Walker | Mythor 106: Die Wiege des Bösen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 106, 64 Seiten

Reihe: Mythor

Walker Mythor 106: Die Wiege des Bösen


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-9858-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 106, 64 Seiten

Reihe: Mythor

ISBN: 978-3-8453-9858-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Mythor, der Sohn des Kometen, begann seinen Kampf gegen die Mächte des Dunkels und des Bösen in Gorgan, der nördlichen Hälfte der Welt. Dann, nach einer relativ kurzen Zeit des Wirkens, in der er dennoch Großes vollbrachte, wurde der junge Held nach Vanga verschlagen, der von den Frauen beherrschten Südhälfte der Lichtwelt. Und obwohl in Vanga ein Mann nichts gilt, verstand Mythor es nichtsdestoweniger, sich bei den Amazonen Achtung zu verschaffen und den Hexenstern zu erreichen, wo er endlich mit seiner geliebten Fronja zusammenkam. Gegenwärtig befinden sich der Sohn des Kometen und seine Gefährten, zu denen inzwischen auch Fronja, die ehemalige Erste Frau von Vanga, und Burra, die Amazone, gehören, inmitten der Schattenzone, wohin sie mit der Luscuma gelangt sind. Mit der kleinen Phanus versuchen sie nun, gegen all die Schrecken zu bestehen, die die Dämonen und ihre Helfer gegen die Eindringlinge aufzubieten haben. Indessen führt auch Nottr, der Barbar, im fernen Gorgan seinen Kampf gegen die. Dunkelmächte weiter. Mit den ihm verbliebenen Getreuen zieht er in nordwestlicher Richtung. Sein Weg führt ihn direkt in DIE WIEGE DES BÖSEN ...

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1.


Elvinon.

Einst die blühendste Stadt an der Straße der Nebel; einst unter Herzog Krudes Herrschaft eine mächtige tainnianische Residenzstadt, in der der junge Mythor seine ersten Erfahrungen mit der Zivilisation machte.

Nur wenige Jahre später: Ein steinernes Ungeheuer, das auf eine schreckliche Art lebendig war; ein Hort Corubes, der sechsten Schlange der Finsternis, die ihren Schatten in weitem Bogen über die Küsten Elvinons und Akinborgs warf.

Der Schatten durchschnitt die Stadt in einem Gürtel von der Breite der einstigen Burg. Er war nicht dunkel, wie Schatten von lebenden Dingen sind, sondern ein fahler Schimmer, als hätte Totenblässe zu leuchten begonnen.

Umgeben von einem halben Hundert Gianten ritten Maer O'Braenn und seine Begleiter auf die Stadt zu. Priester Calloun zweifelte nicht an O'Braenns Mission, aber er war ein Tiefländer, und wie alle Tiefländer verachtete er die Hochländer ihres Stolzes und ihrer eingefleischten Sippenwirtschaft wegen. So nahm er sich vor, es ihm nicht leicht zu machen. Vielleicht brachte es ihm eine Rüge ein, wenn die Mission des Ritters wirklich so wichtig war. Aber er stand hoch genug in der Gunst seiner Hohen Würdigkeit, um dieses Risiko einzugehen.

Es war eine Weile her, dass unberührte lebende Seelen in die Stadt gekommen waren. Es war nur recht und billig, sich ein wenig mit ihnen zu amüsieren, bevor sie im Herzen der Schlange das unausbleibliche Schicksal erlitten und den endgültigen Weg nach Gianton nahmen, um Krieger für die Heere der Finsternis zu werden. Für ihn waren sie bereits Gefangene, und er war sicher, dass seine Hohe Würdigkeit, Ondhin, einen guten Teil der Caer und der Barbaren in Elvinon behalten würde. Tarthuum liebte es, die Köpfe der Lebenden mit seinen schwarzen Visionen zu füllen und zu sehen, wie lange sie es ertrugen. Nicht lange meist, und ihr Verstand versank in Grauen. Dann waren die Schmieden von Gianton Erlösung für sie.

Der einzige Dorn im Auge war ihm dieser Priester Coryn, der ihm den Fang streitig machen würde, wenigstens soweit es die Anerkennung seiner Hohen Würdigkeit betraf. Daher quälte er seinen Verstand um eine Möglichkeit ab, seinen Rivalen in eine nachteilige Lage zu bringen.

Aber Coryn, der mit verschlossenem Gesicht neben ihm ritt, fühlte, dass er bereits in einer verteufelten Lage war. Calloun schöpfte offenbar keinen Verdacht, dass er nicht Coryn war, sondern Barynnen, einer der Begleiter des toten Coryn. Calloun hatte Coryn wahrscheinlich gar nicht von Angesicht zu Angesicht gekannt. Aber spätestens wenn sie Ondhin, dem Oberpriester, gegenübertraten, würde die Täuschung zu Ende sein, und er würde verdammt gute Erklärungen brauchen, wenn er nicht den Weg nach Gianton antreten wollte. Er war auf sich allein gestellt. Weder O'Braenns Caer noch die Barbaren würden einen Finger für ihn rühren, dessen war er gewiss. Er ritt nicht einmal freiwillig an ihrer Seite. Er hatte sie unterschätzt. Aber hier in Elvinon würden auch sie mit ihrer Klugheit am Ende sein. Nein, er würde nicht auf sie bauen – er würde sie benutzen. Hier in dieser lebensfeindlichen Hölle war jeder sich selbst der nächste. Und den einen für den anderen auszuspielen, darin war Barynnen schon immer Meister gewesen, sonst wäre er wohl nicht unter den wenigen Auserwählten gewesen, die den Priester Coryn in den Süden begleiten durften – und das mit freiem Verstand.

Er sah sich nach Joise um, die ein Stück hinter ihm ritt. Ihre Miene war besorgt. Sie schien zu begreifen, was vorging, und er fragte sich erneut, wie schon so oft zuvor, ob nicht doch ein Funken von Leben in ihr war. Er hatte sie aus seinen Erinnerungen geschaffen, als sie starb, aus seinem Schmerz über den unerträglichen Verlust des einzigen Wesens, für das er je Liebe empfunden hatte: sein Weib.

Obwohl er kein Priester und kein Magier war, war dieser Zauber außerordentlich gut gelungen. Gewiss, er hatte Coryn lange Jahre auf die Finger gesehen, hatte gelernt, wie man die dunklen Kräfte benutzte, wenn sie einmal beschworen waren. Und dort, wo die Schlange Aescyla ihren Schatten warf, war die Erde schwanger von den Kräften, ohne dass jemand sie zu beschwören brauchte. Er hatte vieles vermocht, von dem Sterbliche nur träumen. Aber Joise ... Joise war nicht das Werk seines Verstandes, es war das Werk seines gequälten Herzens. Sie war so vollkommen, dass er manchmal, wenn er sie in den Armen hielt, selbst daran glaubte, dass sie wahrhaftig lebte. Und hätte der verdammte Priester, dessen Körper er wiederbelebt hatte, nicht immer mehr Macht über ihn gewonnen, wäre es niemals geschehen, dass er Joise als Köder benutzte, um den Dämon Tarthuum anzulocken – auch diese Joise nicht, die er geschaffen hatte. Er hätte auch Tarthuum nicht beschworen. Er war nicht einer, der etwas mit Dämonen zu tun haben wollte.

Im Grunde, wenn man es so sah, waren Maer O'Braenn und seine Männer fast so etwas wie Befreier für ihn gewesen. Seine Magie war auf dem besten Weg gewesen, ihm über den Kopf zu wachsen. Je mehr er darüber nachdachte, desto dankbarer wurde er O'Braenn und seinen Begleitern. Seine Dankbarkeit ging allerdings nicht so weit, dass er in Erwägung zog, sich auf die Seite der Verlierer zu schlagen.

Was er befürchtet hatte, war nicht eingetreten: Joises magische Erscheinung hatte sich mit zunehmender Entfernung vom Schatten Aescylas nicht aufgelöst. Die magischen Kräfte waren nicht weniger geworden. Das ganze Land zwischen Aescylas Spur und Elvinon musste von Finsternis durchdrungen sein.

Vielleicht konnte er sie nutzen, bevor er seiner Hohen Würdigkeit gegenüberstand.

Ritter Maer O'Braenn war besorgter, als er sich gab. Er wusste, Elvinon würde eine Zerreißprobe für die Schar werden, und nicht alle würden die Stadt lebend verlassen. Er ritt mit offenem Grimm hinter dem Priester her und beobachtete die Gianten in seiner unmittelbaren Nähe. Ihre blitzende Wehrhaftigkeit, ihre unmenschlichen, metallischen Gesichter, die Aura von Unbesiegbarkeit, die sie umgab – O'Braenn schauderte bei dem Gedanken, seine Kräfte mit den ihren messen zu müssen. Es war das, was ihnen allen bevorstand, wenn sie unterlagen: Eine grauenvolle Verwandlung in den Waffenschmieden der Finsternis.

Unmerklich sah er sich nach Nottr und den Lorvanern um. Seine Caer bildeten einen Ring um sie. Es war überzeugend genug. Der Priester würde nicht zweifeln, dass die Barbaren seine Gefangenen waren. Weniger einfach würde die Anwesenheit Goatins und seiner Schar zu rechtfertigen sein. Die Umstände, die zu ihrer Existenz geführt hatten, die Geschehnisse im Tempel der Zeit und die Vernichtung Oannons durch Nottrs Barbaren mochten zwar den Wert der Gefangenen steigern, aber die Priester auf Dinge aufmerksam machen, die besser verborgen blieben. Vor allem, dass sich unter Goatins Schar auch Barbaren befanden, machte die ganze Sache äußerst zwielichtig. Aber dass sie zum Teil magische Geschöpfe waren, mochte sie auch zu wertvollen Verbündeten machen. In Oannons Tempel hatten sie ihre Körper verloren und von Urgat und seinen Gefährten Besitz ergriffen, und seit einem halben Jahr existierten sie darin, irgendwo in den Tiefen der rauen Barbarengeister. Im Gegensatz zu Mon'Kavaer, der von Zeit zu Zeit volle Gewalt über Urgat bekam, hatten sie nicht mehr als von den Träumen Besitz ergriffen. Aber die Magie im Schatten der Schlange hatte sie geweckt. Sie hatten die Körper der Barbaren verlassen und ihre eigenen geformt. Fast drei Dutzend waren sie, und Mon'Kavaer war nicht unter ihnen. Ihre Körper glichen dem von Joise O'Crym. Auch sie hatten in diesen fünf Tagesritten ihre magische Form nicht verloren, was bedeutete, dass das Land durch und durch von Finsternis erfüllt war.

Maer O'Braenn wusste, dass das Geschick dieser Gruppe nicht mehr allein in seiner Hand lag. Er hatte nicht zum ersten Mal gegen die Finsternis und ihre Schergen gekämpft und gesiegt. Er fühlte sich stark. Er unterdrückte seine Besorgnis. Er musste aufhören, für die anderen zu denken. Sie wussten alle, dass es nun galt, ums Überleben zu kämpfen. Und manche seiner Begleiter waren stärker als er – besaßen mehr Wissen, mehr Kraft, oder mehr Unverwundbarkeit durch die Kräfte der Finsternis.

Es wuchs eine neue Zuversicht in ihm, und er wünschte sich, er könnte ein wenig an Ray O'Cardwell abgeben, der mit dem Heer nach Akinlay unterwegs war.

Nottrs Unruhe war anderer Art. Seine Rechte ruhte auf dem Griff Seelenwinds, der einzigen Waffe, die O'Braenns Caer den Lorvanern nicht abgenommen hatten. Das Schwert war nicht mehr leblos. Es fügte sich in Nottrs Faust wie etwas Lebendiges und Untrennbares – als ob es die Gefahr erkannte und zu allem bereit war wie sein Herr. Thonensen ritt dicht neben ihm, als wäre er sein Schatten, solcherart ein Teil seiner Viererschaft. Calutt und Arel ritten zwischen seiner und Urgats Viererschaft – alle umgeben von Caer, die voll tapfer unterdrückter Furcht auf die Gianten blickten.

»Was denkst du, leben sie noch?«, fragte er Thonensen.

»Wenn ja, so wissen sie es nicht mehr«, erwiderte der Magier.

»Können wir sie bezwingen?«

»Nicht mit gewöhnlichen Klingen. Vielleicht würden wir mit einem Dutzend fertig werden, aber nicht mit einem halben Hundert ...«

»Können sie sterben?«

»Das können wir nur auf eine Weise herausfinden.«

»Es juckt mich in den Fingern, es zu versuchen.«

Thonensen nickte nur. »Aber baue nicht auf mich, Nottr. Die Luft ist voll von Finsternis, aber ich vermag mich ihrer nicht zu bedienen ...«

»Goatins Männer haben ihre Körper nicht verloren, obwohl sie nur Magie sind. Wieso?«

Thonensen schüttelte den Kopf. »Ich verstehe weniger von diesen Kräften, als...



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