Warren | ENDGAME Buch 2 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 202 Seiten

Warren ENDGAME Buch 2

Der Springer
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86552-684-7
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

Der Springer

E-Book, Deutsch, 202 Seiten

ISBN: 978-3-86552-684-7
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Gabriel Miller fegte wie ein Sturm in mein Leben und nahm mir alles. Meine Familie. Meine Unschuld. Mein Zuhause.
Er glaubt, er hat mich geschlagen. Er glaubt, er hat gewonnen.
Doch er hat nicht bedacht, dass in einem Schachspiel jeder Bauer die Chance hat, eine Dame zu werden …

Gabriel Miller und Avery im Schachspiel um Rache und Leidenschaft. Die ENDGAME-Trilogie von der US-Bestsellerautorin Skye Warren.

Laura Kaye: 'Unverschämt sexy und voller dunkler Schönheit. Du wirst die Fortsetzung nicht abwarten können!'

Jodi Ellen Malpas: 'Grandios und düster. Man wird süchtig danach!'

Aleatha Romig: 'Diese Geschichte ist mit der Präzision eines Schachspiels geplant. Gabriel ist der perfekte Alpha und lässt dich erzittern, während seine Dominanz, Kraft und unerwartete Zärtlichkeit die ideale Mischung ergibt.'

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Autoren/Hrsg.


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Kapitel 3 Über unebene Gehwege komme ich zur Bushaltestelle. Zischend und ruckelnd fährt die U-Bahn durch die Innenstadt, bis ich vor dem vergitterten Tor eines vornehmen Pflegeheims stehe. Die Böden drinnen bestehen aus weißem Marmor mit Sprenkeln irgendeiner silbernen Substanz, die unter dem Licht der Kronleuchter an der Decke glitzern. Es ist ein luxuriöser Ort, um einiges nobler, als ich es mir leisten kann. »Er war gestern Abend etwas unruhig«, berichtet mir die Schwester leise mit einem Hauch von Mitgefühl. »Der Doktor hat ihm etwas gegeben, damit er schlafen kann. Wahrscheinlich wird er etwas benommen sein, wenn er demnächst aufwacht.« »Das ist okay.« Ich zwinge mich zu lächeln. »Ich werde mich einfach zu ihm setzen.« Die Wahrheit ist, er ist in den drei Tagen seit seinem Herzinfarkt nicht aufgewacht. Zumindest nicht, wenn ich ihn besucht habe. Ich schäme mich dafür, dass ich froh darüber bin. Zumindest weiß ich, wenn er schläft, erholt er sich, schlummert friedlich in dem Wissen, dass unser Zuhause noch mir gehört. In dem Wissen, dass seine Tochter ihre Jungfräulichkeit nicht versteigert hat. Was soll ich ihm sagen, wenn er bei vollem Bewusstsein ist? Wie soll ich ihm das erklären? Die Wandleuchter werfen nur wenig Licht in den Raum, der gelbe Schein verleiht den holzvertäfelten Wänden ein eigentümliches Glimmen. Das Bett ist größer als ein herkömmliches Krankenhausbett, mit einem schweren Plastikgeländer rundherum. In einem im antiken Stil gehaltenen Schrank befindet sich der Großteil der piepsenden und surrenden Geräte, die für das Wohlbefinden meines Vaters sorgen. »Hallo, Daddy.« Auf den weißen Laken sieht er so alt aus, die Haut seiner Hände dünn wie Papier, mit lilafarbenen Adern darunter. Die Narben von dem Abend, als man ihn angegriffen hat, sind deutlich zu erkennen. Der Anblick lässt mich schaudern. Wer auch immer ihn angegriffen hat, sie sind noch immer da draußen. Auch der Mann, der durch unseren Garten geschlichen ist, als wir alleine im Haus waren. An manchen Tagen fühle ich mich paranoid, als hätte mich unser sozialer Absturz verändert, zu einer düstereren Person gemacht. Aber wenn ich meinen Vater ansehe, zerbrechlich und gebrochen, dann weiß ich, meine Furcht ist gerechtfertigt. Jemand da draußen wollte ihn verletzen. Vielleicht töten. Wird man es noch einmal versuchen? Nicht solange er hier ist. Die Sicherheit ist hier genauso gut wie das Essen und die Unterbringung. Die allerbeste. Das Buch, das ich hiergelassen habe, liegt nach wie vor auf dem Nachttisch. Gefährliche Frauen der Geschichte. Es ist zu alt und abgegriffen, um noch einen Wieder­verkaufswert zu haben. Zumindest war das meine Entschuldigung dafür, es zu behalten. Oder vielleicht habe ich es als Erinnerung gebraucht, damit ich nicht vergesse, dass Frauen stark waren, auch wenn man versucht hat, sie kleinzuhalten. Dass sie nicht immer nur Bauern in den Spielen der Männer sein müssen. Ich setze mich auf den Bettrand und beginne vorzulesen. »Das Gesicht, weswegen sich tausend Schiffe auf den Weg machten, hat ebenso viele Geschichten darüber inspiriert, was wirklich zwischen Helena und Paris geschah und wie es Troja in einen Krieg stürzte. War es ihre Schönheit, die die Männer um den Verstand gebracht hat? War sie das Aushängeschild für einen Krieg, dessen Wurzeln in wirtschaftlichem Ungleichgewicht zu suchen waren? Oder verbirgt sich mehr hinter ihrer Geschichte, unter der Oberfläche?« Ich weiß nicht, ob er mich hören kann, aber den Versuch ist es wert. Und jedes Mal, wenn ich über Helena von Troja lese, fühle ich mich meiner Mutter näher. Mein Vater hat sie so genannt und es passt. Eine wunderschöne Frau, die Ehefrau eines Königs. Sie hat keinen Krieg begonnen – zumindest nicht soweit ich weiß. Aber sie ist eine geheimnis­umwitterte Figur meiner Vergangenheit, ein Enigma, das ich nur durch Geschichten, die mir mein Vater erzählt hat, enträtseln kann. Genau so, wie Helena aus zahllosen Interpretationen und Erwähnungen in geschichtlichen Texten entstanden ist. »Helenas geschichtliche Stellung wirft weitere Fragen auf. Inwiefern repräsentiert sie das Schönheitsideal? Und inwiefern beeinflussen Frauen den Lauf der Geschichte?« Vom Bett höre ich ein Murmeln und ich sehe hin. Daddys Augen sind noch immer geschlossen, aber zwischen seinen Augenbrauen hat sich eine Falte gebildet. Ich berühre seine Hand, kalt. Ich drücke sie sanft, die andere Hand lege ich auf seine Stirn. »Daddy?« Keine Antwort. Ich schlucke den Kloß in meinem Hals hinunter. »Wahrscheinlich langweilst du dich. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie du mich anlächelst und mir sagst, ich soll nicht bei schlechtem Licht lesen, weil ich mir sonst die Augen ruiniere.« Weitere unverständliche Laute, ein beunruhigtes Murmeln. Kurz bewegen sich seine Lippen, dann sind sie wieder reglos. Versucht er, mit mir zu sprechen? Ist er wach oder träumt er? »Daddy, kannst du mich hören? Ich bin hier.« »Helen«, sagt er heiser und dünn. »Genau«, flüstere ich mit Tränen in den Augen. Aber ich erkenne an seinem Ton, er hat mich nicht gehört. Zumindest nicht bewusst. Er ist nicht wach, sondern bekommt seine Umwelt nur durch einen Medikamentenschleier mit. Und die Sehnsucht in seiner Stimme gilt nicht einer geschichtlichen Figur, sondern meiner Mutter Helen James. »Miss James.« Die Stimme hinter mir lässt mich mit einem Aufkeuchen herumfahren. Vergangenheit und Gegenwart prallen in einem atem­losen Augenblick aufeinander, bevor ich mich wieder fassen kann. Es dauert eine Sekunde, bevor alles wieder deutlich ist und ich den Leiter des Pflegeheims erkenne. »Mr. Stewart«, sage ich nach wie vor bewegt. »Schön, Sie zu sehen.« Seine Miene ist ernst. »Tut mir leid, dass sich der Zustand Ihres Vaters nicht bessert, aber der Doktor ist optimistisch. Trotz seines Alters und seiner Verletzungen sind seine Vitalwerte gut.« Kurz schließe ich die Augen, hin- und hergerissen zwischen einem Dankgebet und einem Flehen an die Zukunft. »Danke.« »Natürlich ist er in seinem gegenwärtigen Zustand einem höheren Risiko eines weiteren Herzinfarkts oder sogar eines Hirnschlags ausgesetzt. Es gibt ein neues Medikament, ein weiterentwickelter Gerinnungshemmer, das ihm helfen kann. Der Doktor kann mehr ins Detail gehen.« Ein neues Medikament? Klingt teuer. Und wir sind nicht versichert. Es wird mir eng ums Herz. »Natürlich, aber ich … ich kann nicht …« Das Verständnis in seinem Blick ist wie das Drehen des Messers in der Wunde. »Darüber müssen Sie sich keine Gedanken machen, Miss James.« »Aber ich … nun ja, doch. Verstehen Sie, im Mo­­ment …« »Mr. Miller hat sich der Sache bereits angenommen.« Ich weiß, dass Gabriel für die Versorgung meines Vaters hier aufkommt, aber was, wenn er diese Hilfe einstellt? Ich habe noch keinen Zugriff auf das Geld von der Auktion, erst nach Ablauf der 30 Tage. Mein Vater könnte auf der Straße landen. In seinem Zustand käme das einem Todesurteil gleich. Mr. Stewart kommt näher, legt seine Hand auf meine Schulter. »Bitte seien Sie beruhigt. Mr. Miller hat unserer Gesellschaft eine großzügige Spende zukommen lassen. Die einzige Bedingung ist, dass wir uns um Ihren Vater kümmern, solange es nötig ist. Sie sehen, Sie müssen sich deshalb keine Sorgen machen. Konzentrieren Sie sich nur auf die Gesundheit Ihres Vaters.« Ich sehe ihn verständnislos an. Die Kosten dieser Einrichtung sind astronomisch. Nach dem Überfall auf meinen Vater, als er bettlägerig wurde, habe ich jedes Wohnheim der Stadt überprüft. Damals konnte ich mir nicht einmal die mieseste Unterbringung leisten, schon gar nicht so etwas wie das hier. Und Gabriel Miller hat sogar noch weitaus mehr gezahlt, so viel, dass mein Vater für den Rest seines Lebens abgesichert ist. Mr. Stewart lächelt seltsam. »Sie sehen fast aus, als würden Sie sich Sorgen machen, meine Liebe.« Die Worte wollen mir kaum über die Lippen kommen. Ich empfinde Verwirrung. Dankbarkeit. Furcht. Das Letztere verabscheue ich, aber ich kann nicht anders, als mich zu fragen, was ich als Gegenleistung erbringen muss. »Mr. Miller gehört nicht zur Familie.« Er ist nicht einmal ein Freund. Nein, er ist ein Feind. Der Mann, der meinen Vater gebrochen hat. Mein Vater hat ihn bestohlen und darum hat er der Staatsanwaltschaft Beweise zugespielt, die zu seiner Verurteilung geführt haben. Er hat meine Jungfräulichkeit bei einer herzlosen Auktion ersteigert. Warum sollte er uns helfen? Das würde er nicht. Was bedeutet, er wartet ab. Er hält meinen Vater am Leben, damit er ihm später erneut schaden kann. Er bleibt in meiner Nähe, damit er mich erneut verderben kann. »Ich verstehe.« Und ich sehe Mr. Stewart an, dass er es tatsächlich tut. Jemand, der so viel Geld in Form von Familienvermögen sieht, sieht bestimmt auch Grausamkeiten, die als Freundlichkeit getarnt sind. Er nickt zu dem Buch in meinen Händen. »Ich habe Sie gehört, wie Sie Ihrem Vater vorgelesen haben. Das ist nett.« Ich schüttle den Kopf. »Ich glaube nicht, dass er mich hört.« »Vielleicht nicht, aber Freundlichkeit wirkt sich nicht nur auf den Empfänger aus. Manchmal tut es der Gebende für sich selbst.« »Wollen Sie behaupten, Gabriel Miller musste etwas Nettes tun? Warum? Weil er meinen Vater in diese Situation gebracht hat?« Ein...


Warren, Skye
Skye Warren lebt mit ihrer Familie, mehreren süßen Hunden und einer eigensinnigen Katze in Texas.
Skyes Bücher haben schon mehrmals die Bestsellerlisten der New York Times erobert. Sie bezeichnet ihre Romane als »dangerous romance«. Die dunkle psychologische Prosa fasziniert ihre Leser, verstört sie aber auch.



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