E-Book, Deutsch, Band 59, 444 Seiten
Reihe: Romana Gold
Weale / Fox / Middleton Romana Gold Band 59
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-4980-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 59, 444 Seiten
Reihe: Romana Gold
ISBN: 978-3-7337-4980-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EINE NEUE LIEBE IN ANDALUSIEN von NATALIE FOX
Seit Carrie für den faszinierenden Alex Drayton an der Costa del Sol arbeitet, steht ihre Welt Kopf. Was soll sie nur tun? Ursprünglich ist sie wegen ihres Verlobten hier in den sonnigen Süden gekommen. Doch nun setzt dieser andalusische Traummann ihr Herz in Flammen!
ANDALUSISCHES MÄRCHEN von SARAH MIDDLETON
Hingerissen beobachtet Conde Diego di Riprado, wie die umwerfende Charly auf seinem andalusischen Anwesen einen wilden Hengst bändigt. Spontan küsst Diego sie leidenschaftlich. Dabei hat er sich geschworen, nie wieder sein Herz zu verlieren ...
HOCHZEITSNACHT IN DER ALHAMBRA von ANNE WEALE
Einmal die Alhambra, die märchenhafte Residenz in Andalusien, ganz für sich allein haben: Das ist schon lange Cassias Traum. Doch er scheint unerfüllbar. Bis ihr der attraktive Simon Marques de Mondragón ein verlockendes Jobangebot macht. Aber nicht nur das ...
Jay Blakeney alias Anne Weale wurde am 20. Juni 1929 geboren. Ihr Urgroßvater war als Verfasser theologischer Schriften bekannt. Vielleicht hat sie das Autorengen von ihm geerbt? Lange bevor sie lesen konnte, erzählte sie sich selbst Geschichten. Als sie noch zur Schule ging, verkaufte sie ihre ersten Kurzgeschichten an ein Frauenmagazin, und sie hatte das Gefühl für das Schreiben bestimmt zu sein. Darum entschied sie sich, Autorin zu werden, und schrieb für Zeitungen und Magazine. Bereits mit 21 war Jay Zeitungsreporterin mit einem Karriereplan, aber der Mann in den sie sich unwiderruflich verliebt hatte, teilte ihr mit, dass er auf der anderen Seite der Welt arbeiten würde. Er war der Meinung, dass sie entweder heiraten oder sich auf Wiedersehen sagen sollten. Sie hatte immer daran geglaubt, dass wahre Liebe ein ganzes Leben lang halten würde, und sie wusste, dass es schwieriger ist, einen wundervollen Mann als einen guten Job zu finden. Darum legte sie ihre Karriere auf Eis, was sich als weise Entscheidung herausstellte. Gemeinsam bereisten sie die Welt. Hätte sie nicht einen Teil ihres ersten Ehejahres am Rand eines malaysischen Dschungels verbracht, wäre Jay wohl nie Liebesromanautorin geworden. Die abgelegene Lage und die Gefahren durch den Ausnahmezustand, der damals im Land herrschte, gaben ihr genug Stoff für ein Genre, das sie erst kennenlernte, als sie in der Bibliothek des Country Clubs Liebesromane entdeckte. Da sie selbst die große Liebe erlebt hatte, konnte sie über Gefühle schreiben, die sie aus eigener Erfahrung kannte. Nach ihrer Rückkehr nach Europa arbeitete Jay wieder als Journalistin und schrieb in ihrer Freizeit ihren ersten Liebesroman, den sie unter dem Pseudonym Anne Weale bei Mills & Boon veröffentlichte. Damals war sie erst 24. Nach der Geburt ihres Sohnes David beschloss sie, ihren Beruf aufzugeben und sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie war eins der Gründungsmitglieder der The Romantic Novelists' Association. Insgesamt hat sie 88 Romane geschrieben, auch unter dem Pseudonym Andrea Blake, die häufig vor exotischer Kulisse - in der Karibik oder ihrem geliebten Spanien - spielen.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
In ihrem ganzen Leben war Carrie Sutherland noch keinem Mann nachgejagt – bis jetzt.
Wenigstens tue ich es stilvoll, dachte sie, während der Hubschrauber der Marina del Oro den geschwungenen Strand überflog, wo sich Urlauber in der heißen spanischen Sonne rekelten.
Irgendwo da unten ist Howard, überlegte sie und schaute aus dem Fenster. Allerdings lag er bestimmt nicht in der Sonne, sondern schloss gerade ein Geschäft mit Kunden ab, die es kaum erwarten konnten, ein Stückchen Paradies zu besitzen. Carrie war nicht begeistert gewesen, dass er die Stelle angenommen hatte, und – wie es ihre Art war – hatte sie das auch offen ausgesprochen.
„Liest du denn nicht die Zeitung?“, hatte sie argumentiert. „Gemeinschaftliches Immobilieneigentum durch mehrere Besitzer hat eine schlechte Presse …“
„Schätzchen, wie überall gibt es auch hier gute und schlechte Objekte. Puerto del Sol hat einen ausgezeichneten Ruf. Außerdem würde ich es nicht ertragen, den Sommer über in London arbeitslos zu sein. Lieber verbringe ich diese Zeit in Südspanien bei einer Tätigkeit, die ich gut kann, und verdiene Geld.“ Howard hatte ihr den Arm um die Taille gelegt. „Ich werde dich schrecklich vermissen, Liebling, aber schließlich ist es nur für eine Saison.“
„Howard, wenn du nur etwas Geduld hättest, würdest du bestimmt auch hier etwas finden. Du bist doch erst seit einem Monat arbeitslos.“
„Und genau einen Monat zu lang.“ Das klang bitter.
Sein Stolz hatte sehr gelitten, als seine Firma mit einer anderen fusionierte und man Howard eröffnete, dass er leider zu den Mitarbeitern gehörte, die nicht übernommen würden. Immer öfter war er deprimiert, und schließlich steckte er Carrie damit an.
„Ich verstehe ja, wie dir zu Mute ist, Howard, aber sechs Monate …“ Carrie brachte es nicht fertig auszusprechen, dass die Trennung das Ende ihrer ohnehin nicht sehr stabilen Beziehung bedeuten könnte.
Howard küsste sie, sagte dann: „Ich weiß, Liebling, es wird schrecklich, aber wenn wir nächstes Jahr heiraten wollen …“ Sein Griff um ihre Schultern war beinahe hart. „Du willst mich doch noch heiraten, oder?“
Carrie konnte sich nicht daran erinnern, was sie darauf geantwortet hatte. Sie mochte Howard sehr, aber war dieses Gefühl stark genug für eine Ehe? In gewisser Weise war Carrie beinahe dankbar für Howards berufliche Krise. Dadurch hatte sie eine Seite an ihm kennengelernt, von der sie sonst vielleicht erst erfahren hätte, wenn es schon zu spät gewesen wäre. Howards Bitterkeit war verständlich, doch seine Einstellung, die Welt sei ihm etwas schuldig, störte Carrie. Dennoch forderten die Monate der Trennung dann ihren Tribut. Sie fühlte sich schuldig, weil sie an der gemeinsamen Zukunft zweifelte. Um sicher zu sein, musste sie Howard sehen.
Und das Schicksal hatte ihr eine einmalige Gelegenheit zugespielt. Ihre Firma gab bekannt, dass die Zentrale in den Norden Englands verlegt werden sollte. Da Carrie nicht aus London weggehen wollte, kündigte sie und wandte sich an eine Arbeitsvermittlungsagentur. Man bot ihr eine Stelle bei einem Finanzier im Börsenviertel an. Das Aufregende daran war, dass Carrie zwei Monate an der Costa del Sol arbeiten sollte.
Als Carrie erfuhr, dass ihr neuer Chef Alexander Drayton Projekte in derselben Gegend finanzierte wie Howards Firma, zögerte sie nicht lange. Sie würde Howard besuchen, um ihre Zweifel auf die eine oder andere Weise beizulegen.
Die neue Tätigkeit fing auf alle Fälle verheißungsvoll an.
Nicht jede Sekretärin wird per Hubschrauber an ihren Arbeitsplatz transportiert, dachte sie. Hoffentlich ist Drayton ein umgänglicher Mensch.
Sie hatte ihn noch nicht kennengelernt. Eingestellt worden war sie von ihrer Vorgängerin, einer netten jungen Frau, die demnächst ein Baby bekommen würde.
Je weiter der Hubschrauber vom Flughafen Malaga aus in Richtung Osten flog, desto weniger Sonnenanbeter bevölkerten den Strand. Bald gingen die nicht besonders interessanten Sandstrände in eine spektakuläre Felsenküste über, gegen die das Mittelmeer brandete.
Carrie schaute mit klopfendem Herzen nach unten, als der Pilot ihr ein Zeichen machte und eine Schleife über einem Segelhafen zog, der sich weiß leuchtend vom blauen Wasser abhob. Carrie bekam einen flüchtigen Eindruck von weißen Villen mit ockerfarbenen Dächern, an langen Stegen vertäuten Booten verschiedenster Größe und einer üppigen, subtropischen Landschaft im Hintergrund, ehe der Hubschrauber auf einem Betonstreifen neben den Tennisplätzen niederging. Wenig später stand Carrie auf dem Landeplatz.
„Caroline Sutherland? Willkommen in Marina del Oro. Mein Name ist Adela Carmen Rivera. Hoffentlich hatten Sie eine angenehme Reise“, sprach eine atemberaubend schöne Spanierin sie an. Das Englisch der Frau war beinahe akzentfrei, doch ihr Ton so kühl, dass Carrie sich alles andere als willkommen fühlte. Außerdem war Adela Rivera so elegant, dass Carrie sich neben ihr geradezu schäbig vorkam.
„Es war ein sehr schöner Flug“, antwortete Carrie und folgte ihr zu einem offenen Wagen, der die gleiche Aufschrift trug wie der Hubschrauber: Marina del Oro. Der Pilot lud Carries Gepäck in den Kofferraum, und Adela Rivera fuhr dann an, ohne den Mann eines Blickes gewürdigt zu haben.
„Ich werde Ihnen zeigen, wo Sie wohnen, und Alex danach Bescheid sagen, dass Sie da sind“, erklärte Adela steif.
Alex? Carrie fragte sich, welche Rolle die schöne Spanierin wohl in Alexander Draytons Leben spielte. Wie eine einfache Angestellte sah sie jedenfalls nicht aus, sondern eher wie jemand, der Karriere gemacht hatte. Vielleicht leitete sie die Ferienanlage. Alexander Drayton war schließlich nur für die Finanzierung zuständig.
Verstohlen betrachtete Carrie Adela Rivera von der Seite. Vom Typ her waren sie sich überraschend ähnlich. Beide hatten sie einen olivfarbenen Teint, dunkle Augen und glänzendes braunes Haar, das Adela zu einem eleganten Knoten geschlungen hatte, während Carries im Wind flatterte.
Die Wohnung, in die Adela sie nach der Fahrt führte, übertraf Carries kühnste Erwartungen.
„Die ist ja wunderschön!“, entfuhr es ihr.
„Alles in Marina del Oro ist schön“, antwortete Adela. „Dies ist eines der kleineren Apartments, die normalerweise nur für Wochenendbesuche genutzt werden.“
Aber mich bringt ihr für zwei Monate hier unter, dachte Carrie amüsiert, sagte jedoch nichts.
„Den Rest der Anlage wird man Ihnen zeigen, wenn Sie sich etwas frisch gemacht haben“, fuhr Adela mit einem Blick fort, der Bände sprach. Carrie wartete, bis Adela fort war, ehe sie in den Spiegel schaute. Sah sie wirklich so schlimm aus?
Sie hatte tatsächlich schon besser ausgesehen, stellte sie fest. Das kastanienbraune Haar hing ihr zerzaust über die Schultern, und leichte Schatten unter den dunkelbraunen Augen erinnerten Carrie daran, dass sie die Nacht zuvor kaum ein Auge zugetan hatte. Der Gedanke an das Wiedersehen mit Howard hatte ihr den Schlaf geraubt.
Nach kurzer Überlegung beschloss sie, erst das Apartment zu besichtigen und dann zu duschen. Die Böden aus weißem Marmor fühlten sich herrlich kühl an. Das Mobiliar aus leichtem Rohrgeflecht hatte pastellfarbene Bezüge. Eine grüne Markise überspannte die Terrasse, die sich über die ganze Breite der Wohnung zog.
Carrie öffnete die Schiebetür und ging hinaus. Vom Meer her wehte eine leichte Brise und machte die Julihitze erträglich. Nicht weit entfernt schaukelten Segel- und Motorjachten auf den Wellen. Carrie verstand wenig von Booten, war jedoch fasziniert von ihren eleganten Formen.
Nachdem sie den Anblick eine Weile genossen hatte, kehrte sie ins Apartment zurück. Im Wohnraum gab es einen erhöhten Essbereich, der direkt an die Küche grenzte. Die Küche selbst war mit allen Geräten ausgestattet, von denen Frauen träumen. Carrie war keine besonders eifrige Köchin, und Howard hatte sich oft beschwert, sie sei nicht einfallsreich genug, doch mit solchen Hilfsmitteln würde selbst sie im Stande sein, ein mehrgängiges Menü zu zaubern.
Howard. Er wusste noch gar nicht, dass sie auch in Spanien war. Carrie hatte ihn absichtlich nicht benachrichtigt. Er hätte bestimmt darauf bestanden, sie vom Flughafen abzuholen, und das hätte sie überfordert. Zuerst musste sie in der fremden Umgebung ein wenig heimisch werden.
Carrie packte rasch ihre Koffer aus und duschte dann ausgiebig in dem mit Marmor ausgelegten Bad.
„Gütiger Himmel!“, stieß Carrie hervor und versuchte, mit dem Handtuch, das sie zuvor um den Kopf gewickelt hatte, ihre Blöße zu bedecken. Sie war ins Wohnzimmer gegangen, um ihre Handtasche zu holen, und hatte den Schock ihres Lebens bekommen. „Was wollen Sie?“, schrie sie. „Mein Geld? Nehmen Sie es.“ Sie deutete auf ihre Tasche. „Nehmen Sie es und verschwinden Sie!“
Der Mann reagierte nicht, er betrachtete sie interessiert. Das Handtuch reichte gerade bis zu ihren Oberschenkeln. Aus Carries Haar rann Wasser und bildete Pfützen auf dem Marmorboden. Als der Eindringling schließlich etwas sagte, wäre sie am liebsten im Boden versunken.
„Ich bin Alexander Drayton. Miss Sutherland, ich freue mich, Ihre Bekanntschaft zu machen.“
Wenn er gelächelt oder einen Funken Humor gezeigt hätte, wäre Carrie die Situation nicht ganz so peinlich gewesen. Doch er streckte ihr nur kühl die Hand entgegen.
Ich kann sie nicht ergreifen, dachte Carrie in Panik. Bestimmt verrutscht dann das Handtuch. Andererseits macht das auch...




