Warner | Wildwest-Roman - Unsterbliche Helden 27 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 27, 64 Seiten

Reihe: Wildwest-Roman - Unsterbliche Helden

Warner Wildwest-Roman - Unsterbliche Helden 27

Und sein Herz schrie nach Rache (1. Teil)
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-5456-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Und sein Herz schrie nach Rache (1. Teil)

E-Book, Deutsch, Band 27, 64 Seiten

Reihe: Wildwest-Roman - Unsterbliche Helden

ISBN: 978-3-7517-5456-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



'Ich werde dich rächen, Paquita!', flüstert Jivaro, als er seine ermordete Frau in den Armen hält und ein letztes Mal den bleichen Mund der Toten küsst.
Die Mörder haben ein Erkennungszeichen hinterlassen - ein Stück Papier, auf das eine Spinne gezeichnet ist. Und als Jivaro einen der Möder zur Strecke gebracht hat, flüstert der Bandit mit letzter Kraft den Namen seines Auftraggebers: 'La Arana - die Spinne!' Wer ist diese Spinne? Jivaro schwört, es herauszufinden.
Ein junger Wolf macht Jagd auf die Spinne. Und noch ahnt Jivaro nicht, dass der Mord an seiner Paquita zu einem Racheakt gehört - zur Rache der schönen Kreolin ...

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Und sein
Herz schrie
nach Rache

Von Hal Warner

»Ich werde dich rächen, Paquita!«, flüstert Jivaro, als er seine ermordete Frau in den Armen hält und ein letztes Mal den bleichen Mund der Toten küsst.

Die Mörder haben ein Erkennungszeichen hinterlassen – ein Stück Papier, auf das eine Spinne gezeichnet ist. Und als Jivaro einen der Mörder zur Strecke gebracht hat, flüstert der Bandit mit letzter Kraft den Namen seines Auftraggebers: »La Araña – die Spinne!« Wer ist diese Spinne? Jivaro schwört, es herauszufinden.

Ein junger Wolf macht Jagd auf die Spinne. Und noch ahnt Jivaro nicht, dass der Mord an seiner Paquita zu einem Racheakt gehört – zur Rache der schönen Kreolin ...

Der Mann, der taumelnd auf das Haus zukam, schien am Ende seiner Kraft zu sein. Er hielt sich nur noch mit Mühe auf den Beinen und presste beide Hände auf den Unterleib, wo er eine Verletzung zu haben schien. Seine Finger waren blutig.

Jetzt erreichte er den Hof der kleinen, einsam gelegenen Ranch am Rande des Arroyos. Es war ein junger Mexikaner, wie Paquita erkannte. Ein Mann, den sie noch nie gesehen hatte. Sie stand in der offenen Tür und schaute ihm mit gefurchter Stirn entgegen.

Und sie sah, wie er plötzlich stolperte und hinfiel. Nein, das letzte Stück bis zum Haus schaffte er nicht mehr. Er landete der Länge nach im aufwirbelnden Staub und blieb keuchend liegen.

Paquita war allein auf der Ranch. Und sie wusste, dass man hier draußen in der Wildnis keinem Fremden trauen durfte. Schon gar nicht, wenn man so jung und hübsch war wie sie.

Doch nun vergaß Paquita ihre Vorsicht. Sie begriff, dass dieser Mann ihre Hilfe brauchte, dass sie ihn nicht einfach liegen lassen durfte. Wenn sie nichts unternahm, starb er vielleicht, und das war dann ihre Schuld. Sie verließ den Vorbau und lief leichtfüßig auf den Gestürzten zu.

Der Mann war anscheinend nicht fähig, sich wieder zu erheben. Aber er war bei Bewusstsein. Er stöhnte, als sich die junge Halbindianerin ihm näherte, und streckte ihr die linke Hand entgegen.

»Bitte, helfen Sie mir, Señorita!«, stieß er mühsam hervor. »Wasser – bitte, geben Sie mir Wasser!«

»Gleich«, entgegnete Paquita mit besorgter Miene. »Kommen Sie, ich helfe Ihnen aufzustehen. Ich bringe Sie ins Haus.«

Sie beugte sich über den Mann, griff ihm unter die Arme und zerrte ihn hoch. Er half selbst ein wenig nach und legte, als er wieder auf den Beinen stand, seinen linken Arm um ihre Schultern. Schwer stützte er sich auf sie.

Paquita sah den Blutfleck auf seinem schmutzigen Baumwollhemd. Der Mexikaner musste einen Messerstich oder eine Schussverletzung abbekommen haben. So genau konnte sie das jetzt nicht feststellen. Sie wollte sich später darum kümmern.

»Und jetzt versuchen Sie zu gehen«, sagte sie und keuchte ein wenig. »Die paar Schritte ...«

Sie sprach nicht weiter, weil in diesem Augenblick Hufschlag aufklang. Überrascht wandte sie den Kopf und bemerkte drei Reiter, die sie zunächst für die Verfolger des Verwundeten hielt.

»Schnell!«, rief sie. »Wir können es noch schaffen, bevor diese Männer hier sind. Vorwärts, Mister!«

Paquita hatte vor, die Tür zu verrammeln. Dann konnten die drei Kerle mal sehen, wie sie ins Haus kamen. Es gab darin ein Gewehr, mit dem das schöne Halbblut gut umgehen konnte. Ja, Paquita traute sich zu, mit den Fremden fertigzuwerden, falls sie einen Angriff wagen sollten.

Aber der Mann, dem sie so selbstlos helfen wollte, trieb ein falsches Spiel. Paquita spürte plötzlich, wie sie von ihm gepackt und herumgewirbelt wurde. Sie gab einen spitzen Schrei von sich. Fassungslos sah sie, dass er jetzt ein Messer in der Rechten hielt, dessen Klinge er grinsend ihrem Gesicht näherte.

»Bleib schön ruhig, wenn du nicht willst, dass ich dir den Hals durchschneide!«, sagte er höhnisch.

Paquita begriff, dass sie auf einen schäbigen Trick hereingefallen war. Dieser Mann war gar nicht verletzt, er hatte nur geblufft.

Aber nun war es zu spät, um an der Situation noch etwas zu ändern. Paquita versuchte zwar, sich loszureißen, gab aber schnell auf, als ihr der Mexikaner das Messer an die Kehle hielt.

»Du Schuft!«, stieß sie hervor. »Du gemeiner, hinterhältiger Bastard!« Ihre dunklen Augen funkelten wütend.

Der Mexikaner lachte. Er war ein Mann unter dreißig und hatte strähnige Haare und ein verwegenes Gesicht.

Jetzt kamen seine Kumpane herangeprescht, bei denen es sich ebenfalls um Mexikaner handelte. Einer von ihnen führte ein lediges Pferd mit sich. Hart zügelten sie auf dem Ranchhof die Gäule und blickten durch die hochwirbelnden Staubschwaden auf Paquita, die von dem Komplizen in Schach gehalten wurde.

»Gut gemacht, Rico!«, rief der Älteste von ihnen, der auch ihr Anführer zu sein schien. Er sprang aus dem Sattel, blickte kurz zum Haus und trat dann sporenklirrend an Paquita heran.

»Was für eine hübsche Chica!«, sagte er grinsend. Er griff ihr unter das Kinn und hob ihren Kopf ein wenig an. »Nimm das Messer weg, Amigo! Jetzt, wo wir hier sind, wird sie bestimmt sehr zahm sein und keine Dummheit machen. Ich habe doch recht, kleine Chica?«

Paquitas Augen blitzten ihn an, aber sie sagte kein Wort.

Rico schob sein Messer in den Gürtel zurück und wischte sich die blutverschmierten Hände an seiner Hose ab, wobei er das Mädchen unverschämt angrinste.

»Klapperschlangenblut. Hast du gewusst, dass es beinahe wie Menschenblut aussieht?«

Paquita schwieg noch immer. Sie biss sich auf die Lippen. Inzwischen hatte sie begriffen, dass es sich bei den vier Mexikanern um Bandoleros handelte.

»Sie ist allein«, fuhr Rico, an seine Kumpane gewandt, fort. »Si, ganz allein. Wenn noch jemand hier wäre, hätte er sich längst bemerkbar gemacht.«

Paquita war bemüht, sich ihre Angst nicht anmerken zu lassen. Ohne eine Miene zu verziehen, ließ sie die aufdringlichen Blicke der Mexikaner über sich ergehen.

Und es war kein Wunder, dass die Kerle sie anstarrten. An Paquita war nämlich alles dran, worauf es bei einer Frau ankam. Immer wieder weckte sie mit ihrer Schönheit die Begierde der Männer, riefen ihre aufreizenden Rundungen geheime Wünsche hervor. Sie hatte blauschwarze Haare, die wie Rabengefieder glänzten. Unter ihrer Baumwollbluse hoben und senkten sich bei jedem Atemzug die Brüste, und ihr Rocksaum umspielte die formvollendeten Waden. Um die Mitte war Paquita sehr schlank.

Sie überwand jetzt ihren Schreck und sagte möglichst forsch: »Warum bedroht ihr mich eigentlich? Wenn ihr frische Pferde braucht, dann nehmt sie euch. Wasser könnt ihr ebenfalls haben. Geld ist keines im Haus. Es lohnt sich nicht, hier einen Überfall zu machen. Nein, hier gibt es nur ein paar Pferde. Wegen denen hättet ihr gar nicht erst eine List anwenden müssen. Ihr hättet sie auch so bekommen.«

Die Kerle lachten daraufhin und schauten sich gegenseitig an. Zwei von ihnen saßen noch immer in den Sätteln.

»Wer sagt denn, dass wir Pferde brauchen?«, fragte der bis an die Zähne bewaffnete Anführer. Er trug trotz der Hitze einen schwarzen Umhang, unter dem ein patronengespickter Kreuzgurt zu sehen war. Sein dunkles, schweißglänzendes Gesicht war von zahlreichen Blatternarben entstellt.

Da wusste Paquita, dass sie mit ihrer Vermutung nicht richtig lag. Sie wurde unter der Sonnenbräune bleich.

»Was wollt ihr dann?«, fragte sie.

»Vielleicht dich. Vielleicht aber auch Jivaro«, antwortete der Anführer und grinste. »Ja, wir kommen wegen Jivaro. Wo ist er?«

»Ich – ich weiß es nicht«, stammelte Paquita erschrocken. »Irgendwo auf der Weide. Was wollt ihr von ihm?«

»Das werden wir ihm selbst sagen. Er kommt doch bald zurück?«

»Ich weiß es nicht.« Paquita hatte plötzlich schreckliche Angst um Jivaro, dessen Frau sie war.

»Ihr tut ihm doch nichts?«

»Wir nicht, nein. Sei unbesorgt.« Der Narbengesichtige lachte. »Allerdings gibt es jemanden, der sich gern mit ihm unterhalten möchte. Aber stelle jetzt keine Fragen mehr, Chica, sondern geh ins Haus! Dort werden wir auf Jivaro warten.«

Er rief den auf den Pferden sitzenden Kumpanen zu, dass sie alle Tiere in den Schuppen bringen und sich dort verstecken sollten. Dann packte er Paquita am Arm und schob sie vorwärts. Rico folgte ihnen.

Im Haus war es kühler als im Freien, obwohl im Herd ein Feuer brannte. Ein Topf stand über der Glut. Die Fenster standen offen, damit die Luft besser durchziehen konnte. Die beiden Bandoleros schauten sich um.

»Hübsch habt ihr es hier«, stellte der Anführer fest. »Du kochst wohl gerade für ihn?«

Paquita nickte nur. Sie wurde an Händen und Füßen gefesselt und musste sich an die Wand neben der Tür setzen.

Der Narbengesichtige legte sein Gewehr auf den Tisch. Sporenklirrend trat er zum Herd, rührte in dem Topf, in dem kochende Fleischstücke schwammen, und fischte...



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