E-Book, Deutsch, 172 Seiten
Werner Entrepreneurial Signaling
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86618-183-0
Verlag: Rainer Hampp Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Eine theoretische und empirische Analyse des Einflusses von höheren Bildungssignalen und Patenten auf innovative Unternehmensgründungen
E-Book, Deutsch, 172 Seiten
ISBN: 978-3-86618-183-0
Verlag: Rainer Hampp Verlag
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Unternehmensgründungen allgemein und innovative Unternehmensgründungen im Besonderen werden oft als Hoffnungsträger der wirtschaftlichen Entwicklung angesehen. Damit innovative Neugründungen jedoch erfolgreich am Markt agieren können, müssen sie typische Probleme überwinden, die sich aus den asymmetrisch verteilten Informationen zu den wichtigsten Marktpartnern ergeben. Mit diesem theoretisch spannenden und wirtschaftspolitisch wichtigen Problem beschäftigt sich die vorliegende Arbeit von Arndt Werner.
Der Autor geht vor allem der Frage nach, inwieweit Signaling seit Spence (1973) als eines der wichtigsten Instrumente zur Behebung von Informationsasymmetrien bekannt helfen kann, Informationsprobleme innovativer Neugründungen beim Zugang zur Startfinanzierung, aber auch bei der Rekrutierung von qualifizierten Arbeitskräften zu lösen. Im Ergebnis zeigen die theoretischen und empirischen Analysen, dass mit Hilfe von höheren Bildungssignalen sowohl der Rekrutierungserfolg als auch der Zugang zu Gründungskrediten verbessert werden kann.
Gleichzeitig reduziert der Besitz eines Patentes die Schwierigkeit der Kreditbeschaffung im Segment innovativer Neugründungen. Wesentliche Erkenntnis der Arbeit ist, dass Informationsasymmetrien für innovative Unternehmensgründungen ein nicht zu vernachlässigendes Problem darstellen und dass Unternehmensgründer durch das Senden von Bildungssignalen zur Reduktion dieser Informationsasymmetrien und damit zur Verminderung von Finanz- und Arbeitsmarktproblemen beitragen können.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Geleitwort;6
2;Vorwort;9
3;Inhaltsübersicht;10
4;Verzeichnis der Abbildungen;13
5;Verzeichnis der Tabellen;13
6;Verzeichnis der Anhänge;14
7;1. Fragestellung: Wie können innovative Unternehmensgründungen Engpässe beim Startkapital und bei der Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter überwinden?;16
7.1;1.1 Ausgangsbeobachtung: Das besondere Chancen- Risiko-Profil innovativer Unternehmensgründungen;16
7.2;1.2 Ausmaß und Bedeutung des Untersuchungsgegenstands: Finanz- und Humankapitalengpässe innovativer Unternehmensgründungen;19
7.2.1;1.2.1 Kapitalstruktur und Startkapitalzugang innovativer Unternehmensgründungen;20
7.2.2;1.2.2 Rekrutierung qualifizierter Arbeitnehmer durch innovative Unternehmensgründungen;25
7.3;1.3 Engpässe am Arbeits- und Kapitalmarkt als zentrales Problem für den Erfolg innovativer Neugründungen;29
7.4;1.4 Konkretisierung der Fragestellung und Gang der Arbeit;34
8;2. Auswertung des Forschungstandes: Engpässe am Arbeits- und Kapitalmarkt als Hauptproblem von innovativen Unternehmensgründern und die Relevanz von Signalen zur Entschärfung dieses Problems;37
8.1;2.1 Vorgehen;37
8.2;2.2 Begriffliche Grundlagen;38
8.2.1;2.2.1 Innovative Unternehmensgründung;38
8.2.2;2.2.2 Unternehmerperson;40
8.3;2.3 Instrumente aus der Finanzierungspraxis zur Qualitätsbewertung innovativer Unternehmensgründungen;44
8.4;2.4 Theoretische Grundlagen zur Erklärung und Überwindung von Kreditrestriktionen unter asymmetrisch verteilter Information;49
8.4.1;2.4.1 Kreditmarktmodelle mit kreditrationierenden Gleichgewichtslösungen;50
8.4.2;2.4.2 Kreditmarktmodelle mit separierenden Gleichgewichtslösungen;53
8.5;2.5 Kreditrestriktionen als Forschungsgegenstand in der Gründungsliteratur;58
8.5.1;2.5.1 Ausgangspunkt: Ableitung der Rationierungshypothese im Modell von EVANS und JOVANOVIC (1989);58
8.5.2;2.5.2 Studienergebnisse zur Untermauerung der Rationierungshypothese im Gründungskontext;60
8.5.3;2.5.3 Studienergebnisse zur Widerlegung der Rationierungshypothese im Gründungskontext;63
8.5.4;2.5.4 Studienergebnisse zur Rationierungshypothese unter besonderer Berücksichtigung höherer Bildungsgrade der Gründerperson;64
8.5.5;2.5.5 Studienergebnisse zu den direkten Einflussfaktoren auf die Kreditvergabeentscheidung;68
8.6;2.6 Engpässe am Arbeitsmarkt als zweites zentrales Problem innovativer Unternehmensgründungen;71
8.7;2.7 Abschließende Beurteilung des Forschungsstandes und Konkretisierung der Fragestellung;74
9;3. Entrepreneurial Signaling mit Hilfe von Bildungssignalen: Theoretische Überlegungen;77
9.1;3.1 Grundlagen der Signaling-Theorie;77
9.2;3.2 Entrepreneurial Signaling als theoretische Basis zur Überwindung von Informationsasymmetrien auf innovativen Gründermärkten;79
9.2.1;3.2.1 Erstes Validitätskriterium: Vorhersage der Produktivität auf innovativen Gründermärkten;79
9.2.2;3.2.2 Zweites Validitätskriterium: Die negative Korrelation der Kosten zur Erzeugung des Marktsignals;81
9.3;3.3 Ableitung der Arbeitshypothesen zur Wirkung von Bildungssignalen und Patenten auf innovativen Gründermärkten;84
10;4. Empirische Evidenz zur Überwindung von Kapital- und Rekrutierungsengpässen durch Signale am Beispiel innovativer Unternehmen;88
10.1;4.1 Beschreibung der Datengrundlage: Die Kölner Gründerstudie aus dem Forschungsprojekt „GrünCol!- Gründungen aus Kölner Hochschulen“;88
10.2;4.2 Messung und Beschreibung des Innovationsgrades junger Unternehmen;92
10.3;4.3 Empirische Befunde zur Wirkung von Signalen auf dem Arbeitsmarkt;99
10.3.1;4.3.1 Operationalisierung der abhängigen Variable: Der Überauslastungsgrad der Belegschaft;99
10.3.2;4.3.2 Operationalisierung des Bildungssignals für den Arbeitsmarkt: Der Hochschulabschluss der Gründerperson;101
10.3.3;4.3.3 Operationalisierung der Kontrollvariablen für den Arbeitsmarkt;102
10.3.4;4.3.4 Spezifikation der Schätzgleichung für den Arbeitsmarkt und Begründung der Modellwahl;106
10.3.5;4.3.5 Multivariate Befunde zu den Determinanten der Arbeitskräftebeschaffung junger innovativer Unternehmen;107
10.4;4.4 Empirische Befunde zur Wirkung von Signalen auf dem Fremdkapitalmarkt;113
10.4.1;4.4.1 Operationalisierung der abhängigen Variable: Die subjektive Einschätzung des Gründers zum Kreditzugang;113
10.4.2;4.4.2 Operationalisierung des Bildungssignals für den Kreditmarkt: Die Studiendauer der Gründerperson;118
10.4.3;4.4.3 Operationalisierung der Kontrollvariablen für den Kreditmarkt;120
10.4.4;4.4.4 Spezifikation der Schätzgleichung für den Kreditmarkt und Begründung der Modellwahl;127
10.4.5;4.4.5 Multivariate Befunde zu den Determinanten der Fremdkapitalbeschaffung in der Gründungsphase junger innovativer Unternehmen;130
11;5. Zusammenfassung der Befunde und Ausblick auf die zukünftige Forschung;144
11.1;5.1 Zusammenfassung der Befunde;144
11.2;5.2 Implikationen für zukünftige innovative Unternehmer und Forschungsausblick;146
12;Anhang;148
13;Literaturverzeichnis;152
3. Entrepreneurial Signaling mit Hilfe von Bildungssignalen: Theoretische Überlegungen (S. 73-74)
3.1 Grundlagen der Signaling-Theorie
Wie im letzten Kapitel dargestellt, befasst sich der Teilbereich der Informationsökonomik mit den Konsequenzen und Möglichkeiten zur Überwindung von Informationsasymmetrien. Bezogen auf die Fragestellung der vorliegenden Arbeit treten zum einen Interessenskonflikte zwischen kapitalnachfragendem Unternehmensgründer und externen Kapitalgebern auf, wenn der Unternehmer vor Vertragsabschluss über private Informationen zur Qualität des Gründungsprojektes verfügt, die dem Kapitalgeber nicht (kostenlos) zugänglich sind (SCHULZ 2000: 64). Zum anderen bestehen solche Interessenskonflikte zwischen Arbeitnehmern, die einen Arbeitsplatz suchen, und Unternehmensgründern, welche Arbeitsplätze anbieten, da potenzielle Arbeitnehmer ex ante schlechter über die Arbeitsplatzcharakteristika des angebotenen Arbeitsplatzes informiert sind als die Unternehmensgründer innovativer Unternehmen (SCHMIDTKE 2002: 63).
Signaling nach SPENCE (1973) stellt nun einen Lösungsmechanismus dar, welcher bei der Lösungssuche direkt an der Ursache der Verhaltensrisiken ansetzt und unmittelbar die Informationsasymmetrie mildert bzw. beseitigt. Damit die Anbieter guter und schlechter Qualitäten am Markt separiert werden können, müssen die Marktsignale die Bedingung der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit erfüllen. Ein Signal gilt als schlüssig (erstes Validitätskriterium) bezogen auf das untersuchte Anforderungsprofil bzw. die Vorhersage der Produktivität in der relevanten Tätigkeit. Ein Marktsignal gilt als zuverlässig (zweites Validitätskriterium), wenn die individuellen Kosten zur Erlangung des Signals negativ korreliert sind mit der Produktivität des Gründers. Entscheidend ist, dass es sich für Anbieter schlechter Qualitäten nicht lohnen darf, Signale besserer Anbieter zu imitieren.
Für die Anbieter schlechter Qualitäten muss der Signalerwerb demnach mit prohibitiv hohen Kosten verbunden sein. Das Vorhandensein des Signals drückt eine hohe Produktivität aus und gleichzeitig muss das Nichtvorhandensein desselben Signals eine geringe Produktivität anzeigen. Sind beide Bedingungen gegeben, zeigt das Vorhandensein eines bestimmten Marktsignals eine hohe Produktivität bzw. das Nichtvorhandensein desselben Signals eine geringe Produktivität an, und Anbieter guter Qualität lassen sich von schlechten Anbietern eineindeutig diskriminieren.
3.2 Entrepreneurial Signaling als theoretische Basis zur Überwindung von Informationsasymmetrien auf innovativen Gründermärkten
Im Folgenden wird ein Signaling-Modell nach SPENCE (1973) skizziert, welches die Wirksamkeit höherer Bildungsabschlüsse für innovative Gründungen zur Überwindung der Informationsasymmetrie auf den beschriebenen Teilmärkten zum Gegenstand hat. Dazu werden zunächst die Bedingungen der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit potenzieller Bildungssignale auf innovativen Gründermärkten diskutiert.79 In diesem Zusammenhang gilt es zunächst zu klären, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten innovative Gründer aufweisen müssen, um mit ihrem Gründungsprojekt erfolgreich am Markt operieren zu können. Zweitens muss eine Antwort auf die Frage gefunden werden, wie solche spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf innovativen Gründermärkten in der Weise signalisiert werden können, dass eine Separierung der Gründungsqualitäten gewährleistet ist.




