E-Book, Deutsch, Band 5, 240 Seiten
Reihe: Philosophische Bücherei
Wember Dreigliederung leben
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-943731-57-6
Verlag: Stratosverlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Beitrag zur Heilung des sozialen Organismus
E-Book, Deutsch, Band 5, 240 Seiten
Reihe: Philosophische Bücherei
ISBN: 978-3-943731-57-6
Verlag: Stratosverlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der zweite Band von Valentin Wember zu Rudolf Steiners Konzept der Dreigliederung des sozialen Organismus erklärt an anschaulichen Beispielen die Idee des alternden Geldes sowie ein völlig neues Verständnis von Zinsen. Im Kontrast dazu wird der Irrsinn des gegenwärtigen Geld- und Wirtschaftssystems analysiert und - was sonst nie geschieht - in seinen Wurzeln untersucht. Diese Wurzeln liegen in einer Mentalität des Haben-Wollens: der Profit-Gier und der passiven Einkünfte. Diese Mentalität wächst auf einem manipulativen Erziehungssystem, das es versäumt, die Kreativität der jungen Menschen genügend freizulegen.
Dr. Valentin Wember war jahrzehntelang Waldorflehrer aus Überzeugung, zuletzt als pädagogischer Schulleiter in der Schweiz. Er arbeitet seit 2003 in der Lehrerbildung und als Schulberater in Europa, Asien, Afrika, Australien und Nordamerika. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u.a. «Die Fünf Dimensionen der Waldorfpädagogik», «Was will Waldorf wirklich?»; «Wie entwickelt man Erkenntniskräfte und wie möglichst nicht?»; «Willenserziehung».
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Einleitung: Dreigliederung - nichts für Ängstliche
Liebe Leserin, lieber Leser, die Nachrichten sind voll von Krieg und Katastrophen und gleichzeitig voll von belangloser Unterhaltung, als ob es nirgendwo auf der Welt Krieg und Zerstörung, Hunger und Leid gäbe. Sehr viel weniger wird über Perspektiven berichtet, wie man aus dem Abgrund, in den man geraten ist, wieder herauskommt. Um eine solche Perspektive geht es im vorliegenden Buch. Dabei sollen zwei Sachverhalte bereits vorab benannt werden. Erstens: Um aus einem Abgrund herauszuklettern, braucht man völlig andere Kräfte und Fähigkeiten als diejenigen, durch die man hineingeraten ist. Zweitens: Wir kommen nicht umhin, möglichst gründlich zu verstehen, worin die Fehler lagen, durch die man in den Abgrund geraten ist. Oberflächliche Erklärungen sind zwar schnell gegeben, helfen aber wenig. In Wahrheit muss man ziemlich tief graben. Ein Beispiel: Der ursächliche Zusammenhang von Krieg, Profit-Interessen und Schulsystem wird so gut wie nie untersucht. Dabei ist dieser Zusammenhang naheliegend: In jedem Krieg gibt es auf der Oberfläche immer irgend ein politisches Blabla, zum Beispiel irgendeine Emser Depesche oder die Ermordung eines Thronfolgers oder den Angriff eines Landes, auf das man ab 5:45 Uhr zurückschießt, oder den Angriff auf ein Kriegsschiff in einer Bucht vor Vietnam oder angebliche Massenvernichtungswaffen, die in einem Fläschchen vor der UNO herumgeschwenkt werden, oder Terrorakte mit vielen Toten oder den Einmarsch in ein benachbartes Land. Neben dem immer wieder neu und immer noch wirksam vermittelten Blabla über irgendwelche Kriegsursachen geht es bei einem Krieg in Wahrheit immer um Eroberungen oder die Absicherung von billigen Rohstoffen und seit 2001 auch um einen dauerhaften Ausnahmezustand, mit dem totale Überwachung und das Aushebeln von Grundrechten rechtfertigt werden und um den Kampf um digitale Plattformen und Bezahlsysteme. Aber auch hinter dem Aushebeln von Grundrechten verbirgt sich das Motiv, die Kritiker der Eroberungen aus dem Feld zu räumen. Dass jeder Krieg überdies immer auch ein Mordsgeschäft für die Rüstungsindustrie ist, ist eine Binsenwahrheit, aber das ändert nichts daran, dass es eine grausame und brutale Wahrheit ist. Warum lässt eine Gesellschaft das zu? Warum lässt eine Gesellschaft all das lügenhafte und ablenkende politische Blabla zu, all die Eroberungszüge und den Kampf um Rohstoffe und die sich himmelhoch auftürmenden Berge von Leichen? Sind wir als Gesellschaft wirklich noch nicht weiter? Oder sind wir als Gesellschaft vernebelt? Oder nur ohnmächtig? Oder ist etwas falsch an unserer gesellschaftlichen Ordnung, die es mit erschreckender Regelmäßigkeit möglich macht, dass immer wieder die Kriegswilligen regieren und die Massen auf medialen Knopfdruck wie Lemminge ihren Führern folgen? Ein Mindset, dem es um Eroberungen und um Kriegsrenditen geht, ist nicht vom Himmel gefallen. Kein Kind wird mit diesem Mindset geboren, sondern die entsprechende Mentalität bildet sich im Lauf der Kindheit und Jugend aus. Beispiel: Kinder haben in den Untergründen der Seele durchaus das Potential des Hasses. Dieses Potential gehört zur Natur des Menschen. Aber erst dann, wenn der ältere Bruder eifersüchtig auf den jüngeren Bruder wird, weil die Mama dem jüngeren mehr Zuwendung schenkt, kann ein regelrechter Hass auf den jüngeren Bruder entstehen, der so heftig werden kann, dass man den nervenden Kleinen am liebsten weg haben und vor den Bus schubsen möchte. Geboren wurde man aber nur mit dem Potential des Hasses. Aktiviert wird das Potential durch die Lebensumstände und die Erziehung. Oder eben nicht. Auch das Mindset, Kriege resignativ hinzunehmen, hat eine mentale Grundlage. Deshalb ist es unabdingbar, den hier vorliegenden Zusammenhang unter die Lupe zu nehmen. Wenn es noch irgendeine gesunde soziale Zukunft geben soll, die nicht mehr auf dem Leid anderer aufgetürmt ist, ist dieses Verständnis entscheidend. Noch entscheidender ist es, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Guter Wille allein, ohne Verständnis, ist gut, aber blind. Klare Erkenntnis allein, ohne guten Willen, ist lahm. Die Pläne eines «Great Reset», von denen inzwischen immer mehr Menschen gehört haben, hängen sehr direkt mit dem Thema «Geld» und mit dem Thema «Hyper-Vermögen» zusammen. Es ist sogar so: Die gegenwärtige Lage unseres Geldsystems ist eine der Hauptursachen für diejenigen Menschen an den Hebeln der Geldmacht, die einen «Great Reset» ins Werk setzen wollen. Der Grund ist denkbar simpel: Wir haben ein Geldsystem, das exponentiell wächst. Aber dieses System kennt nur eine Richtung: Immer mehr, immer mehr, immer mehr, und zwar exponentiell. Es gibt an den Schalthebeln der Geldmacht aber keinen Plan, wie man das exponentielle Wachstum stoppen oder gar umkehren kann. Das System hat sich verselbständigt so wie sich der Besen in Goethes «Zauberlehrling» verselbständigt hat. Das System wächst jährlich um 8 – 9 Prozent. Das Problem ist, dass die Warenleistungen und die Einkommen der Menschen nur halb so stark wachsen. Dadurch gehen zwei Kurven immer weiter auseinander. Man kann nur Vermutungen darüber anstellen, ab welchem Abstand das System kollabiert und was dann an Implosionen und Explosionen folgt. Deshalb ziehen einige selbsternannte Leader eine kontrollierte Sprengung vor. Sie sprechen von einem «Great Reset». Unser Geldsystem ist in seiner finalen Phase, aber noch viel zu viele Menschen versuchen verzweifelt, etwas zu ignorieren, was längst offensichtlich ist: Die Aber-Billionen-Vermögen, die auf den Konten der Banken und Finanzverwalter stehen, sind so gigantisch, dass die Menschen dieses Planeten die entsprechenden Leistungen und Werte nicht mehr erschaffen können. Der Ökonom Chris Martenson wurde einmal gefragt, ob er alle seine Erkenntnisse über unser Finanzsystem und über unsere derzeitige Lage in einem Satz zusammenfassen könne. Seine Antwort: «Who eats the losses? Wer «isst» (schluckt) die Verluste?»[1] Was er damit sagen wollte: Die enormen Geldwerte, die in den elektronischen Büchern stehen, müssten de facto gelöscht werden. Man braucht eine radikale Bereinigung und einen Schuldenschnitt. Daran führt kein Weg vorbei. Jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt, weiß es. Die Frage ist: Auf wessen Kosten gehen die Löschungen? Wessen Vermögen werden gelöscht? Vor allem: Wer entscheidet das? Eine der einfachsten Lösungen wäre die: Man löscht die monströsen Vermögen auf der einen Seite und auf der anderen die monströsen Staatsschulden. Fertig. Man enteignet die Vermögen und gleicht damit die weltweiten Staatsschulden aus. Theoretisch. Aber wir können in einem Gedankenspiel für einen Augenblick die Player an den Tisch setzen: Die Banker werden keine Lust haben, dass die Vermögen der Banken und Finanzverwalter gelöscht werden. Die Besitzer der großen Tech-Konzerne auch nicht. Die Politiker werden sich nicht trauen, für die Löschung der Hyper-Vermögen zu votieren. Also hofft man, dass die kleinen Leute die Rechnung bezahlen. Die gigantischen Geldwerte sollen wenigstens teilweise dadurch gedeckt werden, dass man den kleinen Leuten das wegnimmt, was sie noch haben, denn das hat man in der Geschichte schon immer so gemacht, wieder und wieder und wieder. «Lass es die Masse der kleinen Leute bezahlen, aber doch nicht diejenigen, die auf der Forbes-Liste der einflussreichsten 1000 stehen.» Ein uraltes Muster. Im Unterschied zu früheren Jahrhunderten gibt es allerdings seit ca. einer Generation das Internet mit seinen neuen Möglichkeiten, sich zu informieren. Immer mehr Menschen durchschauen die unschönen Absichten. Um dieses Durchschauen zu verhindern, versucht man im Gegenzug, die Menschen in Gruppen zu fragmentieren und sie abzulenken. Ein Krieg folgt auf den nächsten, parallel (!) folgt ein sportliches Großereignis auf das vorangegangene und eine gehypte Mode auf den letzten Schrei. Nach dem Krieg ist vor dem Krieg und nach der Angst vor dem Virus ist vor der Angst vor dem Dritten Weltkrieg mit Atomwaffen. Perma-Krise hat man das genannt. Die Folge: Es sind alles in allem immer noch zu wenige Menschen, die sich gemeinsam organisieren und die sagen: «Stopp. Wir wollen bei der Frage, wie wir aus der Nummer rauskommen, ein Wort mitsprechen. Wir wollen nicht, dass hinter verschlossenen Türen über unsere Köpfe hinweg entschieden wird, wie die Zukunft aussieht und wer für die Abschreibungsverluste aufkommt.» Vor dem Hintergrund der skizzierten Lage ist das vorliegende Buch ein weiterer Beitrag zu Rudolf Steiners Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus. [2] Ich weiß, es klingt verrückt und anmaßend, aber jeder, der sich vorurteilslos mit der Dreigliederung befasst, wird es bestätigen: Die Dreigliederung des sozialen Organismus bietet die Perspektive schlechthin, um aus dem Abgrund herauszuklettern. Ich vermute, dass es sogar die einzige ist, aber ich weiß natürlich, dass diese Auffassung nur von wenigen geteilt wird. Das macht sie allerdings nicht falsch. Nach dem 2022 erschienenen Band 1 befasst sich der vorliegende Band 2 insbesondere mit...




