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Buch, Deutsch, 120 Seiten, Format (B × H): 207 mm x 267 mm, Gewicht: 544 g
Buch, Deutsch, 120 Seiten, Format (B × H): 207 mm x 267 mm, Gewicht: 544 g
ISBN: 978-3-9820163-7-5
Verlag: Kunstblatt Verlag
Verfolgung und Flucht begann nicht erst mit Ausbruch des Krieges, durch die deutsche Wehrmacht am 1. September 1939. Hass und Hetze, Ausgrenzung, Verfolgung und Stigmatisierung von vermeintlich Fremden und Andersdenkenden begann mit der Machtu¨bergabe an die Nationalsozialisten 1933.
Die argentinische Ku¨nstlerin Mónica Laura Weiss ist die Tochter, Nichte und Enkelin der Familie Reizes aus Dresden. Die Familie kam 1933 aus ihrem Urlaub in Marienbad nicht mehr nach Dresden zuru¨ck. Die Schwester des Vaters, Paula, hatte vor der Gestapo gewarnt, welche in der Firma von Rudolf Reizes nach „verbotener“ Korrespondenz und Devisen gesucht hatte. Damit begann die Fluchtodyssee der ju¨dischen Familie Reizes vor dem nationalsozialistischen Terrorregime u¨ber Österreich, Palästina nach Argentinien. Paula verheiratete Gutmann konnte die Familie ihres Bruders Rudolf vor der nationalsozialistischen Verfolgung warnen, sie selbst wurde aus Breslau nach Theresienstadt deportiert und hat die Shoa nicht u¨berlebt.
In ihren Werken verarbeitet die Ku¨nstlerin ihre familiären deutsch-ju¨dischen Wurzeln und die „langen Schatten der Vergangenheit“ wie sie es selbst nennt. Ihre Bilder spiegeln Motive der Verfolgung, Flucht, der verlorenen Heimat und der Erfahrungen einer Existenz im Spannungsfeld zweier Kulturen. Mit diesem vom Exil geprägtem Leben der Mutter aus Dresden kontrastiert die Tochter, die Ku¨nstlerin, Bilder ihrer eigenen Kindheit in Argentinien und verwendet dafu¨r Dokumente aus dem u¨berlieferten Familienfundus. In ihren gestalteten Buchobjekten befinden sich auf dem Hintergrund von Foto- und anderen Dokumenten sowohl kleine Objekte als auch Gedichte in deutscher Sprache verschiedener Autorinnen und Autoren, die ebenso ins Exil getrieben worden sind.
Ein pädagogischer Leitfaden mit den Themenschwerpunkten Verfolgung, Flucht und Exil im Kontext einer Familiengeschichte bietet eine intensive Nachbetrachtung an. Diese Publikation eignet sich für selbstforschendes Lernen zu den Themen NS-Diktatur am Beispiel der Familie Reizes, Vertreibung und Flucht sowie Exil, ob im Rahmen des Schulunterrichtes oder z.B. in Geschichtswerkstätten.
Zielgruppe
Schülerinen, Schüler, Studierende sowie Multiplikatoren in der Bildungsarbeit, die an Themen wie Verfolgung, Flucht und Exil am Beispiel einer Dresdner ju¨dischen Familie, transgenerationales Trauma wie auch an Exilkunst interessiert sind und alle, die aus der Geschichte lernen wollen, gerne auch im selbstforschendes Lernen.




