Buch, Deutsch, 504 Seiten, Format (B × H): 210 mm x 297 mm, Gewicht: 2284 g
Reihe: Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg
Zwei Grabhügelfelder der Hallstatt- und Frühlatènezeit aus dem nördlichen Hegau
Buch, Deutsch, 504 Seiten, Format (B × H): 210 mm x 297 mm, Gewicht: 2284 g
Reihe: Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg
ISBN: 978-3-95490-216-3
Verlag: Reichert Verlag
Die Datierung der Mauenheimer Gräber zeigt die stärkste Belegung des Friedhofs in Ha C/D1 an, während sie bis zum Ende der Späthallstattzeit deutlich abnimmt.
Anthropologische, archäozoologische und bioarchäologische Analysen ergänzen die archäologische Auswertung. Bemerkenswert ist, dass das mittlere Sterbealter der erhaltenen Skelette aus Mauenheim deutlich über dem der brandbestatteten Individuen, aber auch über dem des nahe gelegenen Magdalenenbergs bei Villingen liegt. Die Analysen von Stickstoff- und Kohlenstoffisotopen belegen eine Mischernährung aus pflanzlichen und tierischen Komponenten. Für eine Reihe Erwachsener beiderlei Geschlechts ist ein verstärkter Konsum von Fleisch oder Milchprodukten anzunehmen. Ortsfremde Individuen wurden in oder bei großen Hügeln an der westlichen und östlichen Peripherie des Gräberfeldes beigesetzt. Möglicherweise erfolgte die Organisation des Friedhofs zumindest partiell unter Berücksichtigung sozialer Beziehungen.
Bemerkenswert ist, dass im benachbarten Gräberfeld von Bargen während der Frühlatènezeit neue Hügel angelegt wurden. Die bis auf eine Ausnahme in Lt A datierenden Gräber enthielten Kleidungszubehör sowie vereinzelt Waffen. Außer wenigen verbrannten Knochen in Grab 4 von Hügel E ist kein Skelettmaterial erhalten. Brandbestattungen sind in frühlatènezeitlichen Hügelgräbern selten und stehen in der Regel mit sehr reich ausgestatteten Grablegen in Verbindung. Außergewöhnlich ausgestattet dürfte auch das beraubte Grab 1 in Hügel E gewesen sein, dessen Grabkammermaße an die des prunkvollen Nebengrabes im Kleinaspergle heran reichen.
Die Bargener Bestattungen kennzeichnen, soweit beurteilbar, für Südwestdeutschland überdurchschnittliche Grabausstattungen. Ob vielleicht die vormals in Mauenheim bestattende Gemeinschaft ihre Toten später in Bargen begrub, ist derzeit nicht zu klären.




