E-Book, Deutsch, 188 Seiten
Warren ENDGAME Buch 3
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86552-686-1
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Der Turm
E-Book, Deutsch, 188 Seiten
ISBN: 978-3-86552-686-1
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz
Gabriel Miller schwor, er wird mich in Sicherheit bringen. Feinde lauern draußen, bereit zuzuschlagen. Eine Armee schwer bewaffneter Männer, die nur noch von diesen Mauern zurückgehalten wird.
Aber mein Instinkt warnt mich, dass die Gefahr mir bereits viel zu nah gekommen ist.
Ist Gabriel Miller mein Beschützer oder mein Feind? Ist dieses Haus ein Schloss oder ein Käfig?
Gabriel Miller und Avery im Schachspiel um Rache und Leidenschaft. Die ENDGAME-Trilogie von der US-Bestsellerautorin Skye Warren.
Laura Kaye: 'Unverschämt sexy und voller dunkler Schönheit. Du wirst die Fortsetzung nicht abwarten können!'
Jodi Ellen Malpas: 'Grandios und düster. Man wird süchtig danach!'
Aleatha Romig: 'Diese Geschichte ist mit der Präzision eines Schachspiels geplant. Gabriel ist der perfekte Alpha und lässt dich erzittern, während seine Dominanz, Kraft und unerwartete Zärtlichkeit die ideale Mischung ergibt.'
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog Gabriel Jeden Tag habe ich mit gefährlichen Männern zu tun. Mit Kriminellen. Abschaum, der sich in den dunkelsten Winkeln der Stadt herumtreibt, ohne jemals zu zögern. Aufgeschlagene Knöchel und nackte Titten. Damit kenne ich mich aus. Dieser ganze Pomp und Glamour sorgt bei mir für ein Jucken. Männer in Smokings. Frauen in glänzenden Abendkleidern. Ein Feind, der mich mit Handschlag begrüßt. Meine Nackenhaare richten sich auf. Geoffrey James ist in Tanglewood ein sehr einflussreicher Geschäftsmann. Er hat trotz des Vermächtnisses seiner Familie den Ruf, ehrlich zu sein. Großzügig trotz seines Vermögens. Als er lächelt, graben sich in die Haut um seine Augen kleine Fältchen. »Gabriel. Oder soll ich Sie Gabe nennen?« »Gabriel ist in Ordnung«, erwidere ich gelassen. »Natürlich.« Ein herzliches Lachen. Übt er das? »Ich würde Sie nur ungern Mr. Miller nennen. Das ist mehr etwas für Ihren Vater. Diese Förmlichkeit.« Förmlichkeit. So kann man den Hang meines Vaters zu Gewalt auch umschreiben. Wir leben nicht in einem glitzernden Palast wie diesem, sondern in einer gottverfluchten Bruchbude. Wir stammen aus so unterschiedlichen sozialen Umfeldern. Aber sobald man unter die Oberfläche blickt, sind sie gar nicht mehr so verschieden. Das Vermögen der Familie James gründet sich auf Huren und Drogenabhängigen. Wenn man Verbindungen zur Unterwelt von Tanglewood hat, gehört das zum Allgemeinwissen. Was nicht zum Allgemeinwissen gehört, ist, dass seine Baufirma nichts weiter als eine Fassade für die russische Mafia ist. »Mein Vater ist nicht mehr …«, ich zögere, genieße die Worte, »… im Geschäft.« Einen Augenblick lang wirkt James nervös, seine Stirn ist schweißnass. Er holt ein Taschentuch aus der Tasche seines Jacketts, wischt sie sich hastig trocken. Ich tue ihm den Gefallen und sehe weg. Ich habe nicht vor, ihn zu brechen. Nicht heute. Normalerweise mag ich kein Vorgeplänkel mit schönen Dingen – Diamanten und Gold. Eine hübsche Verpackung, die über die düstere Grausamkeit darunter hinwegtäuschen soll. Allerdings muss ich zugeben, sein Anwesen ist geschmackvoll hergerichtet. Der Rasen ist eine dahinwogende Fläche aus akkurat geschnittenem Gras und die Vorderseite ist im Stil alter Herrenhäuser gehalten. Der frische Geruch nach Moos liegt in der Nachtluft. Etwas entfernt tanzen Glühwürmchen. Die große Vordertür öffnet sich, gelbes Licht strahlt zusammen mit fröhlichem Lachen hinaus. »Ich habe es für meine Frau gebaut.« Mit dem feuchten Taschentuch deutet er auf das Haus um uns herum. Ich erinnere mich dunkel, dass er verwitwet ist. »Mein Beileid.« »Das ist schon lange her, trotzdem danke. Heute leben hier nur mein kleines Mädchen und ich.« Während wir nach draußen sehen, rollt ein Bentley in die geschwungene Auffahrt. Ein junger Angestellter beeilt sich, die Autoschlüssel zu fangen, die wahrscheinlich mehr kosten, als er jemals in seinem ganzen Leben verdienen wird. Ein weiteres glitzerndes, altes Ehepaar steigt die flachen Stufen hinauf. Eine junge Frau tritt zwischen die Säulen, begrüßt sie. Ihr Lächeln ist so strahlend, sie könnte das ganze Herrenhaus erleuchten. Die sommerliche Brise umspielt ihr blassrosa Kleid. In einer Welt aus Falschheit wirkt sie absolut aufrichtig, während sie die Neuankömmlinge mit freundlichen Umarmungen begrüßt. Selbst aus drei Metern Entfernung erkenne ich, dass sie sie an sich drückt. Wie würde es sich wohl anfühlen, in ihren schlanken Armen zu liegen, den zarten und blassen Körper unter dem fließenden Stoff zu spüren? Das alles würde in meinen Händen zerreißen. Das Kleid. Ihre Haut. Ich würde sie zerstören. Das Paar und die Frau gehen hinein, geben mir Gelegenheit, zu Atem zu kommen. Ich schaffe es, zur Seite zu sehen, und bemerke das stolze Funkeln in James’ Gesicht. Grundgütiger, das ist sein kleines Mädchen? Wahrscheinlich würde er einen Schlaganfall bekommen, wenn er wüsste, auf welche Arten ich sie am liebsten schänden würde. »Es ist ihre Abschlussfeier«, erklärt er. Also ist sie 18 Jahre alt. Legal. Vermutlich sollte ich mich schämen, weil ich sexuell über sie denke, aber Anstand hat man mir schon vor Jahren aus dem Leib geprügelt. »Richten Sie ihr meine Glückwünsche aus.« »Natürlich.« Er lügt, ohne eine Miene zu verziehen. Das Mädchen wird nie erfahren, dass ich hier war. Sie wird nie meinen Namen erfahren. »Sollen wir reingehen? Den guten Brandy bewahre ich in meinem Arbeitszimmer auf.« »Gehen wir.« Unsere Unterhaltung findet ohnehin am besten unter vier Augen statt. Ich will die Party ja nicht mit einem Gespräch über schmutziges Geld ruinieren. Ich will ja der kleinen Miss James nicht ihre Feier ruinieren, indem ich ihren Vater als Schwindler entlarve. Ich bin sicher, sie hat sich in ihrer teuren Schule angestrengt, während sie in Karorock, dunkelgrünem Pullover und mit Zöpfen durch die Flure gehüpft ist. Zumindest stelle ich sie mir so vor. James hat, was den Brandy angeht, nicht übertrieben. Dem Cherry-Aroma nach zu urteilen 1000 Dollar die Flasche. Ich nehme einen Schluck und korrigiere meine Einschätzung. 2000, mindestens. Köstlich, das muss ich zugeben. Er hätte mit dem Geld lieber seine Schulden bezahlen sollen, anstatt sich teuren Alkohol zu kaufen. Er setzt sich hinter ein Schachbrett und ich frage mich, ob er es tatsächlich benutzt. Es ist nicht staubig, aber eine gute Haushaltshilfe ist eine genauso gute Erklärung dafür. Ich nehme einen Bauern aus Holz vom Brett, streiche mit dem Daumen über die Erhebungen. Kein einziger Knoten ist im beigefarbenen Holz zu entdecken, jeder noch so kleine Makel wurde entfernt, bevor man es an einen Ort wie diesen gebracht hat. Sein Blick folgt meinen Bewegungen. Es gefällt ihm nicht. Ich nehme an, er weiß, dass ich die Bücher gesehen habe. Er ist deutlich genug im Nachteil, um mich machen zu lassen, was ich will. Zumindest mit seinem Schachspiel. Mit seiner Tochter? Das wird schon etwas mehr Anstrengung verlangen. Ich setze mich auf die Seite mit den weißen Figuren, mache es mir gemütlich. »Ich habe mir die Aufzeichnungen angesehen.« Wird Zeit, dass wir aufhören, uns gegenseitig etwas vorzumachen. Weg mit dem Gold. Weg mit den Diamanten. »Die Aufzeichnungen meines Vaters. Sie sind sehr unvollständig. Sehr viele leere Seiten.« Er wirkt erleichtert, also platziere ich den Bauern auf dem Brett – nicht auf seinen angestammten Platz, sondern zwei Felder nach vorne gerückt. Eine Eröffnung. Er muss begreifen, dass wir spielen. Und dass ich vorhabe zu gewinnen. Er begegnet meinem Blick, ich erkenne das Misstrauen in seinen dunklen Augen. »Viele unserer Verhandlungen waren mündlich, verstehen Sie? Vereinbarungen unter Ehrenmännern.« Ich habe mal gesehen, wie mein Vater einer Prostituierten auf den Rücken gepisst hat. Sie hat zu viel geweint, nachdem ein Kunde sie ausgepeitscht hatte. Ehrenmann? Wohl kaum. »Allerdings passen die Zahlen, die ich tatsächlich habe, nicht zusammen.« »Nun, wie gesagt. Mündliche Vereinbarungen. Ich habe keine Kontrolle darüber, was Ihr Vater aufgeschrieben oder wie er seine Buchführung betrieben hat. Aber ich kann Ihnen versichern, unsere Geschäfte waren stets einwandfrei.« Er spricht zu hektisch, zu nervös, zu offenbarend. »Sie haben mit Fleisch und Waffen gehandelt.« Ich kann das Gift in meiner Stimme nicht zügeln. Nicht weil ich besser als die beiden bin. Nein, ich übernehme das Familiengeschäft, wie man es von einem guten Sohn erwartet. Wie das Monster, zu dem mich mein Vater erzogen hat. Aber ich werde nicht so tun, als wäre ich etwas anderes, werde nicht in die Kamera von irgendeinem Zeitungsfotografen irgendeines Klatschblatts lächeln. Seine Miene verhärtet sich. Das ist das Gesicht eines Mannes, der ohne Reue Mädchen kauft und verkauft, die genauso alt sind wie seine Tochter. »Was auch immer Ihr Vater Ihnen gesagt hat, ich habe ihn nie betrogen. Wir waren einander nichts mehr schuldig, als er … verschwunden ist.« »Interessant, dass Sie glauben, er hätte mir irgendwas über Sie erzählt. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens, wie Sie es nennen, hatte er drängendere Angelegenheiten, über die er nachdenken musste.« Beispielsweise mein Messer an seiner Kehle, mein Knie in seinem Rücken. Ich habe in meinem Leben schon viele Sünden begangen, aber seines war das erste Leben, das ich genommen habe. Ich habe damit einer Frau das Leben gerettet, aber ich kann dafür keine hochtrabenden Beweggründe beanspruchen. Er hat den Tod verdient, seit Langem schon. Und für mich war das äußerst lukrativ. Ich habe die letzten zwei Wochen damit verbracht, jeden Teil seines Unternehmens zu übernehmen. James plappert, seine geröteten Wangen werden immer roter. »Das ist ein hartes Geschäft. Ich bin sicher, Sie wissen das. So viel guten Willen ich auch zeigen möchte, ich muss meine eigenen Interessen wahren.« »Ich habe gemerkt, es sind vor allem die Unehrlichen, die am meisten fürchten, dass andere Leute lügen könnten.« Er steht abrupt auf. »Wie können Sie es wagen, mich zu beschuldigen, ich hätte Ihren Vater bestohlen?« Ich stehe ebenfalls auf, wenn auch sehr viel gelassener, streiche mein Jackett glatt. Um ehrlich zu sein, so langsam finde ich Gefallen an dem...




