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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 404, 100 Seiten

Reihe: Die großen Western

Wego Die Tramps

Die großen Western 404
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-69049-332-1
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Die großen Western 404

E-Book, Deutsch, Band 404, 100 Seiten

Reihe: Die großen Western

ISBN: 978-3-69049-332-1
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Der Autor steht für einen unverwechselbaren Schreibstil. Er versteht es besonders plastisch spannende Revolverduelle zu schildern und den ewigen Kampf zwischen einem gesetzestreuen Sheriff und einem Outlaw zu gestalten. Er scheut sich nicht detailliert zu berichten, wenn das Blut fließt und die Fehde um Recht und Gesetz eskaliert. Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen). Jessica Porter blieb stehen, die Kiste mit der original Burnside Marmelade in den schlanken Armen, und errötete. Tief unter ihr war der graue Hut, und unter dem Hut das schmale Gesicht des Mannes. Er hatte braungraue Augen, eine Menge Lachfältchen um sie und grinste. Einen Augenblick lang dachte sie daran, dass sie den Fuß heben und ihm ins Gesicht treten könnte, wenn sie wollte. Dann sagte sie sich und errötete noch eine Spur tiefer, dass die ganze Sache es nicht wert war, die Importkiste mit der sündhaft teuren Burnside Marmelade womöglich aus den Armen zu verlieren. Den Fall würden die Gläser nicht aushalten. Jede andere Frau hätte mit Sicherheit geschrien, wenn plötzlich jemand unter ihr erschienen wäre und ihr grinsend unter den Rock geblickt hätte - nicht so Jessica. Immerhin wusste sie, dass sie ihre Beine nicht zu verstecken brauchte, und doch ärgerte es sie, dass der Bursche an ihrem Wagen mit einem derartig unverschämten Grinsen den Verlauf ihrer wohlgeformten Schenkel studierte und zu genießen schien. »Alle Wetter!«, stieß Amos Shelton tief unter ihr am Vorderbock des schweren Merrivalewagens durch die Zähne. »Das ist ein Anblick, der einen glatt um den Verstand bringen kann. He, Jessie, bleib doch so stehen, zum Donnerwetter!« Jessica Porter tat nun das, was sie tun konnte, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. »Amos Shelton«, sagte sie mit dem schnellen Zorn in ihrer dunklen Stimme, der Amos hätte warnen müssen, »du unverschämter Kerl! Ich werde dir die Jam-Kiste auf deinen elenden Kopf donnern, wenn du nicht sofort ...« Amos dachte gar nicht daran. Er hatte tatsächlich gebückt gestanden und gerade so am Kastenbrett vorbeigeschielt, dass er auch genug zu sehen bekam. Als er sich aufrichtete und leise lachte, hatte sie die Füße weit genug zusammen und trat jäh mit dem rechten Stiefel aus. »Jesus.«

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Jessica Porter blieb stehen, die Kiste mit der original Burnside Marmelade in den schlanken Armen, und errötete. Tief unter ihr war der graue Hut, und unter dem Hut das schmale Gesicht des Mannes. Er hatte braungraue Augen, eine Menge Lachfältchen um sie und grinste.

Einen Augenblick lang dachte sie daran, dass sie den Fuß heben und ihm ins Gesicht treten könnte, wenn sie wollte. Dann sagte sie sich und errötete noch eine Spur tiefer, dass die ganze Sache es nicht wert war, die Importkiste mit der sündhaft teuren Burnside Marmelade womöglich aus den Armen zu verlieren. Den Fall würden die Gläser nicht aushalten.

Jede andere Frau hätte mit Sicherheit geschrien, wenn plötzlich jemand unter ihr erschienen wäre und ihr grinsend unter den Rock geblickt hätte – nicht so Jessica. Immerhin wusste sie, dass sie ihre Beine nicht zu verstecken brauchte, und doch ärgerte es sie, dass der Bursche an ihrem Wagen mit einem derartig unverschämten Grinsen den Verlauf ihrer wohlgeformten Schenkel studierte und zu genießen schien.

»Alle Wetter!«, stieß Amos Shelton tief unter ihr am Vorderbock des schweren Merrivalewagens durch die Zähne. »Das ist ein Anblick, der einen glatt um den Verstand bringen kann. He, Jessie, bleib doch so stehen, zum Donnerwetter!«

Jessica Porter tat nun das, was sie tun konnte, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

»Amos Shelton«, sagte sie mit dem schnellen Zorn in ihrer dunklen Stimme, der Amos hätte warnen müssen, »du unverschämter Kerl! Ich werde dir die Jam-Kiste auf deinen elenden Kopf donnern, wenn du nicht sofort …«

Amos dachte gar nicht daran. Er hatte tatsächlich gebückt gestanden und gerade so am Kastenbrett vorbeigeschielt, dass er auch genug zu sehen bekam. Als er sich aufrichtete und leise lachte, hatte sie die Füße weit genug zusammen und trat jäh mit dem rechten Stiefel aus.

»Jesus.«

Das war alles, was Amos hervorbringen konnte.

Der prächtige rotbraune Hochschaftstiefel zuckte hoch. Amos gelang es gerade noch, seinen Kopf zur Seite zu nehmen. Er bekam den Stiefel dafür aber vor die linke Schulter und taumelte einen halben Schritt zurück.

»Allmächtiger, diese Wildkatze«, ächzte er danach. Er rieb sich heftig die Schulter, während er zusah, wie Jessica vom Bock stieg. »Beißen, kratzen und treten, eine prächtige Mischung. Was ist nur aus dir geworden, Jessie? Als du noch Zöpfe hattest …«

»Als ich noch Zöpfe hatte«, zischte sie ingrimmig hervor, »bist du vor mir weggelaufen, du Bruder Leichtfuß, nachdem ich dir die Augenbraue aufgekratzt und zwei Büschel Haare ausgerupft hatte. Geh da fort, ich will hinunter. Willie Herrman braucht seine Marmeladenkiste. Du solltest daran denken, dass sie einige tausend Meilen über den Ozean und dann noch durch die halben Staaten transportiert worden ist. Sollte ich sie deinetwegen auf den letzten dreißig Schritt zertrümmern, lieber schlage ich dir Ohren und Nase ab, verstanden? Weg da, Amos!«

»Gib sie her, Darling, ich nehme sie dir ab.«

»So siehst du aus«, erwiderte sie. »Du hast zur Arbeit zwei linke Hände und bist nur in einer Sache geschickt, nämlich im Kartentricksen. Fort mit dir, Amos.«

Amos grinste schon wieder. Er hatte ein unglaublich dickes Fell, nahm nichts ernst und das Leben auf die leichte Schulter. Sein Lächeln war genauso unwiderstehlich wie seine Frechheit.

Man konnte ihm einfach nicht auf Dauer böse sein.

»Ich bin sicher, ich tauge auch noch ganz gut zu einer anderen Sache«, sagte Amos Shelton zweideutig. »Meinst du nicht, dass ich besser als nur gut im Bett …«

»Amos!«, stieß Jessica entrüstet hervor. »Wenn dich jemand hört! Du bist doch der frechste Kerl zwischen dem Missouri und den Rocky Mountains. Also los, nun geh schon. Bitte, Amos.«

»Beine hast du, Beine«, sagte Amos seufzend, während sie die Kiste auf den Sitz stellte, sich umwandte und dann das rechte Bein zuerst über die Kastenkante brachte, um mit der Stiefelspitze nach einer Radspeiche zu tasten. »Gerechter Gott, da wird einem kalt und heiß zugleich. Wenn ich erst an all das schöne Übrige denke, das einem entgegenleuchtet, wenn man es nach und nach auspackt …«

»Amos, ich sollte dir die Bullpeitsche um die Ohren hauen«, sagte Jessica empört. »Da denkt dieser hergelaufene Herumtreiber und Kartentrickser an solche Sachen, aber an sein Versprechen denkt er nicht, wie? Ich bin seit einer halben Stunde in Dodge City, und wo bist du denn gewesen, mein Freund? Wer wollte mir abladen helfen und auf mich warten?«

Jessica nahm das andere Bein hoch und fand einen festen Stand auf Radnabe und Speiche. Als sie die Kiste heranzog und aufnahm, um sie über die Kastenwand zu heben …

Zuerst spürte sie nur, dass sich ihr Rock bewegte, obgleich kaum Wind umging. Dann fühlte sie den festen Griff von Amos Sheltons schlanker Hand irgendwo zwischen ihren Oberschenkeln und erstarrte. Sie wurde stocksteif. Der freche Kerl griff ihr doch wahrhaftig am hellen Tag und mitten in Dodge City unter den Rock. Allerdings stand sie auch so günstig, dass sie ihn geradezu in Versuchung gebracht haben musste.

»Amos!«, konnte sie nur noch hauchen.

»Der Teufel, warum sind wir hier mitten in einer Stadt?«, sagte keuchend Amos Shelton, indem er über die Verlängerungsrundung ihres linken Oberschenkels strich und das, was er in die Hand bekam, leicht drückte. »Du kannst einem wirklich das Blut zum Kochen bringen! Da vergisst man alles andere und …«

Anscheinend kam ihm zum Bewusstsein, dass jeden Moment Willie Herrman auf der Rampe des Vorratsschuppens erscheinen konnte. Er klopfte Jessica leicht auf die Rundung, zog die Hand endlich unter dem Rock hervor – nicht, ohne ihr langes Bein von oben nach unten zu streicheln – und umfasste ihre Hüfte. Danach hob er sie und die Kiste herab, wich aber augenblicklich zurück, als sie am Boden war.

»Wenn ich doch nur nicht diese verdammte Kiste in den Händen hielte«, fauchte Jessica wütend. »Du bist des Teufels, Amos. Was sollten die Leute von uns denken, von mir, he? Warum bist du nicht sofort hergekommen und hast mir geholfen?«

Sie nahm die Kiste und ging zur Rampe.

Amos Shelton sah ihr kopfschüttelnd nach. Das Geschäft kam bei Jessica Porter immer zuerst. Ihre Zielstrebigkeit war ihm manchmal direkt unheimlich. Ihr Vater hatte einmal gesagt, sechs Maulesel mit dicken Köpfen wären bei ihrer Geburt die Paten gewesen. Sie hätte einen genauso dicken Schädel.

»Ich wette, sie wird mir die Hemden nicht geben«, murrte Shelton, grinste aber im nächsten Augenblick schon wieder. »Ach was, ich werde sie schon herumkriegen.«

Sein Optimismus hatte ihn noch nie getrogen.

*

Jessica Porters Augenbrauen waren jetzt zwei hochgeschwungene Bögen, und der Blick, den sie Amos Shelton zuwarf, hätte jeden anderen Mann schweigen lassen, nicht Amos.

»Dein letztes Wort?«, fragte er spöttisch, als sie die Hemden in die Kiste zurücklegte. »Jessie, hör mich doch wenigstens zu Ende an. Ich habe nicht vor, die Hemden teuer weiterzuverkaufen.«

»Was ist nun wieder los?«, fragte sie ihn mit ernüchternder Kühle. »Das wievielte gewinnlose Geschäft soll das nun wieder werden, Amos? Ohne Geld keine Hemden – basta!«

»Herr im Himmel, stur wie zehn Maultiere!«, entfuhr es Amos. »Ich habe es diesen Tramps versprochen. Die armen Kerle tun mir leid. Sie verloren im vergangenen Jahr ihre Rinderherde auf dem Weg von Texas hier herauf. Dann haben sie den Winter über in einer Lehmhütte in der Prärie verbracht und Büffel gejagt. Sie haben im Gestank der trocknenden Felle in der Hütte ausgehalten. Stell dir das einmal vor. Dann hat sie jemand hereingelegt und sie um die Felle gebracht. Die armen Teufel haben nur noch ein paar Dollar. Niemand will die Männer, weil sie so stinken, in einen Saloon lassen. Sie tun mir leid, ehrlich, Jessie.«

Amos Shelton griff in die Tasche, zog seine Erbuhr hervor und legte sie auf den Sitz des Wagens. Dann holte er sein schweres Hawkengewehr, eine doppelläufige Kugelwaffe, aus dem Kasten und stellte sie an den Sitz.

»So«, stieß er hervor, »das ist alles, was mir geblieben ist. Ich reite deinen Sattel, dein Pferd. Schon gut, du hast es mir geschenkt. Aber dies gehört noch mir. Es ist mein letzter Besitz. Bekomme ich nun die Hemden?«

»Also gut, nimm sie und verschwinde. Sei in einer halben Stunde wieder hier. Ich will heute noch bis Pierceville fahren. Du bist doch der verrückteste Kerl unter der Sonne, Amos. Einmal verspielst und riskierst du alles, und dann hast du Mitleid mit ein paar Tramps. Du bist mir ein Rätsel, Amos Shelton.«

»Und du bist das feinste Mädchen auf der Welt«, antwortete Amos lachend. Er sprang hoch, nahm die Hemden und stieg in den Sattel. Als er sich umblickte, sah sie sein Lächeln. Plötzlich ahnte sie, dass er ihr etwas vorgespielt hatte. »Du, Jessie, kann sein, dass ich nicht in einer halben Stunde hier bin. Kann sogar sein, du musst allein nach Pierceville fahren.«

»Amos, was zum Teufel soll das heißen?«

»Nun«, sagte Amos grinsend, und er hatte wieder jenes listige Funkeln in den Augen, dieses Schlitzohrlächeln, wie Jonathan Porter, Jessicas Vater, einmal gesagt hatte, »ich werde diese schönen bunten Hemden für vierundzwanzig Dollar verkaufen. Dann werde ich aus den vierundzwanzig Dollar in ein paar Stunden achthundert machen, so wahr ich Amos Shelton heiße. Ich werde dir morgen all das zurückgeben, was ich dir schulde.«

Jetzt erkannte sie, dass er, dieser Berufsspieler, der ein Vermögen durchgebracht hatte und immer noch glaubte, er würde eines Tages am Spieltisch reich, sie wieder einmal geblufft hatte.

Schreck und...



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