E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Romana
Waters Stürmisch verliebt auf Mallorca
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95446-456-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Romana
ISBN: 978-3-95446-456-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die junge Verkäuferin Lilian kann ihr Glück kaum fassen: Sie hat eine Reise nach Mallorca geschenkt bekommen. Einmal ein anderes, besseres Leben führen - Lilian erfüllt sich diesen kühnen Wunsch und checkt unter falschem Namen ein. Plötzlich ist sie die schöne Lilith Carpenter aus reichem Haus ... in die sich der attraktive Hotelmanager Ramiro Cantellano stürmisch verliebt! Es sind ja nur zwei Wochen unter falschem Namen, versucht sie ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Doch nach einer berauschenden Liebesnacht mit Ramiro droht diese Lüge ihr Glück zu zerstören ...
Die erste Schreibmaschine, an der die Zehnjährige Geschichten schrieb, stammte von ihrem Großvater; später schenkten die Eltern ihr ein brandneues Modell, auf dem sogar kleine Bücher entstanden. Heute verdient Jane Waters als Autorin ihren Lebensunterhalt. Ihren Laptop nimmt sie auf viele Reisen rund um den Globus einfach mit, denn Schreiben geht immer und überall! Sie hat für sich den weltbesten Beruf gefunden, den sie mit niemandem tauschen möchte.
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2. KAPITEL
Das Wetter war außergewöhnlich schön. Zwar waren die Abende kalt und die Nächte frostig, doch alle, sowohl die Gäste als auch die Angestellten, teilten die Ansicht, dass es auf Mallorca im Februar selten so viele warme und sonnige Tage gegeben hatte. Wie für Lilian bestellt! Der Aufenthalt im „Paraíso Verde“ übertraf all ihre Erwartungen, und die Anlage hatte sich ihren Namen wirklich verdient.
Lilian war jedenfalls von der entspannten Atmosphäre und dem umweltfreundlichen Konzept begeistert.
Seit ihrer Ankunft vor drei Tagen schien es sogar noch wärmer geworden zu sein. Schon morgens hatte Lilian es sich in Gesellschaft einiger anderer Sonnenanbeter auf einer Liege in einer windgeschützten Ecke am Pool bequem gemacht.
Wenn sie zum strahlend blauen Himmel emporsah, wiegte sich in ihrem Blickfeld ein großer Palmwedel im Wind, blickte sie zur Seite, stand dort ein Fruchtcocktail griffbereit, und vor ihr verlockte das überhaupt nicht kalte Wasser des kunstvoll mit bunten Mosaiksteinen eingefassten Pools zum Schwimmen.
Einige Mutige stürzten sich sogar ins kühle Meer, das nur einen Steinwurf entfernt war und über dem sie abends von ihrem Balkon aus die schönsten Sonnenuntergänge betrachten konnte. Es war einfach traumhaft!
Lilian drehte sich auf den Bauch, um auch ihren Rücken von der Sonne wärmen zu lassen. Wie sehr wünschte sie sich, sie könnte die Zeit anhalten. In einer Woche schon würde sie wieder nach London zurückfliegen … Warum nur konnte der Urlaub nicht vierzehn Tage dauern, so wie sie es Ramiro gegenüber behauptet hatte?
Ramiro … schon wieder beschäftigte sie sich mit ihm! Seit sie ihn das erste Mal gesehen hatte, spukte er ihr im Kopf herum. Sie war ihm bisher nicht wieder begegnet, was wahrscheinlich besser so war. Wenn sie nur an ihn dachte, wurde sie schon nervös.
Es war geradezu unheimlich, wie ihr Körper verrücktgespielt hatte, als sie sich kurz miteinander unterhalten hatten! Was, wenn da noch mehr zwischen ihnen passieren würde? Es war nicht auszumalen. Außerdem war es sowieso Unsinn, sich so etwas vorzustellen. Und wie würde ich reagieren, wenn ich ihm nochmals begegnete? Und …
Verflixt! Lilian rollte sich herum und setzte sich auf, um ihr Gedankenkarussell zu stoppen. Sie wollte doch überhaupt nicht an Ramiro denken! Schnell griff sie nach den Postkarten, die sie mit an den Pool genommen hatte, um Sophie und ihrer Mutter einen Gruß zu schicken, als plötzlich ein Schatten auf sie fiel und sie aufblicken ließ.
Ramiro hatte am Fenster seines Büros gestanden und hinunter auf den Swimmingpool gesehen, der in der Sonne glitzerte. So ein ungewöhnlich warmer Monat! Die Gäste waren rundum zufrieden, und manche gingen sogar schwimmen. Dennoch zeichnete sich ein leichter Rückgang in der Nachfrage für diese Saison ab. Wie konnte das sein? Zeigte die massive Werbung der anderen, die sich nun auch mit dem ökologischen Etikett schmückten, etwa schon seine Wirkung?
Den ganzen Vormittag hatte er darüber nachgegrübelt, bis ihm Lily unter den vereinzelten Sonnenanbetern am Pool aufgefallen war. Fasziniert hatte er beobachtet, wie sie ihren schönen, schlanken Körper auf der Liege ausstreckte. Zierlich und weiblich zugleich war die junge Engländerin wahrhaftig zum Anbeißen.
Also hatte er gerade zum Telefonhörer gegriffen und Sancho angerufen. Nicht dass er jede Frau, die ihm gefiel, unbedingt auch verführen wollte. Doch die Plauderei mit dieser Sprachstudentin ließ ihn nicht mehr los, und er hatte dringend etwas Ablenkung nötig, damit ihn seine Sorgen nicht erdrückten.
Nicht nur das Geschäftliche lastete auf ihm. Es gab da noch eine andere Angelegenheit, über die er kaum mit jemandem reden konnte, denn wer glaubte schon an eine Prophezeiung? Dazu war die Welt viel zu nüchtern und er eigentlich auch viel zu sehr ein Verstandesmensch.
Trotzdem. Er musste endlich die richtige Frau für sich finden, schließlich hatte er das nicht nur sich selbst versprochen, und ein einmal gegebenes Wort galt es zu halten.
In diesem Moment betrat Sancho das Arbeitszimmer, wie immer zu jeder Hilfe bereit. „Ja, natürlich kann ich dich heute im Büro vertreten“, beantwortete er lächelnd Ramiros diesbezügliche Frage.
Wie so oft fühlte sich Ramiro, ohne viele Worte verlieren zu müssen, von Sancho verstanden. Sie hatten beide mexikanische Wurzeln, denn auch Ramiros Vater stammte aus Mexiko, und er hatte Sancho mit nach Mallorca gebracht, als er vor vielen Jahren Ramiros Mutter, eine Spanierin, geheiratet hatte.
„Ist unsere kleine Gartenbar heute schon geöffnet?“, fragte Ramiro.
„Nein, wir sind noch am Vorbereiten. Ich könnte dort allerdings schnell etwas improvisieren …“
„Das wäre gut.“ Ramiro nickte zufrieden. Sancho würde der Engländerin also die Einladung überbringen, und er konnte vorher noch die dringendsten Telefonate erledigen.
Doch zunächst wollte er unbedingt mit eigenen Augen sehen, wie Lily reagierte. Er lächelte, als er wenig später von seinem Bürofenster aus beobachtete, wie Sancho vor ihr stehen blieb und eine überaus höfliche Verbeugung machte.
Lilian blinzelte irritiert, denn vor ihr stand der Mann mit dem imposanten Schnauzbart, den sie am Tag ihrer Ankunft mit Ramiro an der Bar gesehen hatte.
„Guten Tag“, erwiderte sie seinen Gruß etwas unsicher und fragte sich, was er wohl von ihr wollte.
„Mein Name ist Sancho Morales“, stellte ich sich vor, „und Ramiro schickt mich.“
Lilians Herzschlag schien für einen Augenblick auszusetzen. „Oh, ist er denn hier?“, versuchte sie, ihre Überraschung zu verbergen. „Ich habe ihn noch gar nicht gesehen.“
Sancho lächelte entschuldigend. „Er gibt sehr viel zu tun, wenn die Saison beginnt. Schließlich betreiben wir auch noch ein weiteres Feriendomizil auf dieser Insel.“
„Das wusste ich nicht“, erklärte Lilian und zog die Beine an ihren Körper. Schließlich war sie kaum bekleidet, was ihr auf einmal nicht mehr so angemessen zu sein schien.
„Ramiro möchte Sie zu einem Drink einladen“, fuhr Sancho fort. „Wie wär’s in einer halben Stunde?“
Lilians Kehle war plötzlich ganz trocken. „Gern!“, hörte sie sich betont locker erwidern. Dabei war ihr aber lange nicht so wohl bei der Sache, wie sie nach außen hin tat. Der Herr schickte also seine Angestellten, weil er selbst zu beschäftigt war?
Nun beruhige dich, sagte sie sich dann. Warum sollst du da nicht einfach mitspielen? Sie griff nach ihrem Kleid.
Sancho deutete wieder eine Verbeugung an, die Lilian amüsierte. „Ramiro erwartet Sie in der Gartenbar. Wenn Sie den Weg dort oben entlanglaufen …“
„Danke, ich weiß, wo ich hinmuss“, antwortete sie lächelnd. Sie hatte sich im grünen Paradies ja nun schon mehrfach umgesehen und dabei jeden Winkel genau erkundet. Allerdings war die Bar vor zwei Tagen noch geschlossen gewesen.
Nachdem Sancho gegangen war, seufzte sie unwillkürlich. Plötzlich war sie ganz kribbelig vor Glück und küsste den silbernen Ring an ihrem Finger. Zwar sagte ihr eine innere Stimme, dass sie besser daran tat, einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber ein klitzekleines Abenteuer durfte sie sich doch wohl leisten!
Kurz darauf schlenderte Lilian entspannt zur Bar. Bestürzt hatte sie zuvor festgestellt, dass sie kaum etwas Geeignetes zum Anziehen besaß. Wie dumm von ihr, Georges Geschenke – darunter auch ein teures Kleid und goldene Ohrringe – in ihrem ohnmächtigen Schmerz aus ihrer Garderobe verbannt zu haben.
Tröstlich war nur, dass der neue Rock, den zu tragen sie sich entschlossen hatte, ihre schlanke Figur gut zur Geltung brachte. Ihr Haar, das sie im Nacken locker zusammengefasst hatte, zierte eine Blüte. Trotzdem war ihr bewusst, dass Ramiro bestimmt ganz andere Frauen kannte …
Na und, soll ich mich deswegen etwa verstecken? Außerdem war sie einfach neugierig! Schließlich begegnete sie nicht jeden Tag einem Mann, der eine solche Anziehungskraft auf sie ausübte. Als Hotelmanager hatte er sicherlich Interessantes über seine Arbeit auf der Insel zu erzählen. Und sie konnte dabei ihre Sprachkenntnisse vertiefen.
Da kam sie ja! Ramiro stand auf und ging Lily entgegen. Einen Moment war er verblüfft, denn entgegen seinen Erwartungen hatte sie sich überhaupt nicht aufgetakelt. Lediglich ihre vollen, verführerischen Lippen hatte sie tiefrot geschminkt, ansonsten wirkte sie ganz natürlich. Lily, die Lilie, wie sehr der Name zu ihr passte!
Außer einem schmalen Ring, den er spürte, als er ihre Hand nahm, trug sie keinen Schmuck. Ein zarter Duft ging von ihr aus, und ihr Blick war klar und offen. Was für schöne Augen sie hatte! Waren sie braun oder eher bernsteinfarben? Jedenfalls schien sie anders zu sein als jene Damen, die immer nur die Besten und...




