Wade | Ein Feind zum Verlieben | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2135, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Wade Ein Feind zum Verlieben


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2620-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2135, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2620-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die ganze Welt scheint gegen sie zu sein! Trinity ist verzweifelt. Nur der attraktive Rhett Brannon steht ihr zur Seite, während sie die Stiftung ihres verstorbenen Mannes vor dem Verkauf zu retten versucht. Schon bald kann sich die junge Witwe dem Charme des sexy Beraters nicht mehr entziehen. Prickelnde Liebesstunden, in denen er sie sinnlich verwöhnt, wecken in ihr eine nie gekannte Sehnsucht. Doch dann erfährt Trinity, wer ihr leidenschaftlicher Liebhaber wirklich ist. Hat sie sich etwa in ihren Feind verliebt?



Als Jugendliche erstaunte Dani Wade die Mitarbeiter der örtlichen Bibliothek regelmäßig. Sie lieh sich wöchentlich bis zu zehn Bücher aus - und las diese dann tatsächlich bis zu ihrem nächsten Besuch. Sie stellte sich gerne vor, selbst in der Rolle der weiblichen Heldin zu stecken. Vielleicht gelingt es ihr auch deshalb heute so gut, ihren eigenen Figuren Leben einzuhauchen ... Ihre Geschichten regen zum Mitfiebern an, ihre Helden sind zum Verlieben, ihre Romane die reinste Achterbahn der Gefühle! Die geborene Südstaatlerin ist ihrer Heimat treugeblieben, heute lebt sie mit ihrem Ehemann, ihren zwei Kindern, zwei Hunden und einer mürrischen Katze zusammen in Alabama, USA und nutzt jede freie Minute in ihrem chaotischen Alltag, indem sie an ihren Romanen arbeitet.

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1. KAPITEL

Trinity Hyatt ging leise, fast auf Zehenspitzen, den Museumsflur entlang, wie ein Kind, das versucht, geräuschlos an seinen Eltern vorbeizuhuschen. Dabei war der Lärm, den die Veranstaltung im Westflügel machte, laut genug, um ihren Rückzug zu übertönen.

Nur einen Moment lang allein sein, ein paar Minuten ohne die bohrenden Blicke, die hämischen Bemerkungen, die neugierigen Fragen. Ein Augenblick Ruhe, um durchzuatmen.

Doch Trinity bekam die gemeine Schlagzeile einfach nicht aus dem Kopf, die sie heute Morgen als Erstes gelesen hatte, als sie den Computer anschaltete.

Verdächtige Heirat bedroht hiesige Jobs

Dieser verdammte Blogger … Ihre Mutter hatte ihr zwar eingeimpft, dass man keine Schimpfworte benutzen sollte, weil das nur ungebildete Leute taten. Doch jetzt, als Erwachsene, nahm Trinity es sich ab und zu heraus, zu fluchen. Es erleichterte die Seele, und es war die einzige Möglichkeit, ihrer Wut Ausdruck zu verleihen.

Wusste dieser anonyme Schreiberling denn nicht, wie verletzend seine Worte waren? Ganz abgesehen von dem heimlich aufgenommenen Foto, das sie an Michaels Grab zeigte. Das halbe Land schaute zu, und alle fällten ihr Urteil. Warum begriff dieser selbsternannte Richter nicht, dass ihre Trauer echt war? Dass sie aus tiefstem Herzen weinte?

Heute Abend auf der Wohltätigkeitsgala hatte sie überall misstrauische Blicke geerntet und an jeder Ecke hinterhältiges Geflüster gehört. Der Blogger hatte ganze Arbeit geleistet. Aber nun war sie für eine Weile entkommen und genoss die Einsamkeit an einem ihrer Lieblingsorte in New Orleans.

Die Erinnerung an die schönen Stunden, die sie früher hier in diesem Museum verbracht hatte, beruhigte ihre gestressten Nerven. Wie oft war sie an der Hand ihrer Mutter durch die stillen Säle gewandert, versunken in den Anblick der Gemälde. Es waren Momente der Nähe, der Gemeinsamkeit, der Zuflucht, ohne dass jemand sie anbrüllte oder ihnen damit drohte, sie aus dem Haus zu werfen, weil sie zu arm waren, um die Miete zu bezahlen. Jeden Samstag, wenn der Eintritt ins Museum nichts kostete, waren sie mit dem Bus gekommen, um hier die freie Zeit zu verbringen, weit weg von Trinitys gewalttätigem Vater. Obwohl sie von Kunst damals nichts verstand, hatte sie sich magisch angezogen gefühlt von den Bildern und Skulpturen. Eine faszinierende Welt voller Schönheit.

Jahre später war sie an Michaels Seite durch diese Räume geschlendert. Er hatte ihr alles über die Künstler erzählt und beschrieben, auf welch verschlungenen Pfaden die Kunstwerke teilweise hierhergekommen waren.

Sowohl ihre Mutter als auch Michael waren jetzt tot. Doch Trinity verschloss ihr Leid in sich, denn Michael hatte ihr einen wichtigen Auftrag hinterlassen. Und sie hatte vor, ihn auszuführen. Mit hocherhobenem Haupt würde sie gleich zurück zu der Wohltätigkeitsveranstaltung gehen, um ihren besten Freund dort würdig zu vertreten.

Nur ein paar Minuten wollte sie die Stille hier in der Sammlung genießen, um sich zu wappnen für das, was ihr bevorstand.

Eine Spur von Schuldgefühl überkam sie, als sie an ihren Ehemann dachte. Ehemann – wie fremd das klang. Michael Hyatt war zehn Jahre älter gewesen als sie, und schon als sie noch ein Kind war, hatte er sie unter seine Fittiche genommen. Verheiratet waren sie gerade mal eine Woche gewesen. Immer noch konnte sie es kaum fassen, dass er nun nicht mehr da war. Vor knapp sechs Wochen war sein privater Hubschrauber abgestürzt und explodiert.

Seitdem drückte die Trauer um Michael sie nieder, Tag und Nacht.

Vor einem großen, über hundert Jahre alten Gemälde blieb sie stehen. Es zeigte eine Bäuerin mit einem kleinen Kind auf dem Arm. Es war ein vertrautes Bild in erdigen Farben, doch während Trinity es anschaute, drifteten ihre Gedanken ab. Selbst der Schmerz, der sie jedes Mal erfasste, wenn sie hier vor diesem Gemälde stand, war diesmal nur wie ein fernes Echo. Kinder, geliebt, geborgen … Es war ihr Lebensthema, aber heute Abend verdrängte sie es. Trinity schloss die Augen und konnte nicht verhindern, dass ihr eine einzelne Träne über die Wange rollte.

„Sie wirkt glücklich … Oder jedenfalls zufrieden, finden Sie nicht? Obwohl sie es im Leben bestimmt schwer hatte.“

Verblüfft, dass jemand genau das äußerte, was sie dachte, wenn sie dieses Bild betrachtete, drehte Trinity sich um. Sie hatte niemanden herankommen gehört. Hinter ihr stand ein Mann, dessen überwältigende Ausstrahlung sie atemlos machte.

An den Schläfen war sein Haar vorzeitig von ein paar Silberfäden durchzogen. Das passte zu seinen kühlen graugrünen Augen. Seine Haltung und sein Outfit verrieten, dass er sich in dem eleganten Ambiente des Museums zu Hause fühlte, doch er wirkte nicht, als habe das Leben in der High Society ihn verweichlicht. Neben ihm fühlte Trinity sich winzig. Bewundernd bemerkte sie die Muskeln, die sich unter seinem Smoking abzeichneten, ohne dass der Eindruck entstand, dieser Mann würde ständig nur trainieren.

Jetzt ließ er seinen Blick zu der einzelnen Träne auf ihrer Wange wandern, und Trinity wischte sie schnell weg. Zum Glück ließ er das unkommentiert.

Seine faszinierende Aura schlug sie stärker in den Bann, als es jedes Gemälde hier gekonnt hätte. Endlich atmete sie tief durch und nickte. „Ja, das habe ich auch schon oft gedacht.“

Es war nur ein winziger Moment, aber Trinity merkte, dass er überrascht war. Diesen Blick kannte sie nur zu gut. Sofort war sie alarmiert. Konnte es sein, das er ein Journalist war? Mittlerweile konnte sie diese Bluthunde von Weitem riechen. Schließlich wurde sie Tag für Tag von ihnen verfolgt.

Da den Medien bekannt war, dass sie in einer ländlichen Gegend aufgewachsen und streng religiös erzogen worden war, gingen die meisten Reporter davon aus, dass sie Dialekt sprach und dumm war. In den Augen der Öffentlichkeit war sie eine geldgierige Betrügerin, die sich das Hyatt-Vermögen erschlichen hatte. Dieses Vorurteil hatte zumindest Michaels Familie von ihr verbreitet, und die Journalisten waren darauf angesprungen, denn diese Geschichte sorgte für höhere Auflagen als die Wahrheit. Niemand schien sich dafür zu interessieren, wer sie wirklich war und was sie durchgemacht hatte.

Doch der erstaunte Blick des Mannes verschwand so schnell, dass Trinity dachte, wohl schon Gespenster zu sehen. Verzeihlich, wenn man ihre gegenwärtige Situation bedachte. Der Fremde musterte sie nun kühl von Kopf bis Fuß. Trinity wusste, dass sie in dem saphirblauen Abendkleid, das Michael ihr geschenkt hatte, gut aussah, und ausnahmsweise fühlte sie sich unter dem prüfenden Blick nicht ausgeliefert und verletzbar. Stattdessen durchflutete sie eine sinnliche Wärme, die sie verwirrte.

„Wollten Sie eine Weile allein sein und durchatmen?“, fragte er ruhig.

Wahrscheinlich war es nur Small Talk, aber es berührte Trinity, dass er ihre Gedanken aussprach. „Auf diesen Partys wird es immer schneller so stickig“, sagte sie.

„Stimmt. In jeder Hinsicht.“

Sein Grinsen war so echt, so mitreißend, dass es Trinity unter die Haut ging. Es erregte sie auf eine Weise, die sie nie zuvor verspürt hatte, und dieses Gefühl machte ihr Angst.

Aber er hatte sich schon wieder den Gemälden in der Rotunde zugewandt. Es handelte sich um zwölf auserwählte Kunstwerke, die dauerhaft in dem weißgolden gestrichenen Raum ausgestellt wurden.

„Hier ist es nicht nur unglaublich friedvoll. Es ist einzigartig. Ein Traum“, sagte er mit tiefer, samtweicher Stimme, die einen lustvollen Schauer über Trinitys Rücken sandte.

Was war denn heute Abend mit ihr los? „Waren Sie noch nie hier?“, fragte sie.

Einerseits hätte sie die Atmosphäre des Raumes gern allein genossen, und sie fühlte sich von diesem Mann gestört. Andererseits war die Anziehungskraft, die von ihm ausging, so stark, dass sie sich ihr nicht entziehen konnte.

Ich bin doch gerade erst Witwe geworden, rief sie sich im Stillen zur Ordnung.

Der Fremde schien ihren inneren Aufruhr nicht zu bemerken. „Nein. Heute zum ersten Mal. Überhaupt bin ich zum ersten Mal in New Orleans.“ Er reichte ihr die Hand. „Rhett Butler. Schön, Sie kennenzulernen.“

Trinity blieb der Mund offen stehen. „Meinen Sie das ernst?“

„Nein“, erwiderte er und lächelte sein umwerfendes Lächeln. „Ich heiße Rhett Brannon. Aber da wir hier in den Südstaaten sind …“

„Ich dachte schon, Ihre Eltern hätten einen seltsamen Sinn für Humor.“ Allerdings erinnerte er mit seinem dunklen Haar, der hochgewachsenen Gestalt und seinem unglaublichen Charisma durchaus an Rhett Butler aus Vom Winde verweht.

Trinity zögerte, denn sie witterte Gefahr. Dieser Mann war nicht nur höchst attraktiv, er könnte zugleich auch jemand sein, der ihr schaden wollte. Wenn sie die Ziele erreichen wollte, die Michael ihr vorgegeben hatte, durfte sie keinen Fehler machen.

Höflich gab sie ihm die Hand. „Danke. Ich bin Trinity, Trinity … Hyatt.“

Immer noch zögerte sie automatisch, wenn sie ihren neuen Nachnamen aussprechen sollte, obwohl die Hochzeit bereits zwei Monate her war. Aber sie wusste, dass es höchst wichtig war, selbstbewusst als Michaels Frau aufzutreten. Er hatte seine ganzen Hoffnungen auf sie gesetzt. Der Erhalt der Institution, an der ihnen beiden so viel lag, hing davon ab, dass sie das Richtige tat.

„Trinity?“, erwiderte Rhett und machte nicht den Eindruck, als wüsste er, wer sie war. Log er? Oder hatte er wirklich keine Ahnung? „Das ist auch ein...



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