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E-Book

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

Weiss Eiszapfen

Kartl und Neuner - die Woche des Grauens
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7481-7034-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kartl und Neuner - die Woche des Grauens

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

ISBN: 978-3-7481-7034-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Eröffnung des Christkindlesmarktes in Nürnberg prägt am Abend viele Menschen. Für die beiden Kommissare Kartl und Neuner beginnt mit dem Prolog des Christkindes eine ganz besondere Woche. Die Woche ihres persönlichen Grauens. Was für eine Hatz betreibt der Mann mit dem Rollator? Welche Rolle spielt der Eiszapfen? Wie persönlich beschneidet der Fall die Sicherheit und das unbeschwerte Leben der Kommissare und ihrer Angehörigen? Verfolgen Sie einen fränkischen Krimi, der nicht nur bei den Akteuren seine Spuren hinterlassen wird.

Harald Weiss; Geboren bin ich am 17.6.1960 in Nürnberg. Lange Zeit in Nürnberg aufgewachsen, an unterschiedlichen Orten um Nürnberg herum mal mehr oder weniger beheimatet gewesen, lebe ich jetzt wieder in Nürnberg. Schreiben hat mich schon immer fasziniert. In jeder Altersepoche meines Lebens. Schon als Jugendlicher begann ich, Gedichte zu schreiben. Danach folgten Kindermärchen. Doch über all die Jahrzehnte sind die Manuskripte immer wieder in diverse Schubläden verschwunden. 2012 begann ich dann einen Krimi zu schreiben. Bald kristallisierte es sich heraus, dass es ein fränkischer Krimi wird. Schnell waren zwei Charaktere, die ermittelnden Kommissare Kartl und Neuner, gefunden. Nach drei Jahren des Schreibens war der Aufwand zu groß, um dieses Ergebnis einfach wieder auf die Seite zu legen. So überlegte ich, wie ich diese Zeilen zu einem Buch und auf dem Markt bringen könnte. Ich nahm ein halbjähriges begleitendes Lektorat, ließ den Titel gestalten und veröffentlichte im Dezember 2015 meinen ersten fränkischen Krimi "Spiel des Schattens". Oktober 2016 erschien der zweite Band des Ermittlerduos Kartl und Neuner unter dem Titel "Die Mondfrauen". Zwischen diesen beiden Büchern arbeitete ich noch an einem Märchenbuch. Ich fand eine Illustratorin, Elsbeth Schmidt, die meine Geschichten perfekt in Bilder umsetzte. Mitte Oktober 2016 war es dann soweit, dass dieses als Hardcover zur Verfügung steht. Neu seit November 2017 ist der dritte Krimi "Das Minzblatt", in dem wieder Kartl und Neuner unterwegs sind. Zudem veröffentlichte ich einen Kurzroman "Das verlassene Dorf" der die Leser an den Gardasee führt.
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Kapitel 1


Für Günther, den Gerichtsmediziner der PI Forchheim, gab es fast nichts Schöneres im Leben, wie die Eröffnungsfeier des Christkindlesmarktes in Nürnberg. Alle zwei Jahre gönnte er sich das Erlebnis. Dieses Ritual zog er schon seit ein paar Jahrzehnten so durch.

Ein letzter Blick in den Spiegel, ein kurzes Streichen durch das volle Haar, bevor er sich endgültig nach Nürnberg aufmachte.

Da er dem Andrang und den damit verbundenen Chaos vorbeugte, fuhr er zeitig los und ergatterte einen der freien Plätze in einem Parkhaus nahe der Lorenzkirche.

Wenig später ließ er sich von den Menschenmengen hinunter zum Markt treiben. Voller Vorfreude genoss Günther die weihnachtliche Dekoration. Seine Nase sog die verschiedenen Düfte begierig ein und überraschend fand er einen Platz zwischen den Buden am Markt. Einen Hauch eines freien Blickes auf die Empore der Frauenkirche gönnte ihm diese Stelle.

Fast eine Stunde stand er schon am Fleck, bis der Blick auf seine Armbanduhr verriet, dass das Warten bald ein Ende fand.

Beide Hände steckten fest in den Manteltaschen. Um sich herum blendete er für diesen Moment alles aus. Die Geräusche, die Menschen, die Stimmen.

Naive Freude überflutete sein Inneres.

Das Licht der Marktbuden erlosch und tauchte den Platz in eine geheimnisvolle Atmosphäre.

Seine Augen gierten gebannt nach oben und ein leichter Schauer überfiel ihn, als das Christkind mit dem Prolog anfing.

Starr verharrte Günther auf der Stelle. Seine Augen füllten sich leicht mit Tränen, bevor er am Ende in den gleichen euphorischen Jubel aller Anwesenden einfiel.

Bis er den Schmerz verspürte, der ihn ohnmächtig werden ließ.

Kalt, durchdringend, zerstörend.

Ihm wurde übel, seine Beine versagten ihren Dienst und er kippte schnell nach vorne weg. Sein Geist tauchte im gleichen Moment in die Dunkelheit ab.

Den Abtransport und die sofortige Operation realisierte Günther nicht mehr. Erst das Erwachen auf der Intensivstation zeigte ihm, dass es ein Problem gab.

Spärliches Licht fiel auf den Arbeitsbereich in seinem karg eingerichteten Wohnzimmer. Vorsichtig nahm er das Werkzeug zur Seite und inspizierte lange den Gegenstand in seinen Händen. Behutsam und langsam legte er ihn ab.

Neben dem Tisch stand ein moderner Fernseher auf einer alten Kommode. Immer wieder schenkte er dem Bildschirm seine ganze Aufmerksamkeit.

Fünf quälende Stunden sind seit der Eröffnung des Marktes vergangen.

Verärgert schleuderte er den Schraubenzieher gegen die Wand. Laut scheppernd fiel dieser über ein Wandregal auf den Holzboden hinab.

Voller Zorn schaltete er auf den Videotext seines Fernsehgerätes. Mit jeder Textseite ärgerte er sich mehr.

Die Fernbedienung nahm den Weg des Schraubenziehers, schlug hart am Boden auf und das Batteriefach öffnete sich. Beiden Batterien kullerten unter das Zweisitzer-Sofa im Raum.

Fest ergriff er den Gegenstand von der Arbeitsplatte und schraubte ihn dorthin, wo er ihn vorher abgenommen hatte.

fluchte er bitterböse. Gleichzeitig entstand ein Plan in seinem Kopf. Ein perfider Plan.

Die beiden Kommissare Sepp Kartl und Max Neuner eilten spät am Abend durch die Räume der Chirurgie, um die dortige Intensivstation zu finden.

Kurz vor ihrem Ziel erblickten sie das bekannte Gesicht von Dieter, ihrem Freund aus der PI Nürnberg. Dieser erwartete sie schon ungeduldig.

„Danke, dass ihr so schnell gekommen seid.“

„Was ist passiert?“, wandte sich Kartl kurzatmig an Dieter.

„Nach unserer Recherche ist auf Günther ein Mordanschlag verübt worden. Absicht oder nicht? Zu diesem Zeitpunkt unmöglich, dir die Frage zu beantworten.“

„Und wie?“ Verzweifelt rang Kartl nach Worten. Die Wände des Ganges schwankten vor seinen Augen.

Mit bleichem Gesicht zuckte Dieter die Schultern nach oben.

„Genaueres wissen nur die Ärzte. Es gibt wohl eine Einstichwunde. Aber nicht die eines Messers, vom Dolch oder Ähnlichem. Was Exotischeres.“

„Exotischeres?“ Ratlos schaute Max dabei direkt in Dieters Augen.

„Frag den Arzt. Obwohl innere Organe verletzt sind, scheint wohl keine äußere Blutung stattgefunden zu haben. Sie halten sich extrem bedeckt.“

„Wie ist der Gesundheitszustand von Günther?“, fragte Max voller Sorge um ihn.

„Stabil. Was immer das heißt.“

„Ist er vernehmungsfähig?“, lautete Kartls Frage.

„Nein, sie haben ihn in ein künstliches Koma gelegt. Aber mit Glück erwischt ihr einen Arzt, der bei der Operation dabei war und euch Auskunft gibt.“

Betretenes Schweigen trat ein, bevor Dieter sein Anliegen losbrachte. Kurz unterbrach er sich, eine Tür öffnete sich, aber der daraus wegeilende Arzt lief von ihnen weg.

„Und da bin ich schon an meinem wichtigsten Punkt angekommen. Sepp, Max, übernehmt ihr den Fall? Es ist ja ein Kollege von euch.“

Nachdem Kartl ein wenig nach Luft japste, entschied er sich für die Aufnahme der Ermittlungen.

„Ja. Ehrensache. Max, bist du dabei?

„Das sind wir Günther schuldig.“

„Habe ich mir fast gedacht“, entgegnete Dieter. „Alles Glück euch. Von unserer Seite veröffentlichen wir erst einmal nichts an die Presse. Wie ihr das handhabt, ist euer Part.“

„Danke Dieter“, Kartl drückte seinem Freund kräftig die Hände.

Im nächsten Moment verschwand dieser und ließ zwei verstörte Kommissare zurück.

„Die Videoaufzeichnungen vom Hauptmarkt bekommt ihr bald.“ Für diese Aussage kehrte Dieter kurz zu ihnen zurück.

„Du bist der Wahnsinn“, grinste Max, obwohl es ihm schwerfiel.

„Wir brauchen jetzt einen Arzt“, forderte Kartl Max auf.

So begaben sie sich auf die Suche. Als Erstes führten sie ein kurzes Gespräch mit der diensthabenden Krankenschwester, die daraufhin zum Hörer griff.

Abschließend führte sie die beiden den Gang entlang zu einem Arztzimmer.

Nach dem Betreten verschwand die Krankenschwester und Kartl stellte sich und Max dem Arzt vor.

„Sie wünschen?“, fragte sie ein drahtiger Arzt, der hinter seinem Schreibtisch lümmelte.

Bevor Kartl sich eine Antwort abrang, versuchte er, sein Gegenüber einzuschätzen.

„Herr Dr. Subitor“, las er an seinem Namensschild am Arztkittel ab.

„Lassen Sie das Dr. weg.“

„Herr Subitor. Wir brauchen eine Auskunft über den Notfall, der heute Abend eingeliefert worden ist.“

„Beschreiben Sie es etwas ausführlicher. Wir haben hier nur Notfälle.“

„Der Patient vom Hauptmarkt.“

„Was ist Ihr Begehren?“

„Von welchen Verletzungen sprechen wir?“

„Am Anfang irren wir uns in der Diagnose. Kein Hinweis auf Fremdverschulden. Kein äußeres Blut. Zumindest nichts Sichtbares. Keine Diagnose auf Herzinfarkt, Gehirnblutung, Schlaganfall. Er ist fast gestorben.“

Verständnislos warfen sich Kartl und Max Blicke zu.

„Schließlich entdecken wir eine winzige Wunde im linken mittleren Rückenbereich. Zwar haftet hier ebenso wenig Blut. Nur der Bereich ist komplett nass gewesen. Ein Indiz für uns.“

„Was bedeutet das?“, unterbrach ihn Max in diesem Moment. Es hörte sich ein bisschen wie eine Erzählung aus einem Science-Fiction-Roman an.

„Bei der anschließenden Operation stellt der Arzt fest, dass die Milz im linken Oberbauch einen Treffer abbekommen hat. Sie ist von einem spitzen Gegenstand angepiekt worden. Zudem kratzt das Geschoss an einer Arterie.“

„Ein Schuss? Ein Messer?“ Kartl verstand im Moment nicht, auf was der Arzt sie hinwies.

„Wir haben Eiskristalle gefunden. Reste zumindest.“

„Eiskristalle???“, jetzt begriff Max überhaupt nichts mehr.

„Ja. Projizieren Sie die absurde Vorstellung in Ihr Gehirn, dass Eis, in welcher Form auch immer, von außen in seinen Körper eingedrungen ist“, forderte sie der Arzt am Schluss auf.

Die Aussage überraschte die Beamten. Für einen Augenblick herrschte ratloses Schweigen im Zimmer. Als Erster fand Max die Sprache wieder. Ihm fiel in diesem Zusammenhang eine Romanpassage oder ein Artikel ein.

„Ein spitzer...



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