviere sind Sie auf alles bestens vorbereitet!
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Mecklenburger und Lübecker Bucht
Einen recht guten Überblick über diese Gewässer bekommt man mit der Karte 40 aus dem Delius-Klasing-Sportbootkartensatz 1 »Kieler Bucht und Rund Fünen«. Die große Mecklenburger Bucht, deren südwestlicher Ausläufer von der Lübecker Bucht gebildet wird, erstreckt sich im Osten von der Linie Darßer Ort (Mecklenburg-Vorpommern) bis hinüber nach Gedser in Dänemark und endet im Westen vor Travemünde. Im Westen wird sie begrenzt von Fehmarn und der schleswig-holsteinischen Küste, im Süden von der Küste Mecklenburg-Vorpommerns.
Quer durch dieses Seegebiet führt der sehr wichtige . Von Travemünde bis Gedser misst er etwa 50 sm, was schon zeigt, wie groß die Mecklenburger Bucht ist. Für Segler ist dieser Schifffahrtsweg in zweifacher Hinsicht bedeutsam: Macht man einen weiten Schlag über See, weg von Land, dann sind zum einen seine großen Tonnen für die Navigation enorm hilfreich. Alle sind sie rot-weiß senkrecht gestreift und tragen ein rotes Balltoppzeichen. Alle haben sie weiße Iso-Befeuerung (die jeweilige Kennung kann man aus der Karte entnehmen), und außerdem kann man sie vorzüglich als Wegpunkte nutzen. Allerdings liegen diese Tonnen jeweils 10 sm weit auseinander.
Wahrschau!
Entlang der Küste von Mecklenburg liegt ein Hochspannungs-Gleichstromkabel aus. Sein Verlauf ist in der Seekarte mit einer rot gestrichelten Linie markiert. Hier kann der Magnetkompass verrücktspielen. Ablenkungen von bis zu 70° kommen vor. Das BSH empfiehlt, die Kabellinie möglichst im rechten Winkel zu queren und die Selbststeueranlage auszuschalten, sofern sie an einem Magnetkompass hängt.
Zum anderen »rasen« auf diesem Schifffahrtsweg aber auch die großen Ostseefähren dahin, wobei sie in der Mecklenburger Bucht nicht einmal ihre ganze Kraft ausspielen; erst ostwärts von Gedser, in der Kadetrinne, nehmen sie Höchstgeschwindigkeit auf.
Die Behauptung, die Mecklenburger Bucht wäre ein geschütztes Gewässer, gilt für Sportboote also nur bedingt. Zu groß sind die Seeräume, die sich erst in der Lübecker Bucht verengen, auf eine Breite von etwa 7 sm, doch selbst das ist ja schon etwas.
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Fahrtenstrategie
Man kann trotz des großen Seeraums geschützt fahren, wenn man nur die richtige Seite der Lübecker Bucht nimmt. Das hängt aber ganz davon ab, von wo man kommt:
Aus der Kieler Bucht und von Fehmarn
Hier ist es relativ einfach, weil man nicht nur dicht unter Land bleiben, sondern auch schnell einen Hafen erreichen kann, und zwar ganz unproblematisch. Lediglich die Distanz zwischen Großenbrode und Grömitz ist mit 16 sm etwas lang. Ansonsten liegen die Häfen nicht weiter als 7 sm auseinander. Allerdings sollte man nirgendwo über die 5-m-Linie hinausfahren, denn überall liegen vor dem Ufer Steine im Wasser. Die Seekarte zeigt das nicht genau genug. Weiteres Problem: nordöstlich bzw. südöstlich von Dahmeshöved ein Minenleger- und ein U-Boot-Übungsgebiet.
Von Osten her
Hier ist es ganz anders. Von der Wismarbucht bis Travemünde sind es 14 sm. Entlang einer einsamen Küste, die bis auf Winde aus Süd keinerlei Schutz bietet, gibt es auch auch keine Möglichkeit, in einen Hafen einzulaufen. Denn Häfen existieren hier nicht. Bei widrigen Umständen bleibt dann nur, zur abzudrehen. Aber von der Ansteuerung (WP 2149, 54°02,40’N 011°17,85’E, rot-weiße Leuchttonne O-Tief, Iso.4s) bis Wismar sind es nochmals lange 8 sm. Zur Not könnte man allerdings in den etwas näher gelegenen Hafen oder unter Umständen auch in die breit ausschwingende mit der neuen fahren (alles ausführlich beschrieben in dem Törnführer »Ostseeküste 2: Travemünde bis Stettiner Haff«). Bei westlichen Winden könnte man auch einen weiten Schlag über die Lübecker Bucht wagen. Von der Ansteuerung zu dem sicheren Hafen wären es gut 13 sm, Kurs WNW. Wenn das Boot gut Höhe läuft, warum nicht?
Naturverhältnisse
Bis auf das , nordöstlich von Travemünde, vor dem Brodtener Steilufer, ist die rein. Die 5-m-Linie verläuft im Allgemeinen ziemlich gleichmäßig parallel zur Küste. Hält man zum Land etwa 0,5 sm Distanz, dann bleibt man immer im tiefen Wasser. Kommt man dem Land näher, muss man – wie schon erwähnt – auf dicke Steine gefasst sein.
Wasserstände
Eine ältere Ausgabe des gibt folgende Auskunft: »Wasserstandsänderungen treten hauptsächlich durch Windeinfluss ein. Wasserstände sind bei lang anhaltenden und starken NO-Winden zum Teil extrem hoch und bei lang anhaltenden und starken SW-Winden zum Teil extrem niedrig.« Also so, wie man es sich schon denken kann, denn: Treibt der Wind das Wasser in die Bucht herein, dann steigt es, treibt er es hinaus, dann fällt es.
Bei Stürmen kann der Wasserstand in Extremfällen um 3 m steigen bzw. 2 m sinken. Doch dies braucht uns nicht zu bekümmern, denn wenn es so stark weht, bleiben wir sicher im Hafen.
Sturmflutwarnungen für die westliche Ostsee werden herausgegeben, sobald die Gefahr einer Erhöhung des Wasserstands um 1,5 m besteht (siehe auch S. 10 ff.).
Strömung
Die Strömung ist – wieder laut Seehandbuch – vom Wind abhängig und im Allgemeinen mäßig. Man wird seinen Kurs also nicht danach richten. Allerdings: Nach lang anhaltenden Winden oder Stürmen erreicht der Strom in den Engen und an der Küste beträchtliche Stärken. Wegen des Küstenverlaufs und auch wegen der unterschiedlichen Wassertiefen muss man mit Abweichungen von der Hauptrichtung des Stroms rechnen. Stromversetzungen können gegen die vorherrschende Windrichtung erfolgen.
Vom Fehmarnsund nach Travemünde
Ob man den
Großenbroder Binnensee anlaufen soll oder nicht, darüber ließe sich trefflich streiten. Manche finden ihn ziemlich langweilig, andere durchaus reizvoll. Also: Es handelt sich um einen rund 1 km breiten, künstlich angelegten See, der eine relativ gleichmäßige Wassertiefe von gut 2 m aufweist. Am Nordufer eine Chemiefabrik, am Westufer jede Menge Campingplätze, in der Nordwestecke zwei Bootshäfen und dazu noch zwei am alten Fähranleger Großenbrode Kai. Vom Großenbroder See zum nächsten Hafen, nach Grömitz, sind es 16 sm. Insofern kann der Großenbroder Binnensee als Fluchthafen schon interessant werden, wenn man es nicht vorzieht, nach Burgtiefe auf Fehmarn abzulaufen, wofür einiges spräche (siehe S. 56). Von Großenbrode fuhren früher die großen Fähren ab – bis die Brücke über den Fehmarnsund gebaut wurde. Der alte Anleger, in der Nordostecke des Sees, besteht in Resten noch, aber richtig zu sehen ist er erst, wenn man zum Hafen der Yachtwerft Klemens fährt. Die lange Mole, die früher den See zur Ostsee hin schützte, hat eine Tücke: Ihr äußeres Ende ist zerstört und liegt dicht unter der Wasseroberfläche. Die Zufahrt zum Großenbroder See ist bei auflandigem Wind schwierig, bei auflandigem Starkwind um so mehr.
Höchstgeschwindigkeit Großenbroder Binnensee:
5,4 kn (10 km/h)
Kommt man aus dem Fehmarnsund (oder auch von Burgtiefe), so fährt man am besten bis zu der rot-weißen Mitte-Schifffahrtsweg-Tonne (WP 1101: Iso.8s 54°22,57’N 011°10,60’E) und geht hier auf Kurs 240°. Der hält einen sicher fern von den vielen Steinen vorm Ufer und bringt einen nach gut 4 sm an den Großenbroder Binnensee heran, genauer an das gelb-schwarze Kardinalzeichen S (WP 1110: 54°20,58’N 011°04,69’E, Q(6)+LFl.15s). Wichtig ist es nun, diese gelb-schwarze südlich zu umfahren: Sie warnt nämlich vor der bereits erwähnten zerstörten Mole. Danach im Tonnenstrich in den See hinein, und nun kann man sich überlegen, zu welchem von den fünf Bootshäfen man will. Wie auch immer, einfach darauf zu. Man hat auf jeden Fall immer genug Wasser unterm Kiel.
Lediglich unmittelbar vor den drei Häfen in der Nordwestecke befindet sich ein Flach (mit Steinen), aber den meisten Booten wird die Wassertiefe von 2,0 m reichen; wenn nicht, nach Gefühl daran vorbei.
Am Nordufer des Sees liegen alte Pfahlreste.




