E-Book, Deutsch, Band 0023, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
Way / Lennox / Logan Romana Extra Band 23
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-4040-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0023, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
ISBN: 978-3-7337-4040-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
SCHNEEFLOCKEN UND SANFTE KÜSSE von LENNOX, MARION
Lord Angus hat ein Problem: Über Weihnachten kommen überraschend seine Geschwister nach Schottland. Daher sucht er dringend jemanden, der seinem maroden Schloss festlichen Glanz verleiht - und findet die hübsche Holly. Wie ein heller Stern tritt sie in sein bisher so düsteres Leben ...
EIN ZÄRTLICHER BESCHÜTZER von WAY, MARGARET
Grandpa hat ihr seine Milliarden vermacht! Carol, über Nacht reiche Erbin, schlagen Hass und Neid entgegen. Sie braucht Hilfe - und erhält sie von Damon Hunter, dem smarten Anwalt aus Sydney. Aber kann sie ihm wirklich vertrauen? Vielleicht, sagt ihr Verstand. Ihr Herz sagt Ja ...
ZAUBERHAFTE LIEBESNACHT IN HONGKONG von LOGAN, NIKKI
Alle Jahre wieder ... trifft Audrey zu Weihnachten ihren guten Freund Oliver in der Metropole Hongkong. Nur: Dieses Jahr ist alles anders. Denn sie ist wieder Single. Er auch. Und bei aller Freundschaft knistert es plötzlich aufregend zwischen ihnen ...
PRINZ MEINES HERZENS von STEPHENS, SUSAN
Das ist sie! Prinz Alessandro Bussoni di Ferara kann den Blick nicht von der schönen Sängerin wenden. Seit Monaten sucht er vergeblich nach einer Braut. Jetzt ist er überzeugt, dass er endlich die Richtige gefunden hat. Doch mit seiner unangemessenen Wahl beginnen die Probleme ... (290)
Mit mehr als 110 Romanen, die weltweit über elf Millionen Mal verkauft wurden, ist Margaret Way eine der erfolgreichsten Liebesroman-Autorinnen überhaupt. Bevor sie 1970 ihren ersten Roman verfasste, verdiente sie ihren Unterhalt unter anderem als Konzertpianistin und Gesangslehrerin. Erst mit der Geburt ihres Sohnes kehrte Ruhe in ihr hektisches Leben ein. Die gebürtige Australierin liebte ihre Heimat und vor allem das australische Outback übte dank seiner atemberaubenden Schönheit und fast unendlicher Weite schon immer eine große Faszination auf sie aus. So ist dieses schöne Fleckchen Erde auch fast immer Schauplatz ihrer romantischen, gefühlvollen Familiensagas. Die beliebte Autorin verstarb 2022.
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1. KAPITEL
„Bitte, Mylord, wir würden so gerne Weihnachten im Schloss verbringen. Es ist doch unser Zuhause. Wir möchten es noch einmal sehen, bevor es verkauft wird. Wir fallen Ihnen auch bestimmt nicht zur Last. Oh, bitte, Mylord.“
Mylord. Ein eindrucksvoller Titel, an den Angus weder gewöhnt war noch sich gewöhnen wollte. Nur so kurz wie möglich wollte er der Lord von Craigie Castle sein.
Aber hier ging es um seine Halbgeschwister aus der zweiten gescheiterten Ehe seines Vaters. Diese Kinder lebten immer noch in ärmlichen Verhältnissen.
„Meiner Mutter geht es nicht gut“, fuhr Ben fort, als seine Bitte nicht sofort auf Ablehnung stieß. „Sie kann uns nicht bringen. Mary ist dreizehn und vermisst die Dachse. Wilde Tiere gibt es nicht in London. Polly ist zehn und hat immer Verstecke im Schloss gebaut. Und ich … meine Freunde leben in Craigenstone. Ich habe in einer Band gespielt. Ich würde so gerne mal wieder mitspielen, gerade an Weihnachten … Mutter ist so krank. Und es ist so schrecklich hier. Es wäre einfach …“
Der Junge verstummte, und Angus hörte ein tiefes Seufzen am anderen Ende der Leitung. Dann fasste Ben sich noch einmal ein Herz. „Bitte. Sie brauchen sich um nichts zu kümmern. Nur dieses eine letzte Mal, damit wir uns richtig verabschieden können. Bitte, Mylord …“
Angus war ein nüchterner Geschäftsmann aus Manhattan, der eine der weltweit führenden Fondsgesellschaften leitete. Er war mit Sicherheit gegen Betteleien immun. Aber ein sechzehnjähriger Junge, der für seine Geschwister bettelte …
Damit wir uns richtig verabschieden können … Warum waren sie vor drei Jahren nur so rasch ausgezogen? Er hatte keine Ahnung, aber er kannte den schrecklichen Ruf seines Vaters und konnte sich die Umstände zusammenreimen.
Wenn er jedoch zustimmte … was fing er mit einer Gruppe Kinder und ihrer kranken Mutter an? Sollte er das Schloss länger behalten als geplant? Den Lord an Weihnachten spielen? Angus stand in der riesigen, zugigen Eingangshalle des Schlosses. Alles sprach dagegen.
Angus hatte die finanzielle Lage des Schlosses geprüft; er hatte die verzweifelten Briefe gelesen, die die Mutter der Kinder an den Earl geschickt hatte. Wie krank sie war, wie sehr die Kinder Unterstützung brauchten. Nach den Büchern zu urteilen, hatte sein Vater nichts unternommen. Diese Familie musste durch die Hölle gegangen sein.
„Wenn ich Personal finde, das sich um euch kümmert“, hörte er sich sagen.
„Mutter macht das. Bestimmt …“
„Deine Mutter ist krank, hast du doch gerade gesagt. Seitdem sie vor drei Jahren mit euch weggegangen ist, ist hier nicht mehr geputzt worden. Wenn ich jemanden finde, der für uns kocht und diesen Ort wieder bewohnbar macht, könnt ihr kommen. Sonst nicht. Aber ich verspreche dir, dass ich mein Mögliches versuchen werde.“ Damit beendete er das Telefonat.
Angus Stuart war ein Mann, der sein Wort hielt, obwohl er nie Weihnachten feierte. Dieses Fest war etwas für Familien, und Lord Angus McTavish Stuart, achter Earl of Craigenstone, hatte keine Familie. Sein einziger Versuch, eine zu gründen, war gescheitert.
Außerdem war Craigie Castle kein Familienheim und er hatte nicht vor, eines daraus zu machen. Aber für einen bittenden Jungen … für eine bedürftige Familie …
Vielleicht ausnahmsweise. Weil Weihnachten war.
Köchin/Haushälterin für drei Wochen ab sofort gesucht. Persönliche Vorstellung in Craigie Castle erwünscht.
Die Stellenanzeige hing im Schaufenster des winzigen Kramladens in Craigenstone. Die auf Pergamentpapier geschriebene Annonce mit Lord Craigenstones Wappen fiel sofort ins Auge.
Köchin/Haushälterin … Vielleicht …
„Das wäre doch was“, überlegte Holly laut, aber ihre Großmutter schüttelte heftig den Kopf.
„Im Schloss? Du müsstest für den Earl arbeiten. Das kommt nicht infrage!“
„Warum? Ist er ein Oger?“
„Earl, Oger, das ist doch dasselbe.“
„Du hast doch gesagt, dass du den heutigen Earl gar nicht kennst.“
„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Sein Vater war über siebzig Jahre ein knauseriger Tyrann. Genauso wie sein Großvater und sein Urgroßvater. Dieses Exemplar lebt zwar seit fünfunddreißig Jahren in Amerika, aber das macht ihn nicht besser.“
„Wie alt ist er?“
„Sechsunddreißig.“
„Dann wohnt er seit seinem ersten Lebensjahr in den Staaten?“, bemerkte Holly erstaunt.
„Seine Mutter Helen war eine amerikanische Erbin. Es geht das Gerücht, dass sein Vater sie wegen ihres Geldes geheiratet hat. Für Geld tat er alles. Weiß der Himmel, wie er das nette Mädchen überreden konnte, mit ihm in diesem Mausoleum von einem Schloss zu leben. Aber man munkelte, dass seine Lordschaft ihr in London den Hof gemacht hat. Er konnte unwiderstehlich sein, wenn er wollte. Er hat sie geheiratet und in dieses Loch gebracht. Das muss entsetzlich für sie gewesen sein.“
Hollys Großmutter blickte die schneenasse Hauptstraße des heruntergekommenen Dorfes zurück, über die schneebedeckten Moorlandschaften, hinter denen sich schemenhaft die große, graue Silhouette von Craigie Castle am Himmel abzeichnete.
„Fast zwei Jahre hat sie es dort ausgehalten“, fuhr sie fort. „Sie hatte Köpfchen, und man sagt, sie habe ihn geliebt. Aber Liebe kann nicht alles verändern. Schließlich hat sie eingesehen, dass ihr Ehemann gefühlskalt und bösartig ist. Vor fünfdreißig Jahren ist sie kurz nach Weihnachten verschwunden und hat das Baby mitgenommen.“
„Hat der Earl nichts unternommen?“
„Wie man sich erzählt, schien er es noch nicht einmal bemerkt zu haben. Er hatte seinen Erben. Und wahrscheinlich war es ihm gerade recht, dass er ihn weder großziehen noch finanziell für ihn aufkommen musste. Jahrelang hat er allein gelebt und schließlich seine Haushälterin geschwängert. Delia. Sie war immer so eine Art Fußabtreter für ihn.“
„War sie von hier?“
„Sie kam aus London. Ein armes Ding. Bei seiner ersten Heirat hat er sie als Hausmädchen angestellt. Sie war eine der wenigen Dienstboten, die nach dem Weggang von Lady Helen geblieben sind. Zur Überraschung aller hat er sie schließlich geheiratet. Böse Stimmen behaupten, damit er ihr keinen Lohn mehr zahlen muss, aber sie hat dem alten Mann nur Gutes getan. Wie eine Sklavin hat sie gearbeitet und ihm drei Kinder geboren. Aber für die hat er sich auch nicht interessiert. Sie haben in einem separaten Trakt gelebt. Aber eines Tages ist selbst Delia das Benehmen des alten Mannes zu viel geworden. Sie bekam schreckliche Arthritis und seine Forderungen wurden immer überzogener. Vor drei Jahren ist sie mit den Kindern nach London zurückgegangen. Keiner von der Familie ist seitdem wieder hier gewesen.“
„Bis heute?“, vermutete Holly.
„Richtig. Der alte Earl ist vor drei Monaten gestorben und vor zwei Wochen ist der heutige Earl aufgetaucht.“
„Was weißt du denn über ihn, außer der Tatsache, dass er Amerikaner ist?“ Holly fror an den Füßen. Eigentlich fror sie am ganzen Körper, aber sie und Maggie hatten entschieden, zu Fuß zu gehen. „Erzähl mir mehr von ihm.“
„Ich weiß nur wenig“, gestand Maggie. „Seine amerikanische Familie hat richtig Geld. Vor ungefähr fünfzehn Jahren stand in einigen Zeitschriften, dass seine Verlobte ums Leben gekommen ist.“
„Vor so langer Zeit?“
„Ja. Einer aus dem Dorf hat es in einer amerikanischen Zeitschrift gelesen und rumerzählt. Gerüchten zufolge ist er in reichen Verhältnissen groß geworden, aber er hat nicht viel Liebe bekommen. Seine Mutter lebt sehr zurückgezogen und es heißt, dass er schon mit sechs Jahren ins Internat gesteckt worden ist. Heute ist er so was wie ein Finanzgenie. Hin und wieder steht etwas über ihn im Börsenteil der Zeitungen. Es wird erzählt, dass er am College in die falschen Kreise geraten ist. Seine Verlobte hieß Louise. An ihren Nachnamen kann ich mich nicht mehr erinnern, obwohl sie eine Society-Prinzessin war. Auf jeden Fall ist sie an Heiligabend in Aspen ums Leben gekommen. Es gab einen ziemlichen Skandal. Man sprach von Drogen, und offensichtlich war sie mit einem anderen Mann unterwegs. Die Schlagzeilen titelten: ‚Millionenerbe betrogen‘. Zu dem Zeitpunkt war er einundzwanzig und sie dreiundzwanzig. Aber das ist alles, was ich darüber weiß. Dann hat er weiter Geld gescheffelt, und seitdem haben wir nicht mehr viel von ihm gehört. Ich dachte, er bietet das Schloss zum Verkauf an und ist nur deswegen hier.“ Maggie klang etwas gehässig. „Am besten lässt du die Finger davon.“
„Aber es ist ein bezahlter Job“, entgegnete Holly. „Stell dir doch nur vor … ein hübscher Eimer voller Kohlen für Weihnachten … Fragen kostet doch nichts.“
„Du hast doch Urlaub.“
„Das stimmt“, bestätigte Holly seufzend. Dann lachte sie und hakte sich bei ihrer Großmutter unter. „Dann spielst du an Weihnachten die perfekte Gastgeberin und ich den perfekten Gast. Aber wenn wir kein Dosenfleisch essen wollen, wäre das die Lösung.“
„Das meinst du doch nicht ernst?“
„Was habe ich denn zu verlieren?“
„Du schuftest dich zu Tode. Alle Earls waren Geizkragen.“ Maggie starrte wieder auf die Annonce. „Das Schloss hat zwanzig Schlafzimmer.“
„Der Mann denkt doch nicht im Traum daran, alle Räume zu belegen“, wandte Holly besorgt ein.
„Er ist der Earl of Craigenstone. Man kann nicht wissen, was er denkt. Seit...




