Buch, Deutsch, 480 Seiten, Format (B × H): 136 mm x 216 mm, Gewicht: 661 g
Reihe: Wanderers / Chuck Wendig
Buch, Deutsch, 480 Seiten, Format (B × H): 136 mm x 216 mm, Gewicht: 661 g
Reihe: Wanderers / Chuck Wendig
ISBN: 978-3-8332-4102-4
Verlag: Panini Verlags GmbH
Die junge Shana erwacht eines Morgens und entdeckt, dass ihre kleine Schwester Nessie von einer seltsamen Krankheit befallen ist. Sie schlafwandelt, kann nicht sprechen und lässt sich durch nichts aufwecken. Mit unaufhaltsamer Entschlossenheit steuert Nessie auf ein Ziel zu, das offenbar nur sie kennt. Schnell schließt sich den Schwestern eine wachsende Schar von Schlafwandlern aus ganz Amerika an, die sich auf der gleichen mysteriösen Reise zu befinden scheint. Und wie Shana gibt es auch andere „Hirten“, die der Herde folgen, um ihre Freunde und Familien auf dem langen, dunklen Weg zu beschützen. Denn auf ihrer Reise durch ein Land, das von einer apokalyptischen Pandemie erschüttert wird, lauern zahlreiche Gefahren auf die Schlafwandler. Während der Rest der Gesellschaft um sie herum zerbricht und eine gewalttätige Miliz sie auszurotten droht, hängt das Schicksal der Schlafwandler davon ab, das Geheimnis hinter der erbarmungslosen Seuche zu enträtseln …
DIE SAGA IN ZWEI BÄNDEN
Wanderers Buch 1 - Die Schlafwandler
Wanderers Buch 2 - Die weiße Maske
Weitere Infos & Material
Ihre Schwester fühlte sich heiß an. Als bekäme sie Fieber. Shana hielt Nessie weiter umschlungen und lehnte sich so weit zurück, dass sie ihrer Schwester ins Gesicht schauen konnte: Nessies Wangen waren gerötet, und wütende Striemen zeichneten sich auf ihrer Stirn ab. Unvermittelt schoss Rot in das Weiß ihrer Augen, als würden darin Trauben zerquetscht. Lass das, Nessie. Bitte hör auf, bitte, oh scheiße, hör auf damit!«
Nessie klapperte mit den Zähnen. Blut tropfte aus ihrer Nase, und ihr ganzer Körper zuckte. Sie fühlte sich immer heißer an – heiß, zu heiß. Nessies Haut glühte wie die Motorhaube eines schwarzen Autos, das zu lange in der Sommersonne gestanden hatte, und Shana erwog, sie noch fester zu umklammern, als wäre sie ein wildes Pferd, aber eine panische Gewissheit ließ eine neue Erkenntnis in ihr aufkeimen:
Lass sie los, lass sie sofort los!
Shana löste sich von Nessie und machte einen Schritt nach hinten.
Nessie blinzelte zum ersten Mal an diesem Morgen. Erleichtert dachte Shana: Ich hab es geschafft. Es geht ihr gut.
Aber dann umwölkten sich die Augen des Mädchens erneut. Die Augäpfel in ihren Höhlen drehten sich wie Lottokugeln, und ihr Blick wanderte wieder zum Horizont. Nessie marschierte los und hatte aufgehört zu zittern. Ihre Nase und ihre Oberlippe waren noch immer blutverschmiert.
Shana sank weinend zu Boden, während ihre Schwester weiterlief. Direkt über die Glasscherben, wobei sie den Schmerz nicht einmal zu spüren schien.




