Wagner | Mein PMS und ich | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Wagner Mein PMS und ich

Vor den Tagen endlich wohlfühlen
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96859-529-0
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Vor den Tagen endlich wohlfühlen

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

ISBN: 978-3-96859-529-0
Verlag: Kosmos
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) ist keine "Zickenkrankheit". Die Gynäkologin Dr. Mirjam Wagner appelliert an Frauen, ihre Symptome endlich ernst zu nehmen, und zeigt, wie man die körperlichen und emotionalen Beschwerden in den Griff bekommt. Sie erklärt den weiblichen Zyklus und die Rolle der Hormone und stellt wirksame Therapien vor, darunter eine Vielzahl von alternativen Methoden, von Yoga und Naturheilmitteln bis zu Ernährung und Entspannung. Ein umfassender, einfühlsamer Ratgeber, der Frauen hilft, mit dem Thema Zyklusbeschwerden unverkrampft und selbstbewusst umzugehen.

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Öffne deine Sinne für die Biologie

Der Menstruationszyklus ist ein faszinierender Kreislauf – ein Wunderwerk – mit fein aufeinander abgestimmten Reaktionen des Körpers, die durch die Sexualhormone ausgelöst werden. In einem Zyklusmonat baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf und wieder ab. Mehrere Eibläschen, auch Follikel genannt, reifen heran. Im Allgemeinen springt aus dem größten Follikel eine Eizelle, die dann befruchtet werden kann. Der Zervixschleim und deine Körpertemperatur ändern sich als deutlich messbare Zeichen der Fruchtbarkeit. Sogar dein Energie- und Aktivitätslevel sowie das Empfinden sexueller Lust werden von den Zyklusphasen beeinflusst – denn der evolutionäre Sinn des Zyklus ist die Fortpflanzung, und das merkst du biologisch, energetisch und emotional. Ohne den Menstruationszyklus würde die Menschheit aussterben. So sieht es aus! Das nenne ich wahrhafte Period Power.

Menstruation ist allgegenwärtig und beeinflusst uns als Menstruierende, unser Umfeld, ja sogar die Gesellschaft. Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass alle Menschen, die ihre Sinne für die wunderbare Biologie öffnen möchten, optimal aufgeklärt sind, nachdem sie dieses Buch gelesen haben. Ich möchte dich einladen, mit deinem Zyklus nicht nur im friedvollen Einklang zu leben, sondern auch zu lernen, deine zyklischen Kräfte für dich zu nutzen. Auf körperlicher Ebene wissen wir mittlerweile ziemlich gut, was im Menstruationszyklus passiert, und wir kennen auch die wichtigsten Faktoren, die ihn durcheinanderbringen. Dennoch ist er für die meisten Menschen ein Tabuthema. Wenn der Zyklus thematisiert wird, dann eher im Negativen, meistens also wenn er nicht »funktioniert«, wie zum Beispiel bei Zyklusbeschwerden, PMS oder unerfülltem Kinderwunsch.

Sehr viele Menstruierende empfinden ihren Zyklus als Last. Er bremst sie aus und verursacht Schmerzen. Ich kenne das aus meiner Arbeit als Gynäkologin und auf Grund meiner eigenen Geschichte nur allzu gut. Diese Ablehnung der eigenen Biologie und Weiblichkeit macht mich betroffen. Denn mit dieser Sichtweise lassen wir vollkommen außer Acht, wie viel am zyklischen Erleben wir selbst in der Hand haben. Mehr noch, wir dürfen lernen, unsere zyklischen Vorteile zu erkennen und für uns zu nutzen. Wir könnten Wissen über unsere Zykluskraft verbreiten. Stattdessen lassen wir uns von unzähligen Zyklusmythen verwirren, die im Internet kursieren und sich in unseren Köpfen festsetzen. Sogar ich als Fachfrau falle hin und wieder auf sie herein. Sie werden in der Schule, zu Hause oder über die Medien weitergegeben. Wir unterhalten uns schlichtweg viel zu wenig mit anderen Menschen über die echte Zyklusrealität. Jahrhundertelanges Patriarchat und die Tabuisierung der Sexualität waren auch nicht gerade hilfreich. Du hast dir dieses Buch gekauft, damit du in Zukunft bestens informiert bist und keinen Fake News mehr auf den Leim gehst. Du möchtest die Ursachen deines PMS verstehen und es im Kern heilen. Dafür musst du deine Biologie verstehen.

Dass der Menstruationszyklus gar nicht so kompliziert ist, wirst du schnell merken. Vermutlich werden wir einige Blockaden in deinem Kopf lösen und den einen oder anderen Mythos enttarnen müssen. Dieses neue Wissen anzunehmen kann schon für sich genommen ziemlich herausfordernd sein, besonders wenn dein PMS hartnäckig auf seiner Daseinsberechtigung beharrt und rechthaberische Stimmen in deinem Umfeld an ihren Alltagsmythen festhalten. Ich habe es mir zum Auftrag gemacht, dich mit diesem Buch so aufzuklären und zu stärken, wie du es dir in deiner Pubertät gewünscht hättest. Zuallererst möchte ich dich ermutigen, deinen Zyklus zu verstehen und ihn so anzunehmen, wie er ist. Das ist der wichtigste Schritt auf deinem Weg zur Heilung. Zudem erweitere ich deinen Horizont hinsichtlich der medizinischen Möglichkeiten. Du wirst lernen, wie du zyklusbewusste Verhaltensweisen in deinen Alltag integrierst – und zwar so, wie es zu dir passt, damit du sie langfristig beibehalten kannst.

Abschließend werden wir zum vielleicht unangenehmsten Kapitel kommen: Wir brechen mit dem Menstruationstabu. Der Zyklus muss beim Namen genannt werden: zu Hause, unter Freund*innen, in den Schulen und Büros, in den Medien und der Politik. Bis unsere Gesellschaft so weit ist, mag es noch eine Weile dauern, aber der Stein ist bereits ins Rollen gekommen. In allen Bereichen möchte ich dir konstruktive Denkanstöße geben, dich zum Handeln motivieren, bestärken und begleiten. Ganz wichtig noch: Hab Geduld mit dir und deiner Umwelt. Erwarte nicht zu viel auf einmal. Dieser neue, progressive Weg ist keine Wunderheilung. Es ist ein Prozess, bei dem du die Feder führst. Schritt für Schritt wird Veränderung spürbar werden. Du darfst gelassen bleiben und dir vertrauen.

Doch nun sollten wir dieses flammende Manifest für deine Zyklusgesundheit erst einmal beiseitelegen und die Reise zu deinem ultimativen Zyklusverständnis beginnen. Lass uns deinem PMS seine vielleicht letzte große Bühne geben!

Wusstest du schon?

Laut der Studie »Jugendsexualität« der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) aus dem Jahr 2020 gaben knapp 70 % der befragten Jugendlichen an, dass ihr Wissen über Sexualität vorrangig aus dem Schulunterricht stammt. Eine große Rolle spiele zudem das Internet. Als wichtigste Vertrauenspersonen wurden die Eltern und die besten Freund*innen genannt.

Welche Zykluslänge ist normal?

Wie häufig stellen Menschen sich diese Frage: Bin ich normal? Als wäre das Normalsein die einzig richtige, gesunde Variante des Seins. In Sachen Zyklusnormalität gibt es auf jeden Fall eine riesige Bandbreite. So liegt nach aktueller Studienlage eine Zykluslänge zwischen 21 und 35 Tagen im Normalbereich. Die meisten Zyklen bewegen sich allerdings zwischen 25 und 35 Tagen. Als normal gilt außerdem, dass die Zykluslänge in jeder Runde um bis zu 5 Tage variieren kann. Sogar mehr als 80 % aller Zyklen schwanken in diesem Bereich, vorausgesetzt sie werden nicht reguliert, etwa durch die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel.

Die meisten von uns haben im Biologieunterricht gelernt, dass ein Menstruationszyklus 28 Tage umfasst und der Eisprung an Tag 14 stattfindet. Auch ich habe in diesem Buch den 28-Tage-Zyklus als Muster gewählt, weil man ihn damit übersichtlich erklären kann. Dabei haben nur ? % aller Frauen einen Zyklus, der regelmäßig genau 28 Tage dauert. Besonders der Zeitpunkt des Eisprungs ist anfällig für Verschiebungen, zum Beispiel durch Stress. Bereits 1995 zeigte eine Studie, bei der 724 Zyklen von 217 gesunden Menschen untersucht wurden, dass bei nur 12 % aller Teilnehmer*innen der Eisprung am 14. Zyklustag erfolgte. Eines wird aus all diesen Daten ziemlich klar: Normal ist die Variabilität.

Doch einmal ganz abgesehen von wissenschaftlichen Definitionen: Sollte dir irgendetwas Sorgen bereiten, seien es unregelmäßige Zyklen, eine verstärkte Menstruation oder andere Zyklusbeschwerden, dann wende dich bitte an eine gynäkologische Praxis. Zyklusstörungen sollten unbedingt ärztlich untersucht werden. Hierzu zählen regelhaft über 35 Tage verlängerte Zyklen (Oligomenorrhö) mit häufig sehr schwacher Blutung (Hypomenorrhö), ausbleibende Zyklen über 3 Monate ohne ersichtlichen Grund (Amenorrhö), verkürzte Zyklen mit weniger als 25 Tagen (Polymenorrhö) – wobei auch ein Zyklus von 23 Tagen normal sein kann –, eine zu starke Menstruationsblutung (Hypermenorrhö), Zwischenblutungen (Menometrorrhagien) sowie starke Schmerzen (Dysmenorrhö).

Wusstest du schon?

Als normale Blutungsmenge gelten 30 bis 80 ml pro Menstruation, das ist nicht viel mehr als ein doppelter Espresso. Auch darf dein Blut die unterschiedlichsten rotbraunen Tönungen aufweisen. Ist es hingegen grau, gelb oder grün und riecht übel, solltest du die Ursache abklären lassen.

Die vier Phasen des Menstruationszyklus

Der Menstruationszyklus wird in vier Phasen eingeteilt: Menstruationsphase, Follikelphase, Eisprung (Ovulation) und Lutealphase. Die Menstruations- und Follikelphase werden gern zusammengefasst als erste Zyklushälfte und die Ovulation gemeinsam mit der Lutealphase als zweite Zyklushälfte bezeichnet. Damit du dir besser vorstellen kannst, wie deine Hormone, die Eizellreifung, der Auf- und Abbau der Gebärmutterschleimhaut und die Entwicklung deiner Basaltemperatur zusammenspielen, habe ich dir eine Grafik eingefügt:

Unser Menstruationszyklus

Wusstest du schon?

Die Basaltemperatur entspricht deiner Körpertemperatur in Ruhe. Sie hat einen zweiphasigen Verlauf mit einem niedrigen Niveau in der ersten und einem höheren in der zweiten Zyklushälfte.

Die Menstruationsphase

Mit dem ersten Tag deiner Menstruation beginnt ein neuer Zyklus. Dabei wird die alte Schleimhaut des vorherigen Zyklus abgestoßen. Somit steht die Blutung nicht, wie viele denken, für ein Ende, sondern für einen Neustart. Ein feiner Unterschied, der deine Einstellung zur Menstruation erheblich verändern kann. Auslöser der Blutung ist der sinkende...



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