E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Weber Spirituelle Gemeinschaftsbildung
2. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7557-6459-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Zur Erschaffung von Orten des Lichtes im Erdensein
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
ISBN: 978-3-7557-6459-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Spirituelle Führer und Eingeweihte brachten in den vergangenen Zeiten zahlreiche Impulse in das Erdenleben, woran sich die einzelnen Menschen ausrichten konnten. Sie waren Wegweiser für uns. Zukünftig wird es jedoch immer wichtiger werden, dass sich spirituelle Gemeinschaften bilden, die an die Stelle solcher Eingeweihter treten können. Die Menschengruppe wird dabei zu einem "Gefäß", in das sich geistige Kräfte und Wesen einleben. In welcher Weise sich solche Gruppen formieren und strukturieren wollen, ist aber nicht nur der freien Willkür überlassen. Kosmische Gesetzmäßigkeiten dürfen sich in der Menschen-gemeinschaft wiederfinden. Dazu bedarf es eines Schulungsweges, der hier in Ansätzen und aus Erfahrungen selbsterlebter Gemeinschaftsprozesse wiedergegeben ist. Gemeinschaften, die aus dem Geist heraus neu erschaffen und gepflegt, mit viel Geduld gebildet und erbaut werden, können zu Keimzellen einer neuen Kultur heranreifen.
Franz Weber ist Kosmologe, Therapeut und freischaffender Künstler. Im Perceval-Institut für Kosmosophie und christliche Hermetik wird Forschung und Beratung zu folgenden Themen getätigt: Religion und Kunst, Partnerschaft und Gesundheit, spiritueller Schulungsweg und Gral, soziale Gesellschafts- und Zeitfragen.
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Zum Geleit
Mit dieser Schrift ist die Absicht verbunden, vielen „Samen“, die in unserer Zeit in so manchen Herzen zu Keimen beginnen, einen geistigen Nährboden zu bereiten. Und dies, in dem sich unsere Ziele, Ideale und Wünsche zu einem tatkräftigen Leben wandeln und damit in eine zukünftige Verwirklichung kommen können. Zumeist spielen in viele positiv formulierte Ziele immer wieder persönliche oder gar egoistische Wünsche mit hinein. Man sucht oftmals eine Gemeinschaft, weil man noch nicht wirklich mit sich selbst zurecht kommt oder man träumt von einem harmonischen und freudigen Miteinander, ohne sich dabei bewusst zu sein, dass wir immer noch mehr in einem Nehmen als im Geben sind. Eine Gemeinschaft mit vielen egoistischen Motiven wird nicht lange bestehen, da es meistens immer dieselben sind, die für die notwendigen Aufgaben und Pflichten zuständig sind. Andere drücken sich davor, bis irgendwann Regeln aufgestellt werden, damit die unangenehmen Arbeiten gleichmäßig verteilt werden können. Aber mit solch „alltäglichem Kram“ hört der Spaß in der Gemeinschaft recht bald auf, es bilden sich öfters kleinere Grüppchen von Gleichgesinnten oder es zerfällt die Gemeinschaft. Der Alltag wird uns immer wieder an die Punkte heranführen, an denen wir in unserer persönlichen Entwicklung lernen, reifen und wachsen können. Gemeinschaft heißt eben nicht, nur ein sorgenfreies und spaßiges Leben verwirklichen zu können. Ganz im Gegenteil fordert sie uns heraus, über die eigenen Grenzen hinauszuwachsen. Was sind meine wirklichen Bedürfnisse, was kann ich Anderen und der Gemeinschaft geben, was ist mein Anliegen und mein Dienst innerhalb der Gruppe, warum überhaupt will ich Gemeinschaft und warum erfüllt mich mein momentanes Leben nicht wirklich? Wie viele Wünsche und Sehnsüchte sind unerfüllt geblieben in meinem bisherigen Leben? Zunehmende Ungerechtigkeiten und Krisen in der Welt können uns allzuleicht in eine Verbitterung oder in eine Resignation hineinführen, sei es am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Familie oder im weltpolitischen Geschehen. Oder aber wir ziehen uns in ein „Schneckenhaus-Dasein“ zurück und wollen nur noch das sehen, was uns angenehm ist. In dieser seelischen Zerrissenheit lebt der heutige Zeitgenosse. Das drückt sich auf der einen Seite im immer noch stärker werdenden Konsumzwang aus, was schließlich dazu führen muss, dass wir die Erde und damit auch uns selbst zerstören. Eine enorme Suchtproblematik, sei es durch das Fernsehen und den Medienkonsum, sei es Alkohol, Nikotin und Drogen oder die seelischen Süchte der Ehr-, Hab- und Machtsucht, sie finden letztlich in dieser seelischen Disharmonie ihre eigentliche Ursache. Auf der anderen Seite finden wir Menschen, die diese modernen Errungenschaften und stressigen Zeiten als furchterregend empfinden und am liebsten den Reißaus machen würden, indem sie sich irgendwo eine heile Welt kreieren, sei es in Urlaubsregionen oder in sektenähnlichen Gemeinschaften oder sie flüchten in alte Formen, in denen es noch von „Außen“ beziehungsweise von „Oben“ geprägte Werte und Ordnungen gab. Sämtliche nationalistische, ethnische und autoritär-politische Tendenzen, als auch die Volks-, Rassen- und Familienbande zählen hierzu. Die Zeiten, in denen Bluts- und Volksverbände die Geschicke des Einzelnen regelten, sind für uns jedoch vorbei. Wir sind zum Einzelmenschen bestimmt beziehungsweise erwacht und damit ziemlich rausgerissen aus allem, was uns bisher getragen hatte. Somit stellt sich heutzutage für jeden mündigen Menschen die Frage und Aufgabe: Was kann und will ich diesem zerrütteten und beängstigenden Zeitgeschehen entgegenstellen? Das Rad der Zeit scheint sich mit immer schnellerer Geschwindigkeit fortzubewegen und als Einzelner erfahre ich allzuleicht eine grenzenlose Ohnmacht bei dem Versuch, dieses „Gefährt“ in von mir gewünschte und bestimmte Bahnen zu lenken. Ein blindes Vertrauen den führenden Politikern gegenüber, denen ich ja meine Entscheidungsgewalt mit meinem Stimmzettel für die nächsten Jahre abgegeben habe, kann meine Seele auch nicht wirklich zufrieden und sicher stimmen. Was für Möglichkeiten habe ich überhaupt noch und wie kann ich mir selbst gegenüber ehrlich, aufrichtig und wahrhaftig sein und den vielen Anforderungen und Zwängen des Lebens in der Welt gerecht werden? Viele Fragen, die vor allem in den Herzen jüngerer Menschen brannten, waren vor etlichen Jahren in einer Gruppe von Menschen der Anlass, um gemeinsam Antworten und Möglichkeiten zu suchen für etwas, das uns neu verbinden kann, nicht aus den alten Traditionen, sondern aus den Notwendigkeiten der Zeit heraus. Und wir sind damals als noch recht junge und unerfahrene Menschen ein Stück gemeinsamen Weges im Gespräch, im Spiel, im Zusammenarbeiten und Zusammenleben gegangen und möchten aus diesen Erfahrungen alle interessierten Menschen daran teilnehmen lassen, an dem bereits Entstandenen und vielleicht auch an dem, was noch werden will und kann. Beabsichtigt war zunächst, dass jeder damals Beteiligte, wenn er denn möchte, einen Beitrag leisten darf, was für ihn wesentlich und anzustreben ist. Es ist jedoch nicht möglich, diesen früheren Versuch hier ganz wiederzugeben. Vieles wird inzwischen neu gesehen, da es vielfältige Enttäuschungen, Lernaufgaben und Anregungen gab und aus dem anfänglichen seelischen Bedürfnis, das uns damals zusammenführte, ist bei manchen ein konkreteres Bild entstanden, was er gerne für sein eigenes Leben verwirklichen möchte. Daher werden in dieser Schrift Gedanken, Erkenntnisse und Impulse vorgestellt, die von einzelnen Gliedern der Gruppe mitgetragen wurden. Es ist nun unsere heutige Aufgabe, Wege und Formen zu finden, solche Impulse und Ideale erneut aufzugreifen, sie miteinander zu verbinden und allmählich Realität werden zu lassen. Dafür wird sehr viel Engagement und Mithilfe benötigt und jeder Einzelne kann sich überlegen, in welcher Form er zum guten Gelingen beitragen kann. Ein wohlwollender Gedanke ist ja auch schon hilfreich. Zuletzt möchte ich anmerken, dass diese Schrift nicht als ein fertiges Weltbild oder als eine Weltanschauung angesehen werden soll. Wir sind immer Lernende und auf dem Wege, daher werden viele Ideen, die hier zusammengetragen sind, in der alltäglichen Praxis ihre Berichtigung erfahren. Wir haben uns damals bemüht, etwas zu erarbeiten, was uns in unserem inneren Wesen mit den Mitmenschen und mit der Erde verbinden kann, so dass daraus Gesundendes und Heilsames für Mensch und Natur erwachsen und so aus dem keimenden Samen allmählich eine stattliche Pflanze erstehen kann. Mit einem Gedicht von Elisabeth Haag-Fischer, das ich leicht abgeändert habe, darf zur Einstimmung unser Inneres beleuchtet werden. Aber ich bitte Euch, schlaft nicht ein. Lasst uns wachen über dem Feuer in diesen eisigen Nächten. Lasst uns wachen und reden – nicht klagen. Das tut der Wind in den Zweigen der Bäume. Schlaft nicht und schweigt nicht. Ich bitte Euch, die Ihr mir lieb seid und ans Herz gebunden. Wir haben uns berührt und unsere Küsse waren wie Segnungen. Geschwiegen hat das wilde Blut und endlich konnten wir sagen: „Bruder, Schwester“, endlich konnten wir uns friedlich umarmen. Schürt die Glut, entfacht das Feuer, das wilde, das wärmende, das heilige, dass es entzünde, dass es uns stärke, dass sein Leuchten uns mutig macht und dass sein Knistern und Raunen uns lächeln und singen lässt. Wie oft sind wir zusammengesessen und haben Worte gesprochen, abgenutzte Worte, schmerzende, jeder kannte sie gut. Haben geredet, geschrien, gestampft und immer wieder das Gleiche gesagt. Und immer wieder gefragt: Und Du, und Du? Wir saßen am Tisch unter der Lampe in der Wärme, wir sprachen und das Herz begann zu brennen - die Augen schmerzten, wir standen auf, standen auf unter der Lampe, beugten uns über den Tisch, fassten einander am Hals und wir flüsterten es, heißer, fiebernd, wild, flüsterten die Worte, die wir kannten: Und Du, und Du … Und sanken zurück und nieder und wehrten ab. Nicht ich, nein, nicht ich. Und...




